Kai Wegner ist zurück in Berlin, nach vier vollen Tagen in Winhoek/Namibia. Und wie sieht die Bilanz der ersten Afrika-Reise des Regierenden aus? Zwischen vielen offiziellen Terminen und Höflichkeitsbesuchen mit Ministerien, Stadtverwaltung und Unternehmern gab es zumindest etwas Raum für Gespräche mit den Menschen auf der Straße, wie Checkpoint-Autor Christian Latz berichtet, der vier Tage lang nicht von Wegners Seite wich. Was Berlin von seiner Partnerstadt Windhoek lernen könne? Dazu fiel Wegner nicht viel ein, auf Nachfrage nannte er das Jugendparlament und die öffentliche Videoüberwachung.
Eher sprachlos war der CDU-Politiker auch beim Thema Kolonialismus. Viele Nachfragen, eine Antwort: Wegner sprach stets nur knapp von einer „dunklen Zeit“, um die es den Menschen in Namibia kaum noch gehe. „Wichtiger als die Vergangenheit ist die Gegenwart und Zukunft.“ Welche Rolle diplomatische Erwägungen aus dem Bund spielten, blieb bis zuletzt unklar (mehr dazu hier).
Und dennoch verkündete Wegner (auch angesichts großer Gastfreundschaft seiner Amtskollegin Ndeshihafela Larandja) bereits am ersten Tag: „Ich fühle mich hier wie zuhause.“ Der Regierende kann sich schon im November revanchieren: Dann kommt eine Delegation aus Windhoek nach Berlin.
Und Wegner? Bleibt dem Vernehmen nach erstmal am Boden. Schließlich gibt es in Berlin auch einiges zu tun – zum Beispiel einen Wahlkampf zu gestalten.
Apropos: Während Wegner in Namibia weilte, war SPD-Kandidat Steffen Krach bekanntlich am Donnerstagabend bei der Checkpoint-Revue zu Gast (Bericht hier). Kenner der Berliner Landespolitik wunderten sich, was ein alter Bekannter da in der ersten Reihe neben ihm zu suchen hatte: Matthias Kuder, derzeit Sprecher von Franziska Giffey in der Wirtschaftsverwaltung und stellvertretender Senatssprecher. Kuder hatte bis 2021 die Pressearbeit für Krach gemacht, als der noch Wissenschaftsstaatssekretär in Berlin war.
Als Krach nach Hannover ging, hat er dem Vernehmen nach sogar versucht, Kuder zum Mitkommen zu überreden. Nun kehrt Krach nach Berlin zurück – und Kuder zu Krach. Wie der Checkpoint aus SPD-Kreisen erfuhr, wird Kuder ab dem 1. November Krachs Sprecher für den Wahlkampf, angesiedelt beim Landesverband im Kurt-Schumacher-Haus. Erst die Spitzenkandidatur, nun der Sprecher – keine einfachen Zeiten für Franziska Giffey.
Immerhin kehrt in dieser Woche ihre Vertraute Lisa Frerichs aus der Elternzeit zurück und spricht dann auch wieder für den Senat. Wir wünschen gute Eingewöhnung.
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Und damit zurück zu den dunklen Zeiten: Ein Paar ist am Freitag aus dem linken Café „K-Fetisch“ (sprich: Kaffeetisch) in Neukölln geworfen worden – offenbar allein wegen eines hebräischen Schriftzugs auf dem T-Shirt, wie es die Frau unserem Kollegen Alexander Fröhlich schildert.
