2.973 Tage nach der BER-Nichteröffnung starten wir heute offiziell den final Countdown zur Bestimmt-Eröffnung. Nur noch 100 Tage sind es, bis Berlins baustellenreichster Flughafen in Betrieb gehen soll (und Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup Geburtstag hat). Weil wir im Tagesspiegel durchaus optimistisch und gleichzeitig auch ein bisschen nostalgisch sind, gibt’s bereits einen ersten Rückblick: Kollegin Jana Weiss hat auf einer Doppelseite 100 Schlagzeilen, Zitate und Zahlen aus mehr als 24 Jahren Großflughafenleidensgeschichte zusammengetragen. Eine Auswahl (in chronologischer Reihenfolge) finden Sie hier im Checkpoint. Die gesamte Sammlung, die – wie ich finde – durchaus Museumspotential hat, lesen Sie als AbonnentIn im E-Paper auf Tagesspiegel.de. Fürs Erinnern, Kopfschütteln und hoffnungsvolle Vorfreuen.
„Berlin Schönefeld wird neuer Großflughafen“ (Mai 1996) / „Spätestens im Jahr 2008 soll der neue Schönefelder Flughafen in Betrieb gehen“ (April 1999) / „Hoffen und Bangen beim Flughafen“ (Juli 1999) / „Neuer Plan: Schönefeld schon fertig zur WM 2006“ (Mai 2003) / „Airport-Öffnung 2010 ist kaum zu halten“ (April 2005) / „Im Oktober 2011 soll der BBI fertig sein“ (September 2006), „Großflughafen sucht jetzt die ersten Mieter für Läden“ (April 2009) / „Am 3. Juni 2012 soll das erste Flugzeug am BBI abheben“ (Juni 2010), „Berlin fällt aus allen Wolken“ (Mai 2012) / „BER-Eröffnung womöglich erst 2014“ (August 2012) / „Der Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 steht. Er ist aber kein Selbstläufer“ (November 2012) / „Der BER eröffnet etappenweise – ab 2014“ (Mai 2013) / „Am BER fliegen nur die Manager“ (Februar 2017) / „Die BER-Eröffnung ist verscho…“ (Mai 2016) / „Berlin droht der BER-Infarkt“ (September 2016) / „Der BER ist ein Bermudadreieck“ (Januar 2017) / „Eigentlich ist alles fast fertig“ (Mai 2017) / „Fluchhafen“ (Juli 2017) / „Flughafen kostet neun Millionen Euro im Monat“ (März 2018) / „Das Ende ist“ (Oktober 2018) / „Das Monster ist final gezähmt“ (Juli 2019) / „31. Oktober 2020 – der Countdown läuft“ (November 2019) / „Wir sind im finishing“ (Juni 2020) / „Nach Einbruch des Luftverkehrs: Berliner Flughafengesellschaft will 400 Stellen streichen“ (21. Juli 2020). Soon to come: Oktober 2020. In der Hoffnung, dass Berlins unendliche Geschichte an Tag 3.073 nach der BER-Nichteröffnung doch noch happy endet.
Die BER-Zitate des heutigen Tages (23. Juli 2020) übernimmt an dieser Stelle Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup höchst persönlich. Drei Checkpoint-Fragen, drei Antworten.
1) Wenn es nur eine Sache gibt, die wir nach all den Jahren über den BER wissen sollten – welche wäre das? „Dass es immer Leute gab, die an die Eröffnung geglaubt und daran – am Ende erfolgreich – gearbeitet haben.“
2) Wie ist die aktuelle Gefühlslage mit Blick auf den 31. Oktober? „…das wird gut…“
3) Gibt’s schon Eröffnungsfeierpläne? „Wir machen einfach auf. Der Plan ist eine unspektakuläre Eröffnung. Viel wichtiger als die Eröffnung selbst ist doch der gute und sichere Flugbetrieb danach.“
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Die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums lädt ab sofort bei freiem Eintritt zu einem Besuch ein!
