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Überwiegend bewölkt bei Temperaturen bis 13 °C
Bundesregierung zeigt sich machtlos bei BER-MängelnAfrikanischer König kritisiert StraßenumbenennungSoko gegen Rechtsradikale in Neukölln

hier lesen Sie von heute an die „Checkpoint Kurzstrecke“. Den kompletten Checkpoint mit allen Inhalten können Sie 30 Tage kostenlos lesen. Zur Anmeldung geht’s hier.

Berlin verzettelt sich mit der Europawahl – und wieder kreuzt das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg auf (das schon mal Unterlagen doppelt und dreifach verschickt, gerne auch an seit Jahren Verstorbene). Im Programm diesmal: doppelte Stimmzettel bei doppelter Staatsbürgerschaft. Eine Checkpoint-Leserin bekam ihre Unterlagen sowohl von der Französischen Botschaft, als auch vom Wahlamt des Bezirks – und auf Nachfrage vom Landeswahlleiter den klassischen Unzuständigkeitshinweis: Blöde Sache, aber man möge das bitte mit dem Innenministerium klären. Sie könnte jetzt also zwei Mal wählen (was verboten ist, aber nicht kontrolliert wird). Oder eine Stimme verfallen lassen und so den Nichtwähleranteil steigern (was sie vermeiden will). Neu ist das Problem übrigens nicht, aber offenbar unlösbar – eine typische Brüsseler Spezialität (der Bezirk ist hier ausnahmsweise unschuldig). Komisch nur, dass auch eine in Berlin lebenden Französin, die keine doppelte Staatsbürgerschaft hat, ebenfalls eine doppelte Wahlbenachrichtigung bekam. Vielleicht schickt die UNO ja doch noch Wahlbeobachter nach Berlin.

Ex-Piraten-Fraktionschef Oliver Helm (früher Höfinghoff) steht heute um 9 Uhr als Angeklagter vor dem Amtsgericht Tiergarten (Raum 370). Der Vorwurf: Körperverletzung. Angeblich hat Helm (heute bei den Linken) diesmal einen Flyerverteiler geschlagen. „Diesmal“ deswegen, weil Helm bereits zweimal wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht stand – und beide Male freigesprochen wurde: Einmal hatten Neonazis falsche Vorwürfe erhoben, einmal Polizisten. Im aktuellen Fall will ein Beamter auf einem Handyfoto Helm wiedererkannt haben: männlich, mittleres Alter, weiß, Glatze – also wirklich, eine einmalige Kombination. Wer sieht denn so aus? Also außer Helm. Das Gericht wollte die Sache wegen Geringfügigkeit einstellen, Helm widersprach, er will seine Unschuld bestätigen lassen. Und so kommt es heute zur Hauptverhandlung, die peinlich werden könnte – für den Staatsschutz.

Apropos Staatsschutz: Seit bald zehn Jahren terrorisieren Rechtsradikale politische Gegner in Neukölln. Hier wurde komischerweise noch niemand erkannt (vielleicht zu viele Verdächtige männlich, mittleres Alter, weiß, Glatze?). Innensenator Geisel will das jetzt ändern – mit einer 30-köpfigen Soko, ihr Name: „Fokus“. Wird auch Zeit, dass der mal scharfgestellt wird.

37 neue Justizhauptwachtmeisteranwärter*innen“ begrüßte Senator Dirk Behrendt gerade – aber Moment mal: Ist das korrekt gegendert? Die Anwärterinnen werden ja nicht „Wachtmeister“, sondern Wachtmeister*innen“, oder? Also: Justizhauptwachtmeister*innenanwärter*innen müsste das heißen.
Da ist noch Aufklärung zu leisten – wir haben schon mal vorgearbeitet (kostenloser Checkpoint-Service):
- Polizeivollzugsbeamt*innenanwärter*innen
- Umweltoberinspektor*innenanwärter*innen
- Stadtinspektor*innenanwärter*innen
- Notar*innenfachangestellte*r
- Hilfsschwimmer*innenmeister*innen
- Gärtner*innenmeister*innen
- Straßenbauer*innenmeister*innen
- Kraftfahrtzeugtechniker*innenmeister*innen
- Gewerbekund*innenberater*innen
Bitte schön, gern geschehen.

