die Stadt befindet sich mal wieder im Ausnahmezustand. Vor dem Zoo stehen die Menschen Schlange wie sonst nur für Gemüsekebab, Berghain oder MoMA-Ausstellungen. Und auf Straße und Schiene sind in den nächsten Tagen ebenfalls einige Hindernisse eingeplant – allerdings für einen deutlich älteren Stargast. Zwischen den beiden aufregenden Themen dieser Tage liegen fast 82 Jahre: Berlin hat wieder Pandas und Besuch.
Mehr Flausch gibt’s unten im Zitat, wir kümmern uns aber erstmal um einen verzweifelten Jura-Studenten, der am Freitag, 8 Uhr, wie viele andere seine schriftliche Prüfung im Ersten Juristischen Staatsexamen schreibt. „Leider konnte ich an keiner Stelle verlässliche Informationen finden, mit welchen Einschränkungen angesichts des Besuchs von US-Präsident Biden am Freitag zu rechnen ist, insbesondere wann und welche S-Bahnen von Ausfällen betroffen sein werden“, schreibt er dem Checkpoint. „Wie sollen ohnehin schon gestresste Examenskandidaten jetzt verfahren? Sollen wir mitten in der Nacht aufstehen, um so vielleicht mögliche Sperrungen zu umgehen?“
Nun, gesichert Informationen über den Biden-Besuch gibt es inzwischen schon, ob die nun beruhigen können, ist eine andere Frage: „Berlin muss sich ab Donnerstag auf ein Verkehrschaos einstellen“, lautet die Überschrift im Tagesspiegel. Alle Infos gibt es hier. Die gute Nachricht für alle Prüflinge in der Messehalle 9: Die Ringbahn fährt zumindest im 10-Minuten-Takt. Die schlechte: So ganz genau weiß es wohl niemand. Und für alle Juristen: Gilt ein US-Präsident als höhere Gewalt?

Höhere Gewalt entscheidet meist auch, wer beim Behördenpingpong gewinnt. Doch diesmal ist alles anders: Am Wochenende gibt’s die Weltpremiere Behördenpingpong live! (Jessica Gummersbach und ich haben gestern schon mal die Platte eingeweiht). Beim „Mit Vergnügungspark“ im Colosseum (Gleimstraße 33, Prenzlauer Berg) wird am Wochenende ein Freizeitpark im Inneren aufgebaut – mit Spiel & Spaß, Konzerten, DJs & Live-Podcasts. Wir sind am Samstag ab 12 Uhr am Checkpoint-Stand zu finden – neben dem Pingpong zwischen Senat und Bezirken gibt es noch Betriebsstörungsbingo, „das Berlinquiz – Promi oder Politiker“ und personalisierte Live-Comics von der großartigen Naomi Fearn (falls Sie schon immer Ihre eigene Schnuppe wollten). Zu gewinnen gibt’s unter anderem Tagesspiegel-Jahresabos (E-Paper) im Wert von jeweils 455 Euro, Gutscheine für die Yorck-Kinos, die Distel und das Chamäleon. Und am Sonntag (15.15 Uhr, Saal 6) nimmt Ann-Kathrin Hipp ihren Podcast „Eine Runde Berlin“ mit Wilson Gonzalez Ochsenknecht live beim Festival auf. Tickets gibt es hier.
Wir verlosen 3x2 Tickets unter allen Menschen mit bezahltem Abo. Einfach eine Mail mit Stichwort „Vergnügen“ an checkpoint@tagesspiegel.de schreiben und Sie sind drin im Topf. Wir sehen uns an der Platte!
Und wo wir gerade bei Eigenwerbung sind: Ann-Kathrin Hipp ist heute früh zu Gast bei „Apokalypse & Filterkaffee“ im Gespräch mit Markus Feldenkirchen (zu hören überall, wo es Podcasts gibt). Und ich bin am Sonntag wieder beim radioeins-Kommentatoren-Talk mit Marco Seiffert im Tipi am Kanzleramt (live im rbb-Fernsehen und auf Radioeins).
