heiß geht’s los: Noch nie waren die Temperaturen im Juni in Deutschland so hoch. Im brandenburgischen Coschen wurden am Mittwoch 38,6 Grad gemessen. In Ostwestfalen wurde das Trinkwasser knapp .Im Prinzenbad standen die Besucher schon morgens um halb 10 in Endlosschlangen und im Columbiabad kam es am Abend zu Angriffen auf den Bademeister, nachdem verkündet wurde, dass das Gelände aufgrund von Glasscherben im Kinderbecken vorzeitig schließen muss. In Märkisch-Oderland hat die Polizei derweil einen fast nackten Rollerfahrer – lediglich bekleidet mit Sandalen und Helm – gestoppt. Seine Begründung: „Et is halt warm, wa?“
Weil die besten Ideen bekanntlich ab 37 Grad kommen, hatten wir gestern folgende: Team Checkpoint goes Norderney. Die Insel sucht (wie berichtet) einen Blogger und wir wollen uns bewerben. Wollen Berlins „Amt, aber glücklich“ und „Betriebsstörungsbingo“ in der Ferne testen und ein bisschen Fernerholung nach Berlin bringen. Über Unterstützung freuen wir uns: Einfach einen kurzen Clip aufnehmen(„Team Checkpoint sollte Inselblogger werden, weil…“) und an checkpoint@tagesspiegel.de schicken oder unter #CheckpointgoesNorderney twittern. Die Sammlung kommt ins Bewerbungsvideo. „Eine Insel. 52 Wochen. Unzählige Glücksmomente“ – wir können das Glück kaum erwarten und sind top motiviert.
Kurzer Blick auf die Sommerzeit der Senatsverwaltungen Nach der Hitzefrei-Debatte im vergangenen Jahr haben wir abgefragt, wie die Arbeitszeiten aktuell geregelt werden. Gewöhnlich gilt Gleitzeit zwischen 6 und 15 Uhr (freitags 14 Uhr). Jetzt sieht es folgendermaßen aus:
Stadtentwicklung: Keine Sonderregelung.
Inneres: Keine Sonderregelung, aber „wir achten darauf, dass die Büros gut temperiert sind und geben die üblichen Hinweise zum Arbeitsschutz, z.B. viel zu trinken".
Bildung: Keine Sonderregelung, „bei 95°C stellen wir den Betrieb ein“.
Senatskanzlei & Wirtschaft: Dienst kann in Abstimmung mit der Führungskraft schon vor der üblichen Kernzeit beendet werden. Die Zeit ist nachzuarbeiten bzw. können Gleitzeitguthaben oder Überstunden für den Ausgleich genutzt werden.
Verkehr: Dienst kann nach vorheriger Zustimmung des Vorgesetzten und unter Nutzung von Gleitzeitguthaben bzw. mit Nacharbeit am 25.06. und 26.06. bereits ab 13 Uhr beenden werden.
Kultur: Bürozeiten können in Abstimmung mit Vorgesetzen flexibel gestaltet und Überstunden abgebummelt bzw. Minusstunden gesammelt werden.
Gesundheit: Die Arbeitszeiten sollen möglichst in die kühleren Morgenstunden verlagert werden.
Soziales & Justiz: Arbeitsbeginn ist bereits um 5 Uhr morgens möglich.
Finanzen: Arbeitsbeginn ist jedem selbst überlassen.
In Berlin um die Welt: Kuba – Auf die Solidarität! So lautet an diesem Freitag (14 bis 22 Uhr) das Credo im Stadtpark Lichtenberg, wo die kubanische Freundschaftsgesellschaft zu ihrem alljährlichen Fest lädt. Kuba? Zigarren, Rum und Salsa! Genau das kann man heute erwarten. Als musikalischer Ehrengast spielen Conexion Cubana. Es gibt diverse Vorträge und Ausstellungen. In Podien wird mit kubanischen Gästen über die aktuelle politische Lage diskutiert. Im Zweifel ploppt bestimmt noch ein bisschen Che Guevara auf, ein bisschen „Viva la Revolución!“ – sonst würde was fehlen. Einwohner Kubas in Berlin: 1110.
