Checkpoint-Leser Alexander von Hohenegg hat ein Faible für einsame Tankstellen – deshalb hat er auf Familien-Besuch im Northern Territory in Australien ein besonders abgelegenes Exemplar festgehalten.

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Von Australien zurück auf die andere Seite der Erde – und schon sind wir die Trockenheit los: Der Himmel über Berliner hat uns im Juli Wassermassen statt strahlender Sonne gebracht. Die Monatsbilanz (Vergleich mit dem Durchschnitt seit 1991): 105 Liter Regen pro Quadratmeter statt 77, 190 Sonnenstunden statt 244, 9 Sommertage mit mehr als 25 Grad statt 14, 3 heiße Tage mit mehr als 30 Grad statt fünf (eine ausführliche Analyse finden Sie hier).
Passend dazu auch unser Song für die Checkpoint-Sommerplaylist bei Spotify: „Singin‘ in the Rain“ in der Fassung von Gene Kelly. Unsere Playlist wächst Tag für Tag, Sie können Sie sich hier anzuhören.
Die Aussichten für die kommenden Tage: regnerisch, kühl, wenig Sonne.
Und so bleibt einstweilen die SPD das heißeste Ding dieses Sommers (jedenfalls politisch). Nach dem kurzen, aber heftigen Schlagabtausch zur Spitzenkandidatur (Checkpoint vom 29.7.) legte Raed Saleh gestern am frühen Morgen dramatische Argumente für sein „Gemeinwohlgesetz“ vor (hier nachzulesen). Prompt kündigte dpa für heute früh ein Statement von Franziska Giffey an, das Thema: „Debatte um Enteignung von Unternehmen“ (die sie als Wirtschaftssenatorin ablehnt). Am besten, wir sortieren das mal – inhaltlich und zeitlich:
1) Nachdem Salehs SPD-Fraktion kürzlich das „Gemeinwohlgesetz“ vorgestellt hatte, war die Empörung beim Koalitionspartner CDU riesig („radikaler Linksaußenkurs“), aber auch Grüne und Linke schimpften („billiger Bluff“, schäbig“). Die „Welt“ titelte: „SPD will die Wirtschaft enteignen“. Saleh widerspricht jetzt: „Wir Sozialdemokraten wollen weder enteignen, noch stellen wir die Systemfrage.“ Es gehe ihm um „eine systematische Antwort auf eine der großen Fragen unserer Zeit: Wie kann ein starker und handlungsfähiger Staat die Menschen schützen“ – und diese Antwort sei die „Gemeinwirtschaft“. Wären die demokratischen Parteien dazu nicht willens oder in der Lage, würden sich die Rechtsextremisten des Themas ermächtigen.
2) Giffeys Statement zur Enteignungsdebatte heute ist keine direkte Replik auf Salehs Beitrag, sondern Teil eines Sommerinterviews, das bereits in der vergangenen Woche geführt wurde. Inhaltlich steht Giffey in der Frage „bezahlbare Stadt“, die Grundlage der Gemeinwohlüberlegungen ist, Saleh näher als den beiden Parteivorsitzenden Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel.
3) Giffey Statement zu einem Mitgliederentscheid über die Spitzenkandidatur Anfang der Woche war allerdings sehr wohl eine direkte Replik: Nach Checkpoint-Informationen hatten Böcker-Giannini und Hikel der früheren Regierenden Bürgermeisterin unmittelbar davor mitgeteilt, dass sie dem Vorstand jemand anderen für diese Position vorschlagen werden. Giffeys Vorstoß für den Mitgliederentscheid war demnach eine Flucht nach vorne, bei der sie nichts zu verlieren hatte, aber Boden gut machen konnte: Die harsche Reaktion der beiden Vorsitzenden („Es gilt jetzt, den größtmöglichen Erfolg der Partei vor die eigenen Ambitionen zu stellen“), kam in der Partei gar nicht gut an – öffentlich die eigene Senatorin derart abzukanzeln, sei ein grober Fehler, ist zu hören.
4) Saleh und Giffey sind seit gestern im Urlaub. Es werden in den kommenden Tagen und Wochen aber noch einige Äußerungen von ihnen die Runde machen. Sie stammen aus Interviews, die bereits geführt wurden. Bis zum Ende der Sommerpause gilt deshalb die auf jede Form von Politik anwendbare Erkenntnis des französischen Staatsmanns Charles-Maurice de Talleyrand: „Verrat ist eine Frage des Datums“.