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DAS DINNER
nach dem Roman Angerichtet von Herman Koch
Soll man das Verbrechen vertuschen, um den Söhnen die Zukunft nicht zu ruinieren? Schließlich war es doch nur eine Obdachlose, die zu Tode kam. Im Sternerestaurant treffen sich die zwei Elternpaare zum Reden, denn auch sie haben etwas zu verlieren. Ein Moral-Krimi mit Maren Eggert, Ulrich Matthes, Bernd Moss, Wiebke Mollenhauer ab 26.10. im DT. deutschestheater.de
Zurück zu den weniger sicheren Dingen …
Wird es uns ab dem 1. Januar noch geben? Müssen wir Leute entlassen? Weil der Senat erst im November entscheiden will, wie er im Haushalt 2025 drei Milliarden Euro einspart, stellen sich unzählige soziale Einrichtungen gerade die ganz existenziellen Fragen. Am Mittwoch erhofften sich Träger von Frauenprojekten aus dem Bereich Arbeitsmarkt Klarheit, sie waren zum runden Tisch geladen. Auf der Tagesordnung: „Künftige finanzielle Ausstattung der Projekte.“ Die Antworten allerdings waren dürftig: Anträge für 2025 dürfen gestellt werden, aber vorläufige Bewilligungen soll es nur für Januar und Februar geben, erfuhr der Checkpoint aus Teilnehmerkreisen. Und bitte: Für die eigentlich vorgesehene Tariferhöhung ab Februar sollen erst einmal keine Mittel beantragt werden. Nächster TOP: Doppelhaushalt 2026/2027. Oder wie wir es derzeit nennen: heiße Luft und Schulterzucken.
Wie gut, dass es in Berlin einen Frauenpolitischen Beirat gibt, der in diesen schwierigen Zeiten „die senatsgeförderte Frauenpolitik des Landes Berlin fachlich begleitet“, wie es auf der Website der Sozialverwaltung heißt – von Frauenzentren bis Gewaltprävention, IHK und Gewerkschaften. Doch Moment … gibt’s den überhaupt noch? Großes Staunen bei den Vertreterinnen der Senatsverwaltung am runden Tisch. Altgediente erinnern sich: Ja, der traf sich früher regelmäßig, aber das ist in der Pandemie, wie so vieles, eingeschlafen.
Schauen wir doch mal in die Satzung: Vorsitzende ist demnach die Senatorin für Gleichstellung, heute Cansel Kiziltepe (SPD). Sitzungen soll es zweimal im Jahr geben, und in Kiziltepes Verwaltung irgendwo eine Geschäftsstelle. Das letzte veröffentlichte Protokoll stammt allerdings aus dem März 2019, lange vor Kiziltepes Amtsantritt. Vielleicht hat es ihr einfach niemand erzählt.
Und auch in den Schulen dreht die Verunsicherung die nächste Runde. Es stimmt nämlich nicht, dass wegen des Haushaltsstopps bis zum 30.11. keine Klassenfahrten gebucht werden können, wie die Bildungsverwaltung in einem Schreiben an die Schulen nun aufklärte (liegt dem Checkpoint vor), es dürfen nur keine Kosten entstehen. Konkret heißt das:
„Die Dienstkräfte haben die Möglichkeit, auf ihre Dienstreisekostenerstattung zu verzichten. Der Verzicht muss von der Dienstkraft ausgehen und darf nicht von der Schulleitung gefordert werden. Der Verzicht ist in schriftlicher Form gegenüber der zuständigen Stelle Schulaufsicht zu erklären. Darüber hinaus ist der Verzicht unwiderruflich.“
Ist doch nett, da haben besonders engagierte Lehrkräfte nun endlich die Möglichkeit, sich ein Luxus-Hostel-Zimmer auf eigene Kosten zu gönnen. Verwirrung gab es an mindestens einer Schule allerdings auch über den letzten Satz: Heißt unwiderruflich … das gilt für immer? Also für alle zukünftigen Klassenfahrten? Diese Frage hat die Bildungsverwaltung gestern nicht mehr beantwortet. Aber wir rechnen uns mal aus, dass sich das schnell auflösen lässt, oder?
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Berlin feiert 35 Jahre Mauerfall!
Erleben Sie auf vier Kilometern entlang des ehemaligen Mauerverlaufs unter dem Motto „Haltet die Freiheit hoch!“ eine einmalige Open-Air-Installation aus tausenden historischen und neugestalteten Demoplakaten, dazu Ausstellungen sowie ein umfangreiches Programm.
