sind Sie glücklich?
Dass BerlinerInnen eher zu den unzufriedenen Menschen des Landes zählen, zeigt der Glücksatlas der Deutschen Post seit 2011. Nie kam die Hauptstadt im Bundesranking über Platz 15 hinaus (stürzte aber immerhin auch nie auf den letzten Platz ab). Gleiches gilt für 2019. Am heutigen Dienstag wird die diesjährige Studie vorgestellt. Das Berlinergebnis: Die Zufriedenheit im Bezug auf Freizeit, Wohnen und Arbeit ist die zweitniedrigste in ganz Deutschland. Bei Haushaltseinkommen (6,4 von 10 Punkten) und Gesundheit (6,4) liegen die BerlinerInnen im unteren Drittel. Der Anteil der gesundheitlich beeinträchtigtenPersonen ist auf 25,5 Prozent gestiegen (Höchstwert bei einem Bundesdurchschnitt von 19,3). Schlecht bewertet wird auch das Familienglück, was den Studienmachern zufolge u.a. daran liegen kann, dass lediglich 62 Prozent der BerlinerInnen verheiratet oder in einer Partnerschaft sind (niedrigster Bundeswert). Weil bekanntlich jede Regel Ausnahmen braucht: Kommen Sie gut gelaunt durch den Tag.
Der Rapper Prinz Pi hat mal was Schlaues gesagt: „Ganz rechts und ganz links – da sind die Fäuste. Das Gehirn ist in der Mitte, ebenso wie das Herz.“ Weg von den politischen Extremen. Weg von politisch motivierter Gewalt. Dahin müsste Berlin. Viel Zeit etwas zu bewegen, bleibt Innensenator Andreas Geisel (SPD) nicht. In weniger als zwei Jahren wird das Abgeordnetenhaus neu gewählt, die SPD rutscht in den Umfragen immer weiter ab – hinter die Grünen und Linken, selbst hinter die CDU.
Von rechts Neukölln: 25.000 Unterzeichner haben am Montag in einer Petition an das Abgeordnetenhaus einen Untersuchungsausschuss zu der rechtsextremistischen Anschlagsserie von Neukölln und zu angeblich rechten Strukturen in den Berliner Sicherheitsbehörden gefordert. In der rot-rot-grünen Koalition sind bislang nur die Linken dafür. Die SPD ist dagegen, Geisel auch, weil ein solcher Ausschuss „immer rückwärtsgewandt“ arbeite und für die laufenden Ermittlungen untauglich sei. „Wir erwarten Ende des Jahres von der Polizei einen Bericht der BAO (besondere Aufbauorgansiation) Fokus zu den rechtsextremistischen Anschlägen der letzten Jahre. Sollten die Ergebnisse nicht zur Aufklärung beitragen, behalten wir uns auch andere Instrumente der Aufklärung vor“, wiederholte Senatssprecher Martin Pallgen auf Checkpoint-Anfrage.
Von links die Rigaer: Burkard Dregger fordert anlässlich der neuerlichen Ausschreitungen in der Rigaer Straße „einen Aktionsplan gegen linke Gewalt“. Martin Pallgen hält den für „komplett untauglich“ und spricht von einem „Rhetorik-Instrumentenkasten fürs politische Überleben eines Konservativen“. Der Plan sei „bereits im letzten Innenausschuss entsprechend auseinandergenommen“ worden. Und auch wenn eine gewaltbereite linksextremistische Szene in Berlin „unstrittig ist“, komme man dieser nicht mit „verbaler Aufmuskelei bei“, sondern „mit konsequentem Vorgehen der Polizei“. Rhetorikkasten zu. Dann kann’s jetzt ja losgehen.
