motorisierte Rowdies genießen in Berlin in allen fünf Jahreszeiten Narrenfreiheit. Von den zehn stationären Rotlichtblitzern, die 2018 installiert wurden, funktionierte bis Mitte 2019 genau einer. Inzwischen sind es laut Polizei vier. An die anderen können sich Autofahrer weiter gratis gewöhnen. Außerdem bleiben mehrere ältere Anlagen duster, weil das Landesamt für Mess- und Eichwesen ihre Nutzung untersagt hat. Alles in allem funktionieren aktuell ca. 15 von 26 Geräten. Anders gesagt: Etwa 0,7 Prozent der Berliner Ampeln werden überwacht. Noch anders gesagt: 99,3 Prozent werden nicht überwacht. Wie groß das Potenzial ist, zeigen die 41.225 Treffer (obwohl die Standorte den Einheimischen bekannt und in Apps vermerkt sind) des vergangenen Jahres. 3,38 Mio. Euro nahm die Bußgeldstelle allein dadurch ein. Und mehrere Millionen gingen ihr durch die Lappen.
Von den 29 stationären Tempo-Blitzern (die meisten sind mit den Rotlichtblitzern kombiniert) haben im ersten Halbjahr immerhin 25 mindestens zeitweise funktioniert. Demnach steht in Berlin durchschnittlich alle 220 Straßenkilometer ein funktionierender fester Tempoblitzer. Jeweils zehn Geräte wurden 2018 bzw. im ersten Halbjahr 2019 beschädigt; fast immer durch Vandalismus. Gleich vier Mal traf es die Säulen An der Wuhlheide und am Halleschen Ufer. Letztere soll nach monatelangem Ausfall demnächst reaktiviert werden. Der im März von einem Sprinter niedergestreckte Kasten an der Autobahnausfahrt Oberlandstraße wird erst nächstes Jahr wiederbelebt. Fun Fact exklusiv für Abonnenten: Berlin hat ca. doppelt so viele funktionierende Blitzer wie die Gemeinde Schönefeld (12) – bei 225-mal so vielen Einwohnern.
Die Berliner Christdemokraten treffen sich heute Abend zum Kleinen Parteitag, auf dem ein Leitantrag namens „Berlin 2040 – auf dem Weg zur nachhaltigen Metropole“ diskutiert wird. Der liest sich, als hätte Fridays for Future die Partei gekapert: Sofortprogramm für 10.000 Straßenbäume, mindestens sechs Quadratmeter wohnortnahe Grünfläche pro Einwohner, ein neuer Stadtforst auf dem Tempelhofer Feld (a.k.a. Klimawald), Förderprogramm zur Gewässersanierung, Trinkbrunnen für jede Schule, Abfallminimierung bei Recyclingmaximierung, Carsharing für alle (inkl. Verwaltung, die CO2-frei fahren und Ökostrom tanken soll), mehr Fahrradschnellwege und getrennte Ampelphasen gegen Abbiegeunfälle, Offensive gegen Lebensmittelverschwendung und noch mehr, was die CDUler mal ihren BundesministerInnen durchkabeln könnten. Und ihrem verkehrspolitischen Sprecher im Abgeordnetenhaus, dem zum Thema Nachhaltigkeit immer nur zusätzliche Autospuren gegen Stau und grüne Wellen für alle einfallen.
Es wird noch innovativer: Solardächer über Parkplätzen sollen Speicher in begrünten Containern füllen und E-Autos auftanken (soweit die nicht mit synthetischen Kraftstoffen aus Öko-Wasserstoff und CO2 aus Industrieabgasen und aus der Luft betankt werden). „Plusenergiestraßen können im Sommer Sonnenwärme speichern und im Winter wieder abgeben – beispielsweise zum Beheizen umliegender Gebäude oder um die Straße von Eis und Schnee zu befreien.“ Unklar ist, inwieweit sich diese Technologie mit den „schadstoffreduzierenden Straßenbelägen“ und Schallschutzwänden kombinieren lässt. Für längere Strecken empfiehlt die CDU die „Hyperloop-Technologie“. Dabei „handelt es sich um ein Hochgeschwindigkeitssystem, bei dem sich Kapseln in einer Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fortbewegen.“ Braucht man dann überhaupt noch Radschnellwege?