Alle Infos unter www.mauerfall35.berlin
Zusammenfassung einer Antwort der Senatsverwaltung für Gesundheit zur Trenddroge Lachgas (Q: Gebel/Franco, Grüne):
„Dem Senat liegen weder Daten noch Erkenntnisse über Verkauf und Konsum oder Konsummuster von Lachgas über die letzten 5 Jahre vor.“
„Dem Senat liegen keine Informationen vor, wie viele Behandlungen wegen Lachgaskonsum in den Zentralen Notaufnahmen (ZNA) oder über den Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung erfolgt sind.“
„Dem Senat liegen hierzu keine Daten vor.“
„Dazu liegen dem Senat keine Daten vor.“
„Dem Senat sind Lachgastaxis bisher nicht bekannt.“
„Dazu liegen dem Senat keine Daten vor.“
„Eine Beantwortung ist nicht möglich, da Daten im Sinne der Fragestellung nicht erfasst werden.“
Und jetzt Sie: Lachen oder Weinen?
Bevor wir zu den gruseligen Meldungen vom Berliner Wohnungsmarkt kommen, werfen wir noch einen Blick ins Geisterhaus des Tages:

Der Checkpoint präsentiert: das Berliner Geisterhaus-Quartett! Spielkarte (4/16): das Lichtenberger Wohnhaus in der Türrschmidtstraße 1. Gewinner-Kategorie: „Lage“.
Und noch ein paar Leseempfehlungen:
+ Trotzkisten, Sektierer, Radikale: Das sind die Hamas-Versteher in der Berliner Linkspartei
+ Berliner Schüler an Diphtherie erkrankt: Was Sie jetzt wissen müssen – und warum auch Erwachsene in ihren Impfpass schauen sollten.
+ Kein Anruf vom Kind: Wie man den Eltern sagt, dass sich die Welt nicht um sie dreht. (Grüße an die Eltern: Ruft doch mal an!)
Berliner Schnuppen
Telegramm
Halleluja, Berlin! Seit gestern ist es tatsächlich möglich, seinen Wohnsitz an- und umzumelden – und zwar online (wir haben mehrfach berichtet). Das soll den Bürgerämtern rund 500.000 Termine jährlich ersparen. Wenn nur die Hälfte davon klappt, könnte das die entscheidende Befreiung für den Terminstau werden. Oder wie es der Regierende ausdrückt: „Game-Changer“. Kleine Einschränkung: Für die Ummeldung braucht man einen digitalen Personalausweis (ob Sie den haben, können Sie hier nachschauen).
Nein? Dann gehen Sie nicht auf Los, sondern direkt zum Bürgeramt (inkl. Terminsuche). Sorry!
Ja? Dann brauchen Sie noch die PIN, die Ihnen irgendwann mal…
Nein? Tja, eine Neue gibt’s nur, Sie ahnen es: persönlich beim Bürgeramt.
Aber: Zumindest bekommen Sie die, tadaaaa: ohne Termin. Und sie bewegt sich doch (ganz langsam, ein bisschen…)
Fehlt nur noch die Wohnung…
…ach, da ist sie ja schon! Unser aktuelles Topangebot aus der Reihe „Wohnungswumms“ kommt von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WBM, bitte schön: Die 2-Zimmer-Dachgeschosswohnung (Dachaufstockung 2020) in der Zionskirchstraße (Mitte), 59,29 Quadratmeter, gibt’s heute zum Spottpreis von 1726,76 € (warm). Macht 29,25 € pro Quadratmeter. Mit enthalten ist allerdings das Fitnessprogramm: „ohne Fahrstuhl“.
Die Frage, warum eine Städtische Wohnungsbaugesellschaft da mitmacht, kommentierte ein Sprecher am Abend so: „Die Mieterhöhungen der WBM erfolgen grundsätzlich im Einklang mit der bestehenden Kooperationsvereinbarung.“ Und die heißt eben nicht „bezahlbare Mieten, Wohnungsneubau und Soziale Wohnraumversorgung“, sondern „Leistbare Mieten…“. Und was man sich leisten kann, ist bekanntlich relativ.
Auf dem Bild der Wohnungsanzeige sitzen übrigens zwei junge Menschen in ausgelatschten Turnschuhen und schauen verliebt in den Mietenhimmel. Vielleicht flattert da gerade ihr Erbe herein?
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Apropos reinflattern: Der Tagesspiegel hat gestern Abend für ein gemeinsames Projekt mit dem ZDF Magazin Royal den Grimme Online-Award gewonnen (auch der Checkpoint gehörte schon zu den Preisträgern). Zur Geschichte „Europäische Waffen, amerikanische Opfer“ geht es hier. Glückwunsch an Eric Beltermann, Nina Breher, Julia Brigasky, Cornelius Dieckmann, Daniel Erk, Tamara Flemisch, Alexander Forsthofer, Kirk Jackson, Hendrik Lehmann, Moritz Matzner, Annelie Naumann, Finn Starken, Dennis Pohl, Juliane Schäuble, Lennart Tröbs, Helena Wittlich und vielen anderen, die mitgewirkt haben.