Ob das Hebräisch sei, habe die Mitarbeiterin am Tresen gefragt, und dann gesagt, sie bediene keine Zionisten. „Sie begann, mich lautstark zu beschimpfen, ich würde den Genozid in Gaza unterstützen, Hebräisch sei die Sprache des Unterdrückers“, schildert es die Betroffene zwei Tage später. „Und dass sie keine Menschen wie mich in ihrem Café dulden würden.“ Besonders perfide: Das „Falafel Humanity Shirt“, das die Frau trug, ist Teil eines Charity-Projekts, um Frieden und Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern zu fördern. Doch das ist offenbar nicht mehr willkommen – selbst nicht in einem sogenannten Kollektiv-Café, das ein „Safe Space“ für queere Menschen sein soll und sich gegen Rassismus, Sexismus und Diskriminierung engagiert.
In unserer Leserbefragung zu den größten Gefahren auf Berlins Schulwegen gehörte die Saarstraße in Friedenau zu den meistgenannten. Groß ist die Empörung über die Abschaffung des Tempo-30-Bereichs. Neben dem lokalen SPD-Abgeordneten Orkan Özdemir bearbeitet auch deren verkehrspolitischer Sprecher Tino Schopf die Verwaltung von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU), ihre Entscheidung für Tempo 50 rückgängig zu machen. Doch nicht einmal eine Kindertagespflege direkt an der Straße kann die Behörde erweichen. Sie sei wegen anderer Betreuung und geringerer Kinderzahl „nicht identisch zu bewerten wie eine Kindertagesstätte“, ließ Verkehrsstaatssekretär Arne Herz (CDU) den SPD-Mann wissen. Die Leiterin der Tagespflege sagt: „Wenn Eltern sich bei mir vorstellen, ist ihre größte Sorge oft die Saarstraße. Sie ist auch manchmal der Grund, die Kinder nicht hierher zu schicken.“ (Quelle: Morgenpost). So löst sich das Problem von selbst.
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Ebenfalls ein Problem mit Geschwindigkeit haben die Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Weißen See – nur in die andere Richtung. Seit 2018 wird das denkmalgeschützte Schulgebäude in der Amalienstraße saniert, der Unterricht findet in einer maroden Ausweichschule statt. Am Freitag wurde die Rückkehr in den eigentlichen Standort erneut verschoben – nur fünf Wochen vorm geplanten Termin. Unser Kollege Christian Hönicke titelte: „Wird diese Schule je wieder öffnen?“
Nun wenden sich die Eltern mit einem Offenen Brief an Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). „Wir können diese weitere Verschiebung nicht noch einmal lautlos hinnehmen“, heißt es darin. „Der aktuelle Ausweichstandort ist eine Katastrophe.“ Das Erdgeschoss sei seit Einzug gesperrt, die Sanitäranlagen marode, Fenster ließen sich nicht öffnen, in Klassenzimmern fielen Deckenplatten herunter, digitale Infrastruktur für einen zeitgemäßen Unterricht fehle. „Wenn ein Interimsbau zum Dauerzustand wird, dann müssen dort auch dauerhafte Bedingungen geschaffen werden“, heißt es in dem Schreiben der Gesamtelternvertretung, das dem Checkpoint vorliegt. „Alles andere ist eine Missachtung der Bildungsansprüche der Kinder und der Fürsorgepflicht für das Kollegium.“ Am Montag nach den Ferien wird vor der alten Schule demonstriert – wenn hier eigentlich schon wieder der Unterricht stattfinden sollte.
Nachdem die Björn-Steiger-Stiftung eine Studie zu Hauptursachen und typischen Folgen von E-Scooter-Unfällen präsentiert hat (jeden Tag verunglücken in Berlin durchschnittlich zwei Menschen), steuert die Polizei auf Checkpoint-Anfrage aktuelle Zahlen bei. Demnach wurden im ersten Halbjahr in Berlin schon 657 Unfälle mit Scooter-Beteiligung registriert. Damit zeichnet sich für 2025 ein deutlicher Anstieg ab, denn in den drei kompletten Jahren davor waren es jeweils „nur“ zwischen 1004 und 1144 Crashs. 346 Menschen wurden im ersten Halbjahr verletzt, 49 davon schwer. Besonders auffällig ist die hohe Verursacherquote: Rund 80 Prozent der Scooter-Fahrer haben ihren Unfall ganz oder teilweise selbst verbockt. Vorsicht gilt vor allem bei sich nun anhäufenden Laubhaufen.
