Mein Wochenende mit
Ohne Ran Huber würde der Berliner Indie-Musikwelt was fehlen. Mit seiner Plattform AmSTARt hat er bereits knapp 1000 Konzerte veranstaltet und so manchen unbekannten Namen groß gemacht. Jetzt sammelt er für seine Künstler. Foto: Robert Geismar
„Unter der Woche arbeite ich zurzeit normal durch, was überwiegend Krisenmanagement bedeutet. Konzerte müssen verlegt oder aufs Internet umgelegt werden. Ich buche momentan Bühnen ab August, wir werden sehen, ob das realistisch ist. Für jedes einzelne Konzert prüfe ich, inwieweit es als Livestream noch finanzierbar ist, muss dabei die sich täglich ändernden Neuregelungen auf dem Schirm behalten. Für Künstler, die gerade ein neues Release hatten, das sie normalerweise über Konzerttourneen bewerben würden, müssen wir uns alternative Vermarktungsstrategien überlegen. Dann mache ich Öffentlichkeitsarbeit und betreibe eine Spendenkampagne, die, wenn sie gut läuft, es mir ermöglichen kann, Ausfallhonorare an Künstler auszuschütten. Sehr dankbar bin ich für die unkomplizierte IBB-Förderung, die tatsächlich viel auffängt – durch die Kampagne und die IBB sind die nächsten drei Monate vorerst sicher. Dann bin ich als Promoter an dem Projekt „Ghosttown“ beteiligt, das mit Open-Air-Konzerten auf das Clubsterben Berlins aufmerksam macht. Das ist eigentich Wochenplanung, aber all das kann schon mal ins Wochenende reichen, auch wenn ich versuche, es mir so weit wie möglich freizuhalten. Zum Beispiel um den mittlerweile mehreren Hundert Leuten persönlich zu danken, die bislang gespendet haben. Ich bin wahnsinnig gerührt von der Wertschätzung, die uns damit entgegenkommt. Ansonsten treffe ich meine Freundin und wir machen Spaziergänge möglichst abseits eingetretener Pfade in der Neuköllner Gegend. Essen werden wir wahrscheinlich beim sehr guten „Sippi“ in der Sanderstraße 10a holen, die bieten gerade einen Takeaway-Service an. Ich schaue außerdem auch sehr gerne einfach in den Himmel.“