Konsequent vorgegangen wird bereits im Görlitzer Park. Bis zum 17. November stehen dort auf Anweisung des Innensenators von 7 bis 16.30 Uhr zwei mobile Wachen (mit jeweils mindestens drei Beamten). Kleiner Haken: Zehn Einsatzkräfte werden durch die Maßnahme pro Woche gebunden. Zusätzliches Personal bekommt die Direktion, die auch für die Warschauer Straße, den Hermannplatz, das Kottbusser Tor und bald den Alexanderplatz zuständig ist, trotzdem nicht.
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Nach den Ausschreitungen beim Berlin-Derby ist im Extremfall ein Geisterspiel zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC möglich. „Wir wollen die Linie der Geldstrafen beibehalten, wann immer es vertretbar ist. In gravierenden Fällen kann aber auch weiterhin auf den Teilausschluss oder Totalausschluss zurückgegriffen werden“, sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts. (Q: Kicker) Fanforscher Robert Claus analysiert derweil die Ausschreitungen aus psychologischer Perspektive: „Bei den Einstellungen dieser Leute geht es vor allem um ein sehr traditionelles Verständnis von Männlichkeit: Wehrhaft bleiben, das eigene Territorium verteidigen, Gewalt anzudrohen, den Gegner als schwul zu diffamieren. Das ist eine sehr heteronormative und gewalttätige Männlichkeitsvorstellung.“
Während CDU-Berlin-Chef und DLRG-Präsident Kai Wegner nach seiner umstrittenen Äußerung zur Seenotrettung zurückrudert („sogenannte Seenotretter“ als „Schlepperhelfer“) und der Berliner DLRG-Landesverband erklärt, die Meinungsäußerung „nicht weiter interpretieren oder kommentieren“ zu wollen, findet Achim Wiese, Sprecher des Bundesverbandes, klare Worte: „Kai Wegner sollte sich überlegen, was er tut. Er vertritt mit diesen Aussagen nicht die Auffassung der 1,8 Millionen Mitglieder und Förderer der DLRG, auch nicht die des Berliner Landesverbands.“ Wegner habe „seine ganz persönliche Auffassung als Politiker“ zum Ausdruck gebracht und das „in keinster Weise mit der DLRG abgesprochen.“
Während 17 Funktionäre in der CDU Thüringen „ergebnisoffene Gespräche“ mit der AfD fordern und sowohl Spitzenkandidat Mike Mohring als auch die Parteiführung schweigen, sei nochmal an den Beschluss des Hamburger CDU-Parteitags erinnert: „Die CDU Deutschlands lehnt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland ab.“ Zur Wiedervorlage.
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Vor zwei Monaten haben Kollege Julius Betschka und ich im Tagesspiegel die Geschichte von Nicolae Caraus erzählt. Der Moldawier putzte ohne Arbeitserlaubnis in Berlin Schulen, wurde nicht bezahlt und landete auf der Straße. Das vom Bezirksamt Reinickendorf beauftragte Unternehmen hatte illegalerweise ein Subunternehmen beauftragt. Auf die mündliche Anfrage von Felix Lederle (BVV Linke), warum der Vertrag mit der Firma „Clean Garant“ nicht sofort aufgelöst wird, antwortet jetzt Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU), dass nach Auffassung des Rechtsamts Reinickendorf eine Niederlage vor Gericht nicht unwahrscheinlich sei und eine Neuausschreibung mit rund 40 Prozent höheren Kosten einhergehen würde. Im kommenden Sommer muss der Vertrag ohnehin neu ausgeschrieben werden. Dann soll es immerhin auch Kontrollen geben.
So still war es auf dem Alexanderplatz selten: Hunderte Zuschauern haben am Montagabend verfolgt, wie das erste Video anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls auf die umliegenden Gebäude projiziert wurden. „Die Werte von 1989/90 harren in weiten Teilen noch der Einlösung“, sagt Kultursenator Klaus Lederer (Linke). „Wir können nicht sagen, wir können uns zurücklehnen, alles ist gut. Nein, man muss sich heute wieder, wenn man sich die Situation in der Welt anguckt, gemeinsam engagieren für Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung und Gleichstellung in jeder Frage unseres Zusammenlebens“, sagt der Regierende Michael Müller (SPD).