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Und noch ein paar Leseempfehlungen:
U-Bahn-Zugangssperren, Magnetbahn, Iron Dome: Berlins CDU-Fraktionschef Dirk Stettner kommt mit immer neuen Ideen – von denen bislang nicht eine einzige umgesetzt wurde. Was treibt ihn an?
Nach Vorbild des Rechtsterroristen Anders Breivik: Neonazi drohte in Berlin mit Amoklauf und dem Tod vieler Ausländer. Die Polizei nahm in fest.
Spuk, Tiere und Ausflüge: Mit diesen Tipps wird Ihren Kindern in den Herbstferien ganz sicher nicht langweilig.
Mord, Körperverletzung, Vergewaltigung: Die Zahl der Frauen, die Gewalt betroffen sind, steigt in Berlin seit Jahren auf immer neue Rekordwerte. Ausgerechnet beim Gewaltschutz soll nun gespart werden.
Goya, Monet, Max Ernst und Diane Arbus: Zehn neue Ausstellungen, die Berlin im Oktober bereichern.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Heute wird der Baustart der neuen Ringbahnbrücke gefeiert, zehn Tage später folgt die erste große Sperrung. Zeitplan, Umleitungen, S-Bahn-Sperrung: Alles Wichtige gibt es hier.
Weniger schnell geht es an so manch anderer Ecke: Nach fulminantem Baustart und ein paar Parkplätzen weniger passierte zwei Wochen lang gar nichts auf der Langenscheidtstraße in Schöneberg. Nach und nach eroberten sich die Anwohner ihre Straße zurück und stapelten teils kreativ die rot-weißen Schrankenzäune. „Markierungs- und Asphaltarbeiten sind aufgrund der Aufbringungs- und Trocknungsvorraussetzungen stark wetterabhängig”, teilte Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) mit. Klingt logisch – wenn nicht weiter oben in der Monumentenstraße fröhlich gepinselt worden wäre. Einen Effekt hatte die Anfrage allerdings: Die Schrankenzäune wurden am Freitag vollständig weggeräumt.
Den Wald vor lauter Müll nicht sehen: Auf die Frage des CDU-Abgeordneten Martin Sattelkau, wie viel Schrott illegal in Berliner Wäldern abgeladen wird, herrscht Schweigen in selbigen: Treptow-Köpenick, Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau führen keine Statistik, Reinickendorf verweist (als einziger Bezirk) auf die Berliner Forsten. Nur Neukölln, Lichtenberg und Tempelhof-Schöneberg liefern Zahlen, letzterer Bezirk allerdings nicht für 2025. Übrig bleiben: 13 bekannte Müllberge und viele Fragen.
Im August hatte der Christian Gräff (CDU) im Tagesspiegel angekündigt, sein Mandat im Abgeordnetenhaus niederzulegen, nun meldet das Amtsblatt Vollzug. Nachgerückt ist Johannes Martin, Jahrgang 1987, Regionalwissenschaftler mit Wohnsitz in Lichtenberg, der 2011 bis 2016 Persönlicher Referent eines gewissen Mario Czaja war, damals noch Senator für Gesundheit und Soziales.
Der Koalitionsvertrag ist lang, die Legislaturperiode kurz – und da wird so manches Vorhaben etwas überhastet eingeführt. Berlins Gymnasien müssen ab sofort das neue Fach „Wirtschaft-Arbeit-Technik“ (WAT) anbieten, ein Schritt zu mehr Berufsorientierung, den grundsätzlich alle gut finden. Allerdings müssen Schulen selbst Lösungen finden, das neue Fach unterzubringen – und zwar „kostenneutral“. Zu Lasten welcher Fächer das wohl geht? Es gibt erste Befürchtungen.
