gut gelandet in diesem Tag? Dann wohnen Sie offenbar nicht in Tegel. Denn hier wird inzwischen nur noch gewartet und gestrandet. Wie verrückt man in die Berliner Luft, Luft, Luft gehen kann, erzählen Ihnen hier – exklusiv für Abonnenten – vier unserer Leserinnen und Leser mal ein bisschen ausführlicher:
1.) Letzter Aufruf KLM, es twittert Handelsverband-Geschäftsführer Stephan Tromp:
„Es gibt Dinge, die gibt es nur in Berlin: Flughafen Tegel wegen Gewitter gesperrt. Mein Flug nach Schönefeld umgeleitet. Flieger auf dem Gelände des neuen BER geparkt. Ergebnis: Passagiere dürfen Flugzeug nicht verlassen, weil BER nicht in Betrieb. Realsatire, oder?“ Später ein Update: „Nach zwei Stunden Warten werden wir jetzt aufgetankt: Fliegen dann von Schönefeld nach Tegel. Auch für Vielflieger wie mich eine Premiere!“
2.) Letzter Aufruf Easyjet, es schreibt unsere elternzeitende Kollegin Constanze Nauhaus:
„Wir sind auf dem Hinflug Tegel – Brindisi mit etwas Verspätung losgeflogen, weil sich kein Fahrer für dieses kleine Auto fand, dass uns aus der Parkposition ziehen sollte. Und auf dem Rückflug konnten wir erst mit etwas Verspätung aussteigen, weil sich kein Fahrer für die Treppe fand, um uns hinunterzulassen. Beides in Tegel passiert, in Süditalien lief am Flughafen naturalmente alles glatt.“
3.) Letzter Aufruf Eurowings, notiert von unserem Leser Alexander Legowski:
„Am Montag, den 3.6. kommt abends um 21 Uhr die Nachricht: Flug am 4.6. um 8.50 Uhr von London nach Berlin ist gestrichen. Man dürfe sich eine Umbuchung aussuchen. Ich wähle Köln/Bonn um 9.15 Uhr ab London. Aus der Buchung für den Anschluss nach Berlin um 12.30 Uhr werde ich rausgeworfen, darf erst 13.45 Uhr buchen. Statt in Tegel bin ich um 11.45 Uhr in Köln. Versuche am Transitschalter auf 12.30 Uhr umzubuchen, da mittlerweile zwei SMS anzeigen: Der Flug um 13.45 Uhr verschiebt sich auf 14.15 Uhr und ist ausgebucht mit Handgepäckrestriktionen. Geht nicht, denn wer Basic bucht und umbucht, darf nicht mehr wechseln. Ich schaue dem (pünktlichen) Flug um 12.30 Uhr hinterher. Mein Einwurf, dass da noch Plätze frei sind und ich ja eh schon der Streichungspolitik der Eurowings zum Opfer gefallen bin, versteht der Computer nicht, bedauert der Mitarbeiter. Das Boarding für den Flug beginnt um 14.15 Uhr – der eigentlich verspäteten Abflugzeit. Da offenbar die Lesegeräte ausgefallen sind, werden alle Passagiere einzeln über ihre Check-in-Nummer abgefertigt, diese Nummer ist auf den kleinen Bildschirmen der Smartphones oft nur schwer zu finden, eine Geduldsprobe. Beim händischen Boarding gab es Fehler, der Kapitän weigert sich zu fliegen, es wird nach einzelnen Passagieren gefahndet und geprüft, ob sie Gepäck aufgegeben haben. Schließlich startet die Maschine mit mehr als 80 Minuten Verspätung. Für mich hieß das: Statt aus London um 11.45 Uhr in Tegel zu landen, setzte ich um 16.03 Uhr (Anzeige im Terminal) auf.“
4.) Letzter Aufruf Lufthansa, durchlebt von unserem Leser Marcel Gehner aus Gatow und aufgezeichnet von meinem Kollegen André Görke:
