Halt, nun mal langsam! Erst mal stopp, Motor aus, Ausweispapiere raus! Und dann, in irgendeinem Später, geht es hier weiter: im Schritttempo durch die gesicherten Grenzanlagen, schaukelnd im Bus über die schicke Leipziger Straße in Richtung Palast der Republik – sieh mal da, das alte Ahornblatt! – und dann weiter über den Gendarmenmarkt, auf dem gerade die Dome saniert werden zum Ruhme des Sozialismus, der plötzlich das Preußentum für sich entdeckt hat. Halt, nun mal langsam: Wo sind wir gerade? Richtig, inmitten von Berlin, Hauptstadt der DDR, inmitten der 80er Jahre, als die Bürgersteige und die Träume unserer Stadt noch geteilt waren. Wie das geht? Ganz einfach, mit virtueller Realität. Für ein neues Zeitreisemuseum hat das Startup „Timeride“ das geteilte Berlin der 80er Jahre wieder zusammengeplattenbaut. Zurück aus der Zukunft.
Mit einer Virtual-Reality-Brille und begleitet von den Stimmen unterschiedlicher Zeitzeugen kann man in einem originalgetreuen Bus eine Stadtrundfahrt durch die zerrissene Stadt und das posthume Ost-Berlin machen. Mehr als 100 Personen haben an der virtuellen Rundum-Rekonstruktion der Berliner Vergangenheit gearbeitet, um „Schlaglichter auf verschiedene Lebensweisen in Ost- und West-Berlin zu setzen“, wie „Timeride“-Geschäftsführer Jonas Rothe erzählt. „Ganz im Sinne von: eine Mauer, zwei Welten.“ Einen ersten Eindruck von der Zwischenwelt, dem alten Checkpoint Charlie, gibt es hier, und von der Leipziger Straße hier. Ab 24. August soll es losgehen in dem neuen Museum in der Zimmerstraße 91, direkt am inzwischen ungeteilt touristisch-trashigen Checkpoint Charlie.
Wollen Sie auch mal mitfahren vorwärts in die Vergangenheit? Kein Problem, der Tagesspiegel ist 30 Jahre nach dem Mauerfall Partner auch dieses besonderen Zeitreise-Projekts. Denn die Geschichte liegt Berlin unter der Haut. Und sie geht, erst recht bei einer virtuellen Stadtrundfahrt, auch darunter.
Und möchten Sie noch mehr wissen über die Revolution vor 30 Jahren? Dann stöbern Sie mal durch unsere täglich wachsende Tagesspiegel-Seite zum Mauerfall. Und wenn Sie selbst Ihre Geschichte erzählen wollen, machen Sie gerne mit bei unserem Schreibwettbewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler ihre Eltern und Großeltern nach den mitreißenden Tagen befragen, in denen sich die Zeiten überholten. Die besten Texte werden im Tagesspiegel publiziert, bei einer Feierstunde im Abgeordnetenhaus prämiert und im Theater an der Parkaue aufgeführt. Und zum Warmwerden haben wir gleich mal eine Frage an Sie als Leserinnen und Leser des Checkpoints: Erinnern Sie sich noch an das Ahornblatt? Was haben Sie dort erlebt, und kann sich das heutige Berlin vielleicht ein architektonisches Blatt davon abscheiden? Schreiben Sie einfach an checkpoint@tagesspiegel.de. Die besten Geschichten veröffentlichen wir hier morgen, im real existierenden Heute.
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ZEIT FÜR EINE AUSZEIT
Die schönste Badestelle am Scharmützelsee trifft auf bayerische Kulinarik: Das Freilich am See präsentiert sich mit modern-bayerischer Küche, ausgewählten Weinen & Biergarten mit Seezugang.
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Jottwede: Fläming-Skate: Falls jemand bei Sommer und Sonne nicht Skat spielen, sondern skaten will, rollt er oder sie am besten raus aufs Umland. Auf mehreren hundert Kilometern kann man gleitend oder auch radelnd die Landschaft zwischen Luckenwalde, Jüteborg und Baruth erkunden. Zwischen Wiesen und Feldern gibt es auch viele Rastplätze und Biergärten zum Fläzen im Fläming. Gut an den Start kommt man etwa vom Skate-Point Kolzenburg, mit dem Auto eine Stunde von Berlin entfernt – mit Skates etwas länger.
