der Satz bleibt in der Eingangshalle hängen: „Wat is hier los in dieser Stadt, Herr Bürgermeister?“ Ein aufgebrachter Mann zeigt auf einen älteren Herrn im Rollstuhl, „ich bin am Ende meiner Kräfte“, sagt dessen Frau. Warum die beiden hier gelandet sind, in einer Turnhalle am Hüttenweg und nicht in einem Krankenhaus, weiß niemand. Die Innensenatorin verspricht, sich umgehend zu kümmern.
Die Szene läuft am Abend bundesweit im Fernsehen. Ebenso wie jene, die kurz darauf folgte: Auf einem der Feldbetten liegt unter dicken Decken eine 98-jährige Frau, Kai Wegner (CDU) und Iris Spranger (SPD) sprechen kurz mit ihr, sichtlich um Empathie für ihre Lage bemüht. Doch dann schimpft ihr Sohn los: Wie es sein könne, dass seine Mutter hier gelandet ist. „Das ist unmöglich!“
Wegner schaut, als hätte er mit all dem nicht gerechnet. Wirkt müde und überfahren von der Situation. Ein Eindruck, der sich durchs gesamte Wochenende zieht. Dabei hätte das sein Gummistiefel-Moment werden können. Ein Stromausfall mit rund 50.000 unmittelbar betroffenen Menschen, verursacht durch einen linksextremistischen Brandanschlag. Zynisch gesprochen kann es besser gar nicht laufen im Wahlkampf.
Doch Wegner, der Ärmelhochkrempler, der sich gern als Kleingartenkumpel von nebenan inszeniert, verschickt am Samstagnachmittag nur ein Statement, zehn Stunden nach dem Anschlag, und fährt erst Sonntagmittag, noch einmal 20 Stunden später, in die betroffenen Gebiete.
Als viele schon eine Nacht gefroren hatten, schlägt ihm hier, in der Notunterkunft im Cole-Sports-Center in Dahlem ungebremst die Wut entgegen. „Ich war den ganzen Tag zu Hause, weil ich telefonieren musste“, sagte Wegner vor der Halle. „Ich habe mich in meinem Büro eingesperrt.“ Er habe seit den frühen Morgenstunden in engem Austausch mit den Krisenstäben gestanden, sagte seine Sprecherin dem Checkpoint am Sonntagabend. Gespräche mit dem Bundeskanzleramt, dem Bundesinnenministerium, Stromnetz Berlin, Sitzung des Krisenstabs … Und dennoch gelingt es Wegner an diesem Tag nicht, als Herr der Lage rüberzukommen. PR-mäßig ist der Einsatz für ihn das, was sie für viele Menschen im Südwesten Berlins derzeit tatsächlich ist: eine Katastrophe.
Und in Wirklichkeit? Sind viele Menschen bei Freunden und Familie untergekommen. Lichterfelde ist seit dem Mittag wieder ans Netz angeschlossen, in Zehlendorf, Nikolassee und Wannsee wird weiter gefroren. In den meisten Pflegeheimen, Krankenhäusern und Supermärkten steht die Versorgung mit Notstrom. Das Technische Hilfswerk ist seit 9.30 Uhr am Samstag durch die Feuerwehr eingebunden.
Wegner rief am Sonntagnachmittag die Großschadenslage aus, um auch die Bundeswehr um Hilfe bitten zu können. Nach Checkpoint-Informationen ist der Amtshilfeantrag allerdings noch nicht gestellt worden. Stromnetz Berlin wurde gebeten, zu prüfen, ob die Hilfe bei der Reparatur der beschädigten Kabel benötigt wird. Der Senat hat das Ziel, schneller als bis Donnerstag fertig zu sein. In den Nächten soll es bis zu minus 6 Grad werden.
Anzeige
Diese Woche ist wieder Free Thursday in den KW Institute for Contemporary Art. Bei kostenfreiem Eintritt und verlängerten Öffnungszeiten können Sie die aktuellen Ausstellungen entdecken und in Kurzführungen mehr über die Geschichte des Bezirks Berlin-Mitte und der KW erfahren.