Gestern am Checkpoint Charlie vorbeigeradelt und gesehen, was nicht fehlt: die falschen Soldaten. Bis zu 5000 Euro sollen die Schauspieler nach Recherchen der „Bild“-Zeitung an guten Tagen eingenommen haben. Weil die freiwilligen Abgaben der Touristen oft nicht so freiwillig waren, hat der Bezirk das Theater verboten. Grenzübergänge jetzt nur noch ohne Stempel.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Es wird nachts wieder kalt in Berlin. Wer Menschen frieren sieht: der Kältebus ist unter der Nummer 0178/5235838 zu erreichen.
Verletzen Hartz-IV-Sanktionen die Menschenwürde? Darüber urteilt am heutigen Dienstag das Bundesverfassungsgericht. Ein Mann hatte einen Job als Lagerarbeiter abgelehnt, weil er im Verkauf arbeiten wollte, später ließ er auch noch einen „Aktivierungsgutschein“ für eine Erprobung in einem Betrieb verfallen. Das Jobcenter kürzte den Regelsatz von 391 Euro im Monat auf 270 Euro und dann auf 150 Euro. Es geht um nicht weniger, als die Frage nach der Sicherung des Existenzminimums.
Bereits vor mehreren Wochen sind in acht Berliner Pflegestützpunkten aus acht unterschiedlichen Bezirken anonyme Briefe ohne schriftliche Botschaft, nur mit einem Streichholz, eingegangen. Die AOK hat den Kontakt mit Polizei und Landeskriminalamt federführend übernommen. Der Senat beurteilt die Post „als Bedrohung“ nicht jedoch „als unmittelbare Gefahr“. (Q: Anfrage Cornelia Seibeld/ MdA CDU)
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CDU-MdB und parlamentarischer Staatssekretär Oliver Wittke soll Hauptgeschäftsführer des Zentralen Immobilien Ausschusses werden. In dem Lobbyverband haben sich u.a. Strabag, Vonovia und Vivawest Wohnen zusammengeschlossen. Den Berliner Mietendeckel sieht man hier als „desaströsen Fehler“.
Berlins MieterInnen können sich nicht darauf verlassen, dass der vom Senat geplante fünfjährige Mietenstopp rückwirkend zum 18. Juni 2019 gilt. Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes, das die CDU-Fraktion in Auftrag gegeben hat, sieht „gewichtige Gründe dafür, dass eine Rückwirkung einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten wird“.
Berlins MieterInnen können sich nicht mal darauf verlassen, dass der Senat seine Meinung zum Mietendeckel gefestigt hat. In der Antwort der Justizverwaltung auf die Frage von Christian Gräff (MdA /CDU), welche Stellungnahme zum Gesetzesentwurf abgegeben wurde, heißt es: „die Willensbildung des Senats während der Beteiligung des Rates des Bürgermeister“ ist „gegenwärtig noch nicht abgeschlossen“.
„Sei ein Ehrenmann und halt deine Beine zam“ – die Wiener Linien haben eine Aktion gegen Manspreading gestartet. (Q: ZIB) Ehrentram!
Die Berliner Glashaus TV GmbH (produziert für RTL, Pro 7, Sat 1, DMAX, Kabeleins, RTL II und MTV) will „testen wie man misslungene Gerichte (versalzen, vertrocknet) noch retten kann und sucht dafür „zwei Frauen mit Familienanhang für einen Magazinbeitrag. Partner und Kids sollen nämlich die Ergebnisse verkosten“. Team Checkpoint wünscht sich Männerbewerbungen.
Günther Jauch wurde vom Restaurantführer „Gault&Millau“ zum „Gastronomen des Jahres“ in Deutschland gekürt. Zusammen mit Tim Raue hatte er im September die „Villa Kellermann“ in Potsdam eröffnet. Auf der Speisekarte stehen „Entenleberterrine Sanssouci“, Rindertatarstulle mit Sauerampfer und Saiblingskaviar“ und „Königsberger Klopse“.
