haben Sie sich für heute schon etwas überlegt? Zum ersten Mal seit 13 Tagen müssen Sie ohne Fußball auskommen, die zwei spielfreien Tage bis zum Achtelfinale am Samstag (Schweiz-Italien, Deutschland-Dänemark) reißen eine Leere in so manches Wohnzimmer – was hat man denn früher am Abend gemacht? Inspirationen gibt’s unten im Stadtleben (für Abonnenten).
Oder Sie beginnen langsam mit der Urlaubsplanung, denn:
Heute in drei Wochen starten bereits die Sommerferien. Besser bekannt als die Zeit, in der in vielen Familien ein seit Jahren erfolgreich einstudiertes Theaterstück in 6 Akten aufgeführt wird:
Akt1: Hektische Suche nach den Reisepässen der Kinder
Akt 2: Vorsichtiger, einäugiger Blick auf die Ablaufdaten
Akt3: Wutausbrüche und gegenseitige Schuldzuweisungen
Akt4: Hektische Suche nach dem Terminportal der Bürgerämter
Akt5: Wutausbrüche und gegenseitige Schuldzuweisungen
Akt 6: Verfluchen der Stadt und ihres Gesamtzustands, inkl. Infragestellen des Großstadtlebens und kurzer ImmoScout-Recherche
(verzweifeltes Gelächter aller Beteiligten)
Wie es am Ende doch noch zum Plottwist mit Happy End kommt? Ganz einfach, mit der Checkpoint-Fastlane zum Bürgeramtstermin. Gestern hatten wir hier nach Ihren Geheimtipps gefragt, einen Teil gibt es hier, die anderen sammelt Lotte Buschenhagen am Samstag im Tagesspiegel zusammen (online oder in der dicken, neuen Wochenendausgabe).
Los geht’s:
+ Immer morgens zwischen 7-9 und mittags reinschauen bei service.berlin.de. „In allen Fällen hatte ich am zweiten Tag der Suche einen Termin innerhalb von 3 Tagen. Zusatztipp: Als ich Reisepässe für die ganze Familie benötigte (5 Personen), habe ich nur einen Termin gesucht und bin mit allen hin. Die Mitarbeitenden waren zwar etwas genervt, haben es dann aber trotzdem gemacht.“ (Andreas Mager)
+ Hingehen und fragen ist die einzige Möglichkeit. Wer auf einen Termin im Internet wartet, wird immer enttäuscht. (W. Mankiewicz)
+ Die 115 anrufen… das klappt meistens ganz gut am Montagmorgen (Marcus Hollmann)
+ Für den absoluten Notfall gibt’s am BER eine Dienststelle der Bundespolizei. Hier kann man seinen Personalausweis für vier Wochen verlängern lassen bzw. erhält ein entsprechendes offizielles Schreiben, das von den Fluggesellschaften anerkannt wird. „Wurde von meinem Sohn erprobt und hat funktioniert.“ (Jutta Altemeyer)
+ Morgens am Tag selbst einfach auf die Homepage gehen, Anliegen eintippen und es gibt garantiert Termine frei. „So schlecht ist Berlin gar nicht aufgestellt! Nett waren sie bisher alle, ob in Zehlendorf, Tempelhof oder Kreuzberg.“ (Kristina Fischer)
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Aufgrund des großen Erfolgs zeigen wir Simon Stones gefeierte Inszenierung »Yerma« mit Caroline Peters und Christoph Gawenda in den Hauptrollen noch ein letztes Mal.
Vorstellungen am 30. Juni sowie
1., 2., 5., 6. und 7. Juli 2024.
Tickets: 030 890023, www.schaubuehne.de |
Schaubühnen-App
„Unser gesellschaftlicher Zusammenhalt und das freiheitliche und friedliche Zusammenleben in einer offenen Gesellschaft sind gefährdet“, heißt es in einem Antrag, den CDU und SPD in der nächsten Woche ins Abgeordnetenhaus einbringen wollen (liegt dem Checkpoint exklusiv vor). Die Regierungsparteien planen das Einsetzen einer Enquete-Kommission „für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung“.