Vorbeischauen lohnt sich!
Do, 08.01.26 von 16:00–21:00
Mehr erfahren
Während im Rest der Stadt heute die Schule wieder losgeht, bleiben in Steglitz-Zehlendorf mindestens 19 Schulen geschlossen, darunter 14 öffentliche und fünf private. Die vollständige Liste finden Sie hier. Das bleibt mindestens bis einschließlich Mittwoch so. Für Schülerinnen und Schüler mit dringendem Betreuungsbedarf hat die Bildungsverwaltung deshalb Notbetreuungsangebote zugesichert – die Liste der Ausweichstandorte findet sich hier. Zur Solidarität aufgerufen sind aber Schulen in der ganzen Stadt: „Kinder, die in anderen Berliner Bezirken andere Unterkunftsmöglichkeiten gefunden haben, können dort als Gastkinder aufgenommen werden.“
Für Kitakinder gibt es am Montag noch keine Notbetreuungsangebote – die Bildungsverwaltung will heute darüber informieren, was ab Dienstag geplant ist. Wohl dem, der spontan den Weihnachtsurlaub verlängern konnte.
Und für alle anderen? Gibt es zusätzlich zu den Notunterkünften nun die Möglichkeit, zum Selbstkostenpreis (ab 70 Euro) im Hotel unterzukommen, Codewort: „Stromausfall“. Initiiert wurde die Aktion vom Verein „VisitBerlin Partnerhotels“, einem Zusammenschluss von mehr als 200 Hotels, Hostels und Pensionen, der eng mit der landeseigenen Tourismusgesellschaft „VisitBerlin“ kooperiert.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) unterstützt die Initiative: Das Land Berlin verzichtet immerhin auf die City Tax. Wohl dem, der es sich leisten kann.
Anzeige
Stiftung Brandenburger Tor
Ausstellung „im Atelier Liebermann: Max-Artists“
Noch bis zum 1. März 2026
Zwölf junge künstlerische Positionen, zwölf Blicke auf die Gegenwart: Die Vielfalt der Berliner Kunstszene in einer Ausstellung. Weitere Informationen finden Sie hier.
Und wie kann ich helfen? Das fragen sich viele Berlinerinnen und Berliner in ihren warmen Wohnzimmern seit zwei Tagen. Ein Anlaufpunkt ist die Emmaus-Gemeinde direkt gegenüber dem U-Bahnhof Onkel Toms Hütte. „Zurzeit haben wir das Gefühl, dass es Menschen gibt, die Hilfe geben wollen“, sagte die Pfarrerin Susanne Seehaus meinem Kollegen Julius Geiler, der seit zwei Tagen ununterbrochen in den betroffenen Gebieten unterwegs ist. „Uns wäre es am liebsten, sie würden persönlich vorbeikommen und ihr Angebot mit uns besprechen.“ Außerdem hilfreich: Essen. „Suppe ist am besten“, sagt Seehaus. „Unkompliziert zu transportieren und aufzukochen.“
Wie Sie sonst noch helfen können, haben die Tagesspiegel-Kollegen hier zusammengetragen. Haben Sie noch Angebote? Schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de
Wie die Lage aktuell ist, können Sie hier in unserem Liveblog erfahren.
Und wenn Sie noch mehr lesen wollen, geht’s hier weiter:
+ Datenanalyse zum Stromausfall: Diese Berliner Kieze trifft es besonders hart.
+ Bis Donnerstag geht nichts: Warum dauert es so lange den Schaden am Stromkabel zu beheben?
+ „Die alten Leute sind hart im Nehmen“: So erleben Berliner den Stromausfall im Südwesten.
+ Geschäfte dicht, kein Handyempfang: der Mega-Stromausfall in Bildern.
