„die Kritiker erkennen das Spezielle der Stadt nicht“, sagte Checkpoint-Leserin Heidrun Schmidt. „Diese Bilder schon.“ Zum zweiten Mail trafen sich die berühmtesten Hobbyfotografen Berlins in der Galerie DERBILDERRAHMEN.BERLIN, um die Kiekste-Fotos des Jahres zu küren. Mehr als 2500 Fotos haben Sie uns im vergangenen Jahr geschickt, 246 davon haben wir hier im Newsletter veröffentlicht. An den Galerie-Wänden in Charlottenburg versammelte sich dadurch ein gerahmter Jahresrückblick in Bildern, der in seiner Diversität die Kuriosität und Schönheit dieser Stadt perfekt abbildet. Zu sehen noch bis zum 28. Februar in der Wielandstraße 13.

Beste Laune bei der Kiekste-Vernissage in den Galerieräumen von DERBILDERRAHMEN.BERLIN.

Begrüßungsrede von Herausgeber Lorenz Maroldt und der stellvertretenden Chefredakteurin Anke Myrrhe.

Schnuppen-Zeichnerin Naomi Fearn spielt ein Akustik-Konzert.

Spannende Unterhaltung über die Waschenbären-Bande aus Wannsee.
Berlin rutscht weiter durch die Woche. Einmal mehr dreht die rot-schwarze Regierung Pirouetten ums ewige Streusalzverbot für Gehwege. Weil es immer erst glatt werden muss, damit sich Berlins Politik an das Thema erinnert, hatte Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) dazu erst am 12. Januar eine Gesetzesänderung angekündigt. Am 20. Januar ging ein entsprechender Antrag der CDU-Fraktion an die Kollegen der SPD. Dort liegt er wegen Bedenkenträgern bis heute im Facharbeitskreis. Sehr zum Ärger der CDU.
Umgekehrt fühlen sich nun aber auch die Sozialdemokraten unfair behandelt und halten die Eile der CDU für vorgespielt: Denn um gestern Thema im Abgeordnetenhaus zu werden, hätte sich Schwarz-Rot bis spätestens 21. Januar, 9 Uhr auf einen Gesetzestext einigen müssen. Und selbst dann hätte am Donnerstag nur die erste Lesung des Gesetzes stattgefunden. Frühester Beschluss im Abgeordnetenhaus wäre der 12. Februar gewesen. Nun wird es nochmal mindestens zwei Wochen später.
Berlin strauchelt und das ganze Land lacht. Nicht besser macht es da der eher hilf- wie einfallslos wirkende Social-Media-Post des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU): „Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen. Wir müssen die gefährliche Lage auf Gehwegen, Treppen und Straßen entschärfen.“ Überraschend deutlich wurde dagegen ein nach all der Kritik angefressener SPD-Fraktionschef Raed Saleh. „Ein komplettes, mehrwöchiges Gesetzgebungsverfahren abzuwarten, ist weder nötig noch zumutbar.“ Von der Verwaltung erwarte er „sofortiges Handeln“ mit Kontrollen und im Zweifel Ersatzvornahmen.
Denn woran beim schwarz-roten Eiskunstlauf alle vorbeiskaten: Zuständig für das Räumen von Schnee und Eis sind die Eigentümer angrenzender Grundstücke. Wenn nicht mit Salz, dann eben mit Splitt und Spaten. Bei spiegelglatten Gehwegen bedanken Sie sich also wahlweise bei den Bezirken, landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften oder privaten Hausbesitzern und Firmen. Oder wie es die Winterdienst-erfahrene BSR-Sprecherin Frauke Bank sagt: „Wenn jeder, der für den Winterdienst zuständig ist, dem auch nachkommen würde, dann hätten wir in Berlin gar nicht das Problem, das wir derzeit sehen.“ Oder hilft gegen fehlenden Gemeinsinn am Ende vielleicht doch nur Salz?

