und, wie überbrücken Sie die Zeit bis Weihnachten? Auf jeden Fall nicht auf der Elsenbrücke. Der wichtigste Zubringer vom Friedrichshain in den Berliner Südosten schnitt sich zum Wochenstart selbst von der Welt ab, weil auf der maroden Spreequerung an der Stralauer Allee die Tragfähigkeitssensoren anschlugen. Was das heißt? Die Brücke reißt – genauer: die verspannten Stahlseile der westlichen Brückenhälfte. Zwischen dem letzten Pfeiler und dem Friedrichshainer Ufer habe sich das Bauwerk in der Nacht um 8,2 Millimeter durchgebogen, teilte die Verkehrsverwaltung zur plötzlichen Sperrung mit. Diese wird nun anhalten, obwohl die Behelfsbrücke nebenan wohl erst im neuen Jahr fertig ist.
Zum Glück kann Berlin auch anderswo übers Wasser gehen. Dass unsere Stadt mit 960 Brücken sogar Venedig deutlich überspannt, wissen inzwischen sogar Zugezogene. Falls Sie also über das eigene Ufer treten wollen, schlendern Sie virtuell über Berlins schönste Brücken (Rundgang mit Bildergalerie hier). Nach Treptow allerdings geht es erstmal nur stauweise über die Oberbaumbrücke. Im Autoradio läuft dann Berlins neuer Weihnachts-Klassiker: Still und starr ruht die Spree – und die Stralauer Allee.
Gebannt blickt Deutschland weiterhin auf die sich weiter überschlagenden Corona-Nachrichten. Während es auch in Europa erste Tote zu beklagen gibt, die der ansteckenderen Virusvariante Omikron erlegen sind (alle Infos hier), protestierten am Montagabend auch in Berlin selbsternannte Coronaleugner gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie (Infos hier). So gab es Blaulicht-Alarm an der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg (Foto hier), einst ein wichtiger Ort der friedlichen Revolution in der DDR. Anlass war offenbar eine "nicht genehmigte Versammlung" gegen die Corona-Maßnahmen.
Die Polizei forderte per Lautsprecher dazu auf, einen Versammlungsleiter zu benennen, Maske zu tragen und Abstand zu halten. Nachdem dies nicht geschah, wurden mehrere Platzverweise erteilt. Als die Protestler später am Abend zurückkamen, rückte die Polizei erneut an und räumte den Platz vor der Kirche, in der sich einst die DDR-Opposition friedlich versammelt hatte. Anwohnerinnen und Anwohner lieferten sich Wortgefechte mit Coronaleugnern, die meinten, sich bei ihrem Eintreten für Eigensinn auf die Solidarität der friedlichen Revolution berufen zu können.
Almut Bellmann, Pfarrerin der Gemeinde, distanzierte sich auf Nachfrage scharf von den Protesten. „Wir beten jeden Tag in unserer Kirche für zu Unrecht Inhaftierte“, sagte Bellmann am Checkpoint-Telefon. „Viele unserer Gemeindemitglieder haben eine Diktatur noch erlebt, in unserem Land heute herrscht keine.“ In der Gemeinde gibt es seit Jahren Fürbitten für politische Häftlinge, unter anderem auch für den in den Türkei verhafteten Menschenrechtler Peter Steudtner, der selbst in der Gemeinde aktiv ist. Zuletzt sei eine Andacht von Coronaleugnern gestört worden, erzählt Bellmann, „da wurden Menschen bespuckt und ihnen wurde die Maske runtergerissen“. Deshalb habe sie sich auch an die Polizei gewandt – sie sei sehr froh, dass diese jetzt Präsenz zeige. „Und wir werden uns auch als Gemeinde überlegen, wie wir uns öffentlich distanzieren können.“ Kiezhausen bleibt stabil.
(Foto: Robert Ide)
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Alphonso Davies wurde auf der Flucht geboren. Heute spielt das Nachwuchstalent für den FC Bayern München. Doch sein Weg ist die Ausnahme: Über 35 Millionen Flüchtlingskinder befinden sich in Existenznot und haben keinen Zugang zu Bildung.