+ Blitzauszug, Bewegungsmelder, Bibberkälte: Stromausfall kurz vor dem Geburtstermin – was tun?
+ Kurbelradio und Vorräte: Was alle für Notfälle im Haus haben sollten.
Anzeige
Europas erfolgreichste Turnshow – das „Feuerwerk der Turnkunst“ – kommt nach Berlin! VIVA verspricht, ein wahres Akrobatikfest des Lebens zu werden. Jede Darbietung trägt die Botschaft: Das Leben ist ein Geschenk – lasst es uns auspacken und genießen! Mit dabei: die Top-Turner Lukas Dauser und Andreas Toba.
25.01.2026 |19 Uhr
Uber Arena
Jetzt Tickets sichern!
Der CDU-Abgeordnete Martin Sattelkau sichert zahlreiche Arbeitsplätze in der Verwaltung, insbesondere im Bezirksamt Treptow-Köpenick. Kürzlich erkundigte er sich mit 33 Einzelfragen zu einer Baustelle in der Grünen Trift (die etwas abseits vom Nabel der Welt im Kietzer Feld liegt) und stellt praktisch zu jedem überquellenden Altkleidercontainer, der ihm begegnet, eine parlamentarische Anfrage.
Aktuell interessierte er sich mit neun Einzelfragen für ein Exemplar im Allendeviertel, was das BA (über den üblichen Umweg via Senatsverwaltung) zu folgender Anmerkung veranlasste: „Künftige Anfragen dieser Art können über die bekannten Meldeportale an das Bezirksamt Treptow-Köpenick übersandt werden. Durch die Abhandlung des Anliegens in Form einer Schriftlichen Anfrage über das Abgeordnetenhaus sind teilweise bis zu 15 Mitarbeitende der verschiedenen Ämter und Organisationseinheiten mit dem Anliegen befasst (Recherche, Bearbeitung, Freigaben).“ Deutlich mehr als bei einer Meldung über das Meldeportal. „Es gilt hier, Anliegen ressourcenschonend zu bearbeiten.“ Gilt übrigens überall.
Anzeige
Oper. Mord und Totschlag – Muss Wagner gecancelt werden?
Klaus Lederer, juristisch promovierter Kulturpolitiker, verhandelt große Opernstoffe zwischen Gewalt, Moral und Gegenwart. Gemeinsam mit dem Bratschenquartett „Die Staatsstreicher“ werden Wagner, Mozart & Co. pointiert musikalisch seziert. Ein Abend für Wagnerianer und solche, die es nie werden wollen. 12. & 13.1.2026, BAR JEDER VERNUNFT
Das Volksbegehren „Berlin Werbefrei“ mag nicht das spektakulärste seiner Art sein (vielleicht liegt’s an fehlender Werbung), aber die im Amtsblatt veröffentlichten Argumente der Initiative sind interessante Lektüre: Laut einer Studie von WallDecaux fixierten Autofahrer digitale Werbetafeln im Mittel 2,38 Sekunden, was bei 50 km/h 33 Meter Blindflug ergebe. Ströer habe 2023 rund 61 Millionen Kilowattstunden Strom für seine Werbeanlagen verbraucht – so viel wie reichlich 20.000 Berliner Durchschnittshaushalte (wenn sie denn welchen haben). Den 31 Millionen Euro jährlich, die Berlin für die Gestattung von Werbung auf öffentlichem Terrain einnehme, stünden Gewinne für Stadtbild (Hallo Kanzler!), Arten- und Klimaschutz sowie Verkehrssicherheit gegenüber. Am kommenden Freitag startet die Unterschriftensammlung.
Was in diesem Jahr landespolitisch noch wichtig wird, können Sie hier nachlesen. Werbetext: Mit Sicherheit nicht langweilig.
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ Seit 20 Jahren berät Lutz Trabalski Neumillionäre: Was Berliner Lottogewinner zuerst mit ihrem Geld machen.