Die Kommission soll aus 23 Mitgliedern bestehen, die anteilig von allen Parteien im Abgeordnetenhaus entsendet werden, nach Vorstellung der Antragsteller sollen es vor allem externe Experten sein. Die Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien, Raed Saleh (SPD) und Dirk Stettner (CDU), wollen selbst Teil der Kommission sein.
„Es ist gut, mal im geschützten Raum in Ruhe zu diskutieren“, sagte Saleh dem Checkpoint am Abend. „In der Vergangenheit war die Reaktion der Politik zu oft reflexartig und getrieben von Momentaufnahmen und Stimmungen. Dafür ist die Aufgabe zu groß.“ Auch mögliche Gesetzesänderungen bis hin zur Verfassungsänderung sollen diskutiert werden, beispielsweise um den Kampf gegen Antisemitismus in der Landesverfassung zu verankern.
„Ich gehe davon aus, dass Grüne und Linke nicht widersprechen, und ich hoffe, dass sie es mittragen“, sagte Saleh. Spätestens im Herbst soll mit der Arbeit begonnen werden, Zwischenbericht im nächsten Jahr, Abschlussbericht 2026.
Gratis gibt’s das neue Miteinander allerdings nicht: Jede Fraktion soll eine Vollzeitstelle mit Entgeltgruppe E13/3 TV-L bekommen, derzeit sind das 4748,54 Euro. Mal fünf Fraktionen wären das 23.742,70 Euro pro Monat und 284.912 Euro im Jahr. Mal sehen, ob der Finanzsenator das Geld für die gute Sache noch irgendwo findet.
Im Verfahren Junge Union gegen Junge Union hat erwartungsgemäß die Junge Union gewonnen. Moment, bitte was? Sie haben richtig gelesen: Im Verfahren „Junge Union Deutschlands, vertreten durch Harald Burkart als Landesvorsitzender, Landesverband Berlin…“ gegen „Junge Union Deutschlands, vertreten durch Johannes Winkel als Bundesvorsitzenden (Bundesverband)“ hat das Landgericht Berlin II beschlossen:
„Der Antragsgegnerin wird unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu zweihundertfünfzigtausend Euro … untersagt, jedwede Maßnahme zur Vorbereitung einer Landeskonferenz des Antragstellers zu ergreifen und eine Landeskonferenz des Antragstellers durchzuführen.“
Checkpoint-Kenner wissen sofort, worum es geht: den umstrittenen Berliner Landesvorsitzenden der Jungen Union, Harald Burkart. Dessen digitale Wahl aus dem Sommer 2023 (Checkpoint berichtete mehrfach) wird von der Berliner CDU und Teilen der Jungen Union nicht anerkannt. Nun geht die irre Geschichte weiter: Der Bundesvorstand der Jungen Union wollte nun offenbar einen Landesparteitag organisieren, um den Berliner Landesvorsitzenden Burkart abwählen zu lassen – zugunsten seines Rivalen Lucas Schaal. Die JU Berlin ging dagegen gerichtlich vor, der Eilbeschluss liegt dem Checkpoint vor (auch der rbb berichtet).
Burkart teilte auf Checkpoint-Anfrage mit: „Das Gericht hat anerkannt, dass es einen gewählten Landesvorstand gibt und die Bundes-JU nicht berechtigt ist, Neuwahlen in unserem Landesverband durchzuführen.“ Begründung des Gerichts: Die Junge Union Berlin hat das Recht, ihre eigenen landeseigenen Angelegenheiten selbst zu regeln. „Das ist ein sehr schöner Erfolg, der die Rechtssicherheit und Ruhe bringt, die wir für unsere Arbeit so dringend benötigen.“
Auf die Frage, ob er mit weiteren Angriffen rechnet, sagte Burkart dem Checkpoint: „Ich weiß nicht, ob die Minderheit, die gegen den gewählten Landesvorstand agitiert, sich noch weitere gerichtliche Niederlagen einfangen will. Es wäre jedenfalls im Interesse der Jungen Union Berlin, wenn wir nicht weiter durch solche undemokratischen Sperenzchen in unserer Handlungsfähigkeit beeinträchtigt würden.“
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Das Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin lädt am 30. Juni von 11-18 Uhr zum Fest „Auf unsere Art(en) - Ein Fest der Vielfalt“ ein.