„Ich musste morgens mit der Lufthansa von Tegel nach Frankfurt am Main zu einem Termin fliegen. Los sollte es um 8.15 Uhr gehen. Als alle in der Maschine saßen, sagte der Kapitän: ‘Hier blinkt ein Licht, das nicht blinken sollte.‘ Also: Parkposition irgendwo am Rand. Nach 75 Minuten Wartezeit der zweite Anlauf. Dann wieder der Kapitän: ‘Hier blinkt wieder ein Licht – wir bleiben am Boden.‘ Uhrzeit: 10 Uhr. Anschließend: Alle sollen in die Nachbarmaschine – die stand da noch, weil am Tag zuvor zahlreiche Flüge wegen eines Unwetters ausgefallen waren. Dummerweise darf man ja nicht quer über den Flughafen laufen, und dummerweise dauert es eine Stunde, bis ein Bus aufzutreiben ist. Ausstieg: 11.15 Uhr – drei Stunden nach dem geplanten Abflug. Dumm nur, dass die Passagiere vor der Crew an der neuen Maschine ankommen – und weiter 20 Minuten warten müssen, verloren bei 35 Grad auf dem Flugfeld vor der verschlossenen Maschine. Die ersten Fluggäste geben schließlich auf und fahren wieder in ihre Firmen. Dann endlich: Einstieg, erneutes ‘Willkommen an Bord‘ der Stewardessen, hinsetzen, noch mal Sicherheitshinweise (‘So schließen Sie ihren Gurt‘) und dann: Abflug – Uhrzeit 12:15 Uhr. Getränke: 0. Essen: 0. Worte der Entschuldigung: 0.“
Falls Sie das alles nicht glauben können, hier ein Bild der Passagiere auf dem Boden der Berliner Tatsachen. Und wenn noch irgendwer über den täglichen Bahnsinn klagt: Auf dem Verfluchthafen Tegel hat er längst Methode.
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Eitelkeit kommt vor dem Fall. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) musste sich zwar nicht vor Gericht, aber doch am Donnerstag ins Abgeordnetenhaus zerren lassen. Er war trotz vorherigem Streit mit dem Ältestenrat über seine regelmäßig unregelmäßige Anwesenheit zunächst nicht im Parlament erschienen; selbst Wirtschaftssenatorin und Parteikollegin Ramona Pop erreichte ihn telefonisch nicht. Das wurde sogar den Grünen zu bunt; und CDU-Fraktionschef Burkard Dregger (diesmal auch als Oppositionsführer anwesend) ließ Behrendt mithilfe der Opposition und ohne Gegenwehr der Regierungsparteien ins Hohe Haus zitieren, um ihn von seinem nicht gerade niedrigen Ross zu holen. Etliche Abgeordnete sprachen von „Kindergarten“, einer „typischen Provokation“ und „Eitelkeitsnummer“. Behrendt sprach hinterher bloß von einem Stau. Und musste sich von der eigenen Fraktionschefin Silke Gebel vor allen Parlamentariern fragen lassen: „Ist zu erwarten, dass der Justizsenator künftig pünktlich im Plenarsaal Platz nehmen wird?" Behrendts knappe Antwort: „Ja". Die wenigstens kam gerade noch rechtzeitig.
Berlin bräuchte schon lange einen Rad der Stadt. Oder wenigstens einen guten Rat für eine bessere Fahrradpolitik. Denn viele Leihräder liegen bloß gerädert auf den Bürgersteigen rum. In die Speichen will der Senat hier vorerst trotzdem nicht greifen – zumal er nicht mal gespeichert hat, wie viele Räder hier nicht ineinandergreifen. „Die jeweilige Anzahl der Leihfahrräder von privaten Anbietern – neben den bekannten stationslosen Fahrradverleihsystemen – wurde bei einer Umfrage im April 2018 nur in Einzelfällen von den Anbietern kommuniziert, so dass die tatsächliche Anzahl nicht benannt werden kann“, teilt die Verkehrsverwaltung auf Anfrage des Linke-Abgeordneten Kristian Ronneburg mit. Und so bleibt Berlin wie es ist: radlos zurück.