Unfallfrei erschien am Donnerstag BVG-Chef Henrik Falk bei uns am Askanischen Platz zur Checkpoint-Kritik. Anschließend hatte die Redaktion einige Fragen zu den Tram-Ausfällen der vergangenen Tage. Ihm gehe es gerade ähnlich wie Julian Nagelsmann, befand Falk: „BVG-Chef ist wie Bundestrainer zu sein: Alle wissen Bescheid, alle wissen besser, wie man ein Tramnetz betreibt.“ Dass das gesamte oberirdische Netz mit einer solchen Geschwindigkeit einfriere, „haben wir in Berlin noch nicht gehabt“, sagte er. Auch die Idee, gegen das Eis auf den Oberleitungen die ganze Nacht Straßenbahnen fahren zu lassen, wehrte er ab. Man habe es versucht, Ergebnis: „Über 40 Straßenbahnen sind stehen geblieben, weil es so schnell zugeeist ist und wir aus Sicherheitsgründen den Betrieb einstellen mussten.“ Hätten dann vielleicht die alten Tatra-Züge geholfen, wie der BUND meint? Die führen jetzt in Stettin, sagte Falk – oder eben nicht. Denn auch dort habe das gesamte Tramnetz stillgestanden.
Wie beim Fußball gilt auch bei der BVG: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. „Wir gucken uns das nach vorne an. Wie stellen wir uns auf, dass wir mit solchen Situationen künftig noch besser gehen können.“ Ob es da eine einfache Lösung gibt? „Auf keinen Fall.“ Wie in der Abwehr.
Lange Zeit wurde er angekündigt, jetzt ist Berlins erster Baustellenkoordinator da. Gefunden hat der Senat für den Posten nach Checkpoint-Informationen einen alten Bekannten: Jörg Seegers, früherer Co-Geschäftsführer der BVG-Projekt GmbH und Leiter des U5-Lückenschlusses und damit jemand, der bei der Koordinierung von Baustellen viel Erfahrung mitbringt. Am 1. Februar startet er pro bono im Stabsbereich von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) – die er bestens aus gemeinsamen Zeiten bei der BVG-Projekt kennt. Seine Aufgaben: Die Baustellen der Stadt verkehrlich koordinieren, Bezirke und Senat enger verzahnen, Baustellen koordinieren und auch nach außen erklären, was wo beim Buddeln an den Straßen der Stadt vorangeht – oder auch nicht. Gab bestimmt schon Aufgaben, die mit weniger Erwartungen verbunden waren.
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Raoul Hausmann (1886–1971), Mitbegründer der Berliner Dadaismus-Bewegung, zählt zu den bedeutendsten Avantgardisten des 20. Jahrhunderts. Zum 50. Jubiläum der Berlinischen Galerie widmet das Museum diesem radikalen Innovator eine umfassende Retrospektive mit über 200 Werken und zeigt erstmals sein künstlerisches Œuvre in ganzer Bandbreite. Ausstellung bis 16.3.26 Mehr
Der Anschlag auf die Stromversorgung Anfang Januar offenbarte große Lücken beim Zivil- und Katastrophenschutz – nun gibt es erste personelle Konsequenzen in der Senatsinnenverwaltung. Karsten Göwecke, Leiter des Referat III F (KBK) – Kompetenzzentrum für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement – wurde am Donnerstag mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Göwecke war bis Ende 2022 Vizechef der Berliner Feuerwehr. Dort galt er als wenig entscheidungsfreudig – und wurde von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) trotzdem in die Verwaltung befördert. Er sollte ein Landesamt für Katastrophenschutz aufbauen, das es bis heute nicht gibt.
Insider spotten, man habe die Situation falsch eingeschätzt – und dachte, „Blackout-Übung“ bedeute nur, das Licht im Büro auszuschalten und früher Feierabend zu machen. Die Bevölkerung hingegen durfte Anfang Januar live teilnehmen. Nun sucht man einen Nachfolger mit erweiterten Qualifikationen: Kenntnisse in Krisenmanagement, Notstromaggregaten – und der Fähigkeit, im Dunkeln den richtigen Schalter zu finden.
Was die Langstreckenverbindungen vom BER anbelangt, ist Berlin leider noch immer nicht Hauptstadt. Allen Fernfliegern macht Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nun jedoch neue Hoffnung. „Ja, da arbeiten wir dran“, sagte er dem Tagesspiegel auf die Frage, ob der Bund ausländischen Fluggesellschaften wie Emirates Landerechte an mehr deutschen Flughäfen einräumen will – wovon Berlin profitieren könnte. Abflugbereit ist die Sache aber noch nicht. „Es gibt in dieser Frage unterschiedliche Interessenlagen“, sagt Schnieder. „Einerseits geht es darum, dass Berlin gut angebunden ist, andererseits um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Luftfahrtindustrie“ – also wohl vor allem die Lufthansa. All das würde nun abgewogen, „um zu schauen, ob sich etwas ändern kann und muss“. Warten Sie mit dem Kofferpacken also lieber noch ein bisschen.