Die Ausstellung im Zeughaus vermittelt einen umfassenden Einblick in rund 1500 Jahre deutsche Geschichte:
Vom Mittelalter über die Reformation bis hin zum Ersten Weltkrieg, NS-Regime und der Geschichte beider deutscher Staaten.
Geöffnet täglich 10-18 Uhr.
Die Zahlen der Bertelsmannstiftung sind fast jedes Jahr gleich und immer wieder auch gleich schlimm: Jedes fünfte Kind lebt in Deutschland in oder nahe der Armut. Und viele davon, nämlich 161.319, leben in Berlin (27 Prozent / nur Bremen schneidet im Ländervergleich noch schlechter ab). Am stärksten betroffen sind die Bezirke Mitte (24.677 Kinder) und Neukölln (22.531 Kinder), die wenigsten Sorgen machen muss sich Steglitz-Zehlendorf (5.409). Tagesspiegel-Kollegin Caroline Fetscher kommentiert im heutigen Leitartikel treffend: „Armut ist kein Schicksal, kein Gendefekt, keine höhere Gewalt. Armut wird von Menschen gemacht. Armut in wohlhabenden Staaten existiert nur, weil sie toleriert und ignoriert oder sogar politisch gewollt wird, etwa weil Arme für niedrigere Löhne arbeiten. So kommt es zum paradoxen Phänomen einer Wohlstandsgesellschaft.“
Aus aktuellem Anlass eine kurze, aber mitunter lebensrettende Durchsage an alle, die immer mal wieder das „Gefühl“ haben, die Coronazeit wäre vorbei: Nein. Ist sie nicht. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben sich bereits am 10. Juli im „MIO Berlin“ am Alexanderplatz mindestens zehn Menschen mit dem Virus infiziert. Drei Gäste aus Münster sollen alle anderen angesteckt haben. Die Nachverfolgung ist bis dato schwierig (die Gästeliste wurde mindestens schlecht geführt), weshalb das Mitte-Gesundheitsamt jetzt öffentlich nach weiteren RestaurantbesucherInnen sucht, die sich an jenem Tag zwischen 21 Uhr abends und 3 Uhr dort aufgehalten haben. Wie viele das waren, weiß Grünen-Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel nicht. „Aber 1.200 Personen passen in das Restaurant und es war wohl ziemlich voll.“ Was er noch sagt: „Es war eher eine Party als ein Restaurantbetrieb, es wurde getanzt.“ Abstands-, masken- und anstandslos.
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Verändert COVID-19 das Verständnis von Nachhaltigkeit bei Jung und Alt gleichermaßen? Seien Sie am 27. August 2020 Teil des Dialogs und gestalten Sie das Programm des Barcamps aktiv mit. Im Zentrum des Tagesspiegel Change Forums stehen der Austausch zwischen den Generationen, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Hier registrieren
Weil eine Karosserie zwischen den Menschen doch ziemlich gut vor Viren schützt, hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg via Eilbeschluss entschieden, dass Autokino-Veranstaltungen in Brandenburg auch mit mehr als 1.000 Teilnehmern stattfinden dürfen. Das bis dato bestehende Verbot sei „keine notwendige Schutzmaßnahme im Sinne des Infektionsschutzgesetzes“, heißt es in der Begründung, die den Betreibern des „Autokinos Berlin“ am Flughafen SXF Recht gibt (der CP hatte berichtet). „Das OVG hat unsere Ansicht bestätigt, dass die Verordnung unverhältnismäßig ist“, sagte der Rechtsanwalt Christoph Partsch dem Checkpoint. Noch am Mittwochabend hätten die Betreiber „sehr gute“ Gespräche mit dem zuständigen Ordnungsamt geführt. Man geht davon aus, ein Sicherheitskonzept – das etwa den berühmten 1,5 Meter Sicherheitsabstand beim Klogang garantiert – „zeitnah“ umsetzen zu können. „Zeitnah“ heißt in dem Fall bis Freitag. Da steht bereits Alligatoah auf der Bühne. Der hatte mit seinem Song „Vor Gericht“ treffenderweise vorausgesungen: „Der Abschied hält nicht ewig, Baby, sorg dich nicht. Wir sehen uns vor, wir sehen uns vor Gericht.“
