noch zwei Wochen bis zur Europawahl. 40 Parteien und politische Vereinigungen kandidieren in Berlin. 94 cm ist der Stimmzettel lang. Und folgender Berlin-Trend lässt sich laut infratest dimap derzeit prognostizieren: Grüne (23 Prozent), CDU (18), Linke (16), SPD (13), AfD (10), FDP (5), Die Partei (4). Das Ganze möglicherweise bei einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent (Rekordhoch!) – zumindest weist die Zahl der bisher beantragten Wahlscheine darauf hin. Wer noch unentschieden ist: Hier gibt’s den Wahl-O-Mat, im Tagesspiegel heute außerdem eine Übersicht der Spitzenkandidaten. Wie immer gilt: Wer nicht wählt, darf später nicht meckern.
Die Durchschnittsmiete für bestehende Verträge bleibt in Berlin unter sieben Euro je Quadratmeter (nettokalt). Das Tempo, mit dem die Mieten steigen, hat sich nahezu halbiert. So steht es im neuen Mietspiegel, den Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) an diesem Montag vorstellen wird. Dass die Wohnungsmarktwelt trotzdem nicht heile ist, zeigt ein kurzer Blick in die Annoncen. Stichwort Staffelmiete, heute mit einem Beispiel aus Friedrichshain: „Sanierter Altbau! 3 Zimmer, Küche, Bad und Balkon, 98,93 m², 662,83 € Kaltmiete.“ Im zweiten Jahr sind es 1.385,02 Euro.
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Ein Meister seines Fachs: Der Schwede Martin Fröst zählt weltweit zu den führenden Klarinettisten. Am 19. Mai ist er zu Gast beim DSO Berlin und spielt das Klarinettenkonzert des Amerikaners Aaron Copland. Das Stück ist eine faszinierende Verschmelzung von moderner klassischer Musik mit Elementen des Jazz. Es zeigt so besonders viele Facetten der Klarinette, die in beiden Welten gleichermaßen zu Hause ist. Wir verlosen 3x2 Karten. (Code: FRÖST)
70 Jahre Luftbrücke (interaktiver Dokumentarfilm hier) – das wurde gestern auf dem Tempelhofer Feld gefeiert. Mit dabei war auch Berlins Regierender Mike Müller– so berichtet es zumindest BBC.
„Soll ich’s wirklich machen, oder lass ich’s lieber sein“, singt Fettes Brot und den Berliner Senat eint weiterhin ein unentschiedenes „Jein!“ – die Rede ist von der Randbebauung des Tempelhofer Felds. Raed Saleh (SPD) will, Katrin Lompscher (Linke) nicht und Antje Kapek (Grüne) will lieber darüber diskutieren, ob statt der Wiesen ein zentraler Park „mit Baumbepflanzungen oder Badeseen“ denkbar wäre. In einer aktuellen Umfrage im Auftrag von rbb und Berliner Morgenpost sprechen sich derzeit 59 Prozent der Berliner für eine Randbebauung aus. FDP-Faktionsvorsitzender Sebastian Czaja fordert: „Wer Berlin und seine Wohnungskrise ernst nimmt, der muss jetzt notfalls auch den Koalitionsbruch suchen.“ (Q: Berliner Zeitung)
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Wie ein Erdbeben in Indien unser Leben erschüttern kann.
Der Bedarf an Arzneimitteln steigt, doch weltweit sinkt die Zahl der Wirkstoffhersteller. Fällt ein Produzent aus, reißt die Lieferkette. So führt ein Unglück im asiatischen Werk zum Versorgungsengpass in Deutschland. Deshalb: Sichere Versorgung braucht viele Hersteller. Lesen Sie mehr.
Jein lautet derweil auch die Devise in Sachen Parklets in der Bergmannstraße. 17 wurden für die Testphase aufgebaut (Kostenpunkt 428.211,98 Euro). Sollten sie – wie von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen – doch noch irgendwann wieder abgebaut werden, hier vorab die Info: „Für die Planung und Auswahl der verwendeten Module war maßgebend, dass diese auch nach Abschluss der Testphase in der Bergmannstraße in anderen Berliner Straßenräumen wieder einsetzbar sind.“ (Q: Anfrage MdA Bernd Schlömer, FDP) Sprich: Die Parklets könnten jederzeit auch in anderen Teilen der Stadt aufgestellt werden.