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Ein Kurztrip zwischen den Feiertagen, den „Resturlaub“ entspannt verplanen oder die Winterferien mit der Familie buchen. Tolle Angebote für den Urlaub zwischendurch oder als Winterausflug in die Natur. Leicht eingefroren und vielleicht mit Schnee bedeckt zeigt die Uckermark auch im Winter ihre schöne Seite. Weite Ausblicke, gemütliche Ferienquartiere und viel Ruhe…
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Inwieweit die CDU mit diesem Plan die Wahlchancen von Franziska Giffey als Regierende Bürgermeisterin schmälert, konnte in der jüngsten Umfrage des Instituts Civey leider nicht mehr berücksichtigt werden. Repräsentative 48 Prozent sind demnach dafür, dass die ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeisterin 2021 für den Posten kandidieren sollte. Bei älteren Wählern ist der Zuspruch besonders groß, außerdem kommt die ostdeutsche Bundesfamilienministerin in den westlichen Bezirken und bei Haushalten ohne Kinder jeweils etwas besser an. Ihre Kandidatur wird nicht nur von SPD-Sympathisanten (78%) mehrheitlich gewünscht, sondern auch von denen der Linken, Grünen, CDU und FDP. Wie viele von denen wegen Giffey die SPD wählen würden, ist eine andere Frage.
Falls Sie sich auch schon mal gefragt haben, wie im Notfall eigentlich die Feuerwehr durch beidseitig zugeparkte Wohnstraßen kommt: gar nicht. Das BA TrepKöp hat das jetzt eindrucksvoll demonstriert – und noch eindrucksvoller erklärt, wie mit diesem potenziell lebensgefährlichen Problem umgegangen wird: Anhand der Motorhaubentemperaturen fühlt das Ordnungsamt, ob das Auto am rechten oder das am linken Straßenrand zuletzt abgestellt wurde und ruft ggf. den Abschleppwagen. Natürlich ist diese Methode völlig gaga, weshalb einfach auf die Theorie verwiesen wird: Die StVO fordert mindestens 3,05 Meter Durchfahrbreite. Die ließe sich durch Parkverbotsschilder auf einer Seite problemlos sichern. Aber das Amt stellt die Schilder nicht auf, weil es eine ohnehin geltende Vorschrift – Parkverbot bei weniger als 3,05 Meter – nicht extra beschildern dürfe. Verstanden? Na, wenigstens Sie!
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Die „Berliner Meisterköche“ des Jahres 2019 stehen fest.
Die unabhängige Meisterköche-Jury hat die Preisträger in sechs Kategorien gewählt. Die Auszeichnung wird zum 23. Mal von Berlin Partner vergeben. Der Tagesspiegel stellt Ihnen die sechs Gewinner vor – heute Bernhard Moser. Seien Sie dabei auf der Aftershowparty am 23.11.!
Berliner Meisterköche auf Facebook
Instagram: @berlinermeisterkoeche
Die mutmaßlich von Neonazis begangene Serie von Angriffen auf Linke, Flüchtlingshelfer und andere, die sich in Neukölln engagieren, wurde bisher gelegentlich als eine Art höhere Gewalt dargestellt. Tatsächlich ging bei der Aufklärung allerdings einiges schief, wie der Vizechef des LKA gestern im Innenausschuss berichtete. So hätten die Beamten nach einem abgehörten Telefongespräch womöglich den Brandanschlag aufs Auto des Linken-Politikers Ferat Kocak im vergangenen Jahr verhindern können, wenn sie ihn mal gegoogelt hätten. Nur durch Glück hatten die Flammen nicht aufs Haus von Kocaks Eltern übergegriffen.