+ Wie schafft man es, seine Vorsätze auch einzuhalten? Mentaltrainer und Performance-Coach Jim Murphy hat Spitzensportler beraten – und weiß, wie’s geht.
+ Hochinnovative Startups arbeiten in Berlin an der Satellitentechnik von morgen. Oder wie wir es nennen: der Himmel über Berlin.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Formvollendet verabschiedet hat sich gestern Abend Landesschülersprecher Orcun Ilter, „nach nun eineinhalb Jahren, langen Nächten sowie stundenlangen Diskussionen und Debatten“ macht er nun Abitur. Am Dienstag wird ein neuer Landesschülerausschuss gewählt. Und Ilter? Möchte in die Politik: Er kandidiert für die BVV Reinickendorf. „Auch wenn ein Lebensabschnitt vorbei ist, geht es für mich weiter. Ich bin mir sicher, dass man noch von mir hören wird!“ Davon ist auszugehen.
Ausgegangen sind die Lichter im Da Jia Le. Das beliebte chinesische Restaurant in Schöneberg hatte am 28. Dezember tatsächlich seinen letzten Tag am Standort in der Goebenstraße, weil die Betreiber die neueste Mietsteigerung nicht mehr mitmachen wollten (Erhöhung um 380 Prozent, CP vom 3.11.). Eine Nachfrage bei Familie Wu ergibt: Trotz der 40 Hilfsangebot der Checkpoint-Community ist noch immer kein neuer Standort gefunden. „Wir sind für jede Hilfe dankbar“, sagt Weili Wu. Hinweise (zur Miete, Platz für etwa 50 Gäste) nehmen wir weiter gern entgegen unter checkpoint@tagesspiegel.de.
Und gleich noch ein Aufruf: Vor 25 Jahren veränderte die Bezirksgebietsreform das Gesicht Berlins. Aus den ehemals 23 Bezirken wurden zwölf. Es wuchs zusammen, was bisher nicht zusammengehörte – und für manche bis heute nicht passt.
Wie hat die Bezirksreform Ihr Stadtgefühl verändert? Sind Sie zum Treptow-Köpenicker, Charlottenburg-Wilmersdorfer, oder für immer Weddinger? Verlaufen die neuen Grenzen zwischen Innenstadt- und Außenbezirken? Schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de.
Auch Neuberliner wissen: Wirklich getrennt wird heute mit Pollern. Also müssen die weg, findet so mancher – und greift beherzt zu. 21 Fälle von Diebstahl der rot-weißen Pfosten hat die Berliner Polizei bis Ende November registriert. Im Vorjahr waren es 16, wobei die realen Zahlen wohl höher liegen, weil „in Berlin keine Eingabeverpflichtung zur Erfassung des erlangten Gutes besteht“, wie die Polizei mitteilt. In einem Fall sei 2024 eine tatverdächtige Person ermittelt worden. Juristisch kann der Diebstahl von Pollern übrigens auch ein „gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“ sein, der vor Gericht ziemlich teuer werden kann.
Apropos gefährlich: Die Berliner Unfallkommission hat die Einmündung am Adlergestell in Grünau begutachtet, an der im November ein Autofahrer einem anderen die Vorfahrt genommen hatte, der daraufhin bei erlaubtem Tempo 70 frontal in den Gegenverkehr krachte und starb. Fazit: „Kurzfristig“ soll dort nun das übliche Tempo 50 beschildert werden. Das war lange überfällig: Seit 2012 hätte die Einmündung als offizielle „Unfallhäufungsstelle“ begutachtet und entschärft werden müssen. Aber weil auf der Liste fast 1600 Brennpunkte stehen und die Unfallkommission pro Jahr nur ein paar Dutzend schafft, musste erst etwas Schlimmes passieren, damit etwas passiert.
Apropos schlimm: Auf dem Grundstück des Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner (Linke) ist am Wochenende ein Brandanschlag verübt worden. Es ist nicht der erste Angriff.