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Genießen Sie Ihre Grillsaison mit Produkten vom uckermärkischen Bio-Hof Gut Kerkow. Die artgerechte Tierhaltung der Aberdeen-Angusrinder ermöglicht echte Spitzenqualität. So köstlich, das müssen Sie probieren: Sparen Sie jetzt 10 % mit Ihrem Gutschein-Code „Grillsaison“ – einfach einlösen im Onlineshop unter www.gut-kerkow.de (gültig bis 30.07.19). Guten Appetit!
Sommerspaß: Picknick am Weinberg – Wein wächst im Volkspark am Weinberg zwar nicht mehr – dafür kann man blühende Seerosen im Teich bewundern und ist schnell da: Kurz mal großstadtentspannen zwischendurch, vielleicht ein Picknick auf der Liegeweise, nur wenige Schritte entfernt von Brunnenstraße und dem Rosenthaler Platz. Sollten selbstgeschmierte Stullen mal nicht zur Hand sein: Auf der Terrasse vom Nola's gibt's eine schöne Sicht und Schweizer Küche.
Sommersport: Ultimate Frisbee – der ultimative Sport für Menschen, die gerne und viel laufen, sich dabei aber Abwechslung wünschen. Alles was man braucht ist eine Frisbee und Platz. Jeweils sieben Spieler stellen sich in zwei Teams gegenüber und spielen sich gegenseitig die Scheibe zu. Wer sie hat, darf nicht laufen, und muss sie innerhalb von zehn Sekunden weiterwerfen. Geht der Pass über das Feld der Gegner hinaus ins Aus (vorher abgesprochene Endzone), erzielen die Werfer einen Punkt. Es gibt keine externen Schiedsrichtenden. Alle sind selbst verantwortlich, Fouls oder Linienverstöße anzuzeigen. Fairplay gilt also in besonderem Maße. DiscKick Ultimate Frisbee Berlin Training ist Mo (Mixed/ Jugend) 19.30-22.30 Uhr im TiB-Stadion, Dienstag (Damen/ Herren) 18.30-21 Uhr auf der TiB Wiese, mehr Infos hier.
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28. adidas Runners City Night am 3. August 2019
Auf der superschnellen Strecke über den Kudamm fallen die Bestzeiten über 10 und 5 km. Die City West wird zur rauschenden Party Zone. Hot Spots, Sambabands, internationale Läufer und das hippe Bühnenprogramm auf dem Breitscheidplatz sorgen für die Lauf-Party des Jahres. Lass dir das nicht entgehen und melde dich an unter www.berlin-citynight.de
Jottwede (Janz weit draußen): Tauchen im Glienicker See – Um einfach mal abzutauchen, muss man gar nicht so weit fahren. Genau genommen nur eine Stunde über die B2 (oder ab dem S-Bhf Spandau mit dem Bus) bis zum Glienicker See. Da findet man die Tauchbasis für einen Unterwassertrip. Einen geführten Gang gibt‘s ab 35 Euro, bei vorhandenem Equipment kann man die Station, die sich an der Verlängerten Uferpromenade 21 befindet, für 8 Euro nutzen. Dazu werden Schnorchelkurse und Freediving angeboten.