Sommersport: Schwarzlicht Minigolf. Wem Berlin draußen zu bunt wird, der kann drinnen Minigolf im Dunkeln spielen – mit schrillen Beleuchtungen auf der Bahn und mit schrulliger 3-D-Brille. (Goerzallee 190 in Steglitz; Infos hier).
Sommerspaß: Ein Ausflug ins Museumsdorf Düppel. Wie haben die Menschen um 1200 gelebt? Wie sah Berlin ganz ohne Touristen aus? Das zeigt die Dauerausstellung im Museumsdorf Düppel anhand von sechs fiktiven Bewohnern eines mittelalterlichen Dorfes. Geöffnet hat die schaue Schau am Wochenende von 10 bis 18 Uhr (Eintritt 4, ermäßigt 2,50 Euro; Kinder unter 18 Jahren frei. Mehr Infos hier). Sonntags gibt es um 12.30 Uhr eine Führung zum „Leben im Mittelalter“ – für alle Junggebliebenen in Berlin.
In Berlin um die Welt: Finnland. Auch in Berlin sollen bald mehr Holzbauten gegen die Wohnungsnot zusammengezimmert werden. In Finnland brettert das Umweltministerium bereits mit einem Holzbauprogramm los. Die Ausstellung "Wild Wild Wood" im Felleshus der Nordischen Botschaften ist der skandinavischen Baukultur gewidmet. Auch nicht von Pappe: Das Anfassen der Ausstellungsstücke ist ausdrücklich erwünscht. Und: Im Felleshus befindet sich eine Kantine mit Kaffeebar, wo sogar nordische Fischgerichte serviert werden. Das Besteck ist nicht aus Holz, der Eintritt ist frei. (Rauchstraße 1, U-Bhf Wittenbergplatz, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa-So 11-16 Uhr; Infos hier). Ach, und falls Sie das noch wissen wollten: Es gibt 2.313 finnische Einwohner in Berlin (Stand Ende 2018).
Berlin aber Sommerloch: Wollen Sie mal die BVG aufziehen? Gestern teilte das gerade bei der U-Bahn öfter unterirdische Transportunternehmen mit, dass Meldungen über Aufzugsstörungen „auf der Homepage zur Zeit nicht aktualisiert werden können“. Der Grund? Natürlich „technische Probleme“. Bei der U-Bahn, die neuerdings schnelles Netz verspricht, herrscht wieder mal Datenersatzverkehr. Schade nur, dass man gerade nicht in den Keller runterfahren kann, um zu lachen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wirklich nicht zum Schießen sind die Schießstände der Berliner Polizei. Wegen ärztlich nachgewiesener Gesundheitsgefahren in den maroden Anlagen muss das Land die Betroffenen entschädigen und darüber halbjährlich dem Abgeordnetenhaus Bericht erstatten. Nach der aktuellen Auflistung vom Juli 2019, die dem Checkpoint vorliegt, sind inzwischen 786 Anträge von Betroffenen bearbeitet worden; davon wurden 297 negativ beschieden. In 489 Fällen wurde von einer Bewertungskommission eine Entschädigung zugesprochen – von 3000 Euro (in 328 Fällen) bis hin zu 70.000 und 80.000 Euro (jeweils ein Mal). Gegen einige Bescheide gibt es noch Widersprüche; zwei abgelehnte Anträge wurden doch noch bewilligt. Immerhin ist der Wille inzwischen da, sich mit dem lange ignorierten Problem ernsthaft zu beschäftigen. Den erkrankten Polizistinnen und Polizisten hilft das leider oft zu spät.