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Wendezeit: Wie gut ist Norbert Biskys Kunst? Welche Ausstellungen sollte man sehen? Was wird aus dem Museum der Moderne? Warum sollte man die Villa Erxleben besuchen? Ein Job in New York. Und: Wer ist diese exzentrische, malende Tempelhoferin?
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„Mit großer Freude und Erleichterung“ konnte der Kinderbauernhof Knirpsenfarm am Dienstag die Rückkehr von Papagei Scully bekanntgeben. Nachdem der Vogel am Sonntag ausgebüxt war und man via Facebook um Hilfe gebeten hatte, brachte Familie G. Scully wohlbehalten zurück. Berliner Alltagshelden.
Anders als am Montag geschrieben wird die New Yorker Fußgängerzone größer als eine Familienwohnung: 92.903 Quadratmeter.
Um zu sehen, wie sich die Fahrzeugflotte auf Berlins Straßen verändert hat, erfasst die Senatsverwaltung in den kommenden Tagen via Kamera die KfZ-Kennzeichen von Autos. Ziel sei es, vor den kommenden Dieselfahrverboten zu ermitteln, welche Fahrzeuge in der Stadt sind. Ziel sollte es sein, die Dieselfahrverbotsschilder endlich mal aufzustellen.
Die niederländische Fluggesellschaft AIS Airlines fliegt wochentags ab sofort zweimal täglich von Berlin-Tegel nach Münster/Osnabrück (FMO). Gleiche Strecke mit der Bahn: 3,5 Stunden.
Während Berlin weiter auf die BERöffnung wartet, gibt‘s die ersten Infos zu Wartezeiten. Die Kontrollspuren an den Flughäfen Tegel und Schönefeld, die ähnlich wie im Terminal 1 des BER aufgebaut sind, erlangen Durchsätze von 120 bis 150 Passagieren pro Stunde. Für die neuen Kontrollspuren im Terminal 2 rechnet die Bundespolizei mit einem Durchsatz von ca. 200 Passagieren pro Stunde. (Q: Anfrage Harald Moritz / MdA Grüne).
Fluggäste werden am neuen Hauptstadtflughafen wohl vor allem in Taxen aus dem Landkreis Dahm-Spreewald steigen. Berliner werden nur zugelassen, wenn der Bedarf nicht mit eigenen Fahrzeugen gedeckt werden kann. (Q: dpa)
Kollege Bernd Matthies ist ein nicht unwesentliches Detail aufgefallen. Weil 2020 ein Schaltjahr ist, haben die BER-Verantwortlichen einen ganzen Tag mehr. Ein beruhigender Umstand, den wir gar nicht hoch genug schätzen können.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wenn in Berlin etwas zum Besten des Allgemeinen geschehen soll, so erhebt sich darüber ein Competenz-Conflict der Behörden, d.h. es wird nichts daraus.“
Der Reiseschriftsteller Hans Wachenhusen 1865, zitiert nach Jens Bisky in „Berlin. Biographie einer großen Stadt“.