Im aktuellen Innovationsranking der Regionen von der EU-Kommission wäre Berlin beinahe auf den 4. Platz gekommen – hinter Helsinki, Stockholm und Kopenhagen samt Umland. Da allerdings auch die Schweiz bewertet wurde und sich mit gleich fünf Regionen vordrängelte, landet Berlin doch nur auf dem 9. Rang. Aber auch der reicht noch für die Spitze im Bundesvergleich (vor Oberbayern auf Platz 11). Beurteilt wurden Kriterien wie Patentanmeldungen, Förderangebote, Wissenschaft und der Ausbildungsgrad von Beschäftigten. Woher die ihre Bildung hatten, wurde nicht abgefragt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Kleiner Nachschlag zum Mauerfalljubiläum: Heute vor 30 Jahren haben die Bürgermeister Walter Momper (SPD) und Erhard Krack (SED) den Grenzübergang am Potsdamer Platz eröffnet. Tags zuvor waren die Übergänge Puschkinallee, Eberswalder/Bernauer Straße und Jannowitzbrücke reaktiviert worden.
Als Walter Momper am vergangenen Sonnabend vor der Polizeiabsperrung am Pariser Platz erschien und seine VIP-Einladung vorzeigte, verwehrte ihm ein Beamter den Zutritt, wie CP-Leserin Jessica B. berichtet. „Als ich den Polizisten, der ihn nicht passieren lassen will, empört darüber aufkläre, zuckt der nur mit den Schultern: ‚Woher soll ich den kennen, ich war vor 30 Jahren noch gar nicht geboren.‘“
Was ist „außergewöhnlich nachhaltig, gesund und intelligent“? Das Edge Grand Central (sprich: Ädsch Gränd Zänträl). Es handelt sich dabei um ein neunstöckiges Bürogebäude direkt an der Nordwestecke des Hauptbahnhofs, dessen Richtfest gestern gefeiert wurde. Extrem energiesparend und total vernetzt soll es sein, außerdem optisch nicht ganz so schlicht wie die übrige Neubaunachbarschaft. Und Mitte 2020 fertig.
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LOVE, SEX and CRIME und ein Pfund Philosophie!
Genießen Sie die so sündige wie erhellende Suche von Eros (Roberto Guerra) nach Glück und Vollkommenheit in einer spritzigen Schauspiel-Show mit der Musik von Henrik Kairies.
Für Checkpoint-LeserInnen rabattierte Karten für EUR 31 an der Abendkasse des Columbia Theaters. Anmeldung mit Gutscheincode EROS
office@cabirio.com
Das E-Scooter-Mikado auf den Gehwegen der Stadt leistet vielleicht doch einen Beitrag zur ökologischen Verkehrswende: Auf eine Anfrage zum Unfallgeschehen teilte die Polizei mit, dass Alkohol eine der Hauptursachen der bisher rund 200 Unfälle mit den Rollern sei. Und da, wer angetrunken einen Unfall baut, seinen Führerschein verliert, dürfte es inzwischen ein paar Fußgänger mehr geben.
Die Polizei hat den 50-jährigen Jugendwart eines Berliner Angelvereins verhaftet, weil er in mindestens 136 Fällen Kinder teils schwer sexuell missbraucht haben soll. Der Vorsitzende des Vereins sagt, er sei „fassungslos und schockiert“. Die Polizei bittet weitere mögliche Opfer und deren Angehörige, sich zu melden.
In der Zwinglistraße in Moabit war am Samstag Sperrmüllaktionstag. Danach türmten sich die Trümmerberge bis zum 1. OG (Beweisfotos hier). Vielleicht liegt auch ein Missverständnis vor: Im Flyer zur Aktion schreibt das Bezirksamt Mitte (das für Nachfragen gestern Abend nicht mehr erreichbar war) zwar von der „Gelegenheit, kostenlos Ihren nicht mehr benötigten Hausrat zu entsorgen“. Aber von Abholung steht da nichts.
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30 Jahre Mauerfall: Mit mehr als 200 Veranstaltungen, Videoprojektionen, Kunstinstallationen und einer großen Bühnenshow am Brandenburger Tor feierte Berlin den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Im Fokus der Festivalwoche standen die Schauplätze der Friedlichen Revolution. Einen Überblick gibt es im beBerlin-Blog.