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Diese schöne Sammlung zeigt Berlin als die Stadt der Künstler, Gaukler und Alltagshelden. Josephine Baker, der berühmte Heinrich Zille und die junge Hildegard Knef, u.a. 10 Motive bieten eine herrliche Auswahl an Berliner Originalen.
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Gestern hatten wir hier ausführlich über die neue Expo-Begeisterung des Berliner Regierenden berichtet, mit einem Tag Verzögerung reagierte nun auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Was er von den Expo-Plänen halte? „Berlin will sich bewerben, habe ich gehört“, sagte er dem Checkpoint. Aber der Standort liege in Brandenburg? „Davon habe ich noch nichts gehört.“ Schönefeld? „Dann müssen sie in Schönefeld nachfragen.“ Expo-Begeisterung klingt anders.
Und hier noch ein paar Artikel-Empfehlungen aus der Tagesspiegel-Redaktion:
+ „Wir dürfen nicht vom Vermittler zum Ermittler werden.“ Carina Knie-Nürnberg ist neue Chefin der Berliner Arbeitsagentur und kann mit mehr Druck auf Arbeitslose oder Kritik an Lifestyle-Teilzeit nicht so viel anfangen wie der Bundeskanzler. Was sie stattdessen vorhat, erzählt sie hier im Tagesspiegel-Interview.
+ Sorge wegen neuem Erreger: Birgt das Niphavirus in Indien Pandemie-Gefahr?
+ Werden Sie Pflegeeltern! Es war die beste Entscheidung meines Lebens.
+ Die blödesten Ferien Berlins: Schafft diese Ski-Ferien endlich ab!
+ Erhebliches Risiko für sensible Daten: Berlin hat keinen Überblick über seine Uralt-Software.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Heute gibt’s Zeugnisse. Und für alle Fälle: Die Bildungsverwaltung bietet von 13 bis18 Uhr wieder ein Sorgentelefon für bedrückte Schüler und Eltern an. Außerdem zu empfehlen: Das müssen Eltern für den Wechsel auf die Oberschule wissen.
Pünktlich zum Ferienstart richtet die S-Bahn ab heute Abend Ersatzverkehr rund um den Bahnhof Schöneweide ein (genaue Infos hier). Bis zum 6. Februar wird dort ein elektronisches Stellwerk ersetzt.
Das mit 390.000 Euro vom Land geförderte Zera Institut steht im Fokus der Fördergeldaffäre – und lud gestern Abend zur zweiten öffentlichen Podiumsdiskussion mit Experten wie Seyran Ateş und Ahmad Mansour. Was die 60 Zuhörer – darunter die beiden CDU-Abgeordneten Burkard Dregger und Christian Goiny – zu hören bekamen: „Wir haben in der Stadt eine Politik der Kopftuch- und Islamobsession, muss man fast sagen“, sagte Ateş und sparte dabei die CDU nicht aus. Mansour erklärte mit Blick auf die deutsche Erinnerungskultur zur Shoa, diese verstärke den Antisemitismus eher als ihn wirkungsvoll zu bekämpfen. Zudem forderte der Psychologe ein TikTok-Verbot für unter 16-Jährige. Die Diskussion geht weiter.
Spandau wird ein bisschen abgehängter. Ab 6. Februar lässt die Deutsche Bahn weniger ICEs im Bahnhof halten. Ausgeglichen werden sollen damit Verzögerungen an anderer Stelle.
Sie genießen es, nur sechs wolkenverhangene Stunden Tageslicht zu haben? Sie freuen sich über Schnee und Eis? Kurzum: Sie lieben Berlin gerade jetzt am meisten? Dann müssen Sie uns mehr erzählen. Der Tagesspiegel sucht Berlins größten Winter-Fan – für etwas Optimismus und Lebenshilfe im kollektiven Wintertief. Falls Sie sich angesprochen fühlen, melden Sie sich gern unter checkpoint@tagesspiegel.de.
Das im Juli 2025 eingeführte Messerverbot im öffentlichen Nahverkehr zeigt bisher wenig Wirkung: Von Juli bis zum Ende des Jahres gab es insgesamt 64 Messerangriffe, exakt so viele wie im Vorjahreszeitraum (Q: AfD-Anfrage). Besser scheint die Maßnahme in den Verbotszonen Leopoldplatz, Görlitzer Park und Kottbusser Tor zu funktionieren. Dort sank die Zahl der Messer-Delikte.