Wenn wieder einmal etwas unerledigt bleibt in Berlin, hat das Gründe. Die können erschreckend banal sein. So wie in Mitte. Da haben der Personalrat und Bürgermeister Stephan von Dassel satte eineinhalb Jahre um das Dienstzimmer 240 gestritten – und sind bis vors Gericht gegangen. Torsten Hampel erzählt die Parabel einer Lähmung. Berlin bleibt es, die Lehren daraus zu ziehen.
Dazu passt dieser Tweet aus der Kategorie „Twitter, aber ehrlich“ von Axel Seltz (Bezirksverordneter für die SPD in Schöneberg): „Im Bezirk hat die Verkehrsverwaltung letzte Woche den Arbeitsstand 2016 erreicht. Im traurigen Ernst: Außer Gefahrenabwehr läuft da so gut wie gar nichts. Das frustriert Bürgerinnen & Bürger und Bezirksverordnete gleichermaßen.“ Ob Raumstreitigkeiten ursächlich sind, ist bisher nicht bekannt.
Dazu die Top-Drei-Bezirke mit der höchsten Anzahl an offenen Verwaltungsvorgängen zur Beantragung von Eheschließungen (Q: Anfrage MdA Maren Jasper-Winter, FDP): Charlottenburg-Wilmersdorf (327), Neukölln (283), Lichtenberg (150). Schöneberg zählt 100, Mitte hat „keine statistische Erhebung im Bezirk“. Wahrscheinlich aus Gründen.
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Menschenwürde, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit - unser Grundgesetz gibt uns Freiheit und Schutz.
Aber wie sind die Artikel des Grundgesetzes entstanden? Karl, der Stenograf, war 1949 dabei und erzählt es dir – täglich live auf deinem Smartphone.
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Kommen wir zu den Meldungen aus dem Sport: Die BR Volleys haben erneut die Volleyball-Meisterschaft geholt. Der 1. FC Union hat nach einem Sieg gegen Magdeburg zumindest die Relegation sicher. Und: Hertha hat einen neuen Trainer. Ante Covic, aktuell noch U23-Trainer und Talente-Coach, übernimmt von der kommenden Saison an den Posten von Pál Dárdai.
Was fehlt: ein neues Stadion. Im Interview mit der Morgenpost hat Hertha-Finanzchef Ingo Schiller erklärt, dass der Verein derzeit drei konkrete Finanzierungsalternativen prüfe. Es gehe um deutsche und internationale Banken, „Scheichs und Waffenhändler“ seien nicht am Tisch. Und: „Als reine Bauzeit sind dreieinhalb Jahre veranschlagt. Deshalb brauchen wir in diesem Jahr eine politische Entscheidung, damit wir den Wettbewerb für das Stadion hinkriegen und die Vergabe organisieren können.“ Es kontert der Senat indirekt in einer Antwort auf eine Anfrage von Stephan Standfuß (MdA, CDU): „Das hängt von derzeit nicht einschätzbaren Faktoren ab. Der Senat hält es daher für sehr ambitioniert, dass Hertha BSC schon im Jahr 2025 in einem neuen, reinen Fußballstadion spielen könnte.“
Aus der Rubrik „Bürokratie als Prosa“: Das Bezirksamt Reinickendorf verkündet die „Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung über die Aufhebung der Tierseuchenrechtlichen Allgemeinverfügung zum Schutz der Bienen gegen die Amerikanische Faulbrut“. Der Hintergrund: Am 17. August 2018 wurde in einer Bienenhaltung in Reinickendorf der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut [Anm. d. Red.: es handelt sich um biologischen, nicht politischen Terminus] amtlich festgestellt. Am 31. August wurde zwischen Waidmannsluster Damm – Friedrichstaler Weg (Süd-Nord) und Hermsdorfer Damm – Berliner Straße (West-Ost) ein Sperrbezirk errichtet. Seit dem 26. April 2019 gilt die Amerikanische Faulbrut als bekämpft und der Sperrbezirk wird wieder aufgehoben – easy!