Ach, und dazu noch ein kleiner Zusatztext mit Tinte: Falls Sie Polizeivollzugsbeamt*innenanwärter*in werden wollen – verzichten Sie bei Ihren Tattoos auf das Wort „Omerta“ (Schweigepflicht der Mafia) sowie auf Bilder von Revolverpatronen und Totenköpfen. Das Landesarbeitsgericht urteilt: Solche Bewerber*innen werden zu Recht abgelehnt, weil von ihnen ein Rechtsbruch zu erwarten ist.

Konkurrenz fürs Grauflächenamt: Auch die Wohnungsbaugesellschaft Mitte will keine Blümchen sehen, die sie nicht selbst gepflanzt hat. Einem Mieter, der in der Karl-Marx-Allee ehrenamtlich vor den Plattenbauten aufräumt und ein selbst angelegtes Beet pflegt, stellte sie jetzt schriftlich ein Ultimatum. Was in dem Schreiben steht, und welche Konsequenzen das hat: heute im Checkpoint für Abonnenten.

Riesen Resonanz auf die Checkpoint-Umstellung aufs Abo-Modell: Wir bedanken uns herzlich bei unseren Leserinnen und Lesern für die lieben Worte und die Unterstützung zum Start! Ein paar kleinere Bugs bei der Anmeldung sind inzwischen behoben, wir sind gespannt auf die Rückmeldungen zum neuen Design. Anregungen und selbstverständlich gerne auch Kritik bitte wie immer an checkpoint@tagesspiegel.de.

Telegramm

Wie gestern angekündigt, hat sich der Senat auf eine Verwaltungsreform in 27 Punkten verständigt. „A“ steht dabei für attraktiver Arbeitgeber, „Z“ für zukunftsfähige Ordnungsämter. Aber „A“ steht hier auch für Anfang, und „Z“ für Zeit – die wird es auch brauchen.

Zwischen Kevin Kühnert und Renate Künast bahnt sich eine Brieffreundschaft an: Die Grünen-Abgeordnete bittet den Bezirksverordneten darum, die Bäume vor dem Kunstwerk von Bernar Venet auf der Verkehrsinsel an der Urania stehen zu lassen (heute Thema in der BVV) – das seien „kleine Klimaanlagen“.

Leider hat unser Kurs „Mathe lernen mit dem Checkpoint“ nicht gereicht – dem Landesschülerausschuss war die Abiprüfung zu schwer, er fordert eine Revision.

Falls Sie Vegetarierin oder gar Veganer sind, müssen Sie hier jetzt erst gar nicht weiterlesen, die folgende Meldung ist nichts für Sie: Für eine TV-Produktion wird ein „fleischessendes Paar aus Berlin“ gesucht – und irgendwie bekomme ich jetzt nicht mehr aus dem Kopf, dass bei Netflix demnächst eine neue Serie beginnt: „Kannibalen in Kreuzberg“ oder so. Falls Sie mitessen wollen: Hier ist die Ausschreibung.

Post von Eleanor (14), Paul (11) und Lina-Sophie (13). Die drei haben in Gatow eine Stunde lang Müll gesammelt – das Ergebnis: „Erschreckend. Hunderte Zigaretten, Bierflaschen, aber vor allem Plastikmüll haben wir gefunden.“ Die drei rufen dazu auf, es ihnen gleich zu tun ...

… und da haben wir ja auch gleich schon welche: Die Aufheber nennt sich eine „Gemeinschaft von Menschen, die bereit sind, drei Stück Müll pro Tag in den nächsten Müllkorb zu bringen" – 100.000 Berlinerinnen und Berliner wollen sie dazu bringen, sich ihnen anzuschließen.

Einen trockenen Berliner Infoklassiker entdeckte gestern Maria Kotsev im Mariendorfer Weg – die BWB teilen den Anwohnern der Hausnummern 1 bis 21 per Aushang mit, dass seit 9.30 Uhr das Wasser gesperrt ist, und zwar „bis ca. ? Uhr“. Ob wegen „Rohrschaden“, „Reparatur“ oder „Wartungsarbeiten“ kann jeder nach Laune selbst ankreuzen, und der Bauleiter hat natürlich weder einen Namen, noch eine Nummer.

Oha – irre Erkenntnis der Potsdamer Landesregierung: „Boote sind keine Häuser.“ Und Autos keine Fahrräder. Brandenburger keine Pfannkuchen. Pudel keine Deckel…

Apropos „Deckel“ – der ist in der politischen Ideenküche gerade eine ganz heiße Sache: Auf die Miete soll er drauf – und jetzt auch auf die Stadtautobahn (Kaiserdamm und Schöneberger Kreuz). Mal sehen, was sonst noch heiß gekocht wird.