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Zur Serie „Bei der Feuerwehr brennt’s“ (Teil 4): Nach ersten Löscharbeiten in Sachen Atemmaskenmangel und alterndem Fuhrpark gibt’s heute weitere Details zur Tauglichkeit (Checkpoint von Dienstag). Zur Erinnerung: Wie der Checkpoint erfuhr, dürfen immer mehr Feuerwehrleute nicht ausrücken, weil ihnen die ärztliche Bescheinigung fehlt und neue Termine nur schwer zu bekommen sind. Feuerwehrsprecher Vinzenz Kasch bestätigte das dem Checkpoint jetzt auch grundsätzlich: Zwar seien bisher nur eine „Handvoll“ Kollegen unmittelbar betroffen, aber die Lage sei „eine Herausforderung“. Beim Arbeitsmedizinischen Dienst habe es „technische Defekte“ gegeben – Kasch nennt das „frustrierend“ und macht Druck: 1000 Untersuchungen müssten in diesem Jahr noch stattfinden, und vom 1. August an, also ab heute, „tickt die Uhr“.
Berlin bekommt die ungleiche Verteilung von Haus- und Kinderärzten nicht in den Griff: Einigen Ostbezirken droht sogar eine eklatante Unterversorgung (allein in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick sind 119 Hausarztsitze und 22 Sitze für Kinderärzte unbesetzt), aber auch in Spandau ist der Arzt-Anteil in Bezug auf die Einwohnerschaft unterdurchschnittlich (um 90%) – bei stark fallender Tendenz. Am besten ist die Hausarztdichte in Charlottenburg-Wilmersdorf (Versordnungsgrad 121%) und die Kinderarztdichte in Steglitz-Zehlendorf (149%).
Der Abgeordnete Alexander King (BSW), der die Zahlen bei der Verwaltung erfragte, wirft dem Senat angesichts „gravierender Lücken in der wohnortnahen Versorgung“ fehlende Konzepte und ein mangelndes Problembewusstsein vor. Und wie sehen Sie das?

Traditionell wird am 2. August, dem europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma, am Denkmal nahe dem Brandenburger Tor der im Nationalsozialismus ermordeten Minderheiten gedacht. Nicht so in diesem Jahr – da findet die Veranstaltung bereits heute statt. Nach Checkpoint-Informationen gibt es wegen der Terminverschiebung innerhalb der Community ziemlichen Ärger. Ein möglicher Hintergrund: Morgen will das Bündnis „Querdenken-30 Berlin“ (bekannt als lautstarke Gegner der Corona-Maßnahmen) unter dem Motto „Weltfrieden, für ein Leben in Frieden und Freiheit“ vor dem Brandenburger Tor demonstrieren, in unmittelbarer Nähe des Gedenkortes für die ermordeten Sinti und Roma. Erwartet wird die Teilnahme bekannter Rechtsextremisten.
Seitenweise Sommer: Gemeinsam mit Berlins beliebtesten Kiezbuchhandlungen empfiehlt Team Checkpoint in den Ferien täglich ein Buch, das wie für die Hängematte gemacht ist. Heute geht’s nach Karlshorst zur Buchhandlung Petras. Checkpoint-Leserin Barbara Piotrowski schwärmt: „Nicht nur Bücher und Lesetipps bekommt man hier, sondern auch liebevolle Weihnachts- und Osterdeko, allerlei stilvollen Schnickschnack zum Verschenken.“
Inhaberin Ingrid Petras empfiehlt von Takis Würger „Für Polina“: „Ich habe lange nicht so ein schönes Buch gelesen. Das Buch besticht durch einen wunderbaren, feinfühligen und bildhaften Schreibstil, der die Lesenden sofort in den Bann zieht. Man folgt den grandios und zauberhaft gezeichneten, Protagonisten atemlos und mitfühlend durch eine Geschichte über Werte wie Familie, Freundschaft, Liebe und die Kraft der Musik. Ein Buch, das nachhallt und das man sofort seiner besten Freundin schenken möchte.“ Auch erhältlich im Tagesspiegel-Shop.
Und hier noch einige Leseempfehlungen der Checkpoint-Redaktion aus dem Tagesspiegel:
+ Eine Fahrradstraße entsteht, dutzende Parkplätze fallen weg – und viele Anwohner sind sauer. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg präsentiert nun eine Lösung. Robert Klages hat sich umgehört, wie das ankommt.