Gasthaus Zur schwedischen Gardine: Wenn Sie dieses Jahr in Berlin ins Gefängnis kommen, kostet Sie das monatlich zwischen 239,70 Euro (Einzelzelle) und 70,50 Euro (mehr als drei Gefangene). 30 Tage Frühstück: 69 Euro, Mittag- und Abendessen jeweils 132 Euro. Landeseigenes Wohnen – preislich unschlagbar. (Q: Amtsblatt)
Ein ICE zwischen Hamburg und Berlin bleibt am Sonnabend kurz vor Uelzen stehen – drei Stunden lang. Fahrgast, frustriert: „Kennt man ja von der Deutschen Bahn.“ Schaffner, schockiert: „Aber Sie haben doch extra bei der Deutschen Bahn gebucht!“
Zitat
„Ich kiek mir deine Bilder zu gern an“
Sie will ein Praktikum, er schickt ein Flammen-Emoji zum Badeanzug-Foto. Vor einem Jahr verbreitete der RBB mit einem Bericht über Vorwürfe gegen Stefan Gelbhaar Falschnachrichten. Ein Chatverlauf offenbart jedoch Grenzüberschreitungen des Grünen-Politikers.
Stadtleben
Verlosung – Am 11. Januar 2026 feiert die Staatsoper Unter den Linden die Uraufführung der Märchenoper Das kalte Herz. Der Pianist und Lyriker Daniel Arkadij Gerzenberg schrieb das Libretto ausgehend von Wilhelm Hauffs gleichnamigen Märchen von 1827: Ein Mann möchte ohne die schmerzhaften Gefühle seines Herzens leben, seine Geliebte sucht die Verbindung mit ihm, und übersinnliche Mächte versuchen, ihn für sich zu gewinnen. Die Musik kommt von Matthias Pintscher. Für die Vorführung am 20. Januar um 19.30 Uhr verlosen wir 1x2 Karten. Schreiben Sie uns einfach an das Checkpoint-Postfach. Unter den Linden 7, U-Bhf. Museumsinsel
Essen & Trinken – Beim Thema vegane Ernährung scheiden sich bekanntlich die Geister. Das dürfte auch im noch jungen Jahr 2026 nicht anders sein. Trotzdem erachtet es so mancher Fleischesser gerade im Januar für sinnvoll, eine Pause einzulegen und sich im sogenannten Veganuary zu versuchen. Dass das nicht unbedingt Verzicht bedeutet, beweist die Karte im Froindlichst: veganer Ofenkäse, Burger mit veganem Beef- oder Chicken-Patty, Pizza mit Cashew-Parmesan oder veganer Bienenstich. Täglich 9.30-22 Uhr, Immanuelkirchstraße 31, Tram-Station Marienburger Straße
Noch hingehen – Am 8. Januar startet die bereits 35. Ausgabe der Tanztage. In den Sophiensaelen wird dann bis zum 24. Januar zeitgenössischer Tanz zwischen politisch-gesellschaftlicher Analyse und einer neuen Betrachtung des Genres Musical gezeigt. Eine wichtige Rolle soll dabei die Schnittstelle von Tanz, bildender Kunst, Musik und Performance spielen. Das gesamte Programm und Tickets finden Sie hier. Sophienstraße 18, U-Bhf. Weinmeisterstraße
Last-Minute-Tickets – Wenn man nach dem Programm der Bar jeder Vernunft geht, darf man noch bis zum 7. Januar „frohes Neues“ wünschen. Bis dann läuft nämlich die Die Neujahrsshow mit Thomas Pigor (Gesang), Benedikt Eichhorn (Piano) und Band. Geboten werden Chansons und spitze Schlaglichter auf das tagesaktuelle Hauptgeschehen an gesellschaftlichen Nebenschauplätzen – wie es im Programm heißt. Für die Vorführung heute um 20 Uhr gibt es noch Tickets. Schaperstraße 24, U-Bhf. Spichernstraße
Grübelstoff – Wie halten Sie es mit den Neujahrs-Glückwünschen – bis wann äußern Sie die? Laut diverser Knigge-Trainer soll die unscharfe Deadline wohl irgendwann in der zweiten Januarwoche liegen.