A Tönnchen, please! Wegen der jährlichen Personalversammlungen bei der BSR werden die Tonnen in dieser Woche jeweils einen Tag später geleert als üblich. Am Montag bleiben außerdem die Recyclinghöfe und die Selbstanlieferung am Müllheizkraftwerk geschlossen, am Dienstag heißt es bei der Straßenreinigung: We don’t kehr.
Apropos Kehr-Arbeit: Unter dem Motto „New Work“ (nicht zu verwechseln mit New York) präsentiert die BSR intern die Ausstattung ihrer künftigen Zentrale am Südkreuz. Bei den Kantinenstühlen wird’s der bis 180 Kilo belastbare „Brunner A Chair“ aus Recyclingkunststoff, der „bei einem Stuhltest der operativ Beschäftigten“ klar gewonnen habe. Zum Wohlfühlklima sollen Kunstpflanzen beitragen – darunter mannshohe Palmen, Strelitzien und Fici (spricht man laut Duden „Fitsi“) zu Stückpreisen bis 426 Euro. Dafür müssen keine Kollegen mit dem Laubbläser durchs Büro, wenn mal jemand vergessen hat zu gießen.
Die Senatskanzlei informiert: „Kai Wegner vor Ort‘ in Steglitz-Zehlendorf wird verschoben.“ Wohin? Ein Ersatztermin werde rechtzeitig bekanntgegeben, wer sich bereits für den Ursprungstermin am 3. November angemeldet habe, würde direkt informiert.
Das Bezirksamt Spandau informiert (via Amtsblatt, Rubrik „Festsetzung/Aufhebung von Grundstücksnummern): Die Motardstraße 98 in Siemensstadt ist künftig die Motardstraße 98. Es kommentiert die langjährige Werbestimme der Gropiuspassagen: Erklären kann man das nicht.
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Tagesspiegel „Vital-Welt“ meets Waldorf Astoria Berlin: Erleben Sie einen Tag der Entspannung in dieser Wohlfühloase im Herzen Berlins mit fünf Therapieräumen, wolkenförmigem Pool, finnischer Sauna, Dampfbad, Fitnessstudio und Sonnenterrasse auf der 6. Etage. Jetzt buchen!
Im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf ist der Stempel Nr. 309 mit Landeswappen „in Verdacht auf Urkundenfälschung geraten“ und wird deshalb für ungültig erklärt – und zwar rückwirkend zum 21. Mai.
Die Finanzverwaltung sucht eine/n Brandschutzbeauftragte/n. Kein Wunder bei dem brenzligen Landeshaushalt 2026/27, der gerade im Parlament verhandelt wird. Dort wurde am Donnerstag die Streichung von Reparaturbonus, Parkläufern, Gründachförderung und Mitteln fürs Projekt Saubere Stadt wieder zurückgenommen.
Falls Sie Ihr Mofa vermissen, das am 5. Oktober aus einer Garage in der Radenzer Straße in Baumschulenweg verschwunden ist: Das hat die Polizei sichergestellt, zur Gefahrenabwehr. Sie haben zwei Wochen Zeit, die Abholung beim Polizeiabschnitt 35 zu regeln. Danach „wird das Mofa verwertet“ (Quelle: Amtsblatt).
Zitat
„Ick bin doch Babylon Berlin. Die versuchen alle, mich nachzuäffen, kopieren meine ureigenen Insignien.“
Entertainerin Désirée Nick, die gerade einen Berlin-Reiseführer herausgebracht hat. Elisabeth Binder hat sie getroffen.