+ Dieses Urteil könnte Signalwirkung haben: Das Berliner Verwaltungsgericht stellt ein Ausgehviertel unter Schutz – Anwohner müssen den Lärm ertragen, auch nach 22 Uhr. Alexander Fröhlich und Christian Hönicke haben die möglichen Folgen für die Stadt analysiert.
+ Der Berliner Schriftsteller und Kinderpsychiater Jakob Hein sagt zum Schulsystem: „Fast nichts von dem, was die Forschung ergibt, wird umgesetzt.“ Christina Marina hat mit ihm darüber gesprochen.
+ Güner Balci sagt über ihre Neuköllner Heimat: „Man lernte auf dem Spielplatz, wie Sittenwächter allen ihre Normen aufzwangen“. In ihrem neuen Buch berichtet die Integrationsbeauftragte über ihre Schulzeit, den Wandel im Bezirk und die Gefahr durch Islamisten – Hannes Heine hat es schon gelesen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das ist ja mal ein echter Kracher: Mehr als 80 Prozent von Ihnen stimmten gestern bei unserer Opinary-Frage gegen eine staatliche Förderung der Silvesterparty am Brandenburger Tor – die dann wohl dieses Jahr ausfällt. Innensenatorin Iris Spranger fordert allerdings, die Absage zu überdenken – sie befürchtet, dass es ohne zentrale Veranstaltung anderswo Krawall gibt.
Was haben der Kabarettist Frank Lüdecke und Hertha-Legende Michael Sziedat gemeinsam? Überraschung! Sie rechnen beide damit, dass ihr Lieblingsverein diesmal aufsteigt. Zum Start in die neue Saison spielt Hertha heute bei Schalke (Anpfiff 20:30), und so viel ist sicher: Ein Freundschaftsspiel wird das nicht.
Berlin, Friedhof der verlorenen Kuscheltiere? Nachdem ein Bielefelder den Finderlohn für seinen in der Hauptstadt geklauten Teddy auf 5000 Euro erhöht hat, haben wir mal gefragt, wie viele Stofftiere hier so verloren gehen:
+ Im Zentralen Fundbüro im Flughafen Tempelhof wurden 2024 vom rosa Einhorn bis zum Teddy 33 Tiere abgegeben, 2025 bisher 22. Die Rückgabequote liegt bei null.
+ Bei der BVG landeten 2024 mehr als 400 Kuscheltiere im Fundbüro, dieses Jahr schon 175. Auch hier wird kaum eins abgeholt.
+ Unfreiwillige Touren mit der S-Bahn unternehmen pro Monat etwa zwei Plüschtiere, die meisten finden hier den Weg zurück ins Kinderzimmer. Ein Sprecher stellt fest: „Die Artenvielfalt im Kuscheltierreich ist in den letzten Jahren gestiegen.“
Von plüschigen zu lebendigen Tieren: Seit Ferienbeginn musste das Berliner Tierheim rund 50 Fundtiere aufnehmen. Ein Großteil wurde wohl ausgesetzt, nur eine Handvoll bisher abgeholt. „Wir schauen sorgenvoll auf die nächsten Wochen“, schreibt das Tierheim auf Instagram.
Spezialwissen für Berlinkenner und alle, die es werden wollen: 42 der 630 Bundestagsabgeordneten haben an Berliner Unis studiert (Quelle: Jurafuchs.de), darunter ist die FU mit 25 Alumni Spitzenreiter. Die Hochschule mit den meisten Absolventen im Bundestag ist allerdings die Ludwig-Maximilians-Universität München (30 Abgeordnete).
Können zwei Paar gefälschte Airpods eine „Gefahr für die Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ darstellen? Ja, meint die Polizei und kündigt per Amtsblatt die „Vernichtung“ der beschlagnahmten Kopfhörer an, um diese Gefahr „abzuwehren“. Wir sehen: In Berlin funktioniert der wehrhafte Rechtstaat noch – jedenfalls im Kleinen.
Neue Grundstücksnummern in Charlottenburg – das Bezirksamt teilt mit: Aus der Waitzstraße 17, 18, 19 („alt“) wird die Waitzstraße 17, 18, 19 („neu“). Es kommentiert Berlins Stadtchronist Heraklit: „Man steigt nicht zweimal in die gleich Spree“.