Eigentlich feiert der Berliner Fernsehturm erst im Oktober seinen 50. Geburtstag. Der Berliner Kurier hat ihm aus Gründen trotzdem schon heute zwei Seiten und 50 Fakten gewidmet. Eine Auswahl: Der Turm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und der vierthöchste Fernsehturm Europas. Er sollte eigentlich in den Müggelbergen gebaut werden und 130 Meter hoch sein. Der Bau wurde abgebrochen, weil der Turm in der Einflugschneise des Flughafens Schönefeld gestanden hätte. Der Bau dauerte 53 Monate. Die Kosten beliefen sich auf 132 Millionen Mark. In die Kugel passt der Inhalt von 12.1429 Badewannen. Tatsächlich befindet sich in der Kugel eine Warte des Deutschen Wetterdienstes. Und: Der Berliner Verein c-base verbreitet den Mythos, der Turm sei die aus dem Boden ragende Antenne einer in Mitte abgestürzten Raumstation.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Rückschlag für Berlins große Pläne zum Ausbau der Herzmedizin und das Prestigeprojekt des Regierenden: Der Stiftungsrat des Deutschen Herzzentrums (DHZB) trennt sich überraschend von seinem Kaufmännischen Direktor Marcus Polle. Anlass der Entscheidung sind heftige interne Auseinandersetzungen über die Finanzierung der Bauabschnitte des neuen Universitären Herzzentrums Berlin, einer Fusion der kardiologischen Einrichtungen von DHZB und Charité. Charité-Direktorin Astrid Lurati soll einen Konflikt (um eine dreistellige Millionensumme) mit Finanzsenator Matthias Kollatz gescheut haben, Polle nicht. Stiftungsratschef Hans Maier soll den Eindruck gewonnen haben, dass mit Kolle das Projekt scheitern könnte – weil Kollatz ohnehin skeptisch ist, was die Rolle des DHZB und die Rechtsform der Stiftung betrifft. Bereits zuvor hatte es im DHZB-Management selbst Konflikte gegeben, mitunter Streit über die Besetzung künftiger Posten im gemeinsamen Herzzentrum. Von Charité-Direktorin Lorati hieß es intern, sie könne Polle „wegräumen“. Eigentlich läuft sein Vertrag bis Ende 2020.
Das rund 600 Millionen teure Humboldt-Forum soll von September 2020 an etappenweise eröffnen. Der Grund für die einjährige Verzögerung: Den beauftragten Firmen fehlt Personal. Wird Zeit für einen zweiten Count up.
Die Berliner Polizei ist am Mittwoch gegen die linksextremistische Gruppe „Jugendwiderstand“ vorgegangen. 107 Ermittler haben neun Wohnungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen durchsucht.
Thilo Sarrazin ist auch im dritten Ausschlussverfahren seiner Partei davon überzeugt, dass er ein guter Sozialdemokrat ist. Hätten die eigenen Genossen ihn nicht ausgegrenzt und eine offene Debatte zugelassen, „wären Gründung und Aufstieg der AfD möglicherweise verhindert worden“, sagte er am Mittwoch vor der SPD-Kreisschiedskommission Charlottenburg-Wilmersdorf. Selbstüberschätzung, die.
Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der Tatverdächtige Stephan E. ein Geständnis abgelegt. Die Tat sei eine Reaktion auf Äußerungen des CDU-Politikers in der Flüchtlingsdebatte gewesen, sagt er. „Hätte es die illegale Grenzöffnung durch Kanzlerin Angela Merkel mit dem unkontrollierten und bis heute andauernden Massenzustrom an Migranten nicht gegeben, würde Walter Lübcke noch leben“, schreibt dazu der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann – und kann seine Gesinnung kaum deutlicher zeigen. Um es mit den Worten von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zu sagen: „Menschenfeindliche Hetze ist der Nährboden für Gewalt, wer ihn düngt, macht sich mitschuldig.“
Von Rechten bedroht wird nach einem Tweet über ein von Klima-Aktivisten zertrampeltes Möhrenfeld aktuell Berlins Grünen-Politiker Georg Kössler. „Mit so manchen grünen Politikern sollte man sich mal auf ihrer Terrasse unterhalten...“, soll Marco Kurz, Chef des rechten Netzwerks „Frauenbündnis Kandel“ in einer internen Gruppe geschrieben haben (ein entsprechender Screenshot wurde Kössler von Journalisten zugespielt ). Zur Erinnerung: Auf einer Terrasse wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ermordet. Die Anzeige ist raus.
Wie ist die Gesetzeslage, wie aussichtsreich ist eine Anzeige? Solidarisieren, archivieren, anzeigen – was wir alle gegen rechten Hass im Netz tun können, haben meine Kollegen Markus Lücker und Sebastian Christ aufgeschrieben. Lesenswert!