Stadtleben
Verlosung – An der Schaubühne erkundet Yael Ronen in seinem Stück „Replay“ Echos, die ein vergangenes Ereignis in der Gegenwart haben kann: 1987 bricht eine Opernsängerin aus der DDR zu einem Engagement nach Bayreuth auf und bleibt dort. Die Töchter Lotte und Luise lässt sie beim Ehemann in Dresden zurück. Nach der Wende werden die beiden ungleichen Schwestern zu zeitgenössischen Variationen des doppelten Lottchens. Als erwachsene Frauen wiederholen und variieren sie Konflikte, Neurosen und Verhaltensmuster aus der Vergangenheit bis in die nächste Generation fast vierzig Jahre später. Für die Vorführung am 26.10. um 19 Uhr verlosen wir 2x2 Karten. Kurfürstendamm 153, U-Bhf. Adenauerplatz
Essen & Trinken – Das Heiß- und auch Kaltgetränk Matcha Latte war so lange im Trend, dass es inzwischen mehr oder weniger gewöhnlich wurde. Wobei, probiert man die gesüßte Variante in dem kleinen koranischen Café Schim:Pause im Prenzlauer Berg, kommt man nicht umhin, dem deutlich zu widersprechen: Gewöhnlich ist hier gar nichts. Die Behauptung, es handle sich um den besten Matcha in ganz Berlin, muss jedenfalls noch erst noch widerlegt werden. Ganz nebenbei: Die Speisekarte mit Toast, Sandwiches und anderem Gebäck kann sich auch sehen lassen! Mo bis Fr 8-17, Sa/So 9-17 Uhr, Dunckerstraße 85, U-Bhf. Eberswalder Straße
Noch hingehen – Weil es draußen feucht und die Temperaturen immer noch recht annehmbar sind, sprießen in den Berliner Wäldern die Pilze. Wer Zeit und Muße hat, die Essbaren zu sammeln, sollte das noch vor dem Wochenende tun. Dann ist man nämlich relativ ungestört auf der Pirsch, was wiederum das Sammlerglück deutlich steigert. Im Oktober bietet der Botanische Garten meist montags, mittwochs und freitags eine kostenlose Beratung an. Botanikschule, Raum E05, Unter den Eichen 5, S-Bhf. Botanischer Garten
Last Minute Tickets – Früher war die Französin Nathalie Stutzmann die weltbeste Kontraaltistin, heute dirigiert sie regelmäßig auch bei den Bayreuther Festspielen. Zu ihrem Debüt bei der Berliner Staatskapelle schreibt sie zunächst den „Vater der russischen Musik“ Michail Glinka und dessen Ouvertüre zu Ruslan und Ludmila aufs Programm. Es folgt Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 und Peter Tschaikowskys Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64. Für das Konzert heute um 19 Uhr in der Staatsoper unter den Linden gibt es noch Tickets. Unter den Linden 7, U-Bhf. Museumsinsel
Grübelstoff – Sind es die bunten Blätter, die frischen Temperaturen oder der Umstand, dass man wieder ohne schlechtes Gewissen zu Hause bleiben kann, was gewisse Menschen zu der Aussage bewegt, der Herbst wäre ihre liebste Jahreszeit?
Kiekste
Ja und? Familie Mülleimer aus Mitte möchte hier eben die Straße queren! Dank an Leser Volker Schewitz. Weitere Scherzchen aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Bis 2. November sind Richtung Wedding die Anschlussstellen Buschkrugallee, Britzer Damm, Gradestraße, Oberlandstraße, Tempelhofer Damm und Alboinstraße gesperrt.
A100 (Stadtring): In den Nächten 20./21.10.2025 (Mo/Di) und 21./22.10.2025 (Di/Mi), jeweils von 21 bis 5 Uhr, ist die Autobahn in beiden Richtungen zwischen den Anschlussstellen Oberlandstraße und Sonnenallee bzw. AS Späthstraße (Richtung Wedding bis Kreuz Schöneberg/AS Sachsendamm) gesperrt.