Die Polizei will ihre Werbekampagne („Wir können Hauptstadt“) erweitern: „Wir leisten jedoch viel mehr, als dass es acht Plakate abschließend aufzählen könnten“, heißt es in einem internen Rundschreiben von Montag. Deshalb werden weitere „Kann… Kann…“-Sprüche gesucht und via Intranet zur Abstimmung gestellt. Die besten drei sollen mit Foto ihrer Schöpfer aufs Plakat. Wenn man „Kann A bis …“ ganz schnell spricht, klingt es übrigens wie „Cannabis“.
Die vom Innensenator eingesetzte Kommission zum Ausgleichsfonds für Betroffene der Schießstandsaffäre ist angeblich unabhängig – so sehr, dass Andreas Geisel auf Fragen nach den Entscheidungskriterien stets schmallippig reagiert. Doch ein von ihm und Innenstaatssekretär Torsten Akmann abgezeichneter Vermerk zum „Umgang mit Widersprüchen gegen Entscheidungen der Bewertungskommission und neuen Anträgen“ legt einen anderen Eindruck nahe – und enthält allerlei Unfreundlichkeiten.
Wenn Sie gern was mit Menschen machen würden oder wen kennen, der oder die gern würde: Die Uni Osnabrück sucht eine/n Wissenschaftlich Mitarbeitende/n fürs Forschungsprojekt „Massendatenbasierte Langzeitmodelle migrationsinduziert wachsender Diversität im urbanen Kontext: Ausländermeldekarteien als Kulturgut und Grundlage reflexiver Migrationsforschung“.
Zum Team Checkpoint gehört neuerdings eine Pfeife (Ja, Sie Witzbold, nur eine!). Ansonsten ändert sich nichts. Falls Sie auch eine wollen: Den Martini-Markt in der Hessischen Landesvertretung (In den Ministergärten 5) gibt’s noch heute und morgen jeweils 12 bis 20 Uhr.
In der Rubrik „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ präsentieren wir hier das offizielle Statement der AfD-Fraktion zur possierlichen Demo der Klimarettungspinguine am TXL-Terminal vom Sonntag: „Polizei verhindert Anschlag auf Flugsicherheit durch Klima-Terroristen. Danke!“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ich habe mit dem israelischen Botschafter telefoniert und mein Bedauern und meine Entschuldigung vorgetragen.“
Moritz van Dülmen, Chef der Agentur Kulturprojekte Berlin, zu der antiisraelischen Parole, die auf Hebräisch beim Mauerfall-Fest vor dem Brandenburger Tor projiziert worden war.
Tweet des Tages
Finde, als Berliner*in kann man schlecht Berlin-Filme gucken, weil man dauernd denkt ‚Da hat doch die Jutta gewohnt‘ oder ‚Wie schafft die es bloß in 3 Minuten von der Domäne Dahlem in den Plänterwald‘.
Stadtleben
Essen – Streetfood wird in Berlin mittlerweile so sehr zelebriert, dass man gut 20 Minuten darauf warten muss. „Banh Mi“ heißt ein begehrter Imbiss, der in den USA sogar Shitstorms auslöste, als eine Mensa sich erdreistete Pulled Pork und Cole Slaw in ein pappiges Ciabatta zu packen. Ein echtes Banh Mi besteht nämlich aus einem knusprigem Baguette, Minze, Daikon-Rettich, Karotten, Mayo und gegrilltem Schweinebauch. Derart ausgeführt wird das vietnamesisch-französische Fusiongericht in Mitte bei Banh Mi Stable in der Alte Schönhauser Straße 50 serviert, selbstverständlich auch als Tofu-Variante. U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz, Mo-Sa 12-18 Uhr
Trinken – Länger nicht in der Arminiusmarkthalle in Moabit gewesen? Dann ist ist Ihnen vermutlich die Eröffnung der Markthallen Bar entgangen. Tapas und Weine stehen im Vordergrund, mit Fokus auf süddeutschen und osteuropäischen Tropfen. Zu den mediterranen Kleinigkeiten können aber auch Cocktails geordert werden – und wieder ein Ort, um den Feierabend entspannt ausklingen zu lassen. Bugenhagenstraße 19 (U-Bhf Turmstraße), Mo-Sa 12-23 Uhr
Noch hingehen – Apropos Markthalle: Die in Tegel schließt zum Ende des Jahres, den Händlern wurde zum 31. Dezember gekündigt. Ob und wie es weitergeht, berichtete Gerd Appenzeller im Leute-Newsletter für Reinickendorf (erscheint immer mittwochs).