Freudetrunken auf den Spielplätzen in Prenzlauer Berg sind ja meist nur die Eltern. Doch das Sektchen am Sandkästchen stößt dem Bezirksamt auf. Das will die Gelage zuschütten; etwa durch ein Alkoholverbot vor der Spielplatzkneipe Alois S. in der Stargarder Straße. Auf dem Trockenen sitzt nun Betreiber Lothar Heer, der den Spielplatz 2000 mitgebaut hat und seither pflegt, berichtet Christian Hönicke für unsere wöchentliche Tagesspiegel-Familienseite (zu lesen im E-Paper hier). „Wenn man Familienväter und Mütter, die mal ein Alster trinken, mit Säufern über einen Kamm schert, kann ich das nicht nachvollziehen“, klagt Heer. Und verweist darauf, dass in Pankow (und in Neukölln) Alkoholika und Zigaretten auf Spielplätzen gar nicht verboten sind – höchstens natürlich für Eltern, die betrunken Helikopter fliegen. Das Wichtigste hat Kiezhausen im Kontrollrausch sowieso übersehen: Im Alois S., nebenbei Fankneipe von Werder Bremen, sind die meisten Besucher gar nicht blau, sondern grün.
Gut, dass bald Ferien sind. Dann dürfen die Lehrer mal was dazulernen. 600 Lehrkräfte sind in Berlin sowieso nur Leerkräfte, also trotz Bedarfs gar nicht vorhanden. Schon jetzt kommen deshalb viele Quereinsteiger durchs Schulfenster. Laut Gesamtpersonalrat hat davon eine „Anzahl im hohen zweistelligen Bereich“ keine universitäre Ausbildung. Manche hätten ein Lehramtsstudium nach den ersten Semestern abgebrochen, einige wenige nicht mal Abitur. So gibt es unter den Lehrerinnen eine Reisekauffrau, die Geografie unterrichtet. Möglich wäre noch mehr: eine Wurstverkäuferin als Biologielehrerin, ein Kneipenwirt als Philosophie-Dozent. Und eine Schulsenatorin, die Schule macht.
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Am 9. November macht Berlin zum Mauerfall-Jubiläum entlang der alten Grenze großes Ballyhoo (wenn auch ohne leuchtende Ballons). Nun soll noch ein großes Balla-Balla im Olympiastadion dazukommen. Hier trafen sich vor 30 Jahren erstmals Hertha und Union mitten im Wahnsinnswendewandel, Ost-Berliner hatten freien Eintritt und die damals unbegrenzt befreundeten Fans lagen sich selig in den Armen und riefen: „Hertha und Union – eine Nation“ (eine große Geschichte mit großen Gefühlen aus unserem Archiv gibt es hier). Im Laufe der Jahre allerdings grenzte sich Union untröstlich als Underdog ab; und auch vielen jungen Hertha-Fans ist die gespielte Abneigung inzwischen lieber (dabei kommen die meisten von ihnen aus Brandenburg). Nun möchte Hertha das gemeinsame „Eisern Berlin“-Gefühl wieder auferstehen lassen und bat den Ligaverband um die Terminierung des Derbys am 9. November. Fragt sich nur, ob die zur Jubiläumssause stark geforderte Polizei ihren Kader für einen Stadioneinsatz vollbekommt. Doch Benjamin Jendro von der Polizeigewerkschaft versichert auf Checkpoint-Nachfrage: „Wir freuen uns für Berlin, dass wir zwei Bundesligisten haben. Wir bekommen das Derby auch noch hin.“ Berlin kennt keine Mauern mehr, nur noch bei Freistößen.
Falls Sie in Berlin mal den Stau rauslassen wollen, dann machen sie es wie Iris. Sie rudert jeden Tag über die Spree zur Arbeit (Foto hier). Von ihrer Wohnung nahe den Treptowers braucht die Sales Managerin nur zehn Minuten zum ehemaligen MTV-Gebäude an der Stralauer Allee – zur Hauptverkehrszeit. Dort legt sie an ihrem gemieteten Arbeitsplatz bei WeWork an; so muss sie nicht zum Hauptsitz ihrer Firma Komoot in Potsdam paddeln. Und mittags wird ausgependelt. „Das Boot ist ein beliebter Platz für Pausen mit Kollegen auf der Spree“, berichtet Kollegin Katharina Hein. „Statt auf der Terrasse zu sitzen, lässt Iris gern noch mal das Schiff ins Wasser.“ Immer wieder schön, so ein gut belegtes Pausenboot.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Miethaie werden in Berlin nicht nur an der Spree gesichtet. Nach der Ankündigung von Nicht-Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke), die Mieten in Berlin ab 2020 für fünf Jahre einzufrieren, verloren am Donnerstag viele Immobilienaktien an Wert. Am stärksten betroffen wäre vom sogenannten Mietendeckel die Deutsche Wohnen – sie ist der größte private Vermieter der Stadt. Und so sackte auch ihr Aktienkurs am meisten ab: um mehr als acht Prozent. Wer an vielen umstrittenen Mieterhöhungen verdient, hat das auch mal verdient.