In eigener Sache: Morgen ist es soweit. Für Berlinkenner, Fans und alle, die es genau wissen wollen, führen wir für den täglichen Preis einer Schrippe (6,99 Euro im Monat, im Jahresabo für 5 Euro im Monat) das neue Checkpoint-Abonnement ein. Den Anmeldelink finden Sie am Dienstag im Newsletter, die wichtigsten Änderungen hier auf einen Blick:
Sollten Sie nichts weiter tun, erhalten Sie ab Mittwoch automatisch die „Checkpoint Kurzstrecke“, eine gekürzte Variante des Newsletters, die Ihnen weiterhin den morgendlichen Berlin-Überblick und wichtige Nachrichten liefert. Nur für Abonnenten gibt es künftig: alle Exklusivnachrichten, die „Berliner Schnuppen“, Zugang zu unserer neuen Webseite samt Archiv & Stadtleben-Tipps auf interaktiven Karten, die Teilnahme an Veranstaltungen und Verlosungen – und eine zusätzliche Ausgabe am Wochenende.
Ein Team aus vielen tollen und fleißigen Menschen hat die vergangenen Monate durchgeackert. Ein paar Mal mussten wir den Start verschieben (nicht so oft wie der BER!) und jetzt ist es geschafft. Es steckt viel Herzblut in unserm Projekt und – das können wir Ihnen versprechen – es wird auch weiterhin ganz viel Herzblut in jedem einzelnen Checkpoint bleiben. Mit Ihrem Abonnement geben Sie uns die Zeit und die Freiheit, weiterhin gründlich und unabhängig zu recherchieren – und wir bleiben für Sie wach bis in die frühen Morgenstunden, um Sie auf den aktuellen Stand zu bringen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie dabei sind!
Und zuletzt: Noch gibt es ein paar Plätze für unsere Checkpoint-Party an diesem Freitag (1000 Ausgaben + Relaunch + Berliner Frühling). Auf dem Programm: Weltpremiere Checkpoint-Band samt Checkpoint-Song, Berliner-Schnuppen live mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke), Regierung gegen Opposition – das Berlin-Battle, Ulli Zelle als Gastsänger, Kreuzberg-Talk, King-of-Kalauer-Slam, Betriebsstörungsbingo, DJ. Verbindliche Anmeldungen nehmen wir unter checkpoint@tagesspiegel.de entgegen. Bezahlt wird an der Abendkasse (20 Euro oder 10 Euro für Abonnenten). Getränke sind inklusive.
Telegramm
Nach Morddrohungen und Brandanschlägen gegen Menschen, die aktiv gegen Rechtsextremismus kämpfen, plädiert die Linke für einen „Untersuchungsausschuss zum rechten Terror in Neukölln und rechten Strukturen in den Berliner Sicherheitsbehörden“. Auf dem Parteitag sagte der selbst betroffene Linkspolitiker Ferat Kocak: Es dürfe nicht sein, dass „Nazis wieder öffentlich präsent sind“. Die SPD reagiert via Twitter: „Rechte Strukturen müssen aufgelöst werden. Gleichwohl gilt: Ein Untersuchungsausschuss dazu ist unnötig. (…)“
Am 20. April 1933 wurde der frühere Reichspräsident Hindenburg zum Ehrenbürger Berlins ernannt – zeitgleich mit Adolf Hitler. Letzterem ist die Ehrenbürgerschaft 1948 aberkannt worden. Ersterem soll jetzt das Gleiche bevorstehen, fordert die Linke. Ein entsprechender Antrag wurde 2015 übrigens unter Rot-Schwarz abgelehnt.
Die Clanfamilie von nebenan. In einem Haus in Spandau sollen ein Mann und seine Frau die Nachbarn drangsalieren. Die Polizei weiß Bescheid – und unternahm trotzdem jahrelang nichts.
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rbbKulturverführer
Der Eurovision Song Contest ist Kult. Ireen Sheer auch. Die Schlagerikone steht im Mittelpunkt des neuen rbbKultur-Serienstoffs NOCHMAL NR.1 von Benjamin Teske. Wer noch tiefer in die Schlagwelt abtauchen möchte, kann dies mit dem rbbKulturverführer: Diese Woche verlost rbbKultur einen ESC-Abend mit Ireen Sheer am 18.05. im SchwuZ.
rbbkultur.de
Gute Nachrichten für alle Berliner SchülerInnen: Von dem 1. August an können sie Busse und Bahnen im Tarifbereich Berlin AB kostenlos nutzen. Den Antrag gibt’s hier.