Man könnte meinen, dass in einem rot-rot-grünen Bündnis der Klimaschutz Kernaufgabe der Regierung ist – falsch gemeint. Von den 94 Millionen Euro, die im Berliner Haushalt und im landeseigenen Investitionsfond Siwana bis 2021 zur Verfügung stehen, wurden bisher 1,35 Millionen ausgegeben, davon fast eine Millionen Euro als finanzielle Soforthilfe für die „Wässerung des örtlichen Grüns“.
Um nach dem Brand der Notre-Dame vorzusorgen, hat Berlins Feuerwehr am Mittwoch im Berliner Dom den Ernstfall geprobt. Eine Erkenntnis: „Die Domkuppel hat 98 Meter, unser höchstes Fahrzeug erreicht nur 50 Meter.“
Deutsche Wohnen I: Der Aufzug der als „barrierefrei“ ausgewiesenen Wohnung in der Großbeerenstraße (CP von gestern) wurde nach 23 Tagen repariert.
Deutsche Wohnen II: Mitte Mai ist der Bruder von Dagmar Papula verstorben. Ebenfalls Mitte Mai hat die Frau die Wohnung ihres Bruders gekündigt – knapp einen Monat später, am 15. Juni, die Schlüssel an Deutsche Wohnen übergegeben sowie eine potentielle Nachmieterin präsentiert. Der Konzern hat trotzdem auf die Einhaltung des Mietvertrages und Zahlungen bis Ende August bestanden („Die leerstehende Wohnung soll grundsaniert werden“). Keinerlei Kulanz – bis gestern. Auf Checkpoint-Nachfrage hieß es zunächst: „Das ist rechtlich so geregelt.“ Dann aber doch: Man werde „der Familie entgegengekommen“ und den Mietvertrag bereits zum 31. Juli auflösen. Ein früherer Zeitpunkt wurde uns gegenüber ausgeschlossen – ohne weitere Begründung.
Deutschlands erster offizieller Drogen-Check-Stelle in Berlin steht nichts mehr im Weg. Ein beauftragtes Rechtsgutachten des Kölner Strafrechtsprofessors Cornelius Nestler bestätigt die Verträglichkeit der Senatspläne: das Konzept sei legal durchführbar und Mitarbeiter der Drug-Checking-Stellen machten sich nicht strafbar. Außerdem wurden Mittel für 2020 und 2021 beschlossen. Um das rot-rot-grüne Projekt dieses Jahr an den Start zu bringen, wurden bereits 150.000 Euro bereitgestellt.
Das Projekt sieht vor, Anlaufstellen zu schaffen, bei denen Konsumenten anonym ihre Drogen testen lassen können. So könnten auch stadtweite Warnungen für bestimmte Drogen ausgesprochen werden, beispielsweise wenn giftige Substanzen oder besonders hohe MDMA-Dosierungen in Ecstasy-Pillen gefunden werden. Ähnliche Modelle gibt es bereits in der Schweiz, in Wien und den Niederlanden.
In Berlin gehören Drogen für viele, die in den Clubs feiern gehen, dazu. Die Stadt stehe vor einer Kokainepidemie, sagte der Chef des Rauschgiftdezernats dem Tagesspiegel kürzlich. Aber auch andere Partydrogen wie Ketamin und MDMA (meist in Pillenform unter dem Szenenamen Ecstasy konsumiert) werden von Partygängern aus aller Welt konsumiert. Ein Bericht des "Spiegel" über eine Amerikanerin, die nach dem Besuch im Berghain und dem Konsum von zu hoch dosiertem Ecstasy starb, erregte großes Aufsehen. Befürworter des Drug-Checkings versprechen sich, dass sich solche Überdosierungen in Zukunft vermeiden lassen, wenn die Konsumenten wissen, welche Wirkstoffe und in welcher Höhe diese in ihren Drogen drin sind.