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In den Schulen und Kitas hangeln sich die Kinder in die Quarantäne-Ferien, während am Mittwoch endlich offiziell die Impfungen von Kindern beginnen (Alle Infos hier). Die Halb-Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), Kinder impfen lassen zu dürfen, kam aber für viele Arztpraxen offenbar zu spät (via @Dr.Pappa). Sie verpassten frühere Bestellfristen für den Impfstoff und legen nun erst ab Januar los. Immerhin im Naturkundemuseum gibt es bis zum Wochenende eine Impfaktion für Kinder – mit freiem Eintritt zu den Sauriern (Infos hier). Damit das Leben irgendwann wieder gut weitergeht.
Plötzlich gestorben ist ein nicht nur in Berlin verehrter Maler: Jens Jensen. Zunächst als Jazztrompeter ins gerade eingemauerte West-Berlin gekommen, widmete er sich dem Malen und Zeichnen – und wie in seinen Songs liebte er auf der Leinwand die Improvisation mit vielen Zwischentönen. Nun ist Jensen am 26. November zu Hause verstorben, wie seine Schwester Elke Schroeder jetzt dem Checkpoint mitteilte. „Viele Freunde auf der ganzen Welt werden ihn vermissen“, schreibt seine Familie in einer Traueranzeige. „Er hatte Ausstellungen in mehr als 50 Ländern und wird uns als liebevoller Mensch in Erinnerung bleiben“, berichtet sein Schwager Jürgen Schroeder am Telefon. Noch in diesem Frühjahr hatte Jensen, der auch lange an der Hochschule der Künste gelehrt hatte, seine fröhlich-bunten Bilder in der Galerie Born an der Potsdamer Straße ausgestellt (zu sehen hier). Mit ihm verliert Berlin eine schöne Farbe.
(Foto: Erich Sorg)
Wie viel Zeit haben wir zu verlieren? Am Wahlabend, der in Berlin so chaotisch ablief wie sonst nirgendwo im Land, verlor die Hauptstadt vor lauter Warterei auf die richtigen Wahlzettel fast ihren demokratischen Verstand. Allein in Friedrichshain-Kreuzberg waren viele Wahllokale mehr als eine Stunde geschlossen – hier die Auswahl der schlimmsten Stimmbezirke: 204 (123 Minuten), 401 (100 Minuten), 412 (100 Minuten), 402 (94 Minuten), 601 (90 Minuten). „Einer Demokratie unwürdig“ findet das nicht nur der örtliche CDU-Chef Timur Husein. Dass dieser Skandal wirklich Folgen hat, darauf wartet die Stadt allerdings bis heute.
(Foto: picture alliance/dpa)
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Berlin ist einzigartig: mal unerhört laut, mal ganz leise. Von grau und dreckig bis glamourös und glänzend. Berlin ist ein Lebensgefühl. Genauso wie auch ZUM GLÜCK BERLINER, die Erlebniskampagne von LOTTO Berlin. Was die meckernde Fahrradklingel Motzi und das SPÄTIVAL© damit zu tun haben, erfahren Sie in der 5. Episode des LOTTO-Podcasts JACKPOT.
Falls Sie heute und morgen und auch noch übermorgen was wirklich Sinnvolles machen wollen, engagieren Sie sich einfach im Ehrenamt. Mehr als eine Million Berlinerinnen und Berliner hilft freiwillig in Sport-, Kultur- und Umweltvereinen, in Hilfs-, Eltern- oder Kiezinitiativen. Einer von ihnen ist der Hobbyhistoriker Christian Bormann, der mit seiner „Pankower Chronik“ (online hier) die Geschichte von Berlins größtem Bezirk erforscht und dafür nun mit anderen den Pankower Ehrenamtspreis erhalten hat. Am Montag erreichten wir ihn an seinem 41. Geburtstag für ein kurzes Checkpoint-Interview.
Herr Bormann, was fasziniert sie so an Berlins Geschichte?
Ich bin schon als kleiner Junge in Pankower Keller geklettert und habe in Hinterhof-Ruinen nach verlorenen Schätzen gesucht. Auch zu DDR-Zeiten wurde ja Geschichte hinter neuen Fassaden versteckt. Mich hat immer das Verborgene interessiert – und die Geschichten dahinter.
Jetzt suchen Sie zum Beispiel nach Berliner Bären an Häuserwänden.
Durch Sanierungen verschwinden Wandbilder aus dem Stadtbild, auch vom Berliner Wappentier. Am Pankower Rathaus habe ich vier Bären entdeckt – die Figuren an der Fassade wurden immer für Füchse gehalten. Überhaupt das Rathaus: Nach dem Krieg war hier die sowjetische Kommandantur untergebracht. Im Keller gab es geheime Gefängniszellen, in denen etwa frühere Kommandanten der Konzentrationslager gefangen gehalten wurden. Jeder Berliner Ort kann etwas über unsere Geschichte erzählen.