Schlechte Nachricht für einige Schulen: Die von der rot-rot-grünen Koalition beschlossene finanzielle Besserstellung von ErzieherInnen an Brennpunktschulen stellt den Senat vor ein offenbar unlösbares Problem: Einige ErzieherInnen verdienen jetzt wegen der Besonderheiten des Tarifrechts weniger statt mehr. Wer das nicht hinnehmen will, muss an eine Schule ohne Brennpunktstatus wechseln.Berlin kafkaesk.
Stichwort Matheabi: Was überregional diskutiert wurde, bestätigt sich jetzt auch in Berlin. 75 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Landesschülerausschusses halten die Aufgaben der Leistungskursklausur für „zu schwer“, knapp 70 Prozent die Grundkursklausur. Eine Beurteilung der Umfrageergebnisse will das Gremium auf seiner nächsten Sitzung am 14. Mai vornehmen.
Seit zehn Jahren ist Christiane Bach erste Geigerin das collegium instrumentale. Unzählige Gottesdienste hat sie in Pankow in der Alten Pfarrkirche mitgestaltet. 2013 erkrankte sie zum ersten Mal an Brustkrebs, jetzt ist sie auf eine Immuntherapie angewiesen. Die Kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen, die Alt-Pankower sammeln Spenden, um ihre Violinistin zu unterstützen.
Blackout Berlin: Die Zahl der Stromausfälle hat sich im Jahr 2018 um 107 auf 539 erhöht. (Q: Anfrage MdA Marcel Luthe, FDP)
Erhellendes Berlin: Am heutigen Montag beginnt die Ausschreibungsrunde für den zwölften Berliner Wissenschaftspreis. „Die Forschungsleistung soll in Berlin erbracht worden sein und zur Profilierung des Wissenschaftsstandortes Berlin und seiner Zukunftsfelder beitragen.“ Kann nach der Nachtigall-Affäre sicher nicht schaden.
Baden in Berlin: Wer im Halensee erwischt wird, gibt sich am besten einfach als nichts ahnender Tourist aus. Dem wird auf berlin.de nämlich noch immer der Sprung ins Wasser empfohlen, inklusive Verweis auf öffentliche Toiletten und nahe gelegene Cafés. (Q: CP-Leser Eberhard Spohd)
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Bei der Europawahl am 26. Mai steht dieser Kontinent am Scheideweg. Was für Vorschläge haben die Parteien für die großen Herausforderungen Europas? Diskutieren Sie mit den Berliner Spitzenkadidat*innen von FDP, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE – die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit lädt ein. Infos und Anmeldung hier.
Falls Ihnen ein Diplomatenwagen auffällt: In der Nacht zum vergangenem Mittwoch ist ein schwarzer Nissan X-Trail (Wert: 34.000 Euro) der Botschaft der Republik Niger gestohlen worden. Das Kennzeichen fängt an mit 0-98...
Sollte jemand ein Dienstsiegel mit der Aufschrift „Bezirksamt Pankow*Berlin*“ und der Kennziffer 31 entdecken – ist verloren gegangen und wird vom Besitzer vermisst! Finder rufen bitte die 030-90295-7235 an. (Q: Amtsblatt)
Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf sucht eine/n Führerin/Führer von Baugeräten und Erdbewegungsmaschinen (m/w/d) – Pointe: aka. Baggerfahrer/-in (m/w/d).
Die BVG sucht schnellstmöglich eine/n Leiterin/Leiter (w/m/d) Sachgebiet Instandhaltungsmanagement Gleisanlagen Straßenbahn. Wir danken im Voraus!
Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf sucht eine/n technische/n Sachbearbeiter/in (m/w/d) zur Genehmigung für überwiegend schwierige Bauvorhaben. Aufgaben sind u.a. auch das Durchführen von Brandsicherheitsschauen sowie Betriebsüberwachungen. Lieber BER, die Telefonnummer des Stadtentwicklungsamts Marzahn-Hellersdorf lautet übriges: 030-90293-5101.