Von geklauten Klassenbüchern haben wir hier schon gehört (in irgendeiner Kiste auf dem Dachboden müsste sogar noch eins rumliegen, der Fall ist aber hoffentlich verjährt – es gab auch einen guten Grund). Jetzt meldet die Zehlendorfer Bechstein-Schule, ihr sei ein Siegel mit Landeswappen gestohlen worden – und erklärt es „mit Wirkung vom 23. November 2024 (!) für ungültig. Die gute Nachricht: Für die seitdem ausgestellten Zeugnisse gilt das bisher noch nicht.
Die ICE-Strecke Hamburg-Berlin ist von heute Abend an über mehrere Monate gesperrt. Details zu den Ausweichstrecken finden Sie hier. Wir freuen uns jederzeit über Einsendungen für unser beliebtes Betriebsstörungsbingo.
Zitat
„Sie wollen ab jetzt unterhalten werden. Dafür brauchen sie vor allem Kohlenhydrate.“
Berlins Wespenpopulation ist größer und früher aktiv als im Vorjahr, schreibt Wildtierexperte Derk Ehlert. Derzeit sind die nervigen Brummer besonders scharf auf Obstkuchen. Wer nicht?!
Stadtleben
Verlosung – Ein Song-Slam ist quasi Poetry-Slam plus Musik. Normalerweise findet das im Heimathafen statt und hat schon Leuten wie Catt, Dota Kehr und Alin Coen den Weg geebnet. Jetzt gibt es ein großes Sommerspezial in der Ufa-Fabrik, am 14. August treten dort u.a. an und auf: Scott&Lila (französisch-amerikanisches Singer-Songwriter-Duo), KAZMS (irischer Folk) oder Fluse (Duo aus Berlin). Wir verlosen 3x2 Karten! Regulär kosten die 17,50 Euro, Start 19.30 Uhr, Viktoriastraße 10-18, U-Bhf Ullsteinstraße
Essen & Trinken (mit Urlaubsflair) – Nicht nur in der Hausarztpraxis ist man dankbar, wenn es eine Urlaubsvertretung gibt. Auch im Restaurant des Vertrauens ist das eine schöne Geste. In der „Liesl Weinwirtschaft“ übernimmt den Job Cornelia Kohler alias Wilde Sophie. Unkompliziert kennenlernen kann man ihre „Cuisine Sauvage“ noch bis Sonntag. Dann kann man entdecken, was die Pirsch so alles eingebracht hat: fermentierte Mirabellen und Kornelkirschen in Öl etwa. Und natürlich bringt die Köchin, Bildhauerin und Jägerin auch selbst erlegtes heimisches Wild mit an den Herd nach Neukölln, kocht Rosen-Biryani mit Rehbock, Haselnüssen und Hibiskusblüte und Taboulé mit regionalen Wild-Kräutern. Mi-Sa 17-23, So 17-22 Uhr, Nogatstraße 30, U-Bhf Hermannstraße
Für umme – Inmitten einer chaotischen Weltlage lädt das Deutsche Historische Museum zum Rückblick ein: Aus Anlass der Erinnerung an den Warschauer Aufstand am 1. August 1944, heute vor 81 Jahren, ist der Eintritt frei und man kann an kostenfreien Führungen teilnehmen. Die begleiten durch die aktuellen Ausstellungen „Gewalt ausstellen“ (12, 14 und 16 Uhr) und „Roads not taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“ (14 und 16 Uhr). Bei letzterer bewegt man sich rückwärts auf einem Parcours durch die deutsche Geschichte. Heute geöffnet 10-18 Uhr, Unter den Linden 2, U-Bhf Museumsinsel
Mit Anhang – Egal, welchen Anhang Sie hier mitnehmen, ob erwachsene Kinder oder Ihre Nichten und Neffen, wir prognostizieren: Herzchenaugen. Paula Hartmann spielt heute in der Zitadelle und erstaunlicherweise gibt es noch Karten (19 Uhr). Zu wenigen Künstler:innen passt der Sommer 2025 so gut wie zu ihr. Ein strahlend blauer Abendhimmel wäre eine merkwürdige Kulisse für die nachtschattigen Songs der 24-jährigen Berlinerin. Kumuluswolken oder Nieselregen kämen der Grundstimmung von Stücken wie „Schwarze SUVs“ oder „Gespenst“, alle von Hartmanns famosem zweiten Album „Kleine Feuer“, eher entgegen. 56 Euro, Am Juliusturm, U-Bhf Zitadelle
Sommerhappen – Hoch die Hände, Wochenende: Der Bay Breeze, ein knallroter Cocktail auf Wodkabasis, sieht nach Urlaub aus und schmeckt auch so. Man braucht: je eine Einheit (ca. 4,5cl) Wodka und Ananassaft (100 Prozent Saft) und zwei Einheiten (ca. 9cl) Cranberrysaft (mindestens 25 Prozent Saftanteil). Ein Glas voll mit Eiswürfeln füllen, die anderen Zutaten kurz vermischen und ins Glas füllen, mit einer Limettenscheibe garniert servieren.