Noch ein Gerichtsbeschluss: Während Prostitution in Berlin coronabedingt weiter verboten bleibt, darf das Charlottenburger „Studio Avalon“ wieder „sexuellen Dienstleistungen im Bereich BDSM /Domina ohne Geschlechtsverkehr“ anbieten. Der Grund: Die Richter sehen hier „verglichen mit der Ausübung des Geschlechtsverkehrs ein wesentlich geringeres Infektionsrisiko“. Der Körperkontakt seitens der Dienstleistenden beschränke sich „allenfalls auf Berührungen mit der Hand, wobei das Tragen von Schutzhandschuhen nicht bereichsuntypisch ist. Damit besteht zwischen den Beteiligten, insbesondere bezogen auf den Mund-Nasen-Bereich in der Regel größerer Abstand“. Das Studio selbst teilt via Infozettel auf seiner Webseite mit: „Es dürfen ausschließlich Dienstleistungen angeboten und erbracht werden, bei denen die gesetzlichen Vorschriften und empfohlene Schutzvorkehrungen eingehaltern werden können.“ Und: Masken sind für MitarbeiterInnen wie BesucherInnen Pflicht. („Offene Gasmasken sowie Latex- und Ledermasken bieten keinen Schutz gegen Viren, da sie über keinen Filter verfügen.“)
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„Der Checkpoint berichtet seit vielen Jahren darüber, was Berlin bewegt. Wir wollen genau das tun: Berlin bewegen!“, heißt es in einer an uns adressierten Mail. Absender: Das „City-Team“ der proeuropäischen Partei „Volt“, die laut eigener Aussage Politik „auf allen Ebenen“ machen und deshalb einen Berliner Landesverband gründen will. Der Startschuss fällt am kommenden Samstag im „palisa Berlin“. Wir haben bereits vorab mit Steffen Meyer (einem der vier designierten Vorsitzenden) über die Kernthemen gesprochen, auf die sich die 169 Gründungsmitglieder geeinigt haben. 1) Mobilität: Inspiration durch Kopenhagen, „mehr Fahrrad und ÖPNV“ 2) Bildung & Digitalisierung: Medienkompetenz stärken und Berliner Firmen in Sachen Digitalisierung unterstützen 3) Wohnen: „Wir wollen mehr bauen, mehr Angebot schaffen“. 4) Verwaltung sei „in Berlin eigentlich das größte Problem“. Doppelte oder gar keine Zuständigkeiten sollen abgeschafft und die Bürokratie „ein bisschen optimiert“ werden. Potentielle Koalitionswunschpartner gibt’s noch nicht: „Wir müssen schauen, wer unsere Themen am besten vertritt. So viel kann ich aber schon mal sagen: Mit derAfD wohl eher nicht.“
„Erzähl mal weiter“ – gemeinsam mit Berliner AutorInnen und Ihnen wollen wir während der Sommerferien Fortsetzungsgeschichten verfassen. Den Auftakt dieser Woche machte Hatice Akyün (hier zu lesen). Heute folgt Teil 4.
Kiez-Hollywood
von Hatice Akyün, Eckart Brandtstaedter, Isabella Garcia Fuchs und (heute) Ümit Atak
Was sie nicht wusste war, dass er nicht alleine zu ihr kommen würde... Wie immer, viel zu früh, war sie am verabredeten Ort. Was sie nicht wusste war, dass er nicht alleine zu ihr kommen würde... Er hatte drei Hunde dabei. „Hallo“, sagte er schüchtern und zeigte auf die Tiere, die hechelnd um ihn herumstanden. „Das ganz links ist Aşık, ein Welsh Corgi. Die schüchterne Dame, die sich hinter mir versteckt, ist Golden Retriever Whisky, und die braunrote Flauschwurst da ist mein Dackel Henry.“ Sie starrte ihn immer noch fragend an. „Ich bin Dog Walker!“ – „Du gehst mit Hunden Gassi? Das ist dein Job?“ – „Ja. Du glaubst nicht, wie viele Leute lieber noch ein Feierabendbier trinken… ungestört.“ – „Hm. Okay, das ist mir wirklich neu. Aber gut. Süß sind sie ja! Und Henry gehört aber dir?“ Er strahlte. „Ja, Henry nehme ich immer mit, wenn ich kann! Ich lasse ihn ungern alleine... denn in unserer Wohnung gibt es Geister.“...