Aber auch vielen Heroin-Abhängigen könnte das Drug-Checking helfen. In vielen Fällen entsteht die tödliche Opioid-Überdosis durch den billigeren, aber vielfach potenteren synthetischen Stoff Fentanyl, der dem Heroin von Dealern ohne das Wissen der Konsumenten beigemischt wird.
Kritik an dem Projekt kommt vor allem von der CDU. „Drug-Checking anzubieten, weil man die Kriminalität dahinter nicht unter Kontrolle bekommt, ist ein falscher und gefährlicher Ansatz“, sagte Tim-Christopher Zeelen, CDU-Gesundheitsexperte im Abgeordnetenhaus Tagesspiegel-Kollege Hannes Heine. „Wir bieten ja auch keinen Sicherheits-Check für Fluchtfahrzeuge von Bankräubern an, damit sie sich auf der Flucht nicht weh tun.“
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URBAN SPORTS - Berlin ist eine Stadt am Wasser. Seen, Bäder, Flüsse – urbane Sportler haben eine riesige Auswahl an Playgrounds für ihr Hobby. Lesen Sie hier über die sportlichen Sommertrends wie Schwimmen, Paddeln oder Wakeboarden. Außerdem: Alle wichtigen Triatholon Termine der Hauptstadt- Region auf einen Blick.
Von der CDU zur CSU: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will ein „Youtuber-Festival“ mit Influencer-Preis gründen (Q: SZ). Keine Pointe.
Findlinge sollen ab sofort das Falschparken in der Bergmannstraße verhindern. Oder anders gesagt: Wo Schilder nichts bringen, liegen jetzt sehr große Steinbrocken.
Nur noch 24 Grad soll es heute Abend warm sein, ideales Laufwetter also. Für Kurzentschlossene: Die Checkpoint-Laufgruppe trifft sich um 19 Uhr am Parkplatz an der Orangerie und läuft 6 bzw. 12 Kilometer am Schloss Charlottenburg. Wir bringen Getränke und ein Auto für Wechselklamotten mit!
Unsere Gesprächsreihe „SportCheck“ geht in die zweite Runde! Kommenden Mittwoch (03.Juli) wollen wir über das gesunde Laufen sprechen und haben mit Orthopädin und Sportmedizinerin Margrit Lock und dem Ernährungswissenschaftler und Buchautor Dr. Wolfgang Feil zwei ausgewiesene Experten eingeladen. Los geht’s um 19 Uhr in unserem Verlagshaus (Askanischer Platz 3). Für Checkpoint-Abonnenten ist der Talk kostenfrei, für alle anderen kostet der Eintritt fünf Euro. Alkoholfreie Getränke sind inklusive, genauso wie die Chance auf Tickets für den Adidas City Night Run am 03. August. Da die Plätze begrenzt sind, bitte eine kurze Anmeldemail mit dem Betreff „SportCheck“ an checkpoint@tagesspiegel.de.
In eigener Sache: Gestern Abend wurde in Berlin der Theodor-Wolff-Preis verliehen. Besonders stolz sind wir auf unsere Kollegin Maris Hubschmid (Gewinnerin „Reportage regional“ mit „Bis zum letzten Tropfen“/ Tagesspiegel) und unseren freien Mitarbeiter Marius Buhl (Gewinner „Reportage überregional“ / SZ Magazin). Außerdem nominiert (und toll) waren Hannes Soltau (Meinung Lokal / Tagesspiegel) und Bald–Kollege Julius Betschka (Reportage lokal / gemeinsam mit Martin Nejezchleba / Berliner Morgenpost).
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen in Brandenburg und des Erstarkens von Rechtspopulist*innen ist es uns wichtig, jetzt noch sichtbarer zu sein in Falkensee und dem Havelland. Wir gehen für unsere Menschenrechte und für eine vielfältige, offene Gesellschaft auf die Straße!“
Ingrid Scheffer sorgt dafür, dass Falkensee die wohl kleinste Stadt Deutschlands mit einem eigenen CSD ist. Am Freitag wird hier demonstriert.