Damals, als auf der Wiese die deutsche Einheit gefeiert wurde mit schiefer Hymne und ausgelassen schwoofenden oder laut drauf pfeifenden Berlinern. Damals, als der Reichstag glänzend eingepackt war und sich Berlin mit einem tagelangen, von Christos Kunst inspirierten Volksfest als Stadt von Welt neu erfand. Damals, als ich auf dem heiligen Rasen vor dem Parlament mit durchsichtiger Kuppel Fußball gespielt habe; unsere Jacken waren die Tore, und in der Halbzeit atmeten wir die Freiheit ein. Heute verbarrikadiert sich der Bundestag im Reichstagsgebäude hinter Zäunen für wachsendes Gras (Westseite) oder parkende Limousinen (Ostseite) sowie einem bald anzulegenden zehn Meter breiten Graben – aus Sicherheitsgründen, wie der Bundestag nun bestätigt. Mit Sicherheit hat das alles seine Richtig- und Wichtigkeit. „Dem deutschen Volke“, dem das Parlament inmitten von Berlins Mitte offen stehen will, verschließt es sich allerdings mehr und mehr.
Aufhellung fürs Sommerklima: Heute kommt Greta Thunberg wieder nach Berlin und demonstriert ab 10 Uhr im Invalidenpark in den Ferien for future. Auch die Bundesregierung will jetzt mal was tun; Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) schlug gestern Abend im Klimakabinett eine Verteuerung der Inlandsflüge vor, um diese unattraktiver zu machen. Dumm nur, dass gerade Beamte ihres Ministeriums die Bahn gar nicht attraktiv finden und immer öfter zwischen Bonn und Berlin hin und her starten und landen. In diesem Jahr waren es bisher bereits 1740 Flüge; die 2755 aus dem gesamten vorigen Jahr dürften also bald überstiegen sein (via Redaktionsnetzwerk Deutschland). So schnell können gute Vorsätze verfliegen.
Das nächste Opfer des mörderischen Straßenverkehrs war am Donnerstag in Spandau zu beklagen. Ein 82 Jahre alter Radfahrer wurde in der Goltzstraße in Hakenfelde von einem LKW überfahren; er starb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen. Die Polizei sucht nun Zeugen – und den LKW-Fahrer.
Falls Sie das alles hier auf einem Handy lesen und sich mal nach Abwechslung sehnen – bitteschön: Die Firma Samsung hat 1938 ihr erstes Produkt auf dem Markt gebracht: Trockenfisch (via @drguidoknapp). Nokia startete in den 1860ern, unter anderem mit der Produktion von Gummistiefeln. Und in 100 Jahren wickeln wir Fisch in alten Leitungen ein.
Erst Philip Morris, dann Siemens, zuletzt der Zahlungsdienstleister Paypal: In den vergangenen Wochen haben gleich mehrere Konzerne angekündigt, Personal in Berlin zu streichen. Kommt jetzt also die kapitalistisch-euphemistisch formulierte „Trendwende am Arbeitsmarkt“? Nicht wenige Berliner haben diese Sorge, wie eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den Tagesspiegel belegt. Fast die Hälfte der Hauptstädter (46 Prozent) erwartet demnach größere Entlassungen in den nächsten zwei Jahren auf dem Arbeitsmarkt. Nur rund 36 Prozent halten das für unwahrscheinlich. „Die Sorgen der Menschen resultieren sicher zu einem großen Teil aus den Entlassungen, die es in letzter Zeit gegeben hat. Daher sind diese Sorgen auch sehr nachvollziehbar“, heißt es aus dem Haus von Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke). Wie viele Berlinerinnen und Berliner sich konkret Sorgen um ihren eigenen Job machen, lesen Sie heute auf unserer werktäglichen Seite „Berliner Wirtschaft“ oder im E-Paper (kostenloses Probeabo hier).
Gute Nachricht aus der Nacht: Der seit dem 8. Juli verschwundene Vergewaltiger ist gefasst. Die Polizei hatte nach dem Mann gefahndet, der von einem Ausgang aus der JVA Tegel nicht zurückgekehrt war.