Bereits am 4. April hat Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup in einer internen Erklärung gegenüber den Gesellschaftern eingestanden, dass er den Eröffnungstermin Oktober 2020 „nicht mehr uneingeschränkt garantieren“ kann. Es kommentiert Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): „Das Projekt muss zu Ende gebracht werden. Und zwar so schnell wie möglich. Die Menschen haben die Nase voll.“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Die DDR war unser Kiez. Oder ein halbwegs gemütlicher Kleingarten mit einem hohen Zaun drumrum.“
Unterwegs mit Honecker, Gorbatschow und Louis Armstrong: Reporter Lothar Heinke, 84, lebte in drei Gesellschaftssystemen. Im Tagesspiegel hat er jetzt seine eigene Geschichte aufgeschrieben. Und ich lege Ihnen diesen wunderbaren Text sehr ans Herz.
Tweet des Tages
Negativ: die Eröffnung des #BER verzögert sich überraschend um weitere Jahre. Positiv: am Flughafen gibt es jetzt extra gekennzeichnete rosa Flächen für pfuschende Bauarbeiter.
Stadtleben
Essen – „In Kreuzkölln wäre so ein Lokal eines von vielen“, schreibt Foodblogger Georg Weber von satt & froh und meint damit das Babuschka in der alten Fischräucherei – in Weißensee. Den Pankower Stadtteil haben Läden mit Flat White und Avocado Toast auf der Karte nämlich noch nicht so flächendeckend überrannt, das gibt dem sympathischen, simpel eingerichteten Café den Raritätsbonus im Kiez. Und ganz so „Hipster“ ist es in der Behaimstraße 32 gar nicht. Der Mittagstisch etwa ist schön bodenständig: Die Blumenkohl-Lauch-Suppe ist liebevoll zubereitet, der Salat frisch und bunt, und die selbstgemachten russischen Kuchen (süß und salzig, z.B. gefüllt mit Ei und Frühlingszwiebel), auf die sich das Babuschka eigentlich spezialisiert, sind richtig schmackhaft. Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa-So 10-16 Uhr, Tram-Station Behaimstraße
Trinken – Im Tante Nanni dürfen sich alle Glutenunverträglichen und die, die es sein wollen, rundum wohl fühlen. Dafür sorgt Janine Mevert höchstpersönlich. Sie ist studierte Hotelbetriebswirtin, träumte jedoch lange vom eigenen Café und beschloss im Dezember 2017 mit einer Menge kulinarischer Auslandserfahrung im Gepäck, die Sprengelstraße 40 in Wedding zu ihrer experimentellen Kuchenmanufaktur zu machen. Eine ihrer neusten Kreationen: Der vegane, gluten- und zuckerfreie Matcha-Cheesecake. Und dazu noch ein hausgemachter Eistee mit ordentlich Zitrone und ebenfalls ganz ohne Zucker! Mo, Fr, Sa 10-19 Uhr, So 10-18 Uhr, U-Bhf Amrumer Straße
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Abonnementkonzert Staatskapelle Berlin & Daniel Barenboim
Am 13. und 14. Mai steht neben Mozarts Klavierkonzert B-Dur (Solist Daniel Barenboim) Prokofjews Kantate »Alexander Newsky« nach der Musik für den gleichnamigen Eisenstein-Film auf dem Programm. Für das Konzert am 14. Mai in der Philharmonie verlosen wir 3x2 Karten (Teilnahme bis 18 Uhr per Mail an social@staatsoper-berlin.de)
Berlinbesuch – Im Zeughauskino Unter den Linden 2 spricht Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Topographie des Terrors, über „Die Entwicklung der NSDAP von einer völkischen Bewegung zu einer modernen Volkspartei“ – alles im Rahmen der Ringvorlesung „Weimars Wirkung. Das Nachleben der Republik", und die hat bisher selten enttäuscht! Der Eintritt ist frei. Ab 18 Uhr, S/U-Bhf Friedrichstraße
