wenigstens in einem Punkt sind sich alle Beteiligten einig (seltene Senatskonstellation): Die Sache ist unfassbar peinlich. Im Dezember hatte der Senat den Berliner Mindestlohn beschlossen, der soll bald mit 12,50 Euro den höchsten Wert der Republik haben, das Gesetzgebungsverfahren läuft allerdings noch. Währenddessen hat bei der ersten großen Ausschreibung (Neuvergabe des Schulessens zum 1. August) das Land Berlin nicht nur die eigenen Zielsetzungen um 3,50 Euro unterschritten, sondern auch den seit Januar bundesweit geltenden Mindestlohn (9,35 Euro) um 35 Cent.
Während sich Wirtschaftsverwaltung (Pop, Grüne) und Schulverwaltung (Scheeres, SPD) im beliebten Berliner Schuldzuweisungs-Bingo verloren (nimm du ihn, ich habe ihn sicher), suchten am Montag hektisch alle nach einer Lösung, die zumindest die Mindestanforderungen des Berliner Peinlichkeitsgesetzes erfüllt. Zwischenstand bis zum frühen Morgen (Redaktionsschluss 6 Uhr): lauwarm. Die „pragmatische Lösung“, die sich Scheeres wünscht, gibt es offenbar nicht (Vergaberecht stößt meist eher unangenehm auf). Laut Wirtschaftsverwaltung ist der Zeitplan bereits jetzt stark unter Dampf: Zweite Beschlussfassung des Rats der Bürgermeister Ende Februar, zurück in den Senat (geplant im März) „und dann muss natürlich final noch das Abgeordnetenhaus beschließen“. Bis dahin hat die Spargelsaison längst begonnen.
Der Catering-Vertrag für die Schulen läuft aber am 1. August aus, daran ändert auch der Klimawandel nichts. Und da die Dinge in Berlin bekanntlich problemlos klappen (siehe Schuldzuweisungs-Bingo), bleiben da besser noch ein paar (Kartoffel-)Puffer eingeplant, damit nicht alle ab August wieder ihre Stullen mitbringen müssen. Problem: Nahezu alle Bezirke haben das Schulessen jetzt bereits ausgeschrieben, verändern kann man die Ausschreibung offenbar nicht mehr – und noch einmal neu auszuschreiben, würde ziemlich sicher bedeuten: Im Herbst bleibt die Küche kalt. Oder der Mindestlohn bleibt eben, wie er ist (beziehungsweise letztes Jahr war).
Mehr zum Berliner Salat weiter unten (Gastkoch: Dirk Behrendt).
Seit sich das Coronavirus ausbreitet, hat mein Kollege Marvin Ku ziemlich unangenehme Erfahrungen gemacht. Weil er nun mal chinesisch aussieht, weichen andere Menschen ihm aus, meiden den Kontakt, halten sich kurz. Nachdem er das alles wunderbar nüchtern und reflektiert für den Tagesspiegel aufgeschrieben hatte, erhielt er noch viel unangenehmere Reaktionen: Zuschriften, die sich den Rassismus-Vorwurf verbitten – und dadurch einen noch viel tiefer sitzenden Rassismus dokumentieren. Zum Beispiel diese hier von einem Mann namens Bernd Wohlers:
„Wertes, armes Opfer des allgegenwärtigen deutschen Rassismus, dear Marvin Ku,
in vielen Lebensjahren wurden mir von diversen Zeitungen erstklassige Artikel und erlesener Blödsinn vorgesetzt. Mit der Zeit meinte ich, es gibt keinen neuen gedanklichen Mist, der den alten, gewachsenen Misthaufen abdecken könnte. Irrtum, Ihnen Herr Ku bescheinige ich gerne den allergrößten Müll im beginnendem Jahr 2020 im Tagesspiegel fabriziert zu haben.
Auf die Idee zu kommen, jemandem der Angst vor einer Virenansteckung hat und Ihnen deshalb fern bleibt als Rassisten zu bezeichnen, dazu gehört schon eine gehörige Portion förderungsfähiger Denkleistung. Als Gewinn für uns Leser des Tagesspiegel möchte ich Sie nicht gerade bezeichnen. Schade um jeden Ast, der für solchen Schund zu Papier verarbeitet wird.