Kiefholzstraße (Alt-Treptow): Bis Ende Oktober ist die Straße stadtauswärts zwischen Elsenstraße und Treptower Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Rankestraße (Charlottenburg): Die Straße ist ab 6 Uhr bis zum 8.11.2025, 18 Uhr, Anbindung Tauentzienstraße/Kurfürstendamm für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Müggelseedamm (Friedrichshagen): Bis Samstag, 16 Uhr ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Pfeiffergasse und Emrichstraße für Kfz-Verkehr gesperrt.
Alfred-Kowalke-Straße (Friedrichsfelde): Bis Mitte November ist die Straße Richtung Am Tierpark zwischen Zachertstraße und Am Tierpark für Kfz-Verkehr gesperrt.
Großbeerenstraße (Kreuzberg): Bis Ende Oktober ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Ida-Wolff-Platz und Hallesches Ufer für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Bruno-Baum-Straße (Marzahn): Bis Freitagabend ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Kiebitzgrund und Pekrunstraße für Kfz-Verkehr gesperrt.
Brunsbütteler Damm (Spandau): Bis zum 1.11.20.25 ist die Straße stadteinwärts zwischen Nennhauser Damm und Haberlandweg für Kfz-Verkehr gesperrt.
Nahverkehr – U2: Die Linie ist bis zum 3.11.2025 zwischen Stadtmitte und Senefelderplatz unterbrochen.
S1, S2, S25 und S26: Ab 4 Uhr bis zum 24.10., ca. 1.30 Uhr fahren keine Züge der Linien S1, S2, S25 und S26 zwischen Gesundbrunnen und Bornholmer Straße. Ein Ersatzverkehr mit barrierefreien Bussen ist eingerichtet. Zwischen Nordbahnhof und Gesundbrunnen besteht Pendelverkehr im 10-Minutentakt mit Umstieg in Humboldthain. Die betroffenen Linien fahren wie folgt:
* S1: Wannsee <> Nordbahnhof und Bornholmer Straße <> Oranienburg, mit Halt in Wollankstraße in beiden Fahrtrichtungen
* S2: Blankenfelde <> Nordbahnhof und Greifswalder Straße <> Bornholmer Straße <> Bernau
* S25: Teltow Stadt <> Potsdamer Platz und Schönholz <> Hennigsdorf
* S26: Teltow Stadt <> Potsdamer Platz
Demonstration – Für heute sind 20 Demos angemeldet (Stand 17.10., 12.30 Uhr), u.a. „Mahnwache gegen den Faschismus“: 100 Teilnehmende, Platz der Märzrevolution (0-23.59 Uhr)
„Bitte passt auf mich auf! – Die Friedensstatue Ari ruft die Nachbar*innen zur friedlichen Mahnwache auf (...)“: Zehn Menschen, „Korea-Verband e.V.“, Birkenstraße 1 (7-21 Uhr)
„Wohnraumversorgung“: 30 Menschen, „Kotti & Co“, Fehrbelliner Platz 4 (16-18.30 Uhr)
„Radweg in der Kantstraße erhalten! Sicher Radfahren in Charlottenburg und ganz Berlin“: 100 Teilnehmende, „ADFC Berlin Stadteilgruppe City West“, ab Savignyplatz 9-10 über Kantstraße, Otto-Suhr-Allee, Kaiser-Friedrich-Straße, Bismarckstraße und wieder zurück (17.30-19 Uhr)
„Dauermahnwache für die Abschaltung aller Atomanlagen“: Sechs Demonstrierende, Willy-Brandt-Straße 1 (18-19 Uhr)
Gericht – Fünf Männer, die zu einer Automatenknacker-Bande gehört haben sollen, kommen auf die Anklagebank. Es geht um sieben Taten. Die 40- bis 54-Jährigen sollen Geldautomaten gewaltsam aus der Bodenverankerung gerissen und abtransportiert oder an Ort und Stelle aufgeschnitten und geplündert haben. Die Staatsanwaltschaft strebt die Einziehung von Taterlösen in Höhe von etwa 63.000 Euro an (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 700).