Die „Bild“-Aufmacher von heute: „Politikerin tritt als Nackt-Einhorn auf“ – aber selbstverständlich nicht in Berlin, sondern in Schorndorf (also irgendwo in BaWü, wo die Prenzlauer-Berg-Bewohner herkommen – da ist sowas ein Skandal).

Die „B.Z.“ meldet dagegen auf Seite 1: „Hollywood-Star radelt bei Rot in Berlin“. Hm, seltsam. „Radelnder Hollywood-Star bleibt bei Rot in Berlin stehen“, das wäre mal eine Nachricht gewesen.

Nachtrag zur Meldung „Behrendt zieht bei Kutschen die Zügel an“ (CP v. gestern): Checkpoint-Leser Ulrich Werner Grimm sieht sein eigenes Wohl ebenso durch Lärm und Abgase beeinträchtigt wie das der Pferde – er fordert deshalb vom Verbraucherschutzsenator für alle Berlinerinnen und Berliner die gleichen Leitlinien wie für städtische Huftiere: Hitzefrei ab 30 Grad sowie „die gesetzliche Gewährleistung von zwei Stunden täglich freier, selbstbestimmter Bewegung auf unbefestigtem Boden eines genügend großen Auslaufs“ (z.B. auf dem Tempelhofer Feld). Der Checkpoint schließt sich den Forderungen an.

Team Checkpoint läuft und läuft und läuft immer weiter: Bereits zum 16. Mal trifft sich am Sonnabend unsere Laufgruppe, wie immer um 11 Uhr. Und zwei weitere Mai-Termine unter der Woche stehen auch schon fest. Außerdem haben wir Freitickets für einen ganz besonderen Lauf dabei! Und: Wir gründen eine Checkpoint-Walkinggruppe, die Gerd Appenzeller anführt. Alle Strecken und Details lesen Sie heute exklusiv mit dem Checkpoint-Abo.

BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:

2538

Zitat

„Meinungsstark und kompromisslos: Der Checkpoint ist kein Wohlfühl-Reiseführer für Berlin und will es auch gar nicht sein. Als Politikerin kann ich mich freuen, wenn ich nur im Comic vorkomme.“

Sagt Ramona Pop – die Wirtschaftssenatorin kommt am Freitag auch zu unserer Checkpoint-Party. Die „Berliner Schnuppen“ gibt es ab heute übrigens nur noch in der Abo-Fassung zu sehen – ebenso wie die Rubrik „Prominent verraten“.

Tweet des Tages

Kollegin sagte gerade, dass Berlin ‚überhipstert‘ sei, weil es keine soliden Veranstaltungen mehr geben würde, sondern nur noch fancy Kram. Glaub sie hat grad ‘ne schwere Zeit, schenke ihr zur Aufmunterung später zwei Karten fürs Techno-Ballett.

@TomKraftwerk

Berlin heute

Verkehr – In der Innenstadt kommt es ab 19 Uhr zu Behinderungen auf folgenden Straßen: Ebertstraße, Behrenstraße, Unter den Linden, Spandauer Straße, Grunerstraße, Greifswalder Straße, Kniprodestraße, Storkower Straße, Landsberger Allee, Petersburger Straße, Warschauer Straße, Oberbaumbrücke, Köpenicker Straße, Holzmarktstraße und Stralauer Straße. In Friedrichshain und Mitte kann es ab 15.30 Uhr zu Verzögerungen auf der Adele-Schreiber-Krieger-Straße, dem Schiffbauerdamm, der Reinhardtstraße, der Friedrichstraße, der Neuen Promenade und der Dircksenstraße kommen. Rund um die Mercedes-Benz-Arena in Friedrichshain müssen Sie ab etwa 18 Uhr mit Stau rechnen. Der Tiergartentunnel ist von 21 bis 5 Uhr in Fahrtrichtung Hauptbahnhof/ Moabit gesperrt. Ab 8.30 Uhr gibt es Behinderungen in Tempelhof im Bereich Alt-Tempelhof/Stolbergstraße, dem Berlinickeplatz, der Manteuffelstraße und der Alarichstraße. Von 22 bis 6 Uhr ist die Joachimsthaler Straße in Charlottenburg in Richtung Hardenbergplatz vor dem Kurfürstendamm auf eine Spur verengt. In Friedrichsfelde, Lichtenberg, finden im Bereich Treskowallee/Am Tierpark ganztags Bauarbeiten statt. Zwischen der nahegelegenen Sewanstraße und der Waldowallee ist die Fahrbahn bis Anfang Juli auf einen Fahrstreifen je Richtung verengt.