Kiekste
Achtung: Baum fällt in der Stülpnagelstraße in Charlottenburg! Köpfe einziehen und immer schön nach oben schauen. Gesehen und festgehalten von Checkpoint-Leserin Waltraud Rehberg. Vielen Dank für den Schnappschuss! Schicken Sie uns auch Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen mit Ihrer Zusendung aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Kantstraße (Charlottenburg): Für ca. ein Jahr ist in Richtung Breitscheidplatz zwischen Leibnizstraße und Wielandstraße der rechte Fahrstreifen gesperrt.
Mehringdamm (Kreuzberg): Bis Ende August ist stadteinwärts zwischen Blücherstraße und Tempelhofer Ufer der rechte Fahrstreifen gesperrt.
Gustav-Adolf-Straße (Weißensee): Die Straße ist voraussichtlich bis Freitagabend in beiden Richtungen zwischen Langhansstraße und Streustraße für den Kfz- und Radverkehr gesperrt.
Nahverkehr – U9: Bis auf Weiteres kommt es weiterhin zu Einschränkungen:
* Die Linie fährt abwechselnd nach S+U Bundesplatz und U Friedrich-Wilhelm-Platz. Fahrgäste nach Steglitz nutzen bitte immer die Züge Richtung U Friedrich-Wilhelm-Platz.
* Umstieg nötig in einen Pendelzug zwischen U Friedrich-Wilhelm-Platz und U Walther-Schreiber-Plat
* Zwischen U Walther-Schreiber-Platz - U Schloßstraße - S+U Rathaus Steglitz bitte die Buslinien M48, M85 oder 186 nutzen.
* Besonderheit am S+U Bundesplatz: Die Züge Richtung Osloer Straße fahren abwechselnd von beiden Bahnsteigen ab. Die Züge Richtung U Friedrich-Wilhelm-Platz jedoch fahren nur vom Bahnsteig Richtung Rathaus Steglitz (Gleis 1).
Regionalverkehr – RE4: In den beiden folgenden Nächten, jeweils von 21.45-1.15 Uhr fallen die Züge RE 3162, RE 3165, RE 3180, RE 3182, RE 3183 und RE 3185 zwischen Berlin-Spandau und Berlin Hbf aus. Als Ersatz nutzen Sie bitte alternative Verbindungen.
Wasserstraßen – Charlottenburger Verbindungskanal (CVK): Der Kanal wird bis zum 30.1.2026, jeweils Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 18 Uhr, für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt.
Landwehrkanal: Der Kanal ist vom Abzweig auf die Spree-Oder-Wasserstraße bis zur Unterschleuse vom 5.1.2026 bis zum 31.03.2026 für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt.
Demonstration – Für heute sind elf Demos angemeldet (Stand 2.1., 12 Uhr), u.a. „Unterschriftenübergabe der Böllerciao Petition für ein Böllerverbot“: 40 Menschen, „Deutsche Umwelthilfe“, Alt-Moabit 140 (10.45-11.30 Uhr)
„Russische Kultur bedeutet heutzutage in der Ukraine: Kriegsverbrechen, Vergewaltigung, Folter, Kunstraub, Landraub (...)“: Zehn Demonstrierende, Friedrichstraße 176-179 (16-20 Uhr)
„Gedenken der Femizide 2025“: 20 Teilnehmende, Weitlingstraße 22 (17-19 Uhr)
„Dauermahnwache: Für Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung“: 20 Personen, Kirchstraße 1 (17.45-19.30 Uhr)
„Frieden schaffen ohne Waffen“: 30 Menschen, Alt-Müggelheim (18-19 Uhr)
Gericht – Weil er aus Mordlust eine 20-jährige Passantin und deren Mutter mit einem Messer attackiert haben soll, kommt ein 19-Jähriger auf die Anklagebank. Bei dem Geschehen in Berlin-Friedrichsfelde habe er unvermittelt auf die junge Frau eingestochen. Sie erlitt mehr als 70 Stich- und Schnittverletzungen und habe zeitweise in Lebensgefahr geschwebt. Auch die 52-jährige Mutter, die zu Hilfe eilte, sei verletzt worden (12.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A701).