Jeder Arzt wird Ihnen bestätigen, dass Abstand von Virenträgern die Gefahr einer Ansteckung mindert. Das machen wir Deutsche gerne auch mal in der Familie, da heißt das dann schlicht und einfach: „Bleib mir von der Pelle“. So einfach ist das, keiner möchte gerne angesteckt werden und das Abstandhaltegebot kennen wir hier auch, von Kindesbeinen an.
Ist doch klar, wenn eine Epidemie in einem bestimmten Verbreitungsgebiet, hier China, auftritt und uns ein Mensch begegnet, der rein vom Äußerlichen von dort kommen könnte, macht ein gesundheitsbewusster Mensch rein reflexartig einen großen Bogen um diese mögliche Virenschleuder.
Ohne jeden Gruß, den verwehre ich Ihnen
Bernd Wohlers“
Marvin Ku ist übrigens in Nordhessen geboren. In China war er das letzte Mal im Herbst 2018. Er hat mit dem Coronavirus so wenig zu tun wie Michael Müller und Bernd Wohlers.
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Vorne Großstadt, hinten Idylle
Wer es behaglich, familiär mag und doch gerne nah am Großstadtgeschehen wohnt, für den ist „Am Postufer“ genau das Richtige. Am malerischen Teltowkanal in Lichterfelde, dem ältesten Villenviertel Berlins, lebt es sich entspannt und man ist in 17 Autominuten am Ku‘damm. Das Ensemble setzt sich aus einem ehemaligen Postgebäude und drei Neubauten mit modernen 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen zusammen. Der Baubeginn ist erfolgt.
Hier erfahren Sie mehr…
Seit der Mietendeckel beschlossene Sache ist (nur die Veröffentlichung im Amtsblatt fehlt noch), mehren sich die Berichte von Wohnungssuchenden, die Absagen erhalten, weil die Vermieter nun lieber verkaufen möchten. Als Begründung geben sie (Beispiel hier) die „neue Berliner Gesetzgebung“ an. Ein Vermieter nutzt eine Immobilienplattform gar, um ein seitenlanges Pamphlet gegen den Mietendeckel zu veröffentlichen. Für drei Zimmer, 90 Quadratmeter in Rosenthal, „ruhige Seitenstraße mit Villenbestand“, Ausstattung: luxuriös, hätte er gern 960 Euro kalt, schreibt der Vermieter, ergänzt aber unter den Punkten „Info Mietendeckel 1-3“ auf drei Din-A-4-Seiten, warum die Wohnung „noch“ vermietet wird. „Es wird, wenn kommt und hält, was die Kommunisten im Berliner Senat gegen einen windelweichen Regierenden Bürgermeister durchgesetzt haben, eine der letzten sein, die wir vermieten und nicht verkaufen.“ Der Vermieter wollte zwar nicht namentlich auftauchen, sagte aber auf Nachfrage, er habe nur positive Rückmeldungen erhalten: 95 Prozent seiner Mieter hielten „die Miete für qualitativen Wohnraum für angemessen“.
Er gehe ohnehin davon aus, dass der Mietendeckel rechtlich keinen Bestand haben wird. Daran arbeiten bekanntlich FDP und CDU gerade – bedauerlicherweise ohne den Berliner Mieterverein, findet der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion Stefan Evers. „… ich habe Sie schätzen gelernt als meist sachlichen, unaufgeregten Gesprächspartner und Verfechter von Mieterinteressen“, schreibt Evers in einer Mail an Mieterverein-Geschäftsführer Reiner Wild, der wiederum in einer Pressemitteilung vor ein paar Tagen die Klage von FDP und CDU beklagt hatte („zeigt, dass ihnen die Wohnungsnotlagen der Mieter und Mieterinnen in Berlin gleichgültig sind“). Evers kontert nun: „Überlassen Sie den ,Mietendeckel‘-Populismus doch besser dem Senat und Rot-Rot-Grün und lassen Sie uns gemeinsam sachlich und mit dem erforderlichen Augenmaß ehrliche und rechtssichere Lösungen für die Berliner Wohnungs- und Mietenpolitik diskutieren.“ Und hat zumindest in einem Punkt recht: Je schneller die Sache durchgeklagt ist, desto besser für alle Beteiligten – ob sie nun für oder gegen den Deckel propagieren.
