heute ist ein guter Tag, um mal auf dem Teppich zu bleiben – natürlich auf dem Roten der Berlinale. Das größte Publikums-Filmfest der Welt, nebenbei Deutschlands wichtigste Kulturveranstaltung, hebt ab heute den Vorhang für zehn Tage und Nächte, in denen Berlin sich wieder wie eine Stadt von Welt fühlen darf. Das Neue daran: Die Filmstars laufen auf dem Splitt Screen. Man darf gespannt sein, ob das ganze Schneeregenmatschgeröll bis zum Eröffnungsfilm heute Abend noch vom Potsdamer Platz gekratzt wird.
Der Star der ersten Gala ist nicht nur von Herzen Berliner: Weltregisseur Wim Wenders wird diesmal die Berlinale-Jury leiten. Mit seinem Film „Der Himmel über Berlin“ hat er den Zukunftsträumen der einst geteilten Stadt ein ewiges Denkmal gesetzt. Heute sieht Wenders seinen Film und die Stadt mit anderen Augen, wie er uns im exklusiven Tagesspiegel-Interview erzählt hat. Die Mauer sei verschwunden, „aber bei uns klaffen Wunden, die nicht zugehen wollen“, sagt der 80-Jährige. Berlin leide inzwischen „an einem krassen Mangel an Zukunft“ und brauche deshalb eine neue Vision „oder zumindest eine Art gemeinsamer Erzählung, was Berlin sein könnte, besser: werden könnte“. Dafür müsse die Stadt einmal innehalten, so wie Menschen es auch immer mal wieder tun. Das ganze Gespräch, in dem Wim Wenders über den Wandel der Filmbranche spricht und seinen peinlichsten Berlinale-Moment verrät, lesen Sie hier.
Die Gegenwart unserer Welt und sicher manche Zukunftshoffnung finden sich in den 277 Filmen, die die Berlinale ab heute zeigt (25 Tipps unserer Redaktion für den Programm-Dschungel finden Sie hier, 10 Tipps für den Ticket-Dschungel gibt es hier).