Querpass zur heute beginnenden Frauen-Fußball-WM: Hier pfeifen die Schiedsrichterinnen auf alte Regeln. Erstmals können auch Trainerinnen und Betreuer mit Verwarnungskarten angepfiffen werden, wenn sie am Spielfeld rot sehen. Gelb regiert die Welt.
Bevor Sie sich heute wieder aufregen, dass sich keine Wolke für einen Regen regt: Gestern schüttete es im Abgeordnetenhaus (Beweisfoto hier) und im Rathaus Mitte (Beweisfoto hier) erschütternd durch die Dächer. Auf’s Dach bekommt dafür keiner was. Denn Berlin weiß, dass es nicht ganz dicht ist – und sich bei Regen zu helfen: Eimer geht noch.
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Ab sofort bieten wir Ihnen in der Privatklinik Nikolassee eine umfangreiche ambulante fachärztliche Versorgung an. Privat versicherte Patienten und Selbstzahler finden in der Fachambulanz Nikolassee ihren festen medizinischen Ansprechpartner, der Sie durch die komplette klinische Diagnostik und Behandlung begleitet. Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern. www.klinik-nikolassee.de
Wie bitte, gute Meldungen gibt es auch noch? Na gut, erstmals seit 2012 werden wieder mehr Bücher verkauft – eine Trendwende. Brücken werden künftig ganz leicht aus Carbon-Beton gebaut – ohne Trennwände. Und der Senat unterstützt das Sozialprojekt „Stadtteilmütter“ jetzt langfristig – ohne Einwände.
Und auch das noch: Bei RadioEins macht jetzt jeder seins. Stefan Rupp und Christoph Azone haben heute nach 26 Jahren ihre letzte, legendäre Morgensendung (hier können Sie bis 10 Uhr noch reinhören). Und morgen? War’s gestern.
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Die Zukunft beginnt heute – beim #UrbanMobilityDay
Der #UrbanMobilityDay, dein Event für neue Mobilität: Technologien, Innovationen und Gadgets kennenlernen und ausprobieren. Am 15. Juni ab 11 Uhr verwandelt sich der EUREF-Campus am S-Bahnhof Schöneberg in einen Mobilitätshub. Der Eintritt ist frei und mehr Infos gibt es unter UrbanMobilityDay.de
Aber es muss immer weitergehen. Und so dreht die Checkpoint-Laufgruppe von Felix Hackenbruch (seinen persönlichen Lebenslauf finden Sie hier) wieder Runden von sechs und zwölf Kilometern ums Tempelhofer Feld. Los geht’s am Sonnabend um 11 Uhr in Neukölln (Herrfurthstraße/Ecke Oderstraße); es darf auch gewalkt werden. Und am Ende getalkt bei gekühlten Getränken. Zudem verlosen wir Marathon-Startplätze – für Checkpoint-Abonnenten mit doppelter Gewinnchance. So läuft das bei uns.
So, bevor wir bis Pfingsten vorspulen, nehmen wir dies noch auf: Heute ist Tag des Videorekorders. Drücken wir also alle mal Pause!
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ich hab jetzt die Erfahrung gemacht in den letzten 15 Monaten: Man muss Gesetze kompliziert machen. Dann fällt das nicht so auf. Wir machen nichts Illegales, wir machen Notwendiges. Aber auch Notwendiges wird ja oft unzulässig infrage gestellt.“
Horst Seehofer (CSU), immer noch Bundesinnenminister, erklärt in erschreckender Ehrlichkeit (via ARD), dass er das Datenschutzgesetz extra kompliziert gemacht hat, damit die Bevölkerung es bloß nicht infrage stellt.