Mein lieber Schwan: Die Queen zählt vor dem Brexit noch einmal die Londoner Schwäne durch. Dazu sind königliche Schwanenzähler in traditionellen Outfits und Booten auf der Themse unterwegs. Seit gut 800 Jahren gibt es die jährliche „Swan Upping“-Zeremonie. Ursprünglich wurden die herrenlosen Schwäne gesichtet, da sie im Speiseplan des Schlosses standen (via BZ). Heute geht es um Naturschutz und Bildung, darum werden die Tiere gewogen, gemessen und untersucht – und wegen Elisabeth sind sie auch nicht mehr damenlos. So schwimmen dem Königreich beim Brexit nur die Felle, wenigstens aber nicht die Tiere davon.
Mein lieber Scholli: Eine Scholle in Kleinmachnow gibt es auch nur noch für großes Geld. Mittlerweile kostet ein Quadratmeter Bauland für ein Einfamilienhaus hier 680 Euro; selbst in Potsdam sind es nur 416 Euro (via PNN). Damit hat die Hauptstadt von Speckgürtelhausen die Landeshauptstadt überholt. Da wo die wilden Schweine wohnen, wird das Leben sauteuer.
Schnell noch ein Blick auf die Verrücktgewordenen Staaten von Amerika: Im Persischen Golf hat ein US-Marineschiff eine iranische Drohne zerstört, die dem Schiff sehr nahe gekommen sei und auf Drohungen nicht reagiert habe. Im Wahlkampf skandierte derweil eine von US-Präsident Donald Trump aufgeputschte Menge in Richtung einer jungen demokratischen Abgeordneten mit Einwanderungshintergrund: Send her home! Statt Amerika groß zu machen, entheimatet der Präsident das eigene Land. So sad!
So, Ruhe jetzt - aber nicht an diesem Sonntag. Da dürfen die Geschäfte in Berlin doch öffnen, hat das Oberverwaltungsgericht entschieden. Das Lesbisch-Schwule Stadtfest ist Anlass genug für stadtweiten Konsum. Für die Weltstadt kommt dieser Beschluss gerade so nicht zu späti.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ein Kuchen bleibt ohne Rand ja auch ein Kuchen.“
Der Kaulsdorfer SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier unterstützt die erneut entfachte Debatte zur Randbebauung am Tempelhofer Feld.
Tweet des Tages
'Wie stehst du zum Thema Gesichtserkennung?‘ – ‘FASCHISTISCHE ÜBERWACHUNGSSCHEISSE! STASI 2.0!‘ – ‘Mit dieser russischen Bildmanipulations-Software kannst du dein Alter oder Geschlecht verändern.‘ - ‘GEIL! GEIL! GEIL!‘
Antwort d. Red.: Einer von vielen treffenden Twitter-Kommentaren zum Hype um die „FaceApp“, mit der man virtuell sein Gesicht verändern kann, seine persönlichen Daten aber selbst beim Löschen auf internationalen Servern hinterlässt und zur Vermarktung freigibt.
Stadtleben
Essen – Er ist Wahrzeichen, Landmarke, Symbol Berlins und Deutschlands höchstes Bauwerk zugleich – der Fernsehturm am Alexanderplatz, in dessen Kugel auf 207 Metern Höhe internationale Gerichte und Speisen der Berliner und Brandenburger Küche serviert werden. Das Drehrestaurant Sphere mit seiner Frühstücks-, Tages- und Abendkarte kredenzt u.a. die typische Berliner Bulette mit Dijon-Senf-Zwiebeln und Kartoffelsalat (13,50 Euro) oder geschmorte Rinderroulade mit Gurken, Speck, Zwiebeln, Rotkohl und Kartoffelpüree (21,50 Euro). Für die Naschkatzen unter Ihnen: Im Menü gibt es eine ganze Seite für Kuchen und Torten. Hier gilt also: Berlin erleben, schmecken und sehen. Restauranttickets für exklusive Fensterplätze gibt es hier für 24,50 / ermäßigt 15 Euro. Tägl. 9-24 Uhr, Panoramastraße 1a, S/U-Bhf Alexanderplatz