Geboten werden Science Slam, Vorträge, ein interaktives Klimaquiz, Theater, Musik vom Orchester des Wandels, Infostände, Workshops, Exkursionen und kulinarische Angebote. Eintritt frei. Mehr Infos unter www.oekowerk.de.
Der Donut nach der Berliner Wiederholungswahl 2023 (Sie erinnern sich: innen grün, außen schwarz) liegt den Grünen immer noch schwer im Magen. Mit einer Konferenz am Freitag will die Partei nun endlich auch in den Berliner Außenbezirken ankommen. Titel der Veranstaltung: „Jwd adé – Gut versorgt in Berlin und Brandenburg“. Wo? Natürlich in Spandau (bei Berlin und doch nicht in Brandenburg).
Um den größten Kulturschock zu vermeiden, widmen sich die Grünen vorsichtshalber einem Thema, bei dem sie sich sicher fühlen: Verkehr. Laut einem Thesenpapier, das dem Checkpoint vorliegt, wollen die Grünen unter anderem einen zweiten Bahnring, „der die äußeren Ortsteile und Brandenburg verknüpft“ und (warum nicht?) perspektivisch auch einen dritten – „rund um Berlin als Regionalverkehrsring“. Dazu kommen die Klassiker: Verlängerungen bestehender S- und U-Bahnlinien, Taktverdichtungen im Regionalverkehr sowie neue Straßenbahn- und Buslinien zwischen Berlin und Brandenburg. Hat jemand Auto gesagt?
Apropos Grüne: Die wollen bekanntlich den Zaun um den Görlitzer Park in Kreuzberg noch verhindern – und gehen gerichtlich dagegen vor, dass der Senat das Projekt an sich gezogen hat. Die ganze Geschichte rund um den Zaun des Anstoßes, erzählen wir am Freitag im „Checkpoint-Podcast“. Dafür interessiert uns Ihre Meinung: Wie halten Sie’s mit dem Zaun?

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Don Giovanni an der Deutschen Oper Berlin – am 29. Juni und 2. Juli 2024
In DON GIOVANNI treibt eine Figur ihr Unwesen, die wir zu kennen glauben, und die doch von sich selbst sagt: „Wer ich bin, erfährst du nie.“ In Roland Schwabs temporeich-genialer Inszenierung begeistern der Verführer aller Verführer und die Schar seiner Wiedergänger.
Karten gibt es hier
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ Nach Absage wegen Palästina-Protesten: Eltern dürfen jetzt doch mit zur Abifeier am Gymnasium Tiergarten.
+ Ausstellung in Berlin: Was Russlands Waffen über Putins Krieg verraten.
+ Retter am Limit: Senat verschärft Sparkurs bei der Feuerwehr.
+ Mammut-Projekt in Berlin startet bald: Der große Abriss-Plan für die Schönhauser-Allee-Brücke.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Noch einmal zurück zum Fußball: Gestern Abend um 22.54 gab es Feuerwerk über Berlin als Cenk Tosun die türkische Mannschaft in der 6. Minute der Nachspielzeit zum Sieg schoss, Tschechien aus dem Turnier warf – und die Türkei sicher ins Achtelfinale. Es folgten Jubelstürme und Autokorso, die ganz große Party blieb den türkischen Fans aber auch diesmal verwehrt: Die Fanmeile öffnete in der Vorrunde nur zu Deutschlandspielen und den Partien, die in Berlin stattfanden. Alle Spiele werden erst ab dem Viertelfinale gezeigt.
Aber, liebe Kulturprojekte, liebe Innenverwaltung: Für so ein Achtelfinale Österreich-Türkei am Dienstagabend werden sich doch wohl genügend Gründe finden, bei 200.000 Menschen mit türkischen Wurzeln in dieser Stadt? Und 8000 Österreichern.
Übrigens: Sollten die Österreicher gewinnen, und die Niederlande ihr Achtelfinale gegen Rumänien, dann lautet das Viertelfinale: Österreich-Niederlande, Austragungsort: Olympiastadion Berlin. Für alle, die am Dienstag im Stadion waren, ist die Vorstellung einer Wiederholung dieser riesigen bunten Party eine dieser unglaublichen Geschichten, die nur der Fußball schreibt.