Tweet des Tages
Auf dem Brief stand ‘Letzte Mahnung!‘ Puh, dann hört das jetzt also endlich auf.
Stadtleben
Essen – Josephine Baker hat’s getan, Hildegard Knef hat’s getan, Jogi Löw und die Deutsche Fußballnationalmannschaft 2006 auch. Sie alle waren Gäste im Patrick Hellmann Schlosshotel, in dem sich auch einst Romy Schneider und Harry Meyen filmreif das Jawort gaben. Filmreif ist in dem 5-Sterne-Luxushotel im Grunewald (das von innen an das Märchenschloss von „Die Schöne und das Biest“ erinnert) auch die Kost im Restaurant, z.B. Tatar (19 Euro), Hase an Erdbeere, Kartoffel und Bärlauch (29 Euro) oder Tagliolini mit Trüffel, Parmigiano und Bresaola (24 Euro) – in der übersichtlichen Karte kommen vor allem Nicht-Veganer auf ihre Kosten. Die Öffnungszeiten des Restaurants richten sich nach dem Hotel (tägl. von 6.30-11.30 Uhr, 12-14.30 Uhr und von 18-22 Uhr) Auf der Sommerterrasse gibt’s aber rund um die Uhr Kleinigkeiten von der Karte. Brahmsstraße 10, S-Bhf Grunewald
Trinken – Stellen Sie sich folgendes Traum-Szenario vor: Sie schlendern über ein Bier-Festival mit zehn internationalen Brauereien, zwei Berliner Gast-Brauereien, köstlichen Food-Ständen und Livemusik. Wenn Sie durstig werden, legen Sie zum Bezahlen (denn das muss schon sein) flott eine Chipkarte vor und – fertig. Immer schön, wenn aus guten Träumen Realität wird. Auf dem „BRLO BRWFEST“, das heute und morgen am Gleisdreieck zum dritten Mal seine Pforten in der Schöneberger Straße 16 (BRLO Brwhouse) öffnet, wird vorab eine Cashless-Karte aufgeladen, mit der bequem an allen Ständen gezählt werden kann. Soll gut werden oder wie die Veranstalter sagen: „Sag alles ab, was du sonst noch geplant hast – auch wenn es deine eigene Hochzeit ist“. Ein Tagesticket inkl. eines BRWFEST-Glases kostet knapp 6 Euro, das Ticket für 2 Tage (+ BRWFEST Glas) 10 Euro. Fr-Sa 16-23 Uhr, U-Bhf Gleisdreieck
Berlinbesuch – „Wannsee, Wannsee, wann seh' ich dich endlich wieder?“ ist der Dauerohrwurm an diesen heißen Sommertagen auf der Suche nach schattigen oder nassen Örtchen. Aus gegebenem Anlass kramen wir also nicht nur den Tote-Hosen-Ohrwurm raus, sondern auch die übersichtliche Berlin-Bade-Karte der Kollegen von visitberlin und suchen uns unseren Lieblingsplatz im kühlen Nass. Freibad, Baggersee, idyllische Bucht oder Strandbad – man mag’s nicht glauben, aber an manchen von Berlins Wasserplätzen kann man fast ein bisschen Kurzurlaub machen. Bei der Auswahl können Sie sich außerdem gerne von den Lieblingsbadestellen aus der Tagesspiegel-Redaktion inspirieren lassen.
Geschenk – Kein Bock mehr, die lieblosen Kräutertöpfe aus dem Supermarkt zu kaufen? Alles klar: Hier kommt eine schöne Alternative. Bei den naturbewussten Kräuterwanderungen können nicht nur Berlins grüne Schätze entdeckt werden, im Anschluss wird auch mit ihnen gekocht. Damit nix Giftiges in den Korb oder den Magen kommt, ist natürlich ein echter Wildkräuterexperte dabei. Raus ins Grüne und dabei noch was lernen kann, wer sich einen eintägigen Wildkräuterkurs sichert (49 Euro). Für tiefergehende Kräuterkurse gibt’s sogar ein ganzes Wildkräuterwochenende im Haus Löwenstein (399 Euro). Das wilde Wissen kann auch hier als Geschenk-Gutschein gekauft werden.