Im ewigen Nord-Süd-Duell zwischen Berlin und Bayern hatte gestern Abend mal wieder Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Aufschlag. „Berlin funktioniert hervorragend. Die Organisation ist hervorragend. Man freut sich immer, wenn man herfährt“, sagte der Ehrengast beim Neujahrsempfang des Parlamentskreis Mittelstand. Kurz wurde er aber doch noch ernst und verteilte Hüftleiden-bedingt Spitzen im Sitzen: „Von den vier Milliarden Euro, die Bayern jedes Jahr an Berlin zahlt, sollte wenigstens etwas Streusalz drin sein.“
Sind wir im falschen Film? Das Kino International in Mitte öffnet nach einer 18-monatigen Sanierungsphase am 26. Februar wieder – mehrere Monate früher als geplant. Oscarwürdig.
Früher wurden in der Rigaer Straße die Barrikaden angezündet. Inzwischen verabredet sich die Hausbesetzerszene offenbar, um gemeinschaftlich alte Weihnachtsbäume zu verfeuern. „Wir möchten die kalten, dunklen Berliner Tage etwas aufwärmen“, ist auf einer Einladung zum „lebhaften Lagerfeuer“ zu lesen, die im Netz kursiert.
Falls Sie sich fragen, was aus ihrem Ummeldeantrag geworden ist: In den vergangenen drei Monaten waren 359 Postfächer der Berliner Verwaltung mindestens einmal derart überfüllt, dass sie keine weiteren Mails empfangen konnten (Q: Anfrage Stefan Ziller, Grüne). Laut IT-Dienstleiter 359 Einzelfälle. 99 Prozent der Postfächer seien gut gepflegt. Na dann.
Nach dem Rücktritt als Landesvorsitzende verzichtet Nicola Böcker-Giannini nun auch auf die Kandidatur für das Direktmandat im Reinickendorfer Abgeordnetenhauswahlkreis 3 (Heiligensee, Konradshöhe, Tegelort, Tegel, Tegel-Süd und Saatwinkel). „Wer als Wahlkreisabgeordnete ins Berliner Abgeordnetenhaus einziehen will, sollte sich mit ganzer Kraft auf die Sorgen und Nöte der Bevölkerung vor Ort konzentrieren können“, teilte Böcker-Giannini mit. „Dieser Einsatz ist mir derzeit nicht möglich.“ Wie berichtet ist Böcker-Giannini seit kurzem Geschäftsführerin beim Verband Deutscher Privatschulen Berlin/Brandenburg.
Zitat
„Grandios! Jetzt machen sich schon Grüne aus Schwaben lustig darüber, dass Berlin nicht in der Lage ist, Straßen vom Eis zu befreien. Und nein, es ist keine überraschende Wetterkrise: Man nennt es Winter.“
Armin Laschet, Fachpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion für Wetterkrisenkommunikation.
Zitat
„Auch Frau Senatorin Bonde sollte wissen, dass unsere Geduld begrenzt ist und der kalendarische Winter am 1. Dezember 2025 begonnen hat.“
Raed Saleh, Jahreszeitpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus.
