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„Das ist unmöglich“: Stromausfall wird zur PR-Katastrophe für WegnerNoch kein Amtshilfeersuchen: Kommt die Bundeswehr zum Einsatz?„Suppe ist am besten“: Wie Berliner jetzt helfen können

von Anke Myrrhe
mit Margarethe Gallersdörfer und Stefan Jacobs
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der Satz bleibt in der Eingangshalle hängen: „Wat is hier los in dieser Stadt, Herr Bürgermeister?“ Ein aufgebrachter Mann zeigt auf einen älteren Herrn im Rollstuhl, „ich bin am Ende meiner Kräfte“, sagt dessen Frau. Warum die beiden hier gelandet sind, in einer Turnhalle am Hüttenweg und nicht in einem Krankenhaus, weiß niemand. Die Innensenatorin verspricht, sich umgehend zu kümmern.

Die Szene läuft am Abend bundesweit im Fernsehen. Ebenso wie jene, die kurz darauf folgte: Auf einem der Feldbetten liegt unter dicken Decken eine 98-jährige Frau, Kai Wegner (CDU) und Iris Spranger (SPD) sprechen kurz mit ihr, sichtlich um Empathie für ihre Lage bemüht. Doch dann schimpft ihr Sohn los: Wie es sein könne, dass seine Mutter hier gelandet ist. „Das ist unmöglich!“

Wegner schaut, als hätte er mit all dem nicht gerechnet. Wirkt müde und überfahren von der Situation. Ein Eindruck, der sich durchs gesamte Wochenende zieht. Dabei hätte das sein Gummistiefel-Moment werden können. Ein Stromausfall mit rund 50.000 unmittelbar betroffenen Menschen, verursacht durch einen linksextremistischen Brandanschlag. Zynisch gesprochen kann es besser gar nicht laufen im Wahlkampf.

Doch Wegner, der Ärmelhochkrempler, der sich gern als Kleingartenkumpel von nebenan inszeniert, verschickt am Samstagnachmittag nur ein Statement, zehn Stunden nach dem Anschlag, und fährt erst Sonntagmittag, noch einmal 20 Stunden später, in die betroffenen Gebiete.

Als viele schon eine Nacht gefroren hatten, schlägt ihm hier, in der Notunterkunft im Cole-Sports-Center in Dahlem ungebremst die Wut entgegen.