Morgen lesen Sie an dieser Stelle das Ende der Geschichte von Hatice Akyün. Den ganzen Text gibt’s am Wochenende im Tagesspiegel und auf Tagesspiegel.de.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wir unterbrechen den Newsletter für einen morgendlichen Ohrwurm zum Vanilleeis-Tag: Vanilleeis zum Frühstück, Rock’n’Roll im Fahrstuhl. Du und ich, wir waren hoffnungslos verrückt. Vanilleeis zum Frühstück, träumend durch den Sommer. Mit der Berg- und Talbahn fuhren wir ins Glück…
In eigener Sache: Team Checkpoint tauscht weiter! Mit einem Aufkleber ging es los. Mittlerweile sind wir bei einem Besuch mit der ganzen Familie beim „Verein Historisches Spielzeug Berlin“ angelangt. Allen Tauschwilligen bieten wir eine private Führung durch die aktuelle Ausstellung (Kuchen und Kaffee vom besten Kinder-Porzellan inklusive!). Was würden Sie uns für den Ausflug bieten? Vorschläge aller (auch ideeler) Art nehmen wir noch bis heute um 15 Uhr unter checkpoint@tagesspiegel.de entgegen.
Kein Berlin-Anschluss im ZDF „Heute-Journal“. Eigentlich sollte SPD-Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Mittwochabend als Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz was zu Corona, Tests und Rückkehrern sagen. Stattdessen sagte sie das Interview kurzfristig ab.
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Tagesspiegel-Podcast "Gyncast"
Folge 8: Die unterschätzten Alternativen zur Pille
In Asien verhüten viele mit der Kupferspirale, bei uns hat sie einen schlechten Ruf – zu Unrecht, sagt Dr. Mangler in der neuen Folge. Außerdem: Warum hat die Pharmaindustrie kein Interesse an einem Ersatz für hormonelle Verhütung und wie fühlt sich das Femidom an, das Kondom für die Frau?
„Die Häuser denen, die drin wohnen?“ Dem Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ steht offenbar nichts mehr im Weg. Die Initiative hat sich mit der Senatsverwaltung für Inneres auf einen Text geeinigt, über den Berlin im kommenden Jahr abstimmen soll. Einzige Einschränkung: Es ist kein bindender Gesetzentwurf, sondern ein „sonstiger Beschluss“, wie es im Berliner Abstimmungsgesetz heißt. Bedeutet: Sollte die Initiative erfolgreich sein, kann sie den Senat damit maximal politisch unter Druck setzen.
Der gewaltsame Tod des Berliner Arztes Fritz von Weizsäcker wird die Justiz weiter beschäftigen. Der als Mörder Verurteilte hat Revision eingelegt. Damit wandert der Fall vor den Bundesgerichtshof.
Die Befürchtungen waren groß, das Ausmaß ist es bisweilen nicht: Einen Monat nach Inkrafttreten des Berliner Antidiskriminierungsgesetzes hat die Polizei nur fünf Eingaben von Menschen registriert, die sich aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert gefühlt haben.