Trinken – Die Kombination aus Bar und Restaurant wird in der Schöneberger Goltzstraße 32 fortan „Bistronomie“ oder „Cocktail Bistro“ genannt – genauer gesagt ist die interessante Wortkombination auch unter dem Namen „Bonvivant“ bekannt, das vor fünf Wochen seine Pforten öffnete, um mit ausgefallenen Drinks und vegetarischem Soulfood einen Schmelztiegel für unbeschwerte Abende zu schaffen. Eine „Poolparty irgendwo in Beverly Hills“ diente als Inspiration für ihre Signature-Drinks, die modern und hochwertig daherkommen und sich perfekt in die altrosa- und türkisfarbene Mid-Century-Modern-Einrichtung einfügen. Na dann, fröhliches Cocktail-Planschen. Mi-So 18-1 Uhr, U-Bhf Eisenacher Straße
Berlinbesuch – In eine geheimnisvolle Nacht abtauchen, dafür fallen einem in Berlin gleich einige Orte ein. Anmutige Feenwesen, sprechende Bäume und mysteriöse Naturgestalten? Hmm, da wird die Ortswahl gleich mal auf ein Minimum beschränkt. Einen Ort, der genau dem entspricht, haben wir aber für Sie: Die magische Traumwelt der „Botanischen Nacht“ jährt sich in deinem Jahr zum 11. Mal und verheißt wieder spektakuläre Lichtinszenierungen, Musik- und Artistikperformances von über 150 Künstlern inmitten der Natur des Botanischen Gartens. Auf die faszinierende Reise nach Botania kann sich heute und morgen von 17 bis 2 Uhr in der Königin-Luise-Straße 6-8 begeben werden. Tickets für das Open-Air Highlight bekommen Sie in unserem Tagesspiegel Shop für 28 Euro. S/U-Bhf Rathaus Steglitz
Geschenk – Immer dem Kompass nach zur Rummelsburger Bucht und auf Deck des Bootes „Paula“ mit dem traumhaft schönen Ausblick aufs Wasser. Yoga bei Sonnenuntergang auf See klingt so entschleunigend, wie es auch tatsächlich ist, und genießt schon länger Beliebtheit. Wer Lust hat im Entspannungs-Hafen anzukommen: Die Yogastunde beginnt um 19.30 Uhr und im Anschluss wird sich noch an Deck abgekühlt. Der Kurs ist offen für alle Level und als „seekrankheitsfrei" angegeben. Sollte es regnen, findet der Kurs in einer geräumigen Kabine mit Glasdach statt. Jetzt nur noch die eigene Matte einpacken und klar Schiff machen. Aye Aye, Käpt’n. Tickets gibt es hier für knapp 12 Euro. Friedrich-Junge-Straße 30, S-Bhf Ostkreuz
Last-Minute-Fahrradtour – Wie kam Lenins Kopf aus der Ukraine über Friedrichshain nach Spandau? Und wird Thälmanns Nase eigentlich beheizt? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, muss man nur einmal den Fahrradhelm aufsetzen und sich von Stadtführer Stefan Zollhauser auf dem Drahtesel an vielen Original-Standorten Ost-Berliner Monumente vorbeilotsen lassen. Ab dem Turmhochhaus am Platz der Vereinten Nationen (Start: 18 Uhr) geht es über spannende Wege voller Erinnerungskultur hin zum Pankower Ernst-Thälmann-Park. Die Tour ist kostenlos, Anmeldungen gerne vorab unter verwaltung@zitadelle-berlin.de, U-Bhf Strausberger Platz
Noch hingehen – „Wenn’se nach Berlin reinkommen, gleich links“ – so beschrieb Max Liebermann Gästen den Weg zu seinem Wohnhaus am Pariser Platz. Das Max Liebermann Haus wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, aber in den 1990ern wieder aufgebaut. Heute ist das Gebäude Sitz der Stiftung Brandenburger Tor, die mit der öffentlichen Präsentation „Liebermanns Welt“ noch bis zum 28. Juli an das Leben des erfolgreichen und unverkennbaren Künstlers Max Liebermann erinnert. Der Eintritt ist frei. Mi-Mo 11-18 Uhr, Pariser Platz 7, S/U-Bhf Brandenburger Tor
Mit diesen Tipps wünscht Ihnen Carina Kaiser einen tollen Freitag!