Stadtleben
Verlosung – Vom 12. bis 15.2. organisiert die Komische Oper und die Neuköllner Oper wieder das „Schall & Rausch“-Festival und nennt das „Pleasureground für brandneues Musiktheater“. Im Rahmen dessen wird am 12.2. um 20 Uhr das Werk „Selemo“ der südafrikanischen Komponisten und Performer Sbusiso Shozi und Nhlanhla Mahlangu uraufgeführt. Wir verlosen 2x2 Karten. Bewerbung über das CP-Postfach. Neuköllner Oper, Karl-Marx-Str. 131/133, U Karl-Marx-Straße
Trinken – Endspurt Dryjanuary. Wer darauf jetzt schon anstoßen will, könnte zum Beispiel den Kreuzberger Bierladen besuchen. In gigantischen Kühlschränken gibt es hier über 200 verschiedene Flaschenbiere, außerdem Fassbier (auch to-go). Immer mal wieder werden Verkostungen angeboten. Weitere Infos liefert die übersichtliche Website. Di bis Do 17.30-23, Fr bis So 16-00 Uhr, Kreuzbergstr. 78, U Platz der Luftbrücke
Noch hingehen – Aktuell läuft die Transmediale, die wohl wichtigste Plattform für globale Medienkultur mit Ausstellungen, Talks und Performances zu Themen rund um Kunst, Technologie und Gesellschaft. Wer sich an Diskursen rund um KI, Netzpolitik und Medientheorie jenseits des Mainstreams beteiligen möchte, kann das noch bis zum 1.2. tun. Zentrum der Transmediale ist die Kuppelhalle des Silent Greens. Gerichtstraße 35, S/U Wedding
Für umme – Die Veranstaltungsreihe SPÄTI im Humboldt Forum lädt alle zwei Wochen freitags im Großen Foyer zu Drinks und unterschiedlichen Happenings ein. Heute zwischen 16.30 und 19 Uhr stellt Logan February, Dichter*in aus Nigeria, zum Thema „Nachbar – Nomade: Presence Out of Place“ junge Berliner Stimmen aus West- und Zentralafrika vor. Eintritt frei. Ohne Anmeldung. Schloßplatz, U Musuemsinsel
Kiekste
In Berlin ist es so eisig kalt, dass selbst der Steinfigur an der Ecke Friedrichstraße/Rahel-Varnhagen-Promenade das Gesicht einfriert und die Nase läuft. Entdeckt von Checkpoint-Leser Tobias Löser. Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Tiergarten bis Mitte: Von 16 bis 20.30 Uhr kommt es zu Verkehrseinschränkungen ab Willy-Brandt-Str, Paul-Löbe-Allee, Scheidemannstr., Dorotheenstr., Wilhelmstr., Unter den Linden, Karl-Liebknecht-Str. bis Alexanderplatz
Nahverkehr – S-Bahn – S46, S47, S8, S85 & S9: Von 22 Uhr bis 06.02.2026 kommt es zu Änderungen:
* Ersatzverkehr mit Bussen zwischen: Grünau & Baumschulenweg, Spindlersfeld & Baumschulenweg, Grünbergallee & Schöneweide
* Pendelverkehr zwischen Baumschulenweg und Treptower Park (Umstieg in Plänterwald)
Regionalverkehr – RE1: Von 21 Uhr bis zum 27.2. (22 Uhr) kein Zugverkehr im Abschnitt von Charlottenburg bis Erkner.
Demonstration – Für heute sind 13 Demos angemeldet (Stand 29.1., 17 Uhr), u.a. „Aufruf innerhalb eines Arbeitsstreik an alle Beschäftigten in den Bezirksämtern in Berlin, wo wir auf die Arbeitssituation in den Jugendämtern aufmerksam machen wollen (...)“: 300 Teilnehmende, „Ver.de“, Ziegrastr. 1 (15-18 Uhr)
„Solidarität mit Rojava“: 500 Teilnehmende, ab Willy-Brandt-Str., über Heinrich von Gagern-Str., Dorotheenstr., Unter den Linden, Karl-Liebknecht-Str. bis Spandauer Str. (16-20.30 Uhr)
„No Business As Usual with Israel!“: 70 Personen, „Israelis für Frieden“, Werderscher Markt 6 (17-18.15 Uhr)
Sonnabend – Angemeldet sind 29 Demos, u.a. „Debanking stoppen“: 15 Demonstrierende, „xxxx“, Pariser Platz 1 (12-13 Uhr)
„Berliner Galgomarsch - Protestmarsch gegen die Jagd mit Hunden in Spanien (...)“: 700 Menschen, „Galgos United e.V.“, ab Platz des 18. März über Ebertstr., Leipziger Str., Friedrichstr., Unter den Linden, Dorotheenstr. bis Platz des 18. März (13-15.30 Uhr)
„Hilfe für Iran. Stopp des Massakers“: 2000 Teilnehmende, „OIPM“, ab Kurfürstendamm/Joachimsthaler Str. über Tauentzienstr., Bülowstr., Potsdamer Pl., Kurfürstendamm bis Adenauerplatz (14-18 Uhr)
Sonntag – Angemeldet sind neun Demos, u.a. „Falun Dafa Hao – Falun Dafa ist gut! Zhen - Shan - Ren – Wahrhaftigkeit - Güte - Nachsicht sind gut!“: 30 Demonstrierende, „Falun Dafa“, Gendarmenmarkt (10-11 Uhr)