Tweet des Tages
Berlin, 33°C, U8: ein Mann snackt eine Tüte Gewürzspekulatius. #weilwirdichlieben
Stadtleben
Essen – „Bowlläden sind die neuen Burgerläden“, schreiben die Qiez-Kollegen. Und irgendwie haben sie recht: Die schön dekorierten Schüsseln mit allerlei gesundem Essen drin, die liegen im Trend. Auf den steigt auch Gourmet-Koch Felix Mielke auf. Er verließ das Le Faubourg, um in der Schöneberger Akazienstraße 3a den Schüsseldienst aufzumachen. Hinter der beschaulichen Glasfassade verbirgt sich ein bisschen Gourmet, ein bisschen imbisstypische Schnelllebigkeit. Zwischen diesen Polen pendelt auch der Preis: günstiger als im Restaurant, teurer als der Asiabox-Laden um die Ecke. Der Anspruch an die Qualität der Miso-Räucherforelle- oder Wels-Tataki-Bowls ist aber erwartungsgemäß hoch – gut so! Mo-Sa 12-21 Uhr, U-Bhf Eisenacher Straße
Trinken im besten Biergarten Neuköllns – zumindest wenn es nach den Leser*innen des Leute-Newsletters geht. Die sind sich einig: Babette’s Garden in der Kindl-Brauerei. Die meisten werden die Bar Babette noch aus der Karl-Marx-Allee kennen. Vergangenen Oktober musste sie umziehen, der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Jetzt hat sie ihre neue Heimat Am Sudhaus 3 (U-Bhf Boddinstraße) gefunden und bringt die Neuköllner zum Schwärmen: „Der schönste, tollste, lauschigste, hippste, beste Biergarten“, findet Leserin Jessica T. „Urban, hip, weg vom Straßenverkehr. Einfach ideal“, sagt Laura B. Praktisch und lokal obendrein: Das Babette bezieht sein Bier direkt aus der Kindl-Brauerei. Tägl. 15-22 Uhr
Berlinbesuch – Wasser, Wasser, Wasser. Soweit das Auge reicht. Genau das, was wir jetzt brauchen. Wo? In Spandau natürlich, dem Bezirk mit den unzähligen Spitznamen. Heute dran: das Venedig Berlins. Ein Fleckchen, wo die Aussicht besonders schön ist, kennt natürlich unser Spandau-Korrespondent André Görke: Siemenswerder. „Vorne die Pötte auf der Havel, in der Ferne der Grunewaldturm und nebenan die Fahrrinne, auf der die Ausflugsdampfer zur Altstadt schippern“, schreibt er in seinem Leute-Newsletter. Nur der Weg dorthin ist etwas kniffelig, kann dem Berlinbesuch aber als kleiner Abenteuerausflug verkauft werden. Von der BVG-Haltestelle an der Heerstraße geht’s durch den Wald, vorbei an der Currywurstbude „Ketchup35“, hinab zum Fluss. Nettes Extra: Nur wenige Schritte entfernt ist das Restaurant Nevio’s Werft Casino (Siemenswerderweg 50, Bus-Station Pichelswerder), eine Mini-Holzbude mit Liegestühlen am Fluss. Wenn da kein Urlaubsflair aufkommt!
