wir beginnen heute mit den wichtigsten Zahlen und Nummern (und nein, es hat nichts mit Corona, Lotto oder Fußball zu tun):
Da wäre als erstes die „-10“. Ja, richtig: Bis zu minus zehn Grad kalt wird es in den kommenden Nächten in Berlin, und ein eisiger Ostwind lässt die gefühlte Temperatur weiter sinken.
Das ist schön für alle, die gerne mal für ein, zwei Stündchen dick eingepackt durch die Winterlandschaft spazieren oder mit den Schlittschuhen ein paar Kreise auf zugefrorenen Seen und Flüssen ziehen, mit Vorfreude auf das heimatliche Heißgetränk und einen gemütlichen Sofa-Abend.
Und das ist lebensgefährlich für jene, die keine feste Unterkunft haben und auf der Straße oder im Park auf Pappen zu übernachten versuchen. Deshalb hier jetzt die Nummern, die Sie anrufen können, wenn jemand dringend Hilfe braucht:
030 600 300 1010 (DRK Wärmebus)
0178 52 35 838 (Kältebus der Stadtmission)
0157 86 60 50 80 (Karuna-Bus)
030 810 560 425 (Kältehilfetelefon)
Die Busse sind jede Nacht von 18 Uhr an in Berlin unterwegs, um Menschen ohne Unterkunft aufzusuchen, zu versorgen und kostenfrei in Notunterkünfte zu bringen. Sprechen Sie die betroffenen Personen bitte an, ob sie Hilfe annehmen möchten. In akuten Notfällen: Polizei (110) oder Rettungsdienst (112).
Staatssekretär Alexander Fischer kündigte gestern Abend in einem Gespräch mit dem Checkpoint weitere 24/7-Hilfsangebote der Sozialverwaltung an („Wer ein Bett braucht, bekommt auch eins.“). Konkret sieht das so aus:
In der Boxhagener Straße (Friedrichshain) stehen obdachlosen Menschen von heute Abend an in einem Hostel Tag und Nacht 100 Plätze zur Verfügung.
In der Oranienburger Straße (Reinickendorf) wird am Sonntag auf dem Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik eine 24/7-Einrichtung mit 100 Plätzen eröffnen; am Dienstag wird die Platzzahl auf 200 erhöht.
In der Köpenicker Straße (Kreuzberg) erhöht ein Hostel im 24/7-Betrieb die bestehende Kapazität von 100 Plätzen um weitere 20 Plätze (auch für obdachlose Rollstuhlfahrer:innen).
In den bestehenden Einrichtungen der Kältehilfe stehen aktuell 1090 Notübernachtungsplätze zur Verfügung (vergangene Woche waren noch 121 frei).
Zu den Corona-Meldungen des Tages:
Die derzeitigen Einschränkungen werden wegen der Virusmutationen wohl grundsätzlich bis Ende Februar verlängert – allerdings wollen einige Länder mit leichten Lockerungen vom Lockdown tageweise die Stimmung etwas aufhellen (Q: Tagesspiegel exklusiv). Im Gespräch sind:
+ Friseuröffnungen („Locke down“)
+ Frühlingspflanzenverkauf
+ Floristenfreiheit zum Valentinstag
Mit Blick auf die Prioritätenliste: Primeln, Physalis und Minipli sind anscheinend neuerdings systemrelevant.
Als größte Hoffnung gelten (neben den Impfungen, die Gesundheitsminister Spahn von Sommer an auch für Kinder in Aussicht stellte) nach der Laienfreigabe jetzt Schnelltests – sie könnten wie Eintrittskarten den Weg frei machen für den Besuch von Läden, Restaurants, Kinos, Clubs und Konzerthallen. Als erste starten damit die 2700 Berliner Kitas: Bis Ende kommender Woche sollen alle ErzieherInnen damit ausgestattet sein, in drei Bezirken (Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln) wurden die Tests bereits am Freitag ausgeliefert: (Q: Tagesspiegel exklusiv).
Die Chancen, aber auch die Risiken und Nebenwirkungen von Schnelltests haben unsere Tagesspiegel-KollegInnen Ingo Bach, Andreas Busche, Patrick Eickemeier, Alfons Frese, Felix Hackenbruch, Marion Kaufmann und Susanne Vieth-Entus in einer großen Recherche für Sie ausgelotet – zum Echo geht’s hier.