Berlinbesuch – Nicht nur Berliner Hinterhöfe sind spannend, es lohnt auch ein Blick in die Keller. In der Akademie der Künste am Pariser Platz sind dort, wo einst Kohlen lagerten, Wandbilder ehemaliger Meisterschüler erhalten. Die Werke von Manfred Böttcher, Harald Metzkes, Ernst Schroeder und Horst Zickelbein sind Überbleibsel zweier Faschingsfeiern aus den 50er Jahren – fröhlich unbefangen. Kunst, die in den offiziellen Ausstellungen in der DDR damals so nicht gezeigt werden durfte. Zu sehen sind die Bilder bis zum 31. Dezember immer mittwochs um 18 Uhr im Rahmen einer Führung durch den Bilderkeller (Tickets kosten 6 Euro). Sonderführungen für blinde und sehbehinderte Besucher sind mit Anmeldung möglich (Eintritt frei), der Keller ist allerdings nicht barrierefrei zugänglich.
Geschenk – Was man nicht alles findet, wenn man eigentlich einen Späti sucht: Statt Radler to go fand ich in der Raumerstraße 23 in Prenzlauer Berg einen Fachhandel für „effektive Mikroorganismen“. Und wozu braucht man die? Zum Beispiel um aus den häuslichen Bioabfällen Dünger herzustellen. Den passenden „Bokashi“-Eimer gibt es praktischerweise ebenfalls bei Quantum. Und jede Menge so genannter „Urlösung“ und Melasse, beides zusammen macht aus Ihnen sowas wie einen Fermentations-Profi. Oder lieber gleich ein Flasche Manju – eine japanisches Getränk, das ein Jahr lang fermentiert wurde (0,5 Liter kosten 72,60 Euro). Ich habe mich vorerst für ein Energetik-Raumspray mit Lavendel entschieden – sicher ist sicher. S-Bhf Prenzlauer Allee, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-15 Uhr
Karten sichern – Am 27. November ist die Sächsische Staatskapelle unter Leitung von Rudolf Buchbinder in der Philharmonie zu Gast – noch sind Plätze frei...
Last-Minute-Tickets sind noch zu haben für das Deutsche Kammerorchester, das heute Werke von Paul Ben-Haim, Mieczysław Weinberg und Karl Amadeus Hartmann präsentiert, die in Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Das Konzert unter dem Motto „Schicksalsklänge“ beginnt um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie unter Leitung von Gabriel Adorján und Liv Migdal an der Violine. Restkarten gibt es an der Abendkasse (19-35 Euro) – oder bei uns, denn wir verlosen zwei Freikarten (bis 12 Uhr).
Das Stadtleben heute von: Stefanie Golla.
Berlin heute
Verkehr – Heute hat sich der Berliner Verkehr wieder normalisiert: Wegen Fahrbahnsanierungsarbeiten ist auf der A10 die AS Königs Wusterhausen Richtung Schönefelder Kreuz gesperrt, Umleitungen sind ausgeschildert (bis 22. November). Auf der Straße Alt-Karow regelt in Höhe Bahnhofstraße bis Ende Dezember eine Baustellenampel den Verkehr. Auf der Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg steht in Höhe Christburger Straße bzw. Pasteurstraße in beiden Richtungen nur ein Fahrstreifen zur Verfügung (ab 7 Uhr, ca. 2 Wochen), ebenso auf der Berliner Straße in Tegel (stadtauswärts an der Kreuzung Ernststraße/Am Borsigturm, bis Anfang Dezember). Wegen eines Kraneinsatzes wird die Fahrbahn der Masurenallee in Westend zwischen Soor- und Bredtschneiderstraße auf zwei Spuren verengt (7-22 Uhr). Die Steglitzer Schloßstraße ist ab 22 Uhr zwischen Begonienplatz und Braillestraße in Richtung Schildhornstraße gesperrt (bis Mittwoch, 6 Uhr).