Geschenk – Seien wir mal ehrlich: Ein Erlebnis, eine gemeinsame Aktivität zu schenken ist doch viel schöner als alles, was es zu kaufen gibt. Zum Beispiel ein gemeinsamer Grillabend. Man tut sich zusammen, sucht sich ein nettes Plätzchen und übernimmt die Brutzel-Schicht am Grill. Wenn es ein bisschen besonderer sein soll als am Tempelhofer Feld, bietet sich die Hafenküche an. Das Restaurant Zur Alten Flussbadeanstalt 5 vermietet nämlich seinen Grillplatz direkt an der Rummelsburger Bucht. Platz ist für zwölf Personen, Grillboxen mit Würstchen und Grillkäse kann man vor Ort kaufen. Bier natürlich auch! Die Grillplatz-Miete kostet 140 Euro, Essensboxen gibt’s ab 35 Euro. S-Bhf Betriebsbahnhof Rummelsburg
Last-Minute-Lesung in der Minigolfanlage am Hertzbergplatz, wo die Lesereihe „Kabeljau & Dorsch“ ihre Sommerresidenz hat. Nach Lesungen in Neuköllner Kneipen sollte diesmal ein außergewöhnlicher Ort her. Möglichst niedrigschwellig, ein bisschen crazy, attraktiv für junge Leute. Das langfristige Ziel der Veranstalter: ein Kiezfestival daraus machen. Heute lesen in der Sonnenallee 165 erst mal Yade Yasemin Önder („Open Mike“-Gewinner), Hendrik Pohl (Retzof-Preisträger) und Ramy Al-Asheq (Mitgründer der Arabisch-Deutschen Literaturtage) ihre aktuellen Texte. Eintritt auf Spendenbasis. Ab 19.30 Uhr, U-Bhf Karl-Marx-Straße
Noch hingehen – Touristenströme, Chaos, ein heftiger Sturm: Fast hätte Installationskünstler Christo sein Projekt „The Floating Piers“ nicht umsetzen können. Und es ist komplett wahnwitzig: Mit goldgelben Stoffbahnen spannte er Stege um die Inseln Monte Isola und San Paolo im italienischen Iseosee und verband sie mit dem Ufer. 1,2 Millionen Besucher liefen so übers Wasser. All die technischen, logistischen und personellen Hindernisse fängt der Dokumentarfilm „Christo – Walking on Water“ ein, der noch bis Ende des Monats im Kino läuft. Zum Beispiel heute im Freiluftkino Rehberge um 21.45 Uhr. Der Eintritt kostet 7,50 Euro. Windhuker Straße, U-Bhf Rehberge
Das Stadtleben heute von: Maria Kotsev
Prominent verraten
„Dafür lebe ich, das ist mein Zuhause.“ Auch 17 Jahre nach Gründung der Band sind die gemeinsamen Auftritte für unseren Berliner der Woche „immer noch das beste Gefühl der Welt“.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
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Berlin heute
Verkehr – In Moabit kann es sich wegen einer Baustelle auf der Beusselstraße stadteinwärts ab ca. 7 Uhr stauen. Auf dem Kladower Damm in Gatow gibt’s in Höhe Parkviertelallee in beiden Richtungen nur eine gemeinsame Spur, eine Baustellenampel soll Chaos entwirren (bis Anfang August). Und am Baumschulenweg sind folgende Straßenabschnitte bis zum 4. August gesperrt: Der Straßenzug Sonnenallee/ Südostallee zwischen Heidekampweg und Radenzer Straße, die Baumschulenstraße zwischen Königsheideweg und Schraderstraße sowie die Anbindung zur Forsthausallee.
Demonstration – Ab 16.30 Uhr laufen ca. 500 Personen vom Boxhagener Platz zur Mühlenstraße 2 - das Motto: „Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“. Und die Linke fordert von 16.55-18.15 Uhr am Pariser Platz mit 300 Teilnehmenden: „Abrüsten statt aufrüsten. Nuklear und konventionell“.
Gericht – Mit Spannung wird das Urteil im Prozess gegen einen 27-Jährigen erwartet, der bei einer Fluchtfahrt vor der Polizei an einer für ihn roten Ampel die 22-jährige Johanna Hahn tödlich erfasste. Die Studentin, die auf dem Gehweg unterwegs war und ihr Fahrrad schob, starb noch am Unfallort – war es Mord oder fahrlässige Tötung? (14.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 704).