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Thomas Birk (64), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), bis 2016 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und dort Sprecher für die Bereiche Verwaltungsmodernisierung und Queer-Politik / John von Düffel (60), Schriftsteller und Dramaturg, bis 2023 am Deutschen Theater, seit 2025 Intendant des Bamberger ETA-Hoffmann-Theaters / Katharina Schüttler (46), Schauspielerin, spielte u.a. in dem Frenseh-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ mit / Heike Klüver (44), Politikwissenschaftlerin, seit 2016 Professorin für„Politisches Verhalten im Vergleich“ am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität / „Giuliano Pascarella (40), Gründer der Bio Marke Mamma Natur, herzlichen Glückwunsch dem Spandauer von seinen Berliner FreundenInnen“ / Najem Wali (69), irakischer Schriftsteller und Journalist (u.a. S.Z. & Die Zeit), 2021 wurde sein Buch „Soad und das Militär“ auf der Kairoer Buchmesse auf den Index gesetzt
Nachträglich: „Das kommt jetzt etwas spät, Jo-i. Andererseits ist es niemals zu spät, Dir von Herzen ein Jahr voller Gelächter, Glitzer, Glamour, Groove, Glanz und Gloria zu wünschen. Und Gin. Selbst wenn praktisch alles dagegenspricht. Egal. Wunsch ist Wunsch, und dieser soll unbedingt in Erfüllung gehen. Lebe hoch und gut!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Renate von Bülow (geb. Schoof), * 1. September 1931, verstorben am 5. Oktober 2025 / Wolfgang Morsch, * 18. Januar 1941, verstorben am 9. Oktober 2025 / Totila Wolfgang Pauli, * 20. Juli 1939, verstorben am 22. September 2025 / Christa Rühl, * 16. Dezember 1934, verstorben am 15. Oktober 2025
Stolperstein – Fritz Seidel wurde am 24. Januar 1884 in Breslau geboren. Er arbeitete als Abnahmeingenieur bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Ab 1919 war er Mitglied der KPD und von 1931 bis 1932 deren Stadtverordneter. Am 28. Februar 1933, in der Nacht des Reichstagsbrandes, wurde Fritz Seidel verhaftet und bis Ende September im KZ Sonnenburg inhaftiert. 1937 und 1939 wurde er erneut von den Nazis verhaftet und jeweils für einige Monate ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Am 20. Oktober 1942, starb er an den Haftfolgen. Heute erinnert ein Stolperstein in der Schwedter Straße 250 in Mitte an Fritz Seidel.
Encore
Während viele Küstenorte in Italien über zu viel Tourismus klagen, hat Vallecrosia ein anderes Problem: Wegen des Tals im Namen (Valle), werde die Kleinstadt von den Algorithmen in den Bergen verortet, sagt der Bürgermeister. Anstatt die Ruhe zu genießen, schlug er vor, dem Ort einfach den Zusatz „al mare“ zu verpassen, damit auch die letzte Suchmaschine versteht, was hier die Hauptattraktion ist (Mittelmeer). Dass diese Meldung am Wochenende um die Welt ging, reicht vermutlich schon aus, um den Tourismus zu beflügeln. Das beflügelt vielleicht auch so manchen Marketingmenschen hierzulande. Wie wär’s mit Valleberlin al mare? Vom Berg auf dem Tempelhofer Feld kann man bei guter Sicht vielleicht sogar bis zur Ostsee sehen.
In den Fluten Berlins gefischt haben für diesen Checkpoint Alexander Fröhlich, Margarethe Gallerdörfer und Valentin Petri (Recherche & Hinweise). Das Stadtleben hat Tobias Langley-Hunt serviert und Jennifer Katona einmal feucht durchgewischt (Produktion). Morgen grüßen Sie hier Robert Ide und Sönke Matschurek.
Bis bald!