Last-Minute-Tickets für die „Berliner Kurzfilmrolle 2019“ sichern. Kino mit Hund und eigenem Versorgungspaket – dafür waren die Berliner schon immer zu haben. Auf der Bank, am Tisch oder auf der Liegewiese wird von den Besuchern des Freiluftkinos im Volkspark Friedrichshain heute mal mehr abverlangt als Filmschauen und mampfen. Hier werden zwischen 21.30 und 23.30 Uhr fünf Kurzfilme aus Berlin und Brandenburg vorgestellt, die es bereits ins Finale geschafft haben. Lustig, bewegend, ungewöhnlich – von allem etwas dabei und jeder Film wird von englischen Untertiteln begleitet. Danach sind Sie gefragt, denn via Handy-Voting können Sie für ihren Favoriten abstimmen, der den diesjährigen Publikumspreis abräumt. Die FilmemacherInnen sind auch dabei. Der Eintritt kostet 8,50 Euro. S-Bhf Landsberger Allee
Noch hingehen – Vor 100 Jahren wurde Rosa Luxemburg ermordet und ihre Leiche in den Landwehrkanal im Tiergarten geworfen. Ihr Vergehen in den Augen der Verfolger war ihre Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft. In Gedenken an Rosa Luxemburg hat sich das Fotokollektiv „cameraD“ zu einer Gruppenausstellung in den Rathenau-Hallen in Schöneweide zusammengetan, um der Sozialistin auf ihren Spuren durch Berlin zu folgen. Mit der Ausstellung „Rosa – eine individuelle Annäherung“ kann man die Freiheitskämpferin noch bis zum 16. Juni an sechs Terminen poetisch, politisch oder dokumentarisch mit Fotografien, Lesungen, Klangwerk und Malerei erleben. Alle Termine und die verschiedenen Zeiten hier. Der Eintritt ist frei. Wilhelminenhofstraße 83-85, S-Bhf Berlin-Schöneweide
Mit diesen Stadtleben-Tipps wünscht Ihnen Carina Kaiser einen aufregenden Freitag!
Prominent verraten
„Wer mich kennt, weiß von meiner Sucht. Wer mich nicht kennt, kennt jetzt meinen ,Dieler'“. Er gilt als Legende des Kabarett-Theaters: Jochen Busse ist der Berliner der Woche und Sabine Kittelmann die glückliche Gewinnerin der Checkpotts. Herzlichen Glückwunsch!
Berlin heute
Verkehr – Wegen eines Konzerts von The Piano Guys in der Zitadelle Spandau (Beginn 20 Uhr) kann es im Bereich Am Juliusturm und Zitadellenweg zu Stau kommen. Stadtauswärts ist auf der Landsberger Allee (Prenzlauer Berg) ab ca. 8 Uhr vor der Storkower Straße die Fahrbahn auf zwei Spuren verengt, vermutlich bis Frühjahr 2020. Udo Lindenberg tritt um 20 Uhr in der Mercedes-Benz-Arena (Friedrichshain) auf, weshalb rund um die Halle ab ca. 18 Uhr mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Ab ca. 17 Uhr besteht aufgrund eines Konzerts im Olympiastadion (Westend) von Phil Collins im Bereich der Heerstraße Staugefahr. Eine Übersicht der für den Karneval der Kulturen gesperrten Bereiche am Pfingstwochenende gibt die VIZ.
Demonstration – Etwa 1000 Teilnehmer demonstrieren „Gegen Einweg- und Mikroplastik“ von 14.30 bis 17 Uhr. Der Aufzug geht vom Mariannenplatz zum Oranienplatz und wurde von der Heinrich-Zille-Grundschule angemeldet. Auch diesen Freitag gibt es von 12 bis 15 Uhr im Invalidenpark einen Klimastreik unter dem Motto „Fridays for Future“ mit ungefähr 500 Demonstrierenden.
Gericht – Weil er als Pflegehelfer einer Leiharbeitsfirma in einem Krankenhaus, einem Seniorenheim und einem Behindertenwohnheim Patienten sexuell missbraucht haben soll, wird einem 36-Jährigen der Prozess gemacht. Fünf mutmaßliche Übergriffe sind angeklagt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 739).