Demonstration – Der Fahrradverband ADFC organisiert den „Ride of Silence“ im Gedenken an tödlich verunglückte Radfahrer. Los geht's mit ca. 1500 Teilnehmenden um 19 Uhr am Platz des 18. Juni und dann über Ebertstraße, Behrenstraße, Unter den Linden, Spandauer Straße, Grunerstraße, Otto-Braun-Straße, Greifswalder Straße, Kniprodestraße, Storkower Straße, Landsberger Allee, Petersburger Straße, Warschauer Straße, Oberbaumbrücke, Köpenicker Straße, Holzmarkstraße, Stralauer Straße und die Spandauer Straße zum Roten Rathaus. Ende ist 21.30 Uhr. Von 8.30 bis 10 Uhr finden sich ca. 320 Personen zur Demo „Langjährige Bedürfnisse der Schüler – Sanierung der Toiletten, Klassenräume…“ in Alt Tempelhof 53-57 ein, der Zug geht u.a. über Berlinickeplatz, Bosestraße und Alarichstraße ans Wulfila-Ufer und endet wieder in der Alarichstraße. „Therapiediscount stoppen – die letzte Chance vorbei?“ heißt ein Aufzug mit ca.150 Teilnehmern von 10 bis 19 Uhr. Start ist am Schiffbauerdamm in Mitte, Schlusspunkt am Alexanderplatz. Von 16.30 bis 19 Uhr findet die Kundgebung „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ in der Johannisberger Straße 30 statt. Es sind 150 Teilnehmer angemeldet.

Gericht – Weil er zwei Passantinnen attackiert haben soll, wird einem 37-Jährigen der Prozess gemacht. Einer Frau habe er an den Haaren gezogen, dem zweiten Opfer habe er die Einkäufe entreißen wollen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 621).

Stadtleben

Essen Frühstücken gehen. Das klingt immer wie eine ganz tolle Idee – aber nur vorher. Dann soll man aufstehen, obwohl man noch gar nicht müsste. Jetzt zu Hause noch Kaffee? Oder lieber erst dort? Wie den Weg überstehen, ohne was im Bauch zu haben? Den Hunger will man sich aber auch nicht verderben. Wie durchsichtig ist es, spontan eine schlimme Krankheit vorzutäuschen? Sehr durchsichtig, darum mit den früh motivierten Freunden ab ins Meyan in Schöneberg. Dafür lohnt sich der zuvor beschriebene innere Kampf nämlich sogarEmpfehlung für Verkaterte: Menemen. Das ist Rührei mit Zwiebeln, Tomaten, Schafskäse und wer mag noch Sucuk, dazu ein vitamingefüllter Saft auf Karottenbasis. Auch gut: Der klassische Frühstücksteller mit Tomaten, Gurken, Ei, Oliven, Schafskäse und zwei Pasten, die man aus einer enormen Vielfalt auswählen kann. Dazu ein Brotkorb. Unter der Woche gibt es bis 14 Uhr Frühstück, am Wochenende bis 16 Uhr. Di-Sa 10-22.30 Uhr, So 10-17 Uhr, Goltzstraße 36, U-Bhf Eisenacher Straße

Trinken – Der Laden ist so klein, dass man ihn an der wuseligen und vielbefahrenen Straße fast übersieht. Macht nix, man riecht ihn nämlich schon von Weitem. „Coffee Star Origins & Blends“ liegt in der Müllerstraße, direkt neben der riesigen Aufschrift „Rathaus Wedding“ im Erdgeschoss eben jenes Gebäudes. Es passen vielleicht fünf Leute rein, auf dem Gehweg stehen noch ein paar Tische. Begrenzter Platz, aber dafür umso umfangreicheres Kaffee-Angebot mit Auwahl aus u.a. Indien, Guatemala (nach persönlicher Meinung der Beste von allen!), Kenia, Indonesien und Äthiopien. Wunderbarer Ort für einen Kaffee – wer nicht verweilen kann, nimmt Rohmaterial für die eigenen vier Wände mit, als ganze Bohne oder speziell für die jeweilige Maschine zuhause gemahlen. Achtung: Die 250 Gramm Genuss duften auch aus verschlossenen Taschen, neugierige Blicke von Passanten und U-Bahn-Sitznachbarn nicht ausgeschlossen. Müllerstraße 146, Mo-Fr 8-19.30, Sa 10-16 Uhr, U-Bhf Leopoldplatz. Der Laden ist ein Ableger einer Rösterei in der Wörtherstraße 23 in Prenzlauer Berg