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Sie möchten sich sinnvoll engagieren, aber wissen nicht wo? Unser Newsletter „Ehrensache“ informiert Sie jeden Monat über die vielfältigen Möglichkeiten des Engagements, Charity und Ehrenamt in der Hauptstadt. Außerdem: Nachrichten rund um alles, was Ehrenamtler in Berlin und Brandenburg beschäftigt. Anmeldung unter: ehrensache.tagesspiegel.de
„Benimm’ Dich!“ – unter diesem Motto hat die Initiative „wirBerlin“ vor ziemlich genau zwei Wochen in der Hasenheide Berlins ersten Park-Knigge vorgestellt und sich vorgenommen, die Flyer mit acht Verhaltensregeln (in sechs Sprachen) stadtweit unter die Leute zu bringen. Seitdem waren die Macher im Treptower Park unterwegs, um gemeinsam mit dem Grünflächenamt und dem Ordnungsstadtrat Knigge-Regeln zu verteilen (und den Park von Müll zu befreien).Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf soll zudem 5.000 Flyer bestellt haben. Ob die Aktionen bereits etwas gebracht haben, kann Projektleiterin Anne Sebald schwer einschätzen – wichtig sei für sie als relativ kleine Organisation, „im Gespräch zu bleiben“ und Kooperationspartner zu finden. Neben den Flyern „wären auch Schilder und Leitsysteme gut“, sagt Sebald am Checkpoint-Telefon. Da wäre die Wegwerf-Wahrscheinlichkeit auch deutlich geringer.
Berlin fährt grün: Im ersten Halbjahr 2020 ist die Zahl der neu zugelassenen Pkw mit alternativen Antrieben um 15,2 Prozent auf 5.440 angestiegen (2 x Flüssiggas, 89 x Erdgas, 1.153 x Elektromotor und 4.189 x Hybridantrieb). Der Anteil an den insgesamt neu zugelassenen Pkw beträgt damit in Berlin 20,4 Prozent. Deutschlandweit waren es 17,2.
Ein Hybrid steht übrigens auf dem Parkplatz des Spandauer SPD-Bezirksbürgermeisters Helmut Kleebank. Der Bezirksverordnete Oliver Gellert (Grüne) hatte viele detaillierte Fragen zum neuen Gefährt (Motto „Neues Jahr — neuer Dienstwagen“), weshalb wir Ihnen an dieser Stelle mitteilen können: Es handelt sich um ein Fahrzeug des Typs BMW 530e i. Die monatliche Leasingrate beträgt 288,24 Euro bei einem Listenpreis von 82.312,49 Euro.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Erst wurden die Radwege falsch markiert, dann nutzten sie auch noch Autofahrer – jetzt lässt das Bezirksamt endlich Absperrungen aufstellen: Die Spuren auf der Oberbaumbrücke sind seit gestern mit Baustellenbaken ausgestattet, die den Fahrrad- vom Autoverkehr trennen. „Eine dauerhafte, brückentaugliche Lösung für die Schutzelemente des Radfahrstreifens wird derzeit abschließend geprüft.“
„Sicher Radfahren kann man in Berlin zumindest auf dem Tempelhofer Feld“ – dachten sich wohl die Werbeexperten von „visit Berlin“. Chef Burkhard Kieker hat eine Vorschau auf die neue Herbst-Werbung getwittert. Zu sehen ist eine Radfahrerin mit nordseegelber Regenjacke mitten im blau-grauen Berlin. Dazu der Text: „Rollfeld, Radweg, Rollschuhbahn. Da sehen wir es nicht so eng. Jetzt Berlinreise buchen!“ Noch bessere Vorschläge für die Hauptstadt-Herbstwerbung sammeln wir unter checkpoint@tagesspiegel.de.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Diesbezüglich gibt es noch Abstimmungsbedarf. Die Abstimmung wird in den kommenden Tagen erfolgen.“
Grünen-Justizsenator Dirk Behrendt hat die Zustimmung für die Novelle im Berliner Hochschulgesetz vorerst verweigert. Das ist die Antwort auf drei Tagesspiegel-Fragen: „Wieso haben Sie Ihre Zustimmung verweigert? Wieso hat die Fachverwaltung vorab (und bis heute) keine offiziellen Bedenken eingereicht? Wird die Justizverwaltung Kontakt zur Wissenschaftsverwaltung aufnehmen?“