Die Gewalt gegen medizinisches Personal nimmt zu. 2023 gab es 808 Angriffe auf Feuerwehr-, Rettungs- und Pflegekräfte, 132 mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr wurden bis Ende August bereits 513 Angriffe erfasst. (Anfrage Lehmann/SPD, DS 19/20 331). Inzwischen gebe es Schulungen, sagte ein Charité-Sprecher dem Checkpoint, dabei gehe es vor allem um Deeskalation. Vivantes beschäftigt rund um die Uhr einen Wachschutz. Kosten: Drei Millionen Euro.
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Zu wenige Urteile im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt? Das hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Justiz am Montag vorgeworfen. Justizsenatorin Felor Badenberg konterte gestern im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses: Die Polizei habe nur einen Antrag auf Unterbindungsgewahrsam (um jemanden von der Demo am 7. Oktober fernzuhalten) gestellt. „Diesem wurde stattgegeben“, sagte Badenberg. „Kein Antrag, kein Beschluss.“
Und wo wir gerade beim Thema sind: Der langjährige Fraktionschef der Linken im Abgeordnetenhaus, Udo Wolf, ist aus der Partei ausgetreten. Nach dem Antisemitismus-Eklat am Freitag beim Landesparteitag sei für ihn „eine persönliche Schmerzgrenze überschritten“.
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Berlin ist auch nur ein Dorf: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir schwärmte Anfang der Woche auf einer Konferenz vom Zusammenhalt im ländlichen Raum. Dort stünden runde Geburtstage in der Zeitung, ab und zu komme sogar der Bürgermeister vorbei: „Die Vorstellung, dass der Tagesspiegel immer so ein Buch mit Geburtstagen reinlegt, ist unrealistisch“, sagte Özdemir. Wie bitte?! Das machen wir doch jeden Tag! Offenbar hat der Minister unsere Rubrik „Berliner Gesellschaft“ übersehen (die gibt es übrigens auch in Print und im E-Paper). Dass Kai Wegner persönlich gratuliert, können wir nicht versprechen, aber Sie können jederzeit Geburtstagsgrüße via checkpoint@tagesspiegel.de einreichen. Alles Gute!
„Bis 2027 wird das Angebot nicht erweitert“, sagte BVG-Chef Henrik Falk gestern im Verkehrsausschuss. Oder wie die BZ heute titelt: Noch zwei Jahre U-Bahn-Krise.
Vielleicht sind das alles aber auch gar keine echten Probleme: „Ist Ihnen WLAN im öffentlichen Raum wichtig“, wollten wir gestern von Ihnen wissen. Nur 52 Prozent sagten „Ja“, 44 Prozent scheint das ziemlich schnuppe zu sein. Es kommentiert Konfuzius Web: „Kein Internet, keine Probleme.“
Zitat
„Die sieht echt aus wie so‘n kleiner Pandabär.“
Erste Eindrücke aus dem Zoo. Festgehalten von Mia Veigel hier im Video und im Text.
Stadtleben
Verlosung – Wer auf der Seite des Verlags einen Blick in das Buch werfen will, muss erstmal bestätigen, dass er oder sie über 18 ist: „Sextropolis“ erzählt das Leben von Anita Berber (1899–1928) – Filmstar, Tänzerin, Modeikone und Skandalfigur. Sie trug Frack und Monokel, lebte offen bisexuell, nahm Drogen, prügelte sich mit Kritikern – und geriet mit all dem, klar, in Konflikt mit den Normen der Gesellschaft ihrer Zeit. Nur im Berlin der 1920er, ist Autor Armin Fuhrer überzeugt, wäre ihre kurze, einzigartige Karriere möglich gewesen. Wir verlosen zwei Exemplare! Falls Sie glaubhaft darlegen können, dass Sie 18+ sind, nehmen wir Ihre Bewerbung gerne über das Checkpoint-Postfach entgegen.
