Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. In diesen Zeiten bleibt er jedoch lieber im heimischen Bau und kocht, aus Gründen der Selbsterhaltung, feine vegetarische Gerichte.
„Ich möchte heute über die Grenzen des guten Geschmacks reden. Chantal, die Sau von Nebenan, und ich nehmen seit geraumer Zeit gerne zusammen Schlammbäder in der Natur. Das pflegt, strafft die Haut und balsamiert das Gemüt, das in meinem Fall, wie Sie wissen, ein zartes ist. Das taten wir auch letzten Sonntag, fanden ein nicht ganz zugefrorenes Fleckchen nassen Schneeregenmatsches und machten es uns gemütlich. Leicht bis gar nicht bekleidet, versteht sich. Prompt fand sich eine gaffende Menge zweibeiniger Schaulustiger ein. Ich muss doch bitten. Wer den Wald besucht, sollte nicht nur festes Schuhwerk mitbringen, sondern unbedingt auch Manieren, wo kommen wir denn sonst hin? Unterirdisch finde ich das. Apropos: Unterirdisch ist auch das Gemüse der Saison, Wurzelgemüse nämlich, aus meinem eigenen Garten. Heute gibt es Suppe aus Schwarzwurzel, dem Spargel des Winters. Mit Zitrone, Kartoffeln und Ingwer. Und mit frittierten Rote-Beete-Chips, hier das Rezept. Entfernt erinnert ihr Anblick an Schneematsch, ich werde sie daher auch Chantal anbieten. Zur Besänftigung. Und, um guten Geschmack zu beweisen. Vielleicht werden wir sogar ein wenig darin wühlen.“