Geschenk – Völlig auf der Rolle sind die Bücher, die ein kleiner Laden in Gesundbrunnen verkauft. Ja, genau, lesen wie ein römischer Senator. Da müsse man sich keine Seitenzahlen merken, es können mehrere Leute gleichzeitig lesen und wer mag, kann sich das Teil beliebig lang ausgerollt als Kunstwerk an die Wand hängen, erklären die Betreiber von „Round not Square“ ihre Motivation. Nun ja, so eine Rolle sieht wahrscheinlich schon besser aus als ein angenageltes Hard Cover. Aber nicht nur die Form, auch die Inhalte sind speziell. Unter den Bestsellern finden sich eine moderne Version von Rotkäppchen mit einer starken Protagonistin namens Wilma und einem „Backpacker-Wolf“ (27 Euro) und ein Comic, der sich in 102 Hochhaus-Stockwerken abspielt (30 Euro). Eulerstraße 21, Mo-Fr 10-12 Uhr und 13-17 Uhr, S/U-Bhf Gesundbrunnen

Belinbesuch den besten Ausblick zeigen. Das geht im Klunkerkranich. Allein schon der Weg dahin lässt den Gastgeber für Nicht-Berliner wie einen richtigen Szene-Insider wirken. Zuerst: Mit dem Fahrstuhl in den Neukölln Arcaden in den vorletzten Stock. Da über das Parkdeck laufen, eine Rampe hoch, vorbei an Kisten voller Pflanzen und da ist er dann, der Eingang. Es warten Getränke, Konzerte oder Essen in der Kantine mit dem wunderbaren Namen „Zum Fetten Finken“. Heute Abend geht ab 20 Uhr die „Sloth Disco“ los. Entspannter Elektrosound, zu dem man tanzen kann, aber nicht muss. Vor 16 Uhr ist der Eintritt frei, danach zwischen 3 und 6 Euro. Mo-So 12-2 Uhr, Karl-Marx-Straße 66, U-Bhf Rathaus Neukölln

Karten sichern –  Der junge Offizier Giovanni Drogo ist gefangen - in der Erwartung auf eine Schlacht, aber noch mehr in Kameradschaft und Verpflichtungen. Er wartet, jahrelang, auf einer abgelegenen Festung. Doch auf was genau? „Die Festung“ heißt dann auch das Theaterstück, für das der Kartenvorverkauf heute um 11 Uhr beginnt – bitte hier entlang. Gefangen ist auch der Mann, der Drogo spielt. Er und alle weiteren Männer auf der Bühne bilden nämlich das Gefangenenensemble der JVA Plötzensee. Theatergruppen in verschiedenen Gefängnissen werden durch die Gruppe „aufBruch“ organisiert. Durch Kunst soll Gefangenen eine Stimme gegeben und ein Austausch mit der Welt draußen ermöglicht werden. Achtung: Aufgrund des außergewöhnlichen Spielorts können Tickets nur im Vorverkauf und unter Angabe von Name, Geburtsdatum und Adresse gekauft werden. Jugendliche müssen 16 Jahre alt sein, um die Vorstellung besuchen zu dürfen. Die Termine: 24., 27., 28. und 31. Mai sowie 3., 4. und 6. Juni 2019 um 18 Uhr (letzter Einlass 17.40 Uhr). Kartenpreis 15/10 Euro. Friedrich-Olbricht-Damm 17, S-Bhf Beusselstraße

Last Minute-Tickets – Liebe und Lust und Kunst und Tuberkulose. Was will man mehr, danke Giacomo Puccini. In der Komischen Oper wird heute um 19.30 Uhr der Klassiker „La Bohème“ aufgeführt, inszeniert von Barrie Kosky. Viele haben das Stück vielleicht schon mal gesehen, in der Schule möglicherweise. Aber die Geschichte von Mimì, Rodolfo, Musetta und Marcello in Paris um 1830 ist einfach immer wieder tragisch-schön. Die Ticketpreise rangieren zwischen 12 und 78 Euro – hier kann gebucht werden. Behrenstraße 55-57, U-Bhf Französische Straße