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Begleiten Sie den Tagesspiegel-
Redakteur Reinhart Bünger in eine faszinierende Region im Süden Italiens. Apulien beeindruckt mit einer Mischung aus atemberaubenden Landschaften, historischen Städten und kulinarischen Genüssen. Jetzt buchen!
Unglaublich ist auch, dass noch bis mindestens Ende 2025 (laut BVG) zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel statt der U6 Ersatzverkehr mit Bussen fährt. Insgesamt wird hier drei Jahre lang gebaut (weitere Verspätungen noch nicht eingerechnet), wir erinnern uns: Die Bahnsteigplatte muss komplett abgerissen und neu gebaut werden. Am U-Bahnhof Mehringdamm hat das zu kreativem Protest geführt: Auf einer Leuchtanzeige hat jemand vor den Schriftzug „Alt-Tegel“ (Endstation) mit Tesafilm ein Din-A4-Blatt geklebt mit der handschriftlichen Aufschrift: „U6 Kurt-Schumacher-DAMM“. Ob Platz oder Damm – Hauptsache Hinweis! Aber wäre hier nicht genug Zeit für mehr als Handgemaltes?
Korrektur: Der Wolf wurde auf Norderney gesichtet, nicht auf Sylt wie hier gestern behauptet. Aber Sie wissen ja: Sylt oder Norderney – Hauptsache Ostsee! Dank an Checkpoint-Leser Hans-Ulrich Unglert für den Hinweis und diese schöne Erinnerung: „Das Checkpoint Team wollte auf Norderney mal Stadtschreiber werden, oder ähnliches? Erinnere ich richtig?“ Fast! Insel-Blogger wären wir fast geworden, doch dann kam Corona und… naja: Die Rote Insel ist auch ganz nett.
Raed Saleh kam übrigens gerade vom „Kneipengespräch“ in der Spandauer Neustadt, als der Checkpoint ihn gegen 22 Uhr erreichte. Rund zwei Stunden hat er dort mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert, über Corona-Folgen, Krieg und Frieden, Geflüchtete. Er mache das regelmäßig, sagt er, „das ist intensiver als ein ganzer Tag Plenardebatte.“
Wenn Sie sich wundern, dass es etwas lauter ist am Abend überm Wannsee: „Mit einem gemeinsamen Überflug über den Wannsee in Berlin demonstrieren die Luftwaffe und die US Air Force am 27. Juni ihre starke und langjährige Verbundenheit als Bündnispartner“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundeswehr. „Um 19.15 Uhr wird in circa 300 Metern Höhe ein US-amerikanisches Tankflugzeug vom Typ KC-135 … Der Tanker wird flankiert von zwei Eurofighter-Kampfflugzeugen...“ usw. usf. Naja, schauen Sie hoch, dann sehen Sie’s ja.
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Kaufm. Geschäftsführung (m/w/d) | Helmholtz-Zentrum Berlin | Einsatzort: Berlin
Sachbearbeiter*in Stadtkasse (m/w/d) | Stadt Teltow | Einsatzort: Teltow
Kaufmännischer Vorstand (m/w/d) | Ev. Diakonissenhaus | Einsatzort: Berlin
Zu aktuellen Jobs
„Man sieht heute an der Warschauer Straße, was morgen in Paris gezeigt wird“, ist eine recht wilde Aussage, passt aber zu dem Mann, der Berlin in die ganze Welt verkaufen soll. Ein Jubiläumsinterview mit Stefan Franzke zum 30-Jährigen des Stadtmarketings „Berlin Partner“.
Ernüchternde Einschätzung von (vermutlich) ernüchterten Eltern auf unsere Umfrage gestern: „Wird Berlins Bildung irgendwann besser?“
87 Prozent sagten, „Nein, das wäre Einbildung. Hier ist egal, wer regiert.“
Dabei soll Bildung doch eigentlich Spaß machen, oder? Der ist dem Verein „Wissen macht Spaß e.V.“ allerdings gründlich vergangen. Dessen Ziel ist „die digitale Bildung von Kindern und Jugendlichen“, schreibt uns Projektleiter Norbert Kerkhey, „ein Ziel, das von Bildungspolitikern aller demokratischen Schattierungen immer wieder beschworen wird“. Die Praxis allerdings sehe etwas anders aus:
„In diesem Jahr nun ist unser Budget um mehr als 55% gekürzt worden“, sagt Kerkhey. Die Finanzierung digitaler Bildung hänge an drei Bundesministerien (Finanzen, Digitales und Bildung), alle FDP. „Und da heißt es: Streichen!“ Bereits eingestellt worden sei deswegen das Projekt „BlindeKuh“, eine Suchmaschine für Kinder in einem geschützten Surfraum.