Universität – Sebastian Elsässer vom Institut für Islamwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hält in der Freien Universität heute ab 16 Uhr einen Vortrag zum Thema „Christen in der Arabischen Welt: Was lehrt uns das Beispiel der ägyptischen Kopten?“. Hörsaal 1a, Habelschwerdter Allee 45, U-Bhf. Freie Universität
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Roland Appel (72), ehemaliger Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), seit Dezember 2018 Vorsitzender der Radikaldemokratischen Stiftung i.G. / Jochen Sandig (58), Regisseur, Kulturunternehmer und Gründer mehrere Kulturinstitutionen in Berlin (u.a. Tacheles, Sophiensäle, Schaubühne, Radialsystem) / Angelika Schöttler (63), ehemalige Politikerin (SPD), bis 2021 Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg und Leiterin der Abteilung Finanzen, Personal und Wirtschaftsförderung / Markus Söder (59), Politiker (CSU), Ministerpräsident von Bayern, „Foodie“ und Berlin-Skeptiker / Frank-Walter Steinmeier (70), seit 2017 ist er der zwölfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Heinrich Rumphorst, * 4. Dezember 1934, verstorben am 23. Dezember 2025 / Jenny von Volckamer, * 10. November 1952, verstorben am 11. Dezember 2025
Stolperstein – Margarete „Grete“ Gerson (*1900 in Czarnikau) zog 1917 nach Berlin, um an der Lette-Schule eine Ausbildung zur Fotografin anzufangen. Nach ihrem Abschluss machte sie sich 1926 selbstständig und gründete ihr eigenes Unternehmen „Bismarck-Photo“ in Charlottenburg. Bis 1938 leitete sie das Geschäft und beschäftigte mehrere Angestellte, darunter auch ihre Lebensgefährtin Erna Hartmann. Sie wurde vermutlich im November 1942 von der Gestapo verhaftet und in einem Sammellager interniert; am 9. Dezember 1942 wurde sie nach Auschwitz deportiert und am 5. Januar 1943 ermordet. In der Knesebeckstraße 75 in Charlottenburg erinnert heute ein Stolperstein an Margarete Gerson.
Encore
Noch eine Nebenwirkung des Stromausfalls: Eigentlich hätten der Regierende Bürgermeister und die Innensenatorin heute um 11 Uhr im Roten Rathaus „von Landesbranddirektor Prof. Dr. Karsten Homrighausen vier Lego-Modelle von Feuerwehrfahrzeugen“ entgegennehmen sollen. Laut Senatskanzlei der „Auftakt des 175-jährigen Jubiläums der Berliner Feuerwehr“. Da hätte es in der Senatssitzung am Dienstag endlich mal handfeste Aufbauarbeit geben können, aber leider wurde der Termin aus nachvollziehbaren Gründen verschoben.
Hungrigen Reportern gibt das die Möglichkeit, länger bei der traditionellen Weihnachtsbaumverfütterung an die Elefanten um 10 Uhr im Zoo zu bleiben. Taugt ganz bestimmt auch zum Aufwärmen.
Ordentlich unter Strom für diesen Checkpoint waren Alexander Fröhlich, Ingo Salmen und Susanne Vieth-Entus. Tobias Langley-Hunt hat die warme Suppe serviert und Jasmine Dellé morgens die Übersicht behalten (Produktion). Morgen für Sie am Berliner Lagerfeuer: Jessica Gummersbach und Daniel Böldt.
Bis bald!