Noch hingehen – Auf was achtet man so am U-Bahnhof? Abfahrtszeit, den richtigen Ausgang, Kaugummi am Boden. Architektur? Weniger. Dabei erzählt Berlins Untergrund die Geschichte der Stadt. Vorkriegsjahre oder Nazizeit, Ost- oder West-Berlin, Pop-Art-Einfluss. Das alles lässt sich an der Gestaltung eines U-Bahnhofs erkennen, wenn man weiß, worauf man achten muss. Wer das erfahren möchte, geht noch bis 20. Mai in die Ausstellung „Underground Architecture: Berliner U-Bahnhöfe 1953-1994“ in der Berlinischen Galerie. Vor dem Besuch gleich ein kleines Rätsel: An welchem Bahnhof wohnt ein mehrköpfiger Hund aus der antiken Mythologie und was sagt uns das? Die Auflösung gibt es in der Ausstellung – und hier. Alte Jakobstraße 124-128, U-Bhf Kochstraße/Checkpoint Charlie, Mi-Mo 10-18 Uhr,  Eintritt: 10/7 Euro, bis 18 Jahre freier Eintritt

Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Melanie Berger einen wunderbaren Mittwoch

Berliner Gesellschaft

Geburtstag Claus Bergdoll (64), „Allet Jute zum Geburtstag, Vattern!“ / Felix (42), „mit liebsten Grüßen von seiner Schwester Anna“ / Judith Hermann (49), Journalistin und Schriftstellerin / Michael Lentz (55), Schriftsteller / Ronald Pofalla (60), Infrastruktur-Vorstand der Deutschen Bahn / Johanna Riemann (18), „Werd jetzt bloß nicht erwachsen“ / Claudia Roth (64), Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, für Grüne im Bundestag, ehem. Vorsitzende der Partei / Horst „Hotte“ Schellhammer (90), „Beliebter Amateur Radrennfahrer in Kreuzberg, trainierte als Litfaßsäulen Plakatankleber. Abbi am Berliner Abendgymnasium, Peter A. Silbermann, in Wilmersdorf. Geliebter und von seinen Schülern hoch geachteter Lehrer in Neukölln“ / Martin Sonneborn (54), Bundesvorsitzender von Die Partei, Mitglied im Europäischen Parlament, Satiriker / Peter Strieder (67), ehem. SPD-Senator für Stadtentwicklung / Margaretha Sudhof (60), SPD-Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Finanzen / Ulrike Claudia Tscharre (47), Schauspielerin

Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.

Gestorben Prof. Dr. Wilfried Korth, * 1959, Prof. an der Beuth Hochschule für Technik / Jan Laessig, * 10. Oktober 1940 / Hans-Joachim Pysall, * 4. Dezember 1929 / Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard Reuter, * 30. September 1929, ehem. Professor an der FU Berlin und Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin

Stolperstein Julius Magnus (Jhg 1867) lebte in der Meerscheidtstraße 13 in Westend und war Rechtsanwalt am Berliner Kammergericht. 1939 floh er in die Niederlande, jedoch fanden ihn die Nazis dort nach der deutschen Besetzung und deportierten ihn im September 1943 in das Konzentrationslager Bergen-Belsen, von dort kam er im Januar 1944 ins Ghetto Theresienstadt. Am 15. Mai vor 75 Jahren ist er aufgrund der Bedingungen im Lager gestorben.

Im Tagesspiegel

Die letzte Bastion ist für die SPD der letzte Deich: Seit 73 Jahren regieren die Sozialdemokraten in Bremen. Doch der Stadtstaat könnte bei der Bürgerschaftswahl an die CDU verlorengehen. Lesen Sie die Reportage von Robert Birnbaum heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.

Encore

Wegen Aufzugsarbeiten hatte die BVG am Adenauer-Platz die Statue des Kanzlers eingezäunt. Im Januar war alles fertig, im Februar Eröffnung – aber Adenauer blieb in Haft (hier im Bild). Ansage damals: Es fehlen noch Bodenplatten, bei entsprechender „Witterung“ ist im März, spätestens April alles erledigt. Jetzt ist Mitte Mai,
und der Kanzler wittert immer noch keine Freiheit. Aber Adenauer wusste ja selbst am besten, dass auf Ankündigungen kein Verlass ist – sein Lieblingsmotto: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“ Wie für Berlin gemacht.

Uns interessiert allerdings schon unser Geschwätz von gestern – und Ihre Meinung dazu. Morgen früh geht’s hier weiter mit Ann-Kathrin Hipp, bis dahin,

Ihr Lorenz Maroldt