Apropos durchgeklagt: Schon versammeln sich die ersten Geschäftsmodelle unterm Deckel. Auf der Plattform wenigermiete.de gibt es nun alles von Mietendeckelrechner, Anspruchsschreiben an den Vermieter bis zur kompletten Rechtsdurchsetzung. Der wirtschaftsnahe Verein „Neue Wege für Berlin“ hat derweil 20 000 Unterschriften für eine Volksinitiative zum Bau von 100 000 bezahlbaren Wohnungen erreicht (Q: Mopo). Klarer Fall von: das eine tun und das andere nicht lassen.
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Telegramm
Können 99 Smartphones einen Stau auslösen? Wenn Sie jetzt denken: Eins reicht, wenn jemand zur falschen Zeit draufguckt, stimmt das zwar, führt aber völlig weg von der genialen Idee des Berliner Künstlers Simon Weckert. Der hat sich einen Bollerwagen voller Smartphones geladen, Google Maps angeschaltet und damit eine rote Linie auf der Karte erzeugt: Stau. Der Mann mit dem blinkenden Bollerwagen lief so auf leeren Straßen herum, weil der schlaue Google-Algorithmus die anderen umleitete. Glauben Sie nicht? Bitteschön. Google antwortet sinngemäß auf Anfragen: Kann schon sein. Oder nicht. Man weiß es nicht genau. Sehr beruhigend.
Praktisch für den nächsten Test: Laut Digitalverband Bitkom lagern 120 Millionen alte Handys und Smartphones in deutschen Schrottschubladen. Darin sind oft noch Schätze versteckt (Kobalt, Kupfer, Gold, Silber…), die Firmen wie Asgoodasnew und die Deutsche Umwelthilfe gerne retten würden (Q: rbb). Harry, hol schon mal das Handy.
Da haben wir es doch wieder: Wer schlau ist, lebt in Berlin. Steht heute wirklich exakt so auf dem Titel der BZ – bezieht sich aber natürlich auf die Tatsache, dass die „Hauptstadt Hochburg der Hochqualifizierten“ ist, mit Bezirksvergleich: Die meisten Berliner mit Hochschulabschluss leben in Friedrichshain-Kreuzberg (58 Prozent), es folgen: Pankow (55,8 Prozent), Cha-Wi (50,7 Prozent) und Mitte (49,1 Prozent), die Dümmsten leben demnach in Spandau. Gilt allerdings nur auf dem Papier (der Hochschule und der BZ).
Schlaue News aus den Bezirken gibt es in unseren täglichen Newslettern, kostenlos abonnieren unter: leute.tagesspiegel.de.
Nächster Tagesordnungspunkt: Der Senat tagt nächste Woche in Lichtenberg, der Vorsitzende der Staatssekretärskonferenz Steffen Krach bat gestern darum, sicherzustellen, „dass eine rege Beteiligung der Senatsmitglieder erfolgt“. Bitte pünktlich und adrett.
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Man kann sich in Berlin einiges einfangen, aber jetzt ist abschließend geklärt: Beethoven ist nicht von Berlin taub geworden (wie man angesichts der ungeheuerlichen Lärmbelastung durch die wilde Clubkultur vielleicht hätte vermuten können). Nach der Rückkehr aus Preußen 1796 klagte der Komponist zwar über Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautausschlag, doch einen „Flecktyphus“ will die Biografin Kirsten Jüngling darin nicht erkennen. Der hätte nämlich sofort zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens führen müssen. Erste Symptome einer beginnenden Schwerhörigkeit bemerkte Beethoven aber erst ab 1798. Tatata taaaaaaa.
Und noch ein wenig Aufklärungsarbeit: Dass im Ostteil der Stadt derzeit mehr Grippe-Fälle gemeldet werden, hat weniger mit Prenzlauer-Bergischen-Impfverweigerern zu tun als mit der Tatsache, dass im Osten mehr gemeldet wird.
Bonn fordert Entschädigung für verlorene Bundesjobs von Berlin. Von mir aus können sie die Hälfte der Minister auch gleich wieder mitnehmen.