Essen & Trinken – Das Münchner Oktoberfest mag zu Ende sein, aber im neuen Augustiner Wirtshaus auf dem Bötzow-Gelände feiern sie noch. Da wird gerade jeden Tag um 18 Uhr ein Holzfass angestochen mit Wiesnbier. Bei Redaktionsschluss waren noch zehn Fässer vorrätig. Aber auch aus dem Stahlfass fließt das Märzen, solange der Vorrat reicht. Schön auch: Hier kann man nicht nur eine Maß, sondern auch einen Schnitt bekommen. Nördlich von Bayern weitgehend unbekannt, ist das so etwa eine halbe Halbe mit viel Schaum obendrauf. Bestellt man traditionell als letztes Bier vor dem Heimgehen, nie als Erstes am Abend. Zum Essen gibt es Austro-Berliner Küche mit bayrischen Akzenten. Die Rahmschwammerl mit Schnittlauch, rosa Pfeffer und Semmelknödel sind eine würdige Grundlage. Tägl. 12-23 Uhr, Prenzlauer Allee 247, U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz
Noch hingehen – Eine Berliner Kunstoase schließt. Das Kleine Grosz-Museum in Schöneberg an einer wunderbaren historischen Tankstelle macht am 26. November seine Pforten dicht. Trotz rund 30.000 Besuchern im Jahr konnte das Museum nicht verlustfrei betrieben werden. So ist für das eigentlich auf fünf Jahre angelegte Projekt für Werke des Malers, Grafikers und Karikaturisten George Grosz (1893-1959) früher Schluss. Bis dahin ist noch die aktuelle Ausstellung „Was sind das für Zeiten? Grosz, Brecht & Piscator“ zu sehen. Do-Mo 11-18 Uhr,10/6 Euro, Bülowstraße 18, U-Bhf Bülowstraße
Last-Minute-Drama – Faust kennen alle, jetzt kommt Margarete Faust. Fatma Aydemir („Ellbogen“) hat ihre Geschichte für die Bühne aufgeschrieben und stellt den Text heute Abend in der Volksbühne vor (20 Uhr). Bei „Doktormutter Faust“ steht Professorin Dr. Margarete Faust im Zentrum, eine Ikone der Gender Studies. Der rechten Regierung in Deutschland ist sie längst ein Dorn im Auge, und als ein Shitstorm ihre Karriere gefährdet, bringt Mephisto den jungen Karim ins Spiel. Es geht um Verführung, Interessenskonflikte und Machtverhältnisse, gelesen von Franz Beil und Margarita Breitkreiz. 8/5 Euro, Rosa-Luxemburg-Platz, U-Bhf Rose-Luxemburg-Platz
Grübelstoff – Können Sie Pilze? Angeblich kann man ja gerade nicht im Wald spazieren gehen, ohne über Pilze zu stolpern – kennen Sie sich so gut aus, dass Sie Ihre Funde auch essen würden?
Kiekste
Diese „fröhliche Kastanie“ ist Leserin Petra Wiese-Kähler in Charlottenburg begegnet. Weitere herbstliche Aufmunterungen gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100/A111 (Stadtring): Von 21 bis 5 Uhr ist die Straße in Fahrtrichtung Wedding zwischen den Anschlussstellen Hohenzollerndamm und Jakob-Kaiser-Platz bzw. Heckerdamm gesperrt (ab 20 Uhr werden Zufahrten gesperrt).
Hönower Straße (Mahlsdorf): Der Verkehr zwischen Am Lupinenfeld und Uslarer Straße wird bis Ende November durch eine Baustellenampel geregelt.
Regionalverkehr – RB23: Von 20 bis 24 Uhr fallen etliche Züge dieser Linie zwischen Berlin-Charlottenburg und Flughafen BER aus.