Tweet des Tages
'Warten Sie auch auf den Bus?' 'NEE, ICK BIN PROFESSOR FÜR FREILUFT-GEQUATSCHE AN DER FACHHOCHSCHULE FÜR DUMM-RUMSTEHEN AM STRASSENRAND UND SAMMLE HIER MEINE STUDENTEN EIN!' Berlin <3
Stadtleben
Essen & Trinken – In kulinarischer wie sozialer - und diskursiver - Hinsicht sind Markthallen eine absolute Bereicherung in den Kiezen und darüber hinaus, man denke nur an die Markthalle Neun in Kreuzberg. In ihrem Windschatten existiert das Markthallen Restaurant als ebenso feste Anlaufstelle für kulinarische Genüsse auf hohem Niveau. Hier wird der Schmorbraten zelebriert und das Gemüse mit Stumpf und Stiel verwertet. Verantwortlich zeichnet dafür neuerdings Chefkoch Bastian Laschet, der den Ansatz zur ganzheitlichen Verwertung der Zutaten aus dem Nobelhart & Schmutzig mitgebracht hat und neue Akzente setzt mit Gerichten aus gebackener Roter Bete an Schwarzkohl und Meerrettich. Die Einkehr lohnt sich auch auf ein (Craft) Bier, denn gemütlich ist es in der Pücklerstraße 34 (U-Bhf Görlitzer Bahnhof) auf rustikale Berliner Art – ohne piefig zu sein. Di-Sa ab 18 Uhr
Berlinbesuch – Ein Supermarkt, der seinen Kunden gehört und dazu noch bezahlbar ist – Klingt utopisch? Nicht mehr lange. Das Konzept des „SuperCoop“ ist einfach: Jedes Mitglied hilft monatlich drei Stunden mit und darf dafürzu günstigen Preisen im Supermarkt einkaufen. Durch niedrige Marketing- und Betriebskosten können so nachhaltige und hochwertige Produkte zu fairen Preisen angeboten werden. In New York hat das Projekt bereits 17.000 Unterstützer, im September nächsten Jahres soll die erste Filiale in Berlin eröffnet werden. Zum Start der Crowdfunding-Kampagne zeigt das Hackesche Höfe-Kino heute Abend einen Film über das Vorbild in Brooklyn. Los geht’s um 20 Uhr, Tickets gibt’s hier.
Wieder neu ist die Staatsbibliothek Unter den Linden –gestern war Schlüsselübergabe. Bis Sie in einem der verwinkelten Lesesäle tatsächlich Platz nehmen können, müssen diese aber erstmal wieder eingeräumt werden – die Eröffnung für den Publikumsverkehr ist für Mai 2020 geplant. Wer schon vorher einen Blick in die neuen Räumlichkeiten werfen möchte: Am 16. November veranstaltet das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung einen Tag der offenen Tür Unter den Linden 8. Achtung: Für die Führungen ist eine Anmeldung unter staatsbibliothek2019@bbr.bund.de erforderlich.
Geschenk – „Für Hunde mit Stil und hohen Ansprüchen“: Ob Bandana aus Londoner Liberty-Stoff, Recycling-Mantel mit Bauchschutz oder Hundebett aus Samt, bei Cloud 7 werden Vier- und Zweibeiner fündig. Sämtliches Hundezubehör wird im eigenen Design-Studio entworfen, fair gehandelt und aus nachhaltigen Materialien gefertigt. Das ist zwar nicht ganz billig (den Hundemantel „Alaska“ gibt’s ab 129 Euro), aber dafür kommt Hund so stilsicher und warm durch den Winter. Wer es gerne im Partnerlook mag, findet auch für sich den passenden Outdoormantel – mit extra Leckerli-Tasche.
Plätze sichern für eine von 15 Sonderführungen, mit denen Besucher den sonst geschlossenen, historischen Vogelsaal des Naturkundemuseums erkunden können. Die Sammlung, die weltweit zu den bedeutendsten gehört und Exponate enthält, die älter als das Museumsgebäude selbst sind, kann u. a. morgen um 11 und um 14 Uhr mit Hilfe einer interaktiven App selbst erschlossen werden (zum regulären Eintrittspreis, eine Anmeldung ist erforderlich). Mehr Informationen zur Sammlung gibt es hier, weitere Termine gibt es am Sonntag.
Last Minute – „Hätte er unser heutiges Improtheater gekannt, er wäre begeistert gewesen“. Frei nach Bertolt Brecht verbindet das Theater ohne Probe einmal im Monat Berliner Impro mit epischem Theater. Gespielt werden Szenen zu aktuellen Problemen und zeitlosen Fragen, die zum Denken anregen sollen – Publikumsbeteiligung erwünscht. Im Anschluss kann das Gesehene dann im Gespräch mit dem Ensemble vertieft und diskutiert werden. Los geht’s um 20 Uhr in der Brotfabrik – Karten kosten 13,50, ermäßigt 9 Euro.