Kiekste
Im Dezember 1930 ging der Friedrichshainer U-Bahnhof Memeler Straße in Betrieb. Zwanzig Jahre später, zu Zeiten der DDR in Marchlewskistraße umbenannt, heißt er seit 1992 nun so wie auf dem Foto zu sehen. Dank an Leser Stefan Glunz! Weitere Bilder aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Egon-Erwin-Kisch-Straße (Neu-Hohenschönhausen): Bis voraussichtlich 15.8. steht in Höhe Rostocker Straße für beiden Richtungen nur ein Fahrstreifen abwechselnd zur Verfügung.
Nahverkehr – S-Bahn – S25 und S26: Ab 22 Uhr bis Sonntag, ca. 1 Uhr, besteht zwischen Lichterfelde Ost und Priesterweg nur S-Bahnverkehr im 20-Minutentakt mit der S25.
Regionalverkehr – RE7: Von 22.15-1 Uhr fallen mehrere Züge zwischen Berlin Wannsee und Berlin Zoologischer Garten aus.
RB22 und RB32: Ab 20.30 Uhr bis Montag, 5.45 Uhr, fallen Züge zwischen Ludwigsfelde bzw. Ludwigsfelde-Struveshof und Königs Wusterhausen bzw. Flughafen BER aus.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 31.7., 15.30 Uhr), u.a. „Klimamahnwache, Pariser Abkommen, Fridays For Future, Umweltschutz wie Verschmutzung der Meere“: zwölf Menschen, Platz der Republik 1 (11-12 Uhr)
„Solidarität mit den politischen Gefangenen in Georgien. Die Menschen wurden zur Freiheitsstrafe verurteilt, nur weil sie sich für die EU-Zukunft des Landes entschieden haben“: 50 Demonstrierende, Georgisches Zentrum im Ausland, Rauchstraße 11 (13-19 Uhr)
„Kein Kiez den Rechten! Gegen Rassismus Sexismus LGBTI+ Feindlichkeit und den Rechtsruck in Lichtenberg“: 100 Protestierende, Roederplatz, Judith-Auer-Straße, Landsberger Allee (17-21 Uhr)
„Am 2. August 2025 jährt sich die sogenannte Liquidation des Zigeunerfamilienlagers in Auschwitz-Birkenau zum 81. Mal (...)“: 120 Menschen, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Simsonweg (20.30-21.30 Uhr)
„81. Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Aufstands“: 200 Teilnehmende, Pilecki-Institut Berlin, Unter den Linden 70 (21.15-22 Uhr)
Sonnabend – Angemeldet sind 38 Demos, u.a. „Kein Platz für rechte Propaganda“: 200 Menschen, Geradedenken, Neptunbrunnen, Unter den Linden, Potsdamer Platz (12.30-19 Uhr)
„Frieden und Freiheit“: 10.000 Demonstrierende, Platz des 18. März, Unter den Linden, Monbijoustraße, Platz des 18. März (13-17.30 Uhr)
„Free the nipple, equality, my body my choice“: 50 Teilnehmende, Vulvaa Power, Viktoriapark, Brandenburger Tor, Warschauer Brücke, Tempelhofer Feld (15-18 Uhr)
Sonntag – Angemeldet sind 18 Demos, u.a. „Laut sein gegen häusliche Gewalt und Gewalt an Frauen“: 25 Menschen, MyProtectify, Alexanderplatz 2 (9.30-12 Uhr)
„Wir protestieren für die Wiedereinführung der Kernkraft in Deutschland aus Gründen des Umweltschutzes und der sicheren, günstigen Energieversorgung“: sechs Demonstrierende, Verein Nuklearia, Paul-Löbe-Allee 1 (12-18 Uhr)
„Gedenkfeier an die jesidischen Opfer des Völkermordes am 03.08.2014 in Shingal“ : 1.000 Teilnehmende, Jesidische Kultur und Gemeinschaft Berlin, Rathausstraße 1, Schlossplatz, Platz der Republik (14-18 Uhr)