Sie haben bei einem Spaziergang auch einen letzten Überrest der Berliner Mauer entdeckt. Was ist daraus geworden?
Das Mauerstück zwischen Pankow und Reinickendorf steht jetzt auf der Denkmalliste, verfällt aber zusehends. Am Bahnhof Schönholz soll ja ein Parkplatz für ICEs entstehen, diesem Plan steht die alte Mauer wohl im Weg. Vielleicht will sich deshalb keiner so richtig kümmern, sie zu erhalten.
Sie dokumentieren Pankows Geschichte im Internet. Was ist Ihr neuestes Projekt?
Gerade graben wir in Blankenburg auf dem Hof einer Grundschule alte Schätze aus. Ich habe dort bäuerliche Geräte von etwa 1700 gefunden und auch Reste einer Keramikbrennerei. Danach stand hier eine Schule, wir haben 120 Jahre alte Tabakpfeifen geborgen, die sicherlich Lehrern gehörten – und auch Stahlhelme von den Kämpfen um Berlin im Zweiten Weltkrieg. Wir bereiten diese Epochen kindgerecht im Internet auf, damit heutige Schülerinnen und Schüler daraus lernen können.
Hauptberuflich arbeiten Sie als Verkäufer von Wanduhren. Was gefällt ihnen immer noch an Pankow?
Ich habe nie woanders gelebt, weil hier viel Geschichte zu Hause ist und sich ständig alles verändert. Die Mischung aus Alt und Neu, auch aus Arm und Reich, aus ländlichem Vorort und Alleen zum Alexanderplatz – all das macht Pankow so interessant. Ganz unterschiedliche Leute kommen hier miteinander aus. Was aber Pankow bei aller Veränderung nicht vergessen sollte: Es war immer eine grüne Lunge Berlins. Nur von Beton kann keiner leben.
(Foto: IMAGO/Steinach)
Und dann noch zum Wichtigsten: der Liebe. Bei Jugendlichen dauern die ersten Beziehungen durchschnittlich achteinhalb Monate, wie Studien zeigen. „Als sich meine Mutter Tinder runtergeladen hat, habe ich meins gelöscht“, erzählt die 17-jährige Mia im Tagesspiegel-Report über das Liebesleben von Berliner Jugendlichen (nachzulesen hier). Manchmal aber braucht die erste Liebe viele Jahrzehnte und eine Distanz von 12.000 Kilometern, um sich doch noch zu erfüllen. So wie bei Michael aus Berlin, der 35 Jahre nach einem verpassten Kuss in Südamerika mit seiner dortigen Jugendliebe zusammenkam. Helena Piontek hat es für unsere neue Liebeskolumne aufgeschrieben (nachzulesen hier). Jugendliebe - zum Glück keine Frage des Alters.
Berliner Schnuppen
Telegramm
So, erst mal ein paar Suchmeldungen aus der Berliner Landespolitik:
- Michael Müller (SPD), derzeit noch Regierender Bürgermeister, wird im Bund wohl keine höhere Aufgabe bekommen, zumindest nicht als Staatsekretär fürs Bauen oder Sensor für Wissenschaft. Auch in der SPD-Fraktion oder als Sprecher eines Bundestags-Ausschusses war offenbar nicht viel drin. Nun wird Müller ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. Und kann die anderen Berlins in aller Welt besuchen.
- Ramona Pop (Grüne), bisher immerhin Wirtschaftssenatorin, waren ebenfalls Ambitionen in Bundesregierungsnähe nachgesagt worden. Bisher herrscht hier offenbar beiderseitige Distanz. Pop ließ nun durchblicken, sie wolle erst mal durchschlafen (via BZ). Mal sehen, wo sie aufgeweckt wieder auftaucht.
- Die neuen Senatorinnen und Senatoren der SPD sind weiterhin das Geheimnis der designierten Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey. Bis kommenden Montag will sie die Menschen noch versteckt halten, die am Dienstag schon vereidigt werden sollen. Vorher soll erst die Linke der Koalition zugestimmt haben – einer Regierung mit vier Unbekannten.
(Foto: IMAGO/Future Imge)
Sind Sie auch Passivrauscher? Dann holen Sie sich das neue BVG-Ticket aus essbarem Hanfpapier (Werbespot hier). Aber bitte nur einen Kurzzug nehmen!