Auf eine Antwort der Ministerien antwortet Kerkhey seit Beginn des Jahres. Vielleicht ist das Fax kaputt?
Zitat
„Wenn sich der Zustand der Melderegister nicht deutlich verbessert, muss Berlin auch bei der nächsten bundesweiten Volkszählung (Zensus 2021) damit rechnen, dass die Einwohnerzahl drastisch nach unten korrigiert wird. Das wäre peinlich – und teuer.“
Aus einem prophetischen Kommentar unseres langjährigen Landespolitikreporters Ulrich Zawatka-Gerlach, der sich kurz darauf kopfschüttelnd in die wohlverdiente Rente verabschiedete (zeitlicher Zusammenhang zufällig).
Stadtleben
Verlosung – Wer beruflich auf irgendeine Weise mit Mode zu tun hat und/oder einfach mal bei der Fashion Week hinter die glitzernde Kulisse blicken möchte: Hier kommt Ihre Chance! Wir verlosen 2 Karten für den zweitägigen Berlin Fashion Summit (2./3. Juli) im Bikini Berlin. Unter dem Motto „RE/GENERATE IMPACT“ kommen Akteur:innen aus den Bereichen Mode und Nachhaltigkeit zusammen, Modejournalist:innen, Gründerinnen, CEOs, Designer ... Es gibt Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, die sich um das Gegenteil von Fast Fashion drehen: Kreislaufwirtschaft, eine innovative Secondhand-Plattform, neue Materialien und Mietsysteme. Regulär kosten Tickets 315,04 Euro (für Studis 95,34), Budapester Straße 38-50, S/U-Bhf Bahnhof Zoo
Essen & Trinken – Gut, dass es den Superlativ gibt. Sonst könnte man über die „Taqueria El Oso“ in der Markthalle Pfefferberg kaum angemessen berichten. Wie sollte man sonst schreiben, dass der weltberühmteste Taco-Kenner sie als die beste Adresse in Europa bezeichnet hat. Oder, dass an keinem anderen Ort in Berlin die Schlangen länger sind, vor allem am Sonntag nicht, wenn es Birria-Tacos aus geschmortem Rindfleisch mit einer Schale Consommé gibt. Und natürlich, dass man hier die größte Auswahl an feurigen Salsas bekommt, die auch noch alle hausgemacht sind. Dazu kommt, dass man hier den ersten Taco Al Pastor in Berlin gegrillt hat, einen dem Döner nicht unverwandten vertikalen Spieß aus chilimariniertem Schweinefleisch mit Ananas. An der Bar gibt es Margaritas und Micheladas. Ein großer Spaß, ach was, der größte. Di-Do und So 12-22 Uhr, Fr/Sa 12-23 Uhr, Schönhauser Allee 176, U-Bhf Senefelderplatz
Berlinbesuch – Die Stadt von oben, immer wieder schön: Zu diesem Glück verhilft das „Kollektiv Operation Himmelblick“ auch Menschen ohne eigenen Dachgarten. Auf dem autofreien Parkdeck auf dem „CittiPoint“ in Wedding gibt es donnerstags (17-21 Uhr) und sonnabends (15-21 Uhr) sowie an manchen Freitagen Programm, von Flohmarkt über Workshop bis Zirkus mit Getränkebegleitung. Heute ist einfach geöffnet, morgen gibt es einen Blockdruck-Workshop (ab 15 Uhr). Müllerstraße 141, Eingang über Fahrstuhl im Center, U-Bhf Leopoldplatz