Demonstration – Für heute sind 19 Demos angemeldet (Stand 16.10., 13.30 Uhr), u.a. „AfD-Verbot jetzt!“: 50 Menschen, Schiffbauerdamm 40 (10.30-11.30 Uhr)
„Für eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und Streichung von § 218 StGB“: 100 Demonstrierende, Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, Schiffbauerdamm, Konrad-Adenauer-Straße/Paul-Löbe-Allee (11-12.30 Uhr)
„Tarifverhandlung Systemgastronomie, Kundgebung für einen guten Tarifabschluss“: 30 Teilnehmende, Gewerkschaft NGG, Französische Straße 15 (15.30-17.30 Uhr)
„Gesundheit darf keine Zielscheibe sein! Stoppt die Angriffe auf die Gesundheitsversorgung in Palästina!“: 150 Demonstrierende, Alexanderplatz 9 (18-21 Uhr)
„Nein zur Stationierung von Mittelstreckenwaffen – Stoppt die US-Kriegspolitik“: 300 Menschen, Friedenskoordination Berlin, Platz des 18. März (18-20 Uhr)
Universität – Als Eltern in der Wissenschaft arbeiten: Zu diesem Thema findet heute an der FU eine Podiumsdiskussion statt. Unter dem Titel „Care and (Un)Fair? Diskriminierung von Eltern in Forschungsförderprogrammen“ wird eine Pilot-Studie vorgestellt und diskutiert (17-19 Uhr). Man kann auch online teilnehmen, Anmeldung hier, Otto-von-Simson-Straße 26, Raum L116
Zu Gast – US-Präsident Joe Biden ist ab heute Abend bis Freitag in Berlin. Bundeskanzler Olaf Scholz begrüßt ihn im Kanzleramt und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Biden im Schloss Bellevue empfangen. Mit massiven Verkehrseinschränkungen ist zu rechnen.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Christian Brückner (81), Synchronsprecher, Stimme von Robert De Niro, Interpret von Hörbüchern, u.a. Cormac McCarthy „Kein Land für alte Männer“, 2012 Sonderpreis des Deutschen Hörbuchpreises für sein Lebenswerk / Derya Çağlar (42), Politikerin (SPD), MdA / Sophie Dal (43), Schauspielerin, spielte u.a. in „Die Kanzlei“ mit und verkörpert in der ZDF-Krimireihe „Friesland“ die Streifenpolizistin Süher Özlügül / Christian Jost (61), Komponist und Dirigent, u.a. Komische Oper Berlin / Uwe Kolbe (67), Schriftsteller und Übersetzer („Heimliche Feste“), 1992 Berliner Literaturpreis, 2022 war er Mitgründer des PEN Berlin / Karin Krieger (66), literarische Übersetzerin aus dem Italienischen und Französischen / Matthias Matschke (56), Schauspieler („Soloalbum“, im „Ladykracher“-Ensemble), auch Volksbühne, Schaubühne / „Unserem tiefen Bass Reini gratulieren wir ‚Herzschrittmacher‘ in den höchsten Tönen und freuen uns auf die ‚Showtime‘ im Dezember“ / „Liebe Stefanie Szisch, alle deine ImmoKEY'ler und VIVEST'ler umarmen dich heute ganz innig – du tolle Frau! Herzliche Glückwünsche!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Danuta Gotfryd, * 19. März 1933, verstorben am 15. September 2024 / Dietrich Martin Traugott Kruska, * 28. Oktober 1939,verstorben am 12. September 2024 / Rainer Mellenthin, verstorben im September 2024 / Sabine Piekorz, * 22. August 1957, verstorben am 23. September 2024
Stolperstein – Fanny Pietrkowski wurde am 4. Februar 1869 in Kempen/Posen (heute: Polen) geboren. Sie blieb unverheiratet und hatte keine Kinder. Von Beruf war sie Krankenpflegerin. Wann sie nach Berlin zog, ist nicht bekannt. Am 21. September 1942 wurde Fanny von den Nazis nach Theresienstadt deportiert. Sie war laut Transportliste nicht arbeitsfähig. Am 17. Oktober 1942 starb sie an angeblicher „Altersschwäche“ – eigentlich aber an den elenden Lebensbedingungen im Lager. An Fanny Pietrkowski erinnert ein Stolperstein in der Landhausstraße 44 in Wilmersdorf.
Wer in Berlin über die Gedenktafeln stolpert und mehr wissen will: Mit einem Klick gelangt man über die App „Stolpersteine – Die Schicksale“ zu den Biografien der Verfolgten.
Encore
Die sogenannte Studie, in der das „Berliner Pilsner“ zum ungesündesten Bier erklärt worden ist (CP von gestern), war offenbar ein Fall für den Abfluss: Methodisch mindestens unausgegoren und obendrein auf Basis falscher Angaben zu Alkoholgehalt und Kalorien. Nach einer Intervention des Brauerbundes hat die PR-Agentur, die das verzapft hat, das Ranking gestern selbst von seiner Webseite genommen.
Vom Reinheitsgebot gedeckt war gestern die Recherche von Margarethe Gallersdörfer, Jessica Gummersbach, Stefan Jacobs und Christoph Papenhausen. Antje Scherer hat das Stadtleben serviert und Jaqueline Frank im Frühdienst alles ordentlich sortiert. Morgen begrüßt Sie hier Daniel Böldt.
Bis bald!