Tweet des Tages
Am Stadtrand zirpen die Grillen. Oder wie der Berliner sagt: ‚Siehste, wat muss ick nach Ex ong Provongs fahren? Muss ick nich!‘
Stadtleben
Lesereise – „Gegen den Strom der Zeit kann zwar der einzelne nicht schwimmen, aber wer Kraft hat, hält sich und läßt sich von demselben nicht mit fortreißen.“ Der „Spaziergang nach Syrakus“ bietet – 218 Jahre nach seiner Entstehung – „einen interessanten Blick auf Europa, als es noch nicht das heutige Europa war, sondern für die meisten nur ein geografischer Begriff“, erklärt Checkpoint-Leser Axel Jürs seine Begeisterung für Johann Gottfried Seumes Reisebericht aus dem Jahr 1802. Außerdem „gibt es von F. C. Delius ein nicht minder lesenswertes Remake dieses Spaziergangs: Eine echte Fluchtgeschichte aus DDR-Zeiten, die damit beginnt, dass jemand in der Schule Seumes Buch liest und sich vornimmt, auch einmal nach Italien zu reisen.“
Urlaub ganz nah – Den (Stadt-)Mauern entfliehen, dafür reicht eine kurze Fahrt nach Lindow (Mark) und ein Ruderboot. Auf der urwüchsigen Insel Werder finden BerlinerInnen ein Gegenprogramm zum hippen Großstadtleben: Natur. Die zweitgrößte innerdeutsche Privatinsel hat einen (öffentlichen) Anlegeplatz samt Feuerstelle, auf dem restlichen Areal werden Inseltage für Selbstversorger und Eilandsafaris mit Inselverwalterin Ricky angeboten. Infos unter www.inselkind-lindow.de
Mehr Ideen für den Urlaub vor der Haustür finden Sie auf tagesspiegel.de.
Essen – Döner macht angeblich schöner. Ob das wohl auch für Vöner, veganen Döner, gilt? Orientiert man sich an dem Logo des Friedrichshainer Fast-Food-Restaurants – abgebildet ist kleines haariges Monster – lautet die Antwort wohl eher nein. Das im Vöner enthaltene „Vleisch" wird täglich frisch zubereitet und am Spieß gegrillt. Es besteht es aus Weizeneiweiß, Gemüse, Hülsenfrüchten, Sojaschrot und wird mit Kräutern und Gewürzen verfeinert. Serviert wird es in einem Fladenbrot, Dürüm-Wrap oder auf dem Teller. Optional gibt es dazu frischen Salat, hausgemachte Saucen und knusprige, jedes Mal perfekt gewürzte Pommes. So-Fr 14-19 Uhr, Sa 12-22 Uhr, Boxhagenerstraße 56, S-Bhf Ostkreuz
Trinken – Wie wär´s danach mit etwas Frische? Die gibt´s wenige Meter entfernt im „The Fresh Seeds", das z.B. Burritos, Kumpir und frische Bowls verkauft. Für die ist nach einem Vöner mit Pommes erfahrungsgemäß kein Platz mehr, aber ein frischer Saft oder Shake könnte den gesunden Ausgleich liefern. Zur Auswahl stehen klassische Varianten wie Apfel und Orange, aber auch ungewöhnlichere Kreationen, z.B. der Green Juice, bestehend aus Spinat, grünem Apfel, Gurke, Petersilie und Zitrone. Mo-Fr 11.30-20 Uhr, Sa+So 12-20 Uhr, Boxhagener Straße 59, S-Bhf Ostkreuz

Rausfahren – Vom Braunkohlebergbau zum Seenparadies. Eine Empfehlung des Draussen-Magazins, das sich dem Slow Travel verschrieben hat: Zwischen Berlin und Dresden liegt der mit Spreewasser geflutete Gräbendorfer See. Gerade im Sommer lockt er mit seiner Wasserqualität und seinen Badestränden. Für Wassersportbegeisterte bietet der See – neben den üblichen Aktivitäten wie Surfen, Segeln und Tretbootfahren – eine schwimmende Tauchschule nebst Siedlung, die „Floating Houses“. Wer lieber auf dem Festland bleibt, kann auf dem Seerundweg Radfahren, Skaten oder Laufen. Hobbyornithologen können über ein fest installiertes Fernrohr auf der Aussichtsplattform des Umwelt- und Begegnungszentrums „Gräbendorfer Garten" einen Blick ins Vogelschutzgebiet werfen. Mit etwas Glück lassen sich Rebhühner und Kiebitze sehen (Foto: Paul Kitawa/ Mario Hambsch).