Universität – In der UdK (Bundesallee 1-12, Raum 310) hält heute von 16 bis 18 Uhr der Komponist, Produzent und DJ Paul Frick ein Vortrag zum Thema „Beat – über eine vernachlässigte Kategorie der Neuen Musik“. Das Gastseminar soll Einblick in seine musikalische Arbeit und Gedankenwelt geben. Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Andorra, bürgerlich Andreas Hohe (61), Künstler und Maler / Burkard Dregger (55), Politiker (CDU), Mitglied des AGH und Vorsitzender der CDU-Fraktion / Hubertus Erlen (76), Industriemanager, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung / Claus Peymann (82). Theaterregisseur, ehem. Intendant des Berliner Ensembles / Hans-Christian Ströbele (80), Rechtsanwalt und Politiker (Die Grünen) / Wolf-Sören Treusch (59), Journalist
Sonnabend – Niels Giffey (28), Basketballspieler bei Alba Berlin / Jürgen von der Lippe (71), Fernsehmoderator, Showmaster und Musiker / Friedrich Meckseper (83) Maler, Grafiker und Zeichner / Klaus Keller (48), Architekt, „herzlich von Deinem Freund, Björn, Gefährte auf vielen Wegen“ / Erich Pätzold (89), Politiker (SPD), ehem. Berliner Innensenator und Senator für Gesundheit und Umweltschutz / Klaus-Jürgen Scherer (63), Politikwissenschaftler, ehem. Geschäftsführer des Kulturforums der Sozialdemokratie / Jochen Schümann (65), Segelsportler, begann seine Segelkarriere auf dem Berliner Müggelsee / Jens Jöhrke (53), Bastler und Ballsportler / Lutz Seiler (56), Schriftsteller / Ulf Stolterfoht (56), Schriftsteller, Gründer des Verlags „Brüterich Press“ / Jasmin Tabatabai (52), deutsch-iranische Schauspielerin und Musikerin / Ingo, „Immer eine Meldung wert – Gruß und Kuss vom Schaf!“
Sonntag – Wolfgang Benz (78), Historiker, ehem. Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU / Nils Clausen (53), Geschäftsführer der Bootsmanufaktur Berlin / Oliver Helm (geb. Höfinghoff) (42), Politiker, ehem. Piratenpartei, seit 2016 Die Linke / Roy Peter Link (37), Schauspielern / Florian Prokop (31), Schauspieler, Reporter bei Fritz
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Gunda Cartlidge-Kuhlmeyer, * 22. April 1943 / Judith Kerr, * 14. Juni 1923, Illustratorin und Schriftstellerin / Werner Nieber, * 4. Mai 1929
Stolperstein – Rosa Würzburg, geb. Hahn (Jhg 1875) lebte mit ihrer Mutter Fanny Hahn in einer Wohnung im 2. Stock der Kantstraße 130 in Charlottenburg-Wilmersdorf. Im Juli 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 7. Juni 1943 ermordet wurde.
Im Tagesspiegel
Nacht für Nacht schläft Jasmin an der Dialyse. Die Zweijährige hat keine Nieren mehr, bald kommt sie auf die Warteliste für ein Organ. Jeder zehnte Patient ist ein Kind. Und alle acht Stunden stirbt einer. Lesen Sie die Reportage von Marie Rövekamp heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
So, zum Schluss noch Kamelle aus Kölle. Von dort reportiert Kollege Jochen Arntz von der „Berliner Zeitung“ erschüttert: „Der Kölner Taxifahrer sagt mir gerade, er habe gehört, dass die Leute in Berlin sich auf der Straße nicht grüßen. Ist nicht ganz falsch.“ Aber ist auch nicht ganz richtig: Ich grüße Sie!
Morgen grüßt schon das nächste lange Wochenende – und der Sonnabend-Checkpoint für Abonnenten. Ich feiere Pfingsten mit Verwandtenbesuch aus dem Erzgebirge. Auf meine Frage, was sie in Berlin gerne sehen wollen, schrieben sie nur: „die U-Bahn“. Jetzt sind sie bei mir echt unten durch. Halten Sie also den Kopf oben und das Herz in der Hand. Ich alle herzlich nochmals grüße Sie,