Verlosung zum Mauerfall-Jubiläum – Als sich am Abend des 9. November 1989 die Grenze zu West-Berlin und der BRD mehr oder weniger zufällig öffnete, zelebrierten einige Ost-Berliner gegenüber vom Café Moskau eine andere noch nie dagewesene Grenzüberschreitung: Im Kino International hatte Heiner Carows „Coming Out“ Premiere, der erste und einzige Film der DDR mit schwulem Sujet. Wer dem Mauerfall auch an diesem Sonnabend entgehen will: Das International zeigt Carows Film um 20.30 Uhr erneut (Karten kosten 10 Euro), im Publikum sitzen auch drei der Hauptdarsteller*innen (Dagmar Manzel, Matthias Freihof und Dirk Kummer), Knut Elstermann moderiert. Und das Beste ist: Wir verlosen zwei Freikarten.
Lotte Buschenhagen und Stefanie Golla wünschen mit diesen Stadtleben-Tipps einen erlebnisreichen Dienstag.
30 Jahre, 30 Tage
5. November 1989, 4 Tage bis zum Mauerfall – Am Wochenende reisten mehr als 10.000 DDR-Bürger in den Westen aus, am bayerischen Grenzübergang in Schirnding stehen die Ausreisewilligen kilometerweit mit ihren PKWs Schlange. Währenddessen werden Regimekritiker im Osten von den Ereignissen überfordert. Bei den ersten Thüringer Theatertagen fällt ein vorbereitetes Kabarettprogramm der Gruppe „Die Arche“ aus, weil die Komiker es zurückgezogen hatten. Der Grund: „Es war unaktuell geworden.“ Die „Wende“ in der DDR habe die Kabarettisten „hart getroffen“, sagt Rolf Dreher, der Chef der Gruppe. Hubert Kross, Chefdramaturg am Theater in Nordhausen sieht den Grund darin, dass andere Medien ihrer Aufgabe nun gerecht würden. Kabarettisten hätten dafür bisher den Ersatz geliefert.
Foto: Das Kabarett “Die Arche”
Berlin heute
Verkehr – Ab 6 Uhr ist auf der Kreuzberger Wilhelmstraße vor der Stresemannstraße in Richtung Mehringdamm nur eine Spur befahrbar (bis Mittwochnachmittag). Aufgrund von Leitungsarbeiten steht auf der Schönhauser Allee in Richtung Pankow nur ein Fahrstreifen zur Verfügung, das Rechtsabbiegen auf die Danziger Straße ist nicht möglich (ab 8 Uhr). Die Arbeiten dauern ca. zwei Wochen. Der Waidmannsluster Damm ist zwischen Ziekowstraße und Waldhornstraße in beiden Richtungen ebenfalls auf eine Spur verengt (bis Dezember). Auch auf der Rennbahnstraße in Weißensee ist in Höhe Gustav-Adolf-Straße nur ein Fahrstreifen befahrbar (ebenfalls bis Ende Dezember), ebsenso auf der Mühlenstraße in Richtung Stralauer Allee zwischen Tamara-Danz-Straße und Am Oberbaum aufgrund von Rammarbeiten (sic!), für ca. 3 Wochen. Auf dem Adlergestell ist noch bis Ende November stadteinwärts in Höhe Betriebsbahnhof Schöneweide der rechte Fahrstreifen gesperrt (7-16 Uhr). Zu guter Letzt ist die A100 heute Nacht zwischen AS Gradestraße und AS Buschkrugallee in Richtung Neukölln gesperrt (21-5 Uhr, erste Absperrungen ab 20 Uhr).