Tröstliche Nachricht aus Bayern: „Ich find' es viel sexier, einen Baum zu umarmen als einen Betonpfeiler“, sagt Ministerpräsident Markus Söder (via TikTok). Astrein.
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Exklusive Tagesspiegel-Edition: Kinder, Kinder – Geschichten zum Vorlesen. Diese liebevoll gestaltete Edition enthält sechs illustrierte Vorlesegeschichten aus der DDR. Sie erzählen von Freundschaft, Familie und Zusammenhalt, von Sehnsüchten, Mut und der Entdeckung der Welt. Ein zauberhaftes Geschenk! Ab sofort im Tagesspiegel-Shop erhältlich.
Tröstliche Nachricht aus Sachsen: Im Hochrisikogebiet für Vernünftige wehrt sich jetzt die Zivilgesellschaft mit Aufrufen gegen die als „Spaziergänge“ getarnten Aufmärsche von Querdenkern – etwa in Freiberg (hier), Bautzen (hier), Zittau (hier) oder Zwickau (hier). Gute Zeichen für eine Gesellschaft, die gesunden will.
Huch, was war denn da los? Der europäische Fußballverband UEFA hat gestern die Champions League erst falsch ausgelost und danach noch einmal. Wenn das nicht lost ist. Zum Glück interessieren die Spiele aus der Parallelwelt der Pandemie sowieso keinen mehr.
Dann doch lieber Schach. „Es ist wichtig, dass man ein Spiel einfach genießen kann“, erzählt der 17-jährige Vincent Keymer, Deutschlands jüngster Schach-Großmeister, im Interview (hier). Und was interessiert den Buben an der Dame? „Eigentlich erlebt man keine Partie zweimal, es ist alles sehr unvorhersehbar.“ Ein Spiel wie der Ernst des Lebens.
Wie kalt ist Berlin? Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg will die Obdachlosen unter der S-Bahn-Brücke an der Frankfurter Allee vertreiben. „Die dauerhafte Ablagerung von Gegenständen stellt eine unerlaubte Sondernutzung dar“, heißt es auf verteilten Handzetteln; zudem wird mit Vernichtung von Hab und Gut gedroht (via Robert Klages). Amtlich gefühlskalt.
Wirf mich aus der Bahn, zeig mir den Weg. So singt Herbert Grönemeyer in einem seiner Lieder, die die Liebe genauso gut beschreiben wie seine Heimatstadt Berlin. Die hat der israelische Musikproduzent Roy Alfia vollplakatiert mit der Botschaft an den Sänger: „Herbert, ich habe Deinen nächsten Hit!“ Doch der meldet sich bisher nicht zurück. Frei nach Grönemeyers altem Hit: Deine Liebe klebt.
Nachtrag zum Checkpoint von gestern: Bettina Jarasch ist natürlich nicht designierte Gesundheitssenatorin von Berlin, sondern designierte Verkehrssenatorin. Und am BER nutzt man natürlich Enteisungsmittel, nicht Entgleisungsmittel. Obwohl letzteres gut zu Berlin passen würde.
Und wo wir gerade was nachschlagen: Die Berliner Polizei sucht neue Mitarbeitende für ihre Bibliothek. Sie sollen den Bestand von nicht weniger als 190.000 Bänden hüten, darunter viele Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen. Die kriminologische Fachliteratur reicht zurück bis ins Jahr 1594. Damals fing William Shakespeare an zu schreiben. Und erfand das Motto der Berliner Polizeibibliothek: Leih‘n oder nicht leih’n – das ist hier die Frage.
Zitat
„Generell war es für mich schwierig, mit meinen Ängsten und Bedenken umzugehen. Deshalb war ich auch so lange unentschlossen. Vielleicht musste ich erst durchleben, was ich durchlebt habe.“
Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich in einem sehr aufschlussreichen ZDF-Interview über die Lehren aus seiner Corona-Erkrankung und seinen Entschluss, sich nun doch impfen zu lassen.
Tweet des Tages
Bald denkt der Raclette-Grill wieder für 7 Tage, er würde ernsthaft dazugehören.