Prominent verraten
„Berlin ist nicht Potsdam, aber ich werde dort in der Villa Kellermann mein nächstes Restaurant aufmachen.“, verrät Sternekoch Tim Raue, der diese Woche fotografische Hinweise hinterlassen hat. Richtig geraten und die Checkpotts gewonnen hat Leserin Laura Linke. Herzlichen Glückwunsch!
Berlin heute
Verkehr – Wegen der Botanischen Nacht (Beginn 17 Uhr) im Botanischen Garten (Steglitz/Dahlem) kann es im Umkreis, insbesondere im Bereich Schlossstraße, Unter den Eichen, zu Verkehrsbehinderungen kommen. Ab 22 Uhr bis Montag 1.30 Uhr verkehrt die S5 nicht zwischen Fredersdorf und Mahlsdorf. Bis zum 25. Juli, ca. 4 Uhr, fallen alle Züge der RE1 zwischen Ostbahnhof/Ostkreuz und Fangschleuse aus.
Demonstration – Zwischen 10 und 11.20 Uhr gibt es wieder im Invalidenpark einen „Fridays for Future“ Klimastreik, heute mit Ehrengast Greta Thunberg, mit erwarteten 1000 Teilnehmenden. Auch vor dem Holzmarkt in der Holzmarktstraße 25 wird heute zwischen 16 und 18 Uhr wieder unter dem Motto „Der Holzmarkt muss öffentlich bleiben“ mit 300 Teilnehmern demonstriert. Etwa 50 Menschen veranstalten mit Bambach.care vor dem Bundeskanzleramt in der Willy-Brandt-Straße zwischen 14 und 15 Uhr eine „Mahnwache und Gebet von Christen aus ganz Deutschland aufgrund jüngsten antisemitischen Ausschreitungen mit Aufrufen zu Terror und Mord auf deutschem Boden“. Eine „Protestaktion gegen Raubkopien, Designklau und Technologieklau – Chenzhen Pirate City“ veranstaltet AmiragA an der Jannowitzbrücke in der Nähe der Chinesischen Botschaft zwischen 9.30 und 13.30 Uhr mit ca. 30 Teilnehmern. Eine Demonstration zum Thema „Nichts ist normal in Nicaragua“ veranstalten etwa 30 Menschen von 17 bis 19.30 Uhr am Pariser Platz. Am Samstag veranstaltet Iskcon Berlin e.V. mit etwa 600 Menschen von 11 bis 20 Uhr einen Umzug zum Thema „Für mehr Toleranz gegenüber gelebter Religion in der Gesellschaft“, der vom Pariser Platz zu Unter den Linden und wieder zurück zieht. Ungefähr 1000 Menschen werden zu der Demonstration zum „Jahrestag der Rojava Revolution und kurdische Befreiung in Rojava feiern“ am Oranienplatz zwischen 12 und 20 Uhr erwartet.
Gericht – Einem 49-Jährigen wird der Prozess wegen versuchter Vergewaltigung und Körperverletzung gemacht. Er soll eine Frau, für die er kurz zuvor Reparaturen ausgeführt hatte, in seinem Kleintransporter angegriffen haben. Zeugen hätten die Frau befreit (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 129).