Geschenk – Man soll ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, heißt es immer. Damit man gar nicht erst in Versuchung kommt, hat die Thalia-Buchhandlung im Alexa ein ganz besonderes Bücherregal eingerichtet: „Blind Date mit einem Buch“ steht drauf, in den Regalen sind in Kraftpapier uniformierte Bücher drapiert. Lediglich das Genre und ein kleiner Kommentar (liebevoll mit Hand geschrieben) lässt erahnen, worum es in dem Buch geht. „Herzstillstand vorprogrammiert!“, oder doch lieber „Romantisch wie ein Liebeslied?“. Wir lassen uns überraschen! Grunerstraße 20, S/U-Bhf Alexanderplatz, Mo-Sa 10-21 Uhr
Karten sichern für Janelle Monáe: Das Konzert der Funk-Sängerin wurde von der Zitadelle in die Columbiahalle (Columbiadamm 13-21, U-Bhf Platz der Luftbrücke) verlegt – das heißt, es darf laut und fetzig werden! Die Künstlerin feierte mit ihrem neuesten Album „Dirty Computer“ große Erfolge in den Charts und wurde bei den Grammys für die Kategorie „Bestes Album" nominiert. Darauf rappt die Prince-Protegée erstmals, mixt lässig R’n’B mit Soul und HipHop und ist vor allem eines: Hochpolitisch! Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, siehe sich diesen Live-Auftritt von Monáe an – man kann nur hoffen, dass sie ansatzweise mit so viel Elan und Personality die Columbiahalle zum Ausrasten bringt! Karten kosten 49,45 Euro. Am 9. Juli ab 20 Uhr
Last-Minute-Verlosung für Emmanuel Tjeknavorian mit dem Orchester der Kammerphilharmonie Amadé in der Sophienkirche Berlin. Das musikalische Gespür liegt bei dem 23-jährigen Geiger aus Wien in der Familie. Und die dürfte ziemlich stolz auf ihr hochgehandeltes Nachwuchstalent sein. Erst am Dienstag gab Tjeknavorian sein Debut in Washington und war laut lokaler Presse „der Held des Abends“. Für seine vielversprechende Performance heute Abend um 20 Uhr in der Großen Hamburger Straße 29-30 (S-Bhf Oranienburger Straße) – im Repertoire: Mozart und Dvorak – verlosen wir 3x2 Karten (bis 12 Uhr).
Noch hingehen ins Prince Charles. Der Hip-Hop-Club in Kreuzberg galt acht Jahre lang als Alternative zur technolastigen Clubszene in Berlin, die nicht nur für absolute Hip-Hop-Fans eine willkommene Abwechslung zur stumpfen Elektrodröhnung bot. Doch so, wie Besucher das Prince Charles kennen, wird es nur noch bis Ende Mai existieren. Danach wird der Club nämlich wegen Umbauten geschlossen, umim Spätsommer mit neuem Konzept wiederzueröffnen. Was das genau bedeutet, bleibt ungewiss – für alle, die zur Nostalgie neigen, heißt es also: Die nächsten Wochenenden noch mal in der Prinzenstrasse 85F (U-Bhf Moritzplatz) die Hüften schwingen!
Das Stadtleben zum Wochenstart von: Maria Kotsev
Prominent verraten
Ursprünglich aufgewachsen in Wolfsburg, ist der Funkturm für unsere Berlinerin der Woche seit 45 Jahren das Zeichen, wieder zu Hause zu sein.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Berlin heute
Verkehr – Auf dem Spreeweg, der Zufahrt zum Großen Stern, gibt’s bis Ende Mai nur zwei Fahrstreifen (Tiergarten). Nur eine Spur gibt’s für eine Woche (je 8-16 Uhr) auf der Hauptstraße (Rummelsburg) Richtung Ostkreuz in Höhe Schlichtallee. Die Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße in Schöneberg ist in Richtung Nollendorfplatz zwischen Kurfürstendamm und Maienstraße gesperrt. Ebenso der Tiergartentunnel in den kommenden Nächten bis Mittwoch – Umleitungen sind ausgeschildert. Und die Tram-Linien M8 und 16 werden wegen Gleisarbeiten im Bereich Wuhletalstraße umgeleitet: Die M8 fährt deshalb über Danziger und Greifswalder Straße zwischen Betriebshof Marzahn und S/U-Bhf Hauptbahnhof. Für beide Linien ist zwischen den Haltestellen Alt-Marzahn und Ahrensfelde/Stadtgrenze barrierefreie Ersatzbusse im Einsatz.