Gericht – Weitere Zeugen sollen im Prozess nach dem tödlichen Ende eines Segeltörns in Schweden befragt werden. Der 65-jährige Angeklagte soll seinen 71-jährigen Segelfreund ermordet haben. Er soll den Rechtsanwalt aus Schöneberg, mit dem er zuvor an einer Regatta teilgenommen hatte, nach einem Streit derart unter Wasser gedrückt haben, dass er starb. Der 65-Jährige bestreite das (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A217).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Herzlichen Glückwunsch, Gernott Bazin, zum 83. Geburtstag!“ / Stephan Braunfels (75), Architekt, zu seinen Werken gehört das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und das Paul-Löbe-Haus / Marco Buschmann (48), FDP-Politiker und bis 2024 Bundesjustizminister / Dr. Alexander King (56), Politiker (BSW, zuvor Die Linke), MdA / Hans Lindberg (44), dänischer Handballspieler, hat bis 2024 für die Füchse Berlin gespielt, ist Rekord-Bundesliga-Schütze / „Dr. Norbert H. Weber (84), ehem. Hochschullehrer der TU Berlin, Träger des Bundesverdienstkreuzes“
Sonnabend – Aljoscha Kemlein (21), Fußballer, bei Union Berlin unter Vertrag / „Lieber Markus Lücker, Team Checkpoint gratuliert und hebt die Gläser auf dich!“ / Rüdiger Grube (74), Wirtschaftsmanager und Lobbyist, war von 2009 bis 2017 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG / Lotte Reimold (19), Fußballerin, spielt für Hertha BSC / Florian Stetter (48), Schauspieler, in „Die geliebten Schwestern“ spielte er den Dichter Friedrich Schiller, der Film wurde 2014 bei der Berlinale uraufgeführt
Sonntag – Marica Bodrožić (52), Schriftstellerin („Das Wasser unserer Träume“), aus ihrem aktuellen Werk „Das Herzflorett“ hat sie u.a. an der Volksbühne gelesen / Wolfgang Nagel (81), ehemaliger Berliner Bausenator (SPD, 1989 bis 1996) / Katrin Schmidberger (43), Politikerin (Grüne), MdA
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Elmar Göbel, * 10. August 1945, verstorben am 18. Juni 2025 / Christian Kayser, * 13. April 1938, verstorben am 4. Juli 2025
Stolperstein – Ella Rosenbaum, geb. Lewin, kam am 20. März 1872 in Berlin zur Welt. Sie war mutmaßlich nicht berufstätig, hatte aber als Miterbin einer Leder- und Schuhfirma ein eigenes Einkommen. Verheiratet war sie mit dem Polizeibauinspektor Egon Rosenbaum, der 1940 starb. Ella nahm sich aus Verzweiflung am 1. August 1942 das Leben, anschließend wurde ihr kompletter Besitz von den Nazis beschlagnahmt. An Ella Rosenbaum erinnert ein Stolperstein in der Westfälischen Straße 41 in Halensee.
Encore
Fernsehturm, East Side Gallery, Spreedampfer & Co: Team Checkpoint empfiehlt 36 Berlin-Klassiker, die von Touris geliebt und von Berlinern meist gemieden werden. Für alle, die einen Blick über den Kiezrand wagen und ihre Stadt neu entdecken wollen. Heute: ein Streifzug durchs „Dong Xuan Center“.
Im „Dong Xuan Center“ vergisst der Berliner kurz, dass er in Berlin ist. Verwundert treibt er durch die schlauchförmigen Hallen des Asia-Großmarkts: Da liegen Jackfruits so groß wie Kegelrobben, Baumtomaten, stachelige Gurken und zahllose Früchte, von deren Existenz er nicht wusste. Verzaubert zwängt er sich durch einen Tunnel aus Tausenden täuschend echter Plastikblumen. Gefälschte Labubus, blinkende Kinderautos, Pokémon-Mützen mit sich aufrichtenden Schlappohren – der bunte Plastikwirbel macht angenehm benommen. Die Orientierung geht flöten, die Zeit verrinnt – in dieser Welt, die Konsum schreit und zugleich so wunderbar anders ist.
Bunt und reichhaltig waren die Recherchen und Texte von Christoph Papenhausen und Saskia Kabelitz, das Stadtleben stellte Antje Scherer zusammen, und Jennifer Katona hat in der Frühschicht den Checkpoint-Koffer auf die Reise geschickt. Morgen startet Jessica Gummersbach mit Ihnen rätselnd ins Wochenende.
Bis dahin,