Verlosung – „2 mal 3 macht 4, Widdewiddewitt und Drei macht Neune, ich mach' mir die Welt, Widdewidde wie sie mir gefällt!" Hat man einmal das Intro von Pippi Langstrumpf im Kopf, wird man es so schnell nicht mehr los. Dann bietet sich gleich ein Besuch im passenden Süßigkeitenladen „Herr Nilsson" an, um sich den Bauch mit Lakritze, Bonbons und anderen Leckereien vollzuschlagen. Drei Filialen gibt es in Berlin, außerdem einen Onlineshop. Wer hat Lust auf eine selbst zusammengestellte große Tüte Süßigkeiten? Wir verlosen bis 12 Uhr einen Online-Gutschein. Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa-So 13-18 Uhr, Wühlischstraße 58, S-Bhf Ostkreuz
Freiluftkino – (Ein Tipp von Ticket-Kollege Jörg Wunder) Es ist heutzutage nur noch schwer nachzuvollziehen, welche Kontroverse die Groteske um den falschen Messias Brian bei ihrer Premiere 1979 auslöste. Kirchliche Gruppierungen protestierten vehement, und auch viele Kritiker waren dem zotigen Humor der britischen Komikertruppe Monty Python nicht wohlgesonnen. Beim Publikum kam die schmissige Bibelfilmparodie dafür umso besser an und galt bald als Kultfilm, der 2004 – quasi als Antwort auf Mel Gibsons bitterernste „Die Passion Christi“ – nochmals in die Kinos kam. Und Eric Idles Gassenhauer „Always Look On The Bright Side Of Life“ ist sowieso ein unverzichtbarer Soundtrack für alle Lebenslagen. Tickets für „Monty Python – Das Leben des Brian" im Freiluftkino Friedrichshain gibt es hier. Do 21.30 Uhr, Landsberger Allee 15
Open Mic – Wer gerne wissen würde, wie es sich anfühlt, vor Publikum auf einer Bühne zu stehen, kann das heute Abend bei Thala's Open Mic, im Garten der Bravo Bar in Mitte austesten. Professionelle MusikerInnen, AmateurInnen und DichterInnen haben jeweils zehn Minuten Zeit für ihre Darbietungen. Eine Anmeldung ist bis spätestens 20 Uhr vor Ort möglich, los geht es dann 20.30 Uhr. Torstraße 230, U-Bhf Oranienburger Tor
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Masha Slawinski einen vielseitigen Donnerstag.
Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
Der Form nach könnte die Insel an der Mündung der Müggelspree in den Großen Müggelsee die Ecke eines Kelchs sein (weshalb sie in manchen Stadtplänen auch Kelchsecke heißt) – oder der Schnabel eines Adlers. Die baumbestandene Insel ist mit zum Weinen idyllischen Gartengrundstücken besiedelt. Während ihre Nordwestflanke den oft beachtlichen Wellen des Müggelsees trotzt, bildet sie nach Süden eine stille Bucht, an deren Ende der schmale, für Bootsverkehr gesperrte Kelchstrom zum Kleinen Müggelsee führt. Ohne den Kelchstrom wäre Kelchs Ecke gar keine Insel, sondern eine Ecke wie jede andere, nur eben in besonders schöner Lage.
Text: Stefan Jacobs
Berlin heute
Verkehr – S-Bahn: Jeweils von 23.40-1.30 Uhr Ersatzverkehr mit Bussen auf den Linien S3 zwischen Rummelsburg und Spandau, S5 zwischen Lichtenberg und Westkreuz, S7 zwischen Lichtenberg und Grunwald, S75 zwischen Lichtenberg und Warschauer Straße sowie S9 zwischen Treptower Park und Olympiastadion (Infos zum Ersatzverkehr hier).