Stadtleben
Gans to go – Im Restaurant Ebert liegt der Schwerpunkt auf deutscher Küche. Wildgerichte teilen sich mit gebratenen Scampi, Zander und Kabeljau ihren Platz auf der Karte. Bei den winterlichen Temperaturen wird auch ofenfrischer Gänsebraten mit kräftiger Sauce, traditionellem Kartoffelkloß, hausgemachtem Festtagskohl in rot und grün zum Hingucker (29 Euro). Wer an Heiligabend lieber in der hauseigenen Genussmanufaktur speist, bekommt die fertige Gans – ob heiß, zum Erwärmen oder portionsweise – nebst Beilagen am 24. Dezember zwischen 10 und 13 Uhr auf den Arm. Restaurantbesuch täglich ab 12 Uhr, Eisenzahnstraße 59, U-Bhf Adenauerplatz
Geschenk – Wer auf der Suche nach praktischen Dingen ist, die den Alltag erleichtern und ebenso optisch ansprechend sind, gar zu schön zum Benutzen scheinen–der stöbert im nōs store auf der Belziger Straße 53a. In dem Schöneberger Haushaltswarengeschäft gleiten Küchentücher geschmeidig durch die Hände, Geschirr in Fischform fällt ins Auge und passend zur Weihnachtszeit finden Bienenwachs-Kerzen, Eierlikör, Kakaokonfekt und funkelnder Christbaumschmuck eventuell auch ihren Weg an und unter Ihren Weihnachtsbaum. Di-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr, U-Bhf Rathaus Schöneberg
Noch hingehen – Wenn Sie den Anblick von kahlen Bäumen und grauem Beton leid ist, schauen Sie in der Alfred Ehrhardt Stiftung vorbei: Die Einzelausstellung von Knut Wolfgang Maron mit dem Titel „Bilder über Landschaften“ zeigt Polaroids, die der Künstler von 1978 bis heute mit seiner Kamera SX-70 schoss. Die Farbskala des bewegt sich fernab von traditioneller Landschaftsdarstellung und sprengt die triste Realität: Landschaften blühen in „außerirdischem Licht“, der Boden wird lila und der Himmel neuerdings gelb. Bis 23. Dezember bei freiem Eintritt. Di-So 11-18 Uhr, Auguststraße 75, Mitte, S-Bhf Oranienburger Straße
Karten sichern – Ab Freitag nimmt die Ausstellung „How to Dior“ im Kunstgewerbemuseum Sie mit in die bewegte Geschichte des Modehauses, von der Schaffensphase des Modeschöpfers Christian Dior über seine Nachfolger Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferré bis John Galliano. Die Ausstellung bewegt sich zwischen bisher verborgen gebliebenen Entwürfen und Arbeiten von Studierenden der Berliner Hochschule Macromedia. Glanzstück ist das 2019 erworbene, mit Glasperlen bestickte Abendkleid „Mexique“ aus dem Jahr 1951. Bis 26. Juni 2022, 4/8 Euro Eintritt, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr, Mitte, U-/S-Bhf Potsdamer Platz
Grübelstoff – Die typische Waldnote des Tannenbaums kitzelt vielleicht schon in der Nase und glockenbestückte Radio-Jingles klingen in den Ohren – bei welchem Geruch, welchem Lied oder welcher Tradition kommen Ihnen alte Erinnerungen an vergangene Weihnachten in den Sinn?
„Wünsch dir was“ – der Adventskalender für Berlin
Was wünschen Sie Berlin zu Weihnachten, Victor Moreno?
„Ich wünsche Berlin zu Weihnachten, dass seine Bewohner sich auf Folgendes besinnen: Unsere Gemeinsamkeiten sind unsere größte Stärke, mit deren Hilfe wir zusammen alles durchstehen und uns miteinander versöhnen können.“
Bekannt als „Vokalmatador“, musiziert der MC außerdem als Sänger und Gitarrist in der Berliner Punk-Rap-Band Crave Inn. Er war bis 2001 neben Sido und B-Tight Mitglied bei Die Sekte.
Foto: privat
Berlin heute
Verkehr – Lehrter Straße (Moabit): In Richtung Alt-Moabit steht zwischen Lehrter Straße und Claire-Waldoff-Promenade für etwa ein Jahr nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Elsenbrücke (Friedrichshain): Sperrung bis auf weiteres in beiden Richtungen. Für den Fußverkehr steht als Alternative die parallel verlaufende S-Bahnbrücke zur Verfügung. Der Gehweg verbindet den S-Bahnhof Treptower Park mit der Straße Alt-Stralau in Höhe Kynaststraße. Radfahrende steigen bitte ab und schieben.