Noch hingehen – Der Fotograf Rolf Tietgens, als schwuler Künstler in der NS-Zeit verfolgt, war lange fast vergessen. Heute gilt sein Werk „Der Hafen“ als eines der renommiertesten Fotobücher der 1930er-Jahre. Im Stil des „Neuen Sehens“, der zeitgleich zur Foto-Avantgarde am Bauhaus entstand, hielt er den Hamburger Hafen in symbolischen Bildern als komplexen Ort des Übergangs fest, wo Architektur und Arbeit, Handel und nächtliches Vergnügen aufeinandertreffen. Die Doppelausstellung „Hamburger Hafen und Norddeutsche Küste“(noch bis 7. Juli) zeigt außerdem thematisch verwandte Bilder von Alfred Ehrhardt aus demselben Jahrzehnt. Erhardt erfasste den Hafen deutlich sachlicher. Di-So 11-18 Uhr, Eintritt frei, Alfred Ehrhardt Stiftung, Auguststraße 75, S-Bhf Oranienburger Straße
Grübelstoff – Kleiner Einblicke in unsere Kantinengespräche: Gestern ging es darum, ob es sich lohne, für eine:n alleine zu kochen. Das Bild war gespalten. Während einige meinten, das sei Quatsch, gar Verschwendung, fand die andere Fraktion, gerade als Single oder auch wenn man einfach ohne Anhang zu Hause sei, müsse man sich gut versorgen, weil es ja sonst keine:r mache. Wie halten Sie es – wer bringt Ihnen heute Abend etwas auf den Tisch?
Kiekste
„Ein‘ Hundi Völler, es gibt nur ein‘ Hundi Vööööller!“ La-Ola-Grüße an Leserin Marion Beyer. Weitere Sammelbildchen aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Mariendorfer Damm (Mariendorf): Zwischen Eisenacher Straße/Kurfürstenstraße und Ullsteinstraßes steht stadteinwärts bis Mitte Juli nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die Eisenacher Straße und Kurfürstenstraße sind jedoch vom Mariendorfer Damm abgehängt (Sackgassen).
Demonstration – Für heute sind 19 Demos angemeldet (Stand 26.6., 13.30 Uhr), u.a. „Antikoloniales Camp“: 2.000 Menschen, Am Flutgraben 2 (0-24 Uhr)
„Gegen die Kriminalisierung von Klimaaktivisten“: zehn Demonstrierende, Kirchstraße 6 (8-10 Uhr)
„Kein Angriff auf den Mieter*innenschutz! Milieuschutzgebiet Reinickendorfer Straße erhalten!“: 25 Protestierende, Naturfreunde Berlin, Hardenbergstraße 31 (11-11.45 Uhr)
„Gerechte Finanzierung für Freie Schulen sofort“: 1.000 Menschen, Niederkirchnerstraße 5 (13-14.30 Uhr)
„Unterstützungsaktion zur Anhörung im Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie“: 2.000 Menschen, ver.di, Niederkirchnerstraße 5, Marx-Engels-Forum, Unter den Linden, Glinkastraße, Niederkirchnerstraße 5 (14-17 Uhr)
„Revolutionäre Demonstration zum Gedenken an die Stonewall-Riots“: 100 Teilnehmende, Frankfurter Tor, Weißenseer Weg, Hohenschönhauser Tor (18-21 Uhr)
Gericht – Der Prozess gegen eine Familie, die einen an Demenz erkrankten Mann um mehr als 200.000 Euro gebracht haben soll, geht in die Schlussphase. Angeklagt sind eine 46-jährige Altenpflegerin sowie ihr Sohn (25), ihre Tochter (23) und ihr Ex-Mann (50). Die 46-Jährige soll bis zum Tod der Ehefrau des damals 79-Jährigen für deren Pflege zuständig gewesen sein. Die Familie habe das Vertrauen des Pensionärs ausgenutzt und dessen Konten geplündert (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 817).