Demonstration – Anlässlich des Guy Fawkes Day ziehen heute maskierte Demonstranten durch Berlin: Mit einem „Million Mask March“ protestieren nachher ca. 100 Teilnehmende am Schlesischen Tor in Kreuzberg (18-21 Uhr, angemeldet von Anonymous Berlin), ein weiterer Marsch findet rund um das Brandenburger Tor statt (18-24 Uhr, ebenfalls ca. 100 Maskierte). In der Alfred-Kowalke-Straße in Lichtenberg demonstrieren außerdem ca. 20 unmaskierte Personen für die Schließung des dortigen Gesundheitsamtes und die Entlassung der dort eingesetzten Beamten.
Gericht – Weil sie nach einem Streit über das Parken in zweiter Reihe zwei Männer massiv attackiert haben sollen, müssen sich drei Männer im Kriminalgericht Moabit verantworten. Ein 30-jähriger Angeklagter soll einem Geschädigten ein Teil des linken Ohres abgebissen haben. Auch eine Frau, die schlichten wollte, sei verletzt worden (12 Uhr, Turmstraße 91, Saal 105).
Universität – In der Universitätsbibliothek der FU eröffnet heute um 18 Uhr eine Ausstellung, die das Engagement Albert Schweitzers gegen den Atomkrieg zeigt – und hörbar macht, denn Schweitzer rief im April 1957 via Radio zur Abrüstung auf. Bis 20. Dezember zu sehen in der Garystraße 39 (U-Bhf Freie Universität), Mo-Fr 9-20 Uhr, Eintritt frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – nachträglich: Heinz Peter Krause (72) - „Alles Liebe für den allerbesten Papa der Welt wünschen Friederike und Johannes!“ / Margot Friedländer (98), Holocaust-Überlebende / Steven Küchler (44), Boxer und Trainer / „Mechtild, liebe Freundin. Geburtstags-Umarmung. MJ“ / Hildegard Meyerratken-Burkert, „Herzlichen Glückwunsch von Petra und Söhnen!“ / Walter Plathe (69), Schauspieler / „Union-Fan und BVB-Mitglied Frank Schulz aus Biesdorf wird endlich 39 Jahre jung !!!“ / Elke Sommer (79), Schauspielerin / Johanna Steiner (36), Hörspielautorin und -regisseurin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Wolfgang Berning, * 12. Februar 1937, Steuerberater / Gisela Menzel, * 7. Mai 1922, Senior-Firmenchefin der Menzel Elektromotoren GmbH / Hans-Jürgen Reißiger, * 9. Mai 1942, Diplom-Kaufmann / Horst Schulz, * 19. Oktober 1934
Stolperstein – Paul Kuchenbäcker, gelernter Schlosser, lebte in der Osloer Straße 7 in Gesundbrunnen. Als er 1943 einberufen wurde, verweigerte der Zeuge Jehovas aus Gewissensgründen den Kriegsdienst. Selbst in Haft und unter Androhung der Todesstrafe blieb Kuchenbäcker bei seiner Entscheidung – am 7. Oktober 1943 wurde er deshalb vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Heute vor 76 Jahren, am 5. November 1943, wurde Kuchenbäcker durch Enthauptung ermordet.
Encore
Kaufen war gestern, heute wird verliehen. Ein Blick auf Ebay-Kleinanzeigen zeigt, was Berlin zu bieten hat. Da wären: Ein weißer Kirschblütenbaum mit LED-Funktion, ein Weihnachtsengel-Kostüm, ein Weihnachtsfrau-Kostüm, ein Weihnachtsmann-Kostüm, ein (erfahrener) Weihnachtsmann ("singt" und geht auf ihre Wunschzettel ein), ein Skydancer mit fünf Flatterröhren, eine Popcornmaschine, eine Bierzeltganitur und die Hüpfburg "Happy Hop Super Schloss 20 Quadratmeter mit Rutsche". Fertig ist die Weihnachtsfeier.
Noch 49 Tage bis Heiligabend. Genießen sie die Ruhe. Morgen übernimmt hier wieder Lorenz Maroldt. Bis bald!