Universität – Heute Abend um 20 Uhr ist der Studiengang Musical/ Show der UdK mit der Inszenierung „Drachenherz Kein Platz für Helden“, die sich in Anlehung an die Siegfried-Sage mit der Aktualität der klassischen Themen Ehre, Verrat und Treue beschäftigt, in der Neuköllner Oper zu sehen. Karl-Marx-Straße 131-133, U-Bhf Karl-Marx-Straße, Tickets ab 11/ 19 Euro.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Christina von Braun (75), Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Filmemacherin / Kai Diekmann (55), Journalist, ehem. Chefredakteur der Bild / Marcus Jense (52), Schriftsteller / Markus Kavka (52), Moderator, Journalist, Autor und DJ / Alice Lanzke (40), „Journalistin, Expertin, Heldin - es gratulieren Fabian, Daniel, Stefan und Robert“ / Michaela Laukant (46), „Rock'n'roll-Queen & coole Bikerin (Gruß von Tom)“ / Martin Lilge (56), Chefarzt im Krankenhaus Hedwigshöhe / Hans Reckers (66), Jurist, ehem. Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung / Steffen Reiche (59), evangelischer Theologe und Politiker, Landesvorsitzender der SPD Brandenburg (1990-2000), Landesmininister (1994-2004) / Sina Tkotsch (29), Schauspielerin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Edith Müller, * 16. September 1939 / Dr. Manfred Stücklen, * 29. März 1927 / Gabriele Theune, * 1. Dezember 1953
Stolperstein – Helene Königsberger (Jhg. 1892) lebte in der Duisburger Straße 2a in Wilmersdorf, bevor sie am 24. Juni 1942 vom Berliner Güterbahnhof Moabit über Königsberg nach Minsk in Weißrussland deportiert wurde. Zwei Tage später ermordeten die Nazis sie dort. Zuvor waren ihr Wertpapiere über 70 000 Reichsmark „zu Gunsten des Deutschen Reiches“ entwendet worden.
Im Tagesspiegel
Jan Zimmermann hat ein "Gewitter im Kopf": Der 21-Jährige leidet am Tourette-Syndrom. Zusammen mit seinem Freund Tim Lehmann klärt er auf Youtube über die Krankheit auf – und ist damit äußert erfolgreich. Lesen Sie das Porträt von Sebastian Leber heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Am bisher heißesten Tag des Jahres hat Kollege Felix Hackenbruch vier Stunden mit der Polizeiwache am Alexanderplatz verbracht. Ein Protokoll:
16:32 Ein Mann hat im M29 seinen Geldbeutel verloren. Er bekommt die Nummer des Fundbüros.
16:40 Ein Ladendieb wird in Handschellen zur Wache gebracht. Nach der Abgabe seines Fingerabdrucks darf er wieder gehen.
17:05 Ein Mann will seinen ukrainischen Reisepass verloren haben. „Immer die gleiche Masche“, murmelt ein Polizist.
17:50 Ein Mann will sich selbst anzeigen, weil er einen Mann geschubst hat. Nach fünf Minuten zeigt er doch den anderen an, weil der fünf Meter neben ihm gepinkelt hat.
17:52 Ein britisches Paar will den Weg zum Motel One wissen.
18:35 Eine Gruppe Jugendliche wird kontrolliert. Der Polizist kennt das Alter der Mädchen bereits.
18:55 Fünf Mädels suchen die New Yorker Filiale.
19:09 Drei Jungs suchen die U2.
19:15 Zwei Obdachlose, die kurz vorm Einschlafen sind, werden gewarnt: „Sonst fällt noch euer Bier um.“
19:27 Ein halbnackter Mann setzt sich in einem Restaurant zu einer Familie an den Tisch und will eine Zigarette. Dafür bietet er Sex.
19:30 Der Mann wird in Handschellen abgeführt.
20:02 „Wenn du fünf Klimmzüge mit Schutzweste schaffst, bekommst du ein Eis“, sagt die Polizistin zu ihrem Kollegen. Der Beamte schafft viereinhalb.
20:21 Zwei Männer schubsen sich. Als die Polizei sich nähert halten sie Händchen und lächeln.
Fazit: Die Kriminellen machen wohl auch Hitzefrei.
Wir arbeiten weiter und sind auch morgen wieder für Sie da. Es übernimmt Björn Seeling. Bis bald.