Universität – Zur Ausstellung „FOOL’S PARADISE“ laden Studierende der Kunsthochschule Weißensee (bis Sonntag). Es geht um die Sehnsucht nach Utopie und alternativen Realitäten. Geöffnet Do/Fr 16 bis 20 Uhr, Sa/So 15 bis 19 Uhr, Kunstpunkt Berlin, Schlegelstraße 6
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Christina von Braun (80), Kulturwissenschaftlerin, Gendertheoretikerin, Autorin und Filmemacherin, emeritierte Professorin an der HU (Lehrstuhl für Kulturtheorie mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Geschichte am Institut für Kulturwissenschaft) / Kai Diekmann (60), Journalist; ehemaliger Chefredakteur „Bild“ (2001 bis 2015) / „Unserer langjährigen lieben Freundin Lisa Heinecke wünschen wir zu ihrem ‚runden Ehrentag‘ viel Glück weiterhin, fröhliche und tolle Stunden mit ihrer Familie und natürlich allen Freunden! Die Ungehoyer“ / Markus Kavka (57), Moderator, Journalist, Autor und DJ, im Oktober 2023 auf „MTViva liebt dich!“-Tour im Festsaal Kreuzberg / Pauline Knof (44), Theater- und Filmschauspielerin, seit der Spielzeit 2022/2023 ist sie Teil des Berliner Ensembles / Hans Reckers (71), Jurist, 2015-2016 Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung / Steffen Reiche (64), Theologe und Politiker (SPD); Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg (1994 bis 1999) und Minister für Bildung, Jugend und Sport (1999 bis 2004), Mitglied des Bundestags (2005 bis 2009), war Pfarrer in Charlottenburg und Nikolassee / Sina Tkotsch (34), Schauspielerin, spielte u.a. die Escort-Begleiterin Nele in der Neuauflage von „Ein Fall für zwei“ im ZDF
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Renate Englisch, * 10. April 1936 / Karl-Heinz Pilz, * 20. Februar 1949 / Ruth Pflanz, * 20. August 1937 / Dipl.-Psychologe Günter Romkopf, * 15. Juni 1930, Leitender Regierungsdirektor i.R.
Stolperstein – Willy Holzheim (* 1901) war verheiratet mit Helene Levy, sie hatten einen gemeinsamen Sohn: Ludwig. Die Familie kam nach 1935 aus Westpreußen nach Berlin, vermutlich, weil sie glaubten, in der Großstadt unbemerkt leben und sich vor den Angriffen der Nationalsozialisten schützen zu können. Willy kam am 27. Juni 1941 durch einen Arbeitsunfall ums Leben. Seine Frau und der Sohn wurden im März 1943 von den Nazis nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. An Willy Holzheim erinnert ein Stolperstein in der Björnsonstraße 20 in Steglitz.
Wer in Berlin über die Gedenktafeln stolpert und mehr wissen will: Mit einem Klick gelangt man über die App „Stolpersteine – Die Schicksale“ zu den Biografien der Verfolgten.
Encore
Tja, ohne Fußball kein Tippspiel… da können wir uns ja endlich wieder den wirklich wichtigen Dingen im Fußball widmen. Erinnern Sie sich an das EM-Müsli „Dit is Müsli“ aus Charlottenburg-Wilmersdorf (Checkpoint vom 11.6.)? 400 Gramm kosten 6,49 Euro. Die Linksfraktion im Bezirk findet dieses Angebot gar nicht knusprig: „Luxus-Müsli finanziert aus klammem Bezirkshaushalt – dit is‘ Berlin“ lautet die knallige Überschrift einer gestern verschickten Pressemitteilung. „Ausgaben von allein 6.999 Euro für einen ‚Call: Verpackungsdesign und Branding für nachhaltiges Müsli‘? Kosten für Personal und die Beauftragung einer privaten Werbeagentur und eines Müsliproduzenten sind noch nicht einberechnet“, sagt Anne Zetsche. Und das in Zeiten, in denen andere Projekte wie die Instandhaltung von Schulhöfen und Sportflächen „der bezirklichen Sparpolitik zum Opfer“ fallen. In der heutigen BVV will die Fraktion abfragen, „wie viel die PR-Aktion den klammen Bezirk tatsächlich kostet. Alle Verträge müssen offengelegt werden!“
Sparen, bis es cruncht.
An diesem Checkpoint mitgewirkt haben: Lotte Buschenhagen, Lorenz Maroldt, Antje Scherer (Stadtleben), Lea-Marie Henn (Produktion) und Daniel Böldt – und der übernimmt hier auch morgen früh für Sie.
Bis bald!