Womit wir bei einer neuen Serie wären: Dirk Behrendt trägt grün – die Fotolovestory. Nachdem der Verbraucherschutzsenator (in Teilzeit auch für Justiz zuständig) zuletzt vor allem Basilikum und anderes Gemüse in die Kamera hielt (regionale Landwirtschaft!) und mit Renate Künast Bäume umarmte, schob er gestern Social-Media-wirksam eine Schubkarre voller Kräuter durch meinen Twitter-Feed, Text: „#Lebensmittel sind keine Ramschware. Nur faire Preise auch bei den Discountern ermöglichen eine naturverträgliche Landwirtschaft in Deutschland. Die Initiative von @JuliaKloeckner und dem @Bauern_Verband ist richtig. #fair #bioregional #geizistungeil“. Trotz des zahlenmäßig mäßigen Erfolgs (fünf Likes) arbeiten wir schon mal an einer Fortsetzung, Arbeitstitel: Bitte mit Basilikum – Regieren für Selbstdarsteller.
Weniger lustig ist eine andere Aktion: Am S-Bahnhof Jannowitzbrücke sind gestern Flyer im Stil der Grünen-Wahlplakate gefunden worden. Darauf Sprüche wie: „Hallo Islam. Tschüss Freiheit“ und „Hallo Messer. Tschüss Leben“ – angelehnt an die Kampagne der Partei zur Brandenburg-Wahl. („Hallo Biene. Tschüss Pestizide“). Die Identitäre Bewegung soll sich hier öfter herumtreiben, sagte eine Passantin; „absolut inakzeptabel“, die Grünen. Hallo und Tschüss, Idioten.
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Der Frühling ist da, seit einem Jahr hat es nicht geschneit und an der Greenwichpromenade in Tegel blühen schon die Narzissen. Ob das nun eine gute oder eine schlechte Nachricht ist, müssen Sie selbst entscheiden.
Damit Senatsmitglieder nicht ständig von ihren (häufigen) Reisen nach Brüssel berichten müssen, sollen diese nicht mehr als Auslandsdienstreisen gelten – darüber herrscht Konsens im Senat. Moment, heißt das dann, dass auch nach Brüssel nicht mehr geflogen werden darf, fragte sich Senatssprecherin Claudia Sünder gestern. Schließlich hatte das AGH in der vergangenen Woche beschlossen, dass Inlandsdienstreisen ab sofort ausschließlich mit dem Zug zurückzulegen sind. Nach kurzem Nachdenken antwortete Vize-Sprecherin Kathi Seefeld: „Wir fliegen ja nicht, wir schweben.“
Apropos schweben. Laut Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup kann bis zur Eröffnung niemand sagen, was der BER wirklich gekostet haben wird. Wobei er auf den letzten Metern keinen Sparversuch auslässt…
…nicht mal den Mindestlohn von 2015 kriegen die Komparsen, die helfen den BER zu testen, sie kriegen nämlich gar nüscht – außer natürlich einem kostenfreien Parkplatz und einem Lunchpaket.
AbonnentInnen der ungekürzten Checkpoint-Ausgabe lesen heute außerdem:
+ Gesunder Groll: SPD und Grüne streiten sich über Leiharbeit in der Pflege
+ Klage nach fast 20 Jahren: Ehemalige Abgeordnete wollen mehr Rente
+ Berlinbesuch: Warum ein Besuch der Charité auch für die Erinnerung gut ist
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+ Jedes Stück ein kleines Kunstwerk: Wo Sie süße Sünden zum Verschenken finden
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BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Mit einem Schnitt von 1,8 beginnt die imaginäre Quarantäne. Schulfreunde werden zu Konkurrenten, Eltern distanzieren sich gegenseitig.“
Nein, diesmal kein Coronavirus: So beschreibt ein Pankower Vater die Schulplatzsuche nach der sechsten Klasse. Wer keinen Platz an einer der drei Wunschschulen erhält, hat ein Problem – oder einen sehr weiten Weg.
Tweet des Tages
Bisher hat das #Coronavirus vor allem gezeigt, dass viele Deutsche beim Thema Rassismus erstaunlich breit aufgestellt sind.