Heerstraße (Spandau und Westend): Ab sofort stehen wieder drei Fahrstreifen zur Verfügung.
Demonstration – Am Pariser Platz in Mitte kommen 150 Demonstrierende zum „Protest gegen die Aggression Armeniens im aserbaidschanischen Gebiet” zusammen. Anmelder der Kundgebung ist der Aserbaidschanisches Haus in Deutschland e.V. (15-17 Uhr). Eine ebenfalls in Mitte (Klingelhöfer Straße/ Ecke Corneliusstraße) angemeldete Kundgebung, mit 120 angemeldeten Demonstrant*innen, thematisiert die „Politische Situation in Bulgarien. Verlangt wird eine Stellungnahme zu den Geschehnissen der letzten zwei Wochen von der CDU” (15-19 Uhr). Vor der griechischen Botschaft (Mohrenstraße 17) versammeln sich 100 Personen zu einer „Kundgebung gegen die Unterdrückung und Polizeigewalt in Griechenland” (19-21 Uhr). „Das Kino Colosseum muss bleiben”, fordern 25 von ver.di Berlin Brandenburg angemeldete Teilnehmende während eines in der Schönhauser Allee 123 beginnenden und endenden Aufzugs in Prenzlauer Berg (17-20-30 Uhr).
Gericht – Weil sie in ihrem Kosmetikstudio bei der Entfernung von Permanent Make-Up im Bereich der Augenbrauen sieben Kundinnen verletzt haben soll, muss sich eine 49-Jährige verantworten (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 370).
Heimuniversität – Die Berliner Alice Salomon Hochschule berät ab 10 Uhr Studieninteressierte online zum Bachelorstudiengang Pflege. Der Link zur Veranstaltung wird kurz vorher hier geteilt. Sollte das zu kurzfristig sein, gibt es am 6. August einen weiteren Termin.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Ilse Bogner, „Torturmtheater. Dir alles Liebe. Schön, dass es Dich gibt, halte durch, halt Dich an/ran." / Julia Grellmann,„Sängerin und großartige Gesangslehrerin" / Susan Hoecke (39), Schauspielerin und Model / Irina Liebmann (77), Schriftstellerin / Anna Maria Mühe (35), Schauspielerin / Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des Tagesspiegels / Olaf Schauseil, „Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag dem humorvollstem Ehemann, allerbesten Freund und dienstältesten Taxifahrer in Lichterfelde-West!" / Wolfgang Schäche (72), Architekturhistoriker
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Dr. Sabine Krebs, * 26. September 1943 / Norbert Kurda, * 2. November 1936 / Katharina Martin, * 15. April 1937 / Jani Pietsch, *9. Februar 1947, Historikerin und Künstlerin / Anna Prozny, * 22. März 1952
Stolperstein – Auguste Bukofzer (Jg. 1862) wohnte in der Prenzlauer Allee 220 in Prenzlauer Berg. Am 28. Mai 1943 wurde sie nach Theresienstadt deportiert. Dort wurde sie – heute vor 77 Jahren – ermordet.
Encore
„Sag mir, was du googelst und ich sage dir, wer du bist“ gilt auch für Städte. Was Berlin in den vergangenen hundert Tagen am meisten interessiert hat, zeigt eine Checkpoint-Anfrage beim Internetgiganten. Die „Top aufsteigenden Suchbegriffe“ sind: George Floyd (+2.750 %), local guide program (+2.450%), Vatertag (+1.100%), Attila Hildmann (+750%) und Muttertag (+500%). Die „Top aufsteigende Themen“ sind Wirecard (+400%), Camping/Campingplatz (+250%), See (+250%), Mecklenburg-Vorpommern (+150%) und Kita (+140%). Der Irrsinn des Hauptstadt-Jahres 2020 lässt sich damit eigentlich ganz gut zusammenfassen.
Morgen übernimmt Lorenz Maroldt mit den neuesten Eskapaden. Machen Sie’s gut.