Demonstration – Auf dem Pariser Platz demonstrieren heute ca. 500 Teilnehmende aufgrund des Nationalstreiks in Chile (17-22 Uhr, angemeldet durch die Chilenische Freundschaftsgesellschaft). Anlässlich ihres 64. Gründungstags fordern ca. 100 Personen die Abschaffung der Bundeswehr (9-12 Uhr, zwischen Potsdamer Platz und Platz der Rebublik). Vor dem Finanzministerium protestieren ca. 200 Teilnehmende unter dem Motto „Europäische Investitionsbank – kein Geld für Kohle, Öl und Gas“ (18:30-11:30 Uhr, Wilhelmstraße).
Gericht – Einem Ex-Manager wird der Prozess wegen versuchter Anstiftung zum Mord in zwei Fällen gemacht. Der bereits wegen Untreue und Verabredung zu einem Verbrechen verurteilte 43-Jährige soll im Gefängnis versucht haben, Mitinhaftierte dazu bewegen, jemanden zu töten (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Universität – Counterstrike, Battlefield & Co.: Im Rahmen der Reihe „Deutscher Studienpreis vor Ort“ organisiert die HU eine Podiumsdiskussion zu Killerspielen und virtueller Gewalt. Über einen angemessenen Umgang mit den Spielen debattieren unter anderem Margit Stumpp (Grüne) und Eigentümer des Youtube-Kanals „Battle Bros“ Fabian Siegismund. Los geht es um 19 Uhr im Hauptgebäude Unter den Linden 6, der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Ella (20), „Alles Gute für Ella zum 20., die gerade in Oaxaca arbeitet, heute per Checkpoint und in einem Monat dann persönlich: Du machst das super!“/ Judith Holofernes (43), Musikerin, früher Sängerin und Gitarristin der Band "Wir sind Helden" / Alexandra Maria Lara (41), Schauspielerin / Karl-Theodor Paschke (84), ehem. Generalinspekteur der Vereinten Nationen (1994-99), Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Susanne Reichwein, * 22. April 1944 / Horst Ringhardt, * 4. Februar 1930, Oberstudiendirektor a.D. an der Staatlichen Technikerschule Berlin/ Prof. Dr. Rudolf Stephan, * 1925, Professor für Musikwissenschaft / Detlef Weile, * 1956, langjähriger Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung / Thomas Wilk, * 12. November 1956
Stolperstein – Rudolf Augustin wohnte in der Markgraf-Albrecht-Str. 5 in Halensee. Als gelernter Schlosser arbeitete er zunächst in der Rüstungsindustrie, bevor er 1943 in den Kriegsdienst einberufen wurde. Diesen verweigerte Augustin jedoch aus religiöser Überzeugung. Im März 1944 wurde er dafür zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und wenige Wochen später „zur Feindbewährung“ an die russische Kriegsfront abkommandiert. Russischen Archiven zufolge geriet Augustin dort in Kriegsgefangenschaft. Als offizielles Todesdatum ist der 12. November 1944 (heute vor 75 Jahren) vermerkt.
Encore
Wipp Wipp, hurra, BATS ist da! Es handelt sich um ein „Broadly Applicable Tracking System“ zur Wildtierbeobachtung. BATS sei ein „Internet of Animals“, teilt das Naturkundemuseum mit, wo das System demnächst präsentiert werden soll. Demnach soll es Fragen beantworten wie „Wie belastbar sind Freundschaften zwischen Vampirfledermäusen?“ Die Technologie „sammelt vollautomatisch und sekundengenau soziale Kontakte zwischen freilebenden Tieren zur Analyse sozialer Netzwerke, beobachtet hochauflösend Flugbahnen in dichtem Wald und zählt gleichzeitig den rasend schnellen Puls.“ Also eine Art 5G-Facebook mit Ultraschall und Stimmungsbarometer. Dagegen sehen die Pandas, die tagein tagaus auf ihrem Bambus kauen nach dem Loriot-Motto „Ich möchte einfach nur hier sitzen“ und an 362 Tagen im Jahr eher aussterben würden als sich fortzupflanzen, ein wenig alt aus.
Morgen lüftet hier Ann-Kathrin Hipp die neuesten Geheimnisse. Machen Sie’s gut,