Antwort d. Red.:
Stadtleben
Essen – Das House of Small Wonder in Mitte (Johannisstraße 20, neben dem Friedrichstadtpalast) macht seinem Namen alle Ehre, denn klein ist es, auch wenn sich die „unaufdringlicher Behaglichkeit“, die Restaurantkritikerin Elisabeth Binder hier vorfand, über zwei Etagen erstreckt. Kleine Wunder sind die Gerichte, die hier auf die Teller kommen. Darunter einige Klassiker, japanisch interpretiert, wie das „Mille-feuille-Katsu“, welches wie eine Knusperrolle aussieht, aber tatsächlich eine gerollte Variante des Cordon Bleu aus hauchdünn geschnittenem Bio-Schweinefleisch mit Schinken und Käse ist (18,50 Euro). Effektvoll auch die Crème brûlée aus Hühnerleberpastete (ebenfalls in Bioqualität) mit geröstetem Brioche (8 Euro) und die Macha-Roulade zum Dessert (6 Euro). Den Gästen gefällt es hier so gut, dass sie oft längere Wartezeiten in Kauf nehmen für einen Tisch, der dann höchstens zwei Stunden in Anspruch genommen werden darf. Dafür stehen im Erdgeschoss gemütliche Sofas bereit. Und der ein oder andere Schaumwein aus der ebenso kleinen wie fein komponierten Getränkekarte. U-Bhf Oranienburger Tor, tgl. 9-23 Uhr (Brunch 9-16.30 Uhr, Kuchen & Drinks 16.30-17.30, Dinner ab 17.30 Uhr)
Das ganze Stadtleben gibt’s mit Checkpoint-Abo.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag - „Glückswünsche von Hilke für den liebsten Dieter der Welt“ / Isolda Dychauk (27), Schauspielerin / Maren Gilzer (60), Schauspielerin und Modell / Freya Klier (70), Schriftstellerin und Regisseurin, Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung / Christiane Krajewski (71), ehem. SPD-Finanzsenatorin (2001-02) / Brigitte Kramer (66), Dramaturgin / Mathew Leckie (29), Mittelstürmer bei Hertha / Claudia Michelsen (51), Film- und Theaterschauspielerin / Norman Ohler (50), Autor / Peter Raue (79), Jurist, Honorarprofessor für Urheberrecht an der FU und Kunstförderer / Langston Uibel (22), Schauspieler / Frank Zander (78), Schlagersänger, Moderator und Schauspieler
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Martina Falliner-Dieterici, * 7. Februar 1956 / Jan Patrick Holzweißig, * 17. Juni 1971 / Dr. Thomas Lennert, * 14. März 1940 / Horst-Günter Mannhardt, * 27. November 1928 / Bernd Mossner, * 24. Juli 1934 / Waldtraut Rieck, * 6. Oktober 1941
Stolperstein – In der Borsigstraße 17a in Mitte erinnert ein Stolperstein an Israel Justmann, der 1896 in Łódź geboren wurde. Am 20. Oktober 1938 wurde er nach Polen abgeschoben und in Bentschen / Zbąszyń interniert. 1944 wurde Israel Justmann drei Mal weiterdeportiert: erst nach Flossenbürg, dann nach Dachau, schließlich nach Natzweiler, wo man ihn heute vor 75 Jahren Nazis ermordete.
Encore
Hamburg hängt uns mal wieder ab: Die Reederei Hapag-Llloyd testet ab sofort Bio-Kraftstoff auf einem ihrer Schiffe – und zwar aus altem Frittenfett. Der Treibstoff „B20“ soll die CO2-Emissionen des Containerschiffs „Montreal Express“, einem „mittelgroßen Containerschiff, das im Liniendienst zwischen Europa und Kanada verkehrt“, um bis zu 90 Prozent senken. Man stelle sich mal vor, was in Berlin alles in Bewegung kommen könnte, wenn wir die Soße von Curry & Co endlich kraftvoll nutzen könnten. Freier futtern für den Fortschritt.
Hoffentlich ist bei Ihnen alles frisch, morgen bringt Ihnen hier Julius Betschka das Frühstück, ich wünsche Ihnen bis dahin fettfreie Stunden.
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JETZT GRATISMONAT STARTENSeit 2014 berichten wir exklusiv aus Berlins Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wir stellten Berlins marode Schulen vor, bis die Politik reagierte. Wir standen vor dem Bürgeramt, bis es wieder Termine gab. Wir recherchieren hartnäckig und gründlich.
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