Sakrower Landstraße (Kladow): Bis auf weiteres wird der Kfz-Verkehr in beiden Richtungen an der dortigen Baustelle vorbeigeführt.
Müllerstraße (Wedding): Ab dem Morgen ist die Fahrbahn Richtung Scharnweberstraße zwischen Lindower Straße und Burgsdorfstraße bis zum 23. Dezember auf einen Fahrstreifen verengt.
Thusnelda-Allee (Moabit): Sperrung ab dem Morgen in beiden Richtungen zwischen Alt-Moabit und Stromstraße für etwa ein Jahr.
Landsberger Allee (Lichtenberg): Ab 8 Uhr stehen wieder drei Fahrstreifen zur Verfügung.
Brandenburgischen Straße (Wilmersdorf): Ab 10 Uhr ist die Fahrbahn zwischen Xantener Straße und Kurfürstendamm bis Mittwoch, 20 Uhr, auf einen Fahrstreifen verengt.
Tunnel Alexanderplatz (Mitte): Nächtliche Sperrung in beiden Richtungen zwischen 20 und 5 Uhr.
Demonstration – Von 13 bis 14.30 Uhr demonstrieren ca. 25 Menschen auf der Hubertusallee 43 für die „Freiheit gefangener Armenier“, angemeldet vom Theophanu Club Germany. Von 16.30 bis 18 Uhr protestieren ca. 30 „Menschen mit Schildern“ auf dem Hermann-Ehlers-Platz.
Gericht – Im Berufungsprozess gegen den Polizisten Peter G. wegen fahrlässiger Tötung einer Autofahrerin könnte es zum Urteil kommen. Der 54-Jährige war im ersten Prozess zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er war bei einer Einsatzfahrt in den Wagen der 21-Jährigen gerast (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 220).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Es gratulieren dir, liebe Annalena, und dir, lieber Jesper, zu eurem 20. Geburtstag ganz herzlich eure
Omi und Opi. Diesen Wünschen schließen sich Mama und Papa an.“ / Bela B., bürgerlich Dirk Albert Felsenheimer (59), Schlagzeuger bei den Ärzten / „Endlich 3 (DREI)!!! Fipps-Elliot Glauche feiert heute in Neukölln! Rock die Kita, Großer – Oma Tina und Opa aus Aumühle gratulieren herzlich.“ / Hendrikje Klein (42), für die Linke im AGH / Eva Mattes (67), Schauspielerin / „Meinem großen Bruder Thomas zum 65.Geburtstag nur das Allerbeste, vor allem immer viel Spaß und gute Gesundheit. Grüße von Tini“ / Dennenesch Zoudé (55), Schauspielerin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Ingrid Susanne Mommert, * 4. Juli 1941 / Wolfgang Paul, * 2. Januar 1941 / Joachim Rossow, * 10. Oktober 1945 / Dr. Peter Spillmann, * 5. Dezember 1942
Stolperstein – Nachdem sie einen jüdischen Freund versteckt gehalten und mit Lebensmitteln versorgt hatte, wurde Luise Hartnack (geb. Bürkle, Jg. 1872) am 2. August 1942 festgenommen und am 1. Oktober 1942 ins KZ Ravensbrück deportiert. Dort starb sie – heute vor 79 Jahren – „an Herzschwäche“. Auf der Neuköllner Lenaustraße 6 liegt ein Stolperstein, um an sie zu erinnern.
Encore
Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin, hört man am besten Musik (wie diese hier). Oder man mummelt sich ein bis zum Frühlingsanfang und schläft die nächsten 96 Tage durch. Dummerweise leiden Millionen Menschen allein in Deutschland nachts an Schnarchatmung. Damit in der Hauptstadt nichts mehr lauthals verpennt wird, hat Elektrotechniker Christoph Janott mit einigen Schlafforschern eine App gegen das Schnarchen erfunden. Im nächsten Jahr soll sie die Stadt nach der Pandemie wachküssen (via Tagesspiegel E-Paper). Einen Trost haben die Macher jetzt schon: „Schnarchen ist nicht nur das Problem der Deutschen.“ Also: Nase zu und durch!
Mit offenen Augen haben heute Nacht auch Matthieu Praun (Recherche), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Lionel Kreglinger (Produktion) durchgemacht. Morgen schreibt hier Stefan Jacobs wie im Schlaf. Bleiben Sie hellwach! Ich grüße Sie,