Demonstration – Rund 30 Menschen versammeln sich in der Klingelhöferstraße / Corneliusstraße, um „Gegen Zusammenarbeit mit Nationalisten und Autokraten anderer europäischer Länder und für mehr europäische Transparenz und Kooperation“ zu protestieren (10.30-11.30 Uhr). Ebenfalls 30 Personen sind zur „Kundgebung zur Europawahl 2019“ von 14-20 Uhr in der Görschstraße in Pankow angemeldet. Und zwei Protestierende stehen von 8.30-12.30 Uhr unter dem Motto „Armut & Grundsicherung in Deutschland“ vor der CDU-Zentrale in der Klingelhöferstraße 8.
Gericht – Für einen Schmuggel von insgesamt rund 80 Kilogramm Kokain kommen fünf 29- bis 37-jährige Männer auf die Anklagebank. Die mutmaßliche Bande soll die Drogen in den Niederlanden angekauft haben. Bei einem Einsatz im November 2018 beschlagnahmte die Polizei rund 30 Kilo Kokain (11.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Wolfgang Brauer (65), ehem. Linken-Politiker / Stefan Czogalla (50), „Herzlichen Glückwunsch von Deinen Kollegen. Einfach weitermachen!“ / Hartmut Ebbing (63), für die FDP im BT und kulturpolitischer Sprecher der Fraktion / Georg Gafron (65), Journalist, ehem. Chefredakteur der B.Z. / Manuel Heide (64), ehem. für die CDU im AGH (1985-2016) / Markus Jänicke, „Schwager“ / Katrin Krause, „Aktive Bürger f. Charlottenburg-Wilmersdorf e.V.“ / Sami Oytun, „herzlichen Glückwunsch zum 50.!“ / Dr. Hans-Joachim Pietrzeniuk (80) / „Angela Pirko-Derry in Las Vegas“ / Walter Rasch (77), ehem. FDP-Schulsenator (1975-1981) / Benjamin Völz (59), Schauspieler und Synchron-Sprecher
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Petra Bachhofer, * 5. Januar 1963, Buchhalterin in der Kanzlei Maikowski & Ninnemann / Charlotte Leonie Marie von Balluseck, * 18. September 1993 / Stefan Fanselow, * 21. Januar 1958 / Bernhard „Mumpi“ Müller, * 15. Februar 1964 / Sonja Maria Wurm-Sieversen, * 13. Mai 1950
Stolperstein – Heute vor 77 Jahren wurde Edith Growald (Jhg. 1904) von Łódź / Litzmannstadt nach Chełmno / Kulmhof deportiert und noch am selben Tag ermordet. Vor ihrer ersten Deportation am 18. Oktober 1941 lebte sie mit ihrem Ehemann Hans Rudolf Growald (Jhg. 1902) in der Ludwigkirchstraße 11 in Wilmersdorf.
Im Tagesspiegel
Der US-Präsident will mit einem "Jahrhundertdeal" den Nahostkonflikt lösen. Schon sehr bald soll der Plan vorgestellt werden. Wie groß sind die Chancen auf Frieden zwischen Israelis und Palästinensern? Lesen Sie die Fragen des Tages von Christian Böhme und Lissy Kaufmann heute auf Seite 2 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Zum Schluss noch ein tierisches Fundstück aus Prenzlauer Berg: „Hausaushang – Schafe auf dem Dach“, schreibt die HH Property Management GmbH in der Schönhauser Allee. „Voraussichtlicht am dem 14.05.2019 an werden zur Unkrautbeseitigung 2 Schafe auf dem Dach weiden. Die beiden Schafe sollen das Unkraut zwischen dem Bodendecker und den Büschen fressen und düngen. Es wird täglich ein Schäfer nach dem Wohl der Schafe sehen. Wir möchten natürlich, dass sich die beiden Schafe auf dem Dach wohlfühlen und bitten Sie daher die Schafe weder zu füttern noch zu streicheln.“ (Q: notesofberlin) RasenMÄHen leicht gemacht.
Lockerleicht geht’s hier morgen mit Lorenz Maroldt weiter. Ein letztes Mal im alten Design, ein letztes Mal nur eine Version. Wir sind gespannt und freuen uns auf das, was kommt! Bis ganz bald!
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