Universität – Wenige Tage vor dem japanischen Überraschungsangriff auf den Marinestützpunkt Pearl Harbor (1941) kam der kanadische Dokumentarfilm „Kriegswolken über dem Pazifik“ in die Kinos. Der Film demonstriert die damalige Überzeugung der Alliierten, für den Konflikt gerüstet zu sein. Wie das ausgegangen ist, wissen wir heute. Die literaturwissenschaftliche Veranstaltungsreihe „Deutsch-Asiatischer Studientag“ der HU möchte heute zwischen 9 und 19 Uhr mit dem Symposium „Kriegswolken über dem Pazifik“ und verschiedenen Referenten dazu beitragen, gemeinsame Muster sowie wiederkehrende Fragen zu den damaligen Geschehnissen herauszuarbeiten. Der Eintritt ist frei. Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Luisenstraße 39 in Mitte.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Wladimir Kaminer (52), Schriftsteller und Kolumnist / Michael Freuer (63), „Lieber Michael, 1969 - 2019... 50 Jahre Freundschaft trotz räumlicher Distanz. Danke! Es wird Zeit, dass wir uns mal wiedersehen... Lüchow? ;-) Rockin’ wishes! Detlef“ / Maren Kroymann (70), Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin / Heiko Philipp (49), „Ingenieur, Seemann, und vieles mehr. Ich wünsche mir jedes weitere Jahr mit Dir. Aude“ / Lars-Hendrik Röller (61), Ökonom, Wirtschafts- und Finanzpolitischer Berater der Bundeskanzlerin / Rike Schmid (40), Schauspielerin und Autorin, u.a. bekannt aus „Der Fürst und das Mädchen“ / Volker Stoltz (80), Volkswirtschaftler und Unternehmer, seit 2003 Honorargeneralkonsul des Königreichs Swasiland / Anna Voth, „Journalistin, Gründerin und Visionärin“ / Johannes Zirner (40) Schauspieler, u.a. bekannt aus „Die Kirschenkönigin“
Sonnabend – Nina Appenzeller (25) / Andreas Krieger (53), ehemaliger Kugelstoßer, in Berlin geboren als Heidi Krieger / Otto Schily (87) Rechtsanwalt, Politiker (SPD) und ehemaliger Innenminister, Gründungsmitglied der Partei „Die Grünen“ / Andreas Statzkowski (63), Politiker (CDU), Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin / Totila Wolfgang Pauli (80), „Vom 32. Lebensjahr an ist er ununterbrochen bis zum heutigen Tag in Ehrenämtern tätig. Und das neben seiner Tätigkeit als Leitender RegDir bis zum Jahre 2003. Es gratulieren seine Familie, die Kegelgruppe und Kollegen im Ehrenamt.“
Sonntag – Norbert Blüm (84), Publizist und ehem. Politiker / Volker Gerhardt (75), Professor an der HU Berlin, Schwerpunkt Philosophie / „Sammelgratulation für Leo & Nils & Joscha zu insgesamt 76 Jahren von Angela“ / Michael Kumpfmüller (58), Schriftsteller / Florentine Lahme (45), Schauspielerin / Klaus-Rüdiger Landowsky (77), Politiker (CDU) / Horst Pillau (87), Dramatiker, Romancier, Hörspiel- und Drehbuchautor
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Lorenzo Ceschi, * 27. Oktober 1939 / Carsten Dix, * Januar 1952 / Ingeborg Gerwin, * 28. Juli 1950 / Jutta Rühl, * 25. März 1942
Stolperstein – Otto Hirsch (Jhg. 1885) wurde am 23. Mai 1941 nach Mauthausen deportiert, wo er heute vor 78 Jahren von den Nazis ermordet wurde. Er lebte in der Königsallee 35 in Grunewald.
Im Tagesspiegel
Vor fünf Jahren als Nationalheilige und Märtyrerin verehrt, nun als „Terroristin“ und „Kreml-Agentin“ beschuldigt: Der Werdegang der Kampfpilotin Nadija Sawtschenko ist ein Abbild des politischen Systems der Ukraine. Am Sonntag wird gewählt. Lesen Sie die Reportage von Simone Brunner heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Nun rutschen wir aber rasant ans rettende Wochenendufer. Dazu passt der aktuelle Sommer-Bahn-Dialog, gestern Abend unüberhörbar mitgehört in der S1. Eine junge Frau ruft ihrem jungen Begleiter (drei Plätze weiter) zu: „Hey, wollen wir schwimmen gehen?“ Er ruft zurück: „Hast Du ‘nen Badeanzug mit?“ – Sie: „Nee.“ – Er: „Wollen wir noch schnell einen kaufen?“ – Sie: „Nee.“ – Er: „Jut, wo?“ Berlin geht baden, FKaKask.
Seen und gesehen werden – darum geht’s eben im Sommer in Berlin. Wir sehen jetzt mal, was der Freitag noch bringt. Und lesen uns schon morgen wieder: entblättert oder entziffert, ohne Feigen- aber mit Ahornblatt. Ich grüße Sie,