„Animal Rights Square: Video-Aktion zur Aufklärung über die Tierindustrie“: Acht Teilnehmende, Pariser Platz (13-16 Uhr)
Gericht – Wegen Hetze kommt es zum Prozess gegen einen 67-Jährigen. Er soll in 15 Fällen beim Rundfunk Berlin-Brandenburg angerufen und jeweils volksverhetzende, antisemische und xenophobe Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen haben. In einem weiteren Fall soll er einen Polizisten beleidigt und bedroht haben (12.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B136).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jochen Kowalski (72), Opern- und Konzertsänger, 2004 erhielt er den Verdienstorden des Landes Berlin / „Liebe Leni, Blumen & Liebe von Nina & Nomi!“ / Falko Liecke (53), CDU-Politiker, Staatssekretär für Jugend und Familie in der Berliner Senatsverwaltung / „Wir singen unserem Chormitglied im Steglitzer Seniorchor Anne N. zum 90. ein Ständchen. 🎵🎵“ / „Sönke Harm Pörksen (76): Alles Liebe und Gute zu Deinem 76. Geburtstag wünscht die gesamte Patchwork-Familie von nah und fern“
Sonnabend – „Nicht nur die Checkpoint-Redaktion wünscht der weltbesten Kollegin Margarethe Gallersdörfer alles Gute zum Geburtstag“ / Ulrich Khuon (75), Theaterregisseur und Intendant, bis 2023 Intendant des Deutschen Theaters Berlin / Ramona Kühne (46), Profiboxerin / „Zum 60. Geburtstag schicken wa unsa liebste Mariebell die herzlichsten Jlückwünsche – echte Berlinerin, immer grade raus, mit großem Herzen und nem Mundwerk, dit keen Blatt vor’n Mund kennt. Seit 1966 hältst du den Laden zusammen, bist für uns da, machst Mut, lachst laut und zeigst, was Familie heißt. Bleib gesund, bleib neugierig und vor allem: bleib genauso, wie de bist. Paula, Leon, Finn, Lena, Sten, Ole und Jörg“ / Helke Sander (89), Filmregisseurin und Autorin, 1985 bei der Berlinale Goldener Bär für „No. 1 – Aus Berichten der Wach- und Patrouillendienste“ / „Daniel Wetzel (60), bester Oldenburger in Berlin, bester Ehemann und Vater - wir gratulieren und freuen uns auf viele weitere glückliche Jahre mit Dir! In Liebe Deine Polly+Kinder“
Sonntag – Hans Werner Olm (71), Kabarettist, Schauspieler und Sänger, zum 20-jährigen Mauerfall-Jubiläum coverte er den Song „Berlin, Berlin – Dein Herz kennt keine Mauern“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Stolperstein – Leo Szydlo (*1921) wurde in Berlin als ältestes Kind jüdischer, staatenloser Eltern geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters unterstützte seine Mutter die Familie. Leo absolvierte die Schule, begann eine Schneidereiausbildung, die jedoch zwangsweise endete, und arbeitete kurz in einer Schokoladenfabrik. Ab 1939 musste er Zwangsarbeit leisten, 1941 wurde er von den Nazis zunächst ins KZ Sachsenhausen und dann 1942 nach Auschwitz deportiert. Hier wurde er am 30. Januar 1943 ermordet. In der Linienstr. 44 in Mitte erinnert heute ein Stolperstein an Leo Szydlo.
Encore
Wohl um sich von den politischen Geschehnissen in ihrem Land abzulenken, feiern US-Amerikaner auf Tiktok gerade ur-alte deutsche Gewohnheiten. Nein, es geht nicht um öffentliche Krankenversicherung oder bezahlten Urlaub, sondern ums Stoßlüften. Das nennen sie da drüben etwas unanständig: „House Burping”, also wörtlich übersetzt: „Hausrülpsen“. Zutreffender ist die Übersetzung „Fart Walk“, mit der die Amis den Verdauungsspaziergang aus Europa importiert haben. Ob als nächstes das Berliner Meckern zum US-Trend wird? Immerhin auch eine Form, Luft abzulassen.
Nichts zu meckern gabs heute bei den Beiträgen und Recherchen von Alexander Fröhlich, Christoph Papenhausen, Robert Kiesel, Anne Roggensack, Caspar Schwietering, Thorsten Metzner und Felix Hackenbruch. Fürs Stadtleben riss Tobias Langley-Hunt die Fenster auf und in der Frühproduktion lüftete Jasmine Dellé durch. Morgen macht hier Jessica Gummersbach frischen Wind.
Bis bald!