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Zu den Absurditäten der Lockdown-Politik: Während den einen wie Barbarossa die Bärte durch den Tisch wachsen oder wie Rapunzel das Haupthaar als Aufzugseil dient, weil Barbiere und Friseure nicht an sie herandürfen, lassen sich andere lässig die Lippen aufpumpen oder die Hängehaut hinter den Ohren festtackern: „Schönheitsoperationen werden zum Corona-Trend“, verkündet das senatsoffizielle Portal berlin.de – und die Ku’damm-Praxis „Medicalthree“ jubelt, mit Kussmund verziert: „Wir haben wieder geöffnet!“. Kleiner Blick aufs Menü, durch das uns ein „Jan Rüdiger“ führt: Die „Fettwegspritze für die klassische Reiterhose“ ist „schon ab 399 Euro“ zu haben, die Eigenbluttherapie „Vampirlifting“ (klein) für 299 Euro. Gratis dazu gibt’s von „Dr. Anastasia“ und „Dr. Valentina“ ein genormtes „Super“-Implantat im Sprachzentrum, wie das Gästebuch offenbart (wo den Patientinnen bis auf den ersten Buchstaben auch gleich der Nachname weggelasert wurde):
Danijela K.: „Alles super...immer wieder gerne!“
Miriam K.: „Alles supi, wie immer!“
Jamie-Lee S.: „Alle waren super lieb!“
Sirin S.: „Sie machen ihre Arbeit wirklich super!“
Ewa B.: „Alles super verlaufen!“
Angelina S.: Alles super wie beim 1. Mal.“
Cemile K.: „Super süüsse Betreuung.“
Ornella E.: „Super happy mit dem Ergebnis.“
Katarzyna K.: „Es lief alles super.“
Alexandra J.: „Es war alles super.“
Manuela K.: „Wirklich super nettes Team.“
Sabine K.: „Eine super gute Beratung.“
Dalia M.: „Wie immer alles super.“
Übrigens: Wenn Sie „suuuper“ sagen, haben Sie auch ganz ohne Botox einen super Kussmund.
P.S.: Dieser kostenlose Tipp wurde Ihnen präsentiert vom Checkpoint-Beauty-Studio. Anmeldungen unter checkpoint@tagesspiegel.de (bitte Schönheitswunsch angeben).
Zum Checkpoint-Politik-Rätsel – wer hat in dieser Woche bei der Digitalkonferenz „Europe 2021“ (organisiert von „Zeit“, „Tagesspiegel, „Handelsblatt“ und „Wirtschaftswoche“) gesagt:
„Wir wissen was zu tun ist, allein der politische Wille fehlt.“
Ja, kaum zu glauben, aber das Zitat stammt von Gerd Müller, im achten Jahr Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Im Gespräch, das ich mit Müller am Dienstag in der RBB-Dachlounge führen konnte, zeigte sich der Minister, der an seinem Wohnort im Allgäu wegen des Klimawandels „inzwischen Ananas züchten“ kann, als verzweifelter Optimist: Die Lobbyverbände der globalen Wirtschaft sind seinen Worten zufolge so stark in den Regierungen vernetzt, dass sie verhindern können, die Nachhaltigkeitskapitel in internationalen Freihandelsvereinbarungen nachprüfbar zu verfestigen.
Die Folge: „Erst sterben die Tiere, dann die Pflanzen, dann der Mensch.“ Dennoch (oder besser: deswegen) pflanzte der Katholik Müller vor seinem Austritt aus der Regierung (zur Bundestagswahl hört er auf) noch einen politischen Apfelbaum: die „Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima“, in der sich bereits fast 900 Unternehmen, Vereine, Verwaltungen, Organisationen und Privatpersonen engagieren. Ihr Ziel: immer mehr klimaneutrale Inseln zu schaffen, die solange zusammenwachsen, bis sie irgendwann keine mehr sind.
Telegramm
Was passiert mit Kitakindern nach dem Lockdown? Richtig: Die Kleinsten müssen wieder eingewöhnt werden – mal mehr, mal weniger lang. Ein Problem, das bisher kaum erkannt ist (geschwieg denn gelöst). Der Berliner FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Meyer hat sich darüber Gedanken gemacht: Er fordert vom Senat eine „Eingewöhnungsstrategie“, die Eltern nach einer Wiedereröffnung nicht gleich in die nächste Krise stürzt (ausführlich hier).
Die „Lieferung von regionalem Frischobst“ hat das BA Mitte ausgeschrieben (LuD_2021_OrdID_01) – jede Woche sollen die Mitarbeiter:innen des Ordnungsamts mit 40 Kilo Äpfel und Birnen versorgt werden (eignen sich gut gefault sicher auch zur Verteidigung vor renitenten Falschparkern). Ok, wir wollen ja hier jetzt nicht Äpfel mit Birnen vergleichen (und erst recht nicht Mitte mit dem Rest der Welt), aber: Machen das die anderen Bezirke auch? Und wären nicht Bananen besser (mehr Energie)? Sachdienliche Hinweis bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.
Na sowas: Ein FU-Team, heißt es auf einer Nato-Website, hat den ersten „Nato Policy-Hackathon“ gewonnen – aber der Uni war das zunächst keine Meldung wert. Der Pitch klang ja auch ein bisschen heikel: Es ging um die „Kooperation zwischen Nato, Wissenschaft und Privatsektor“. Hm, eine Kooperation der Wissenschaft mit der Nato? Und das an der FU?? Von Studierenden am OSI??? Also, dafür sind wir damals aber nicht auf die Straße gegangen! Im Gegenteil! Später dann Entwarnung aus der Pressestelle: „Es ging den Studierenden um Möglichkeiten der Friedenssicherung durch Technologie-Innovationen.“ Und geschlagen haben wir (jawoll, wir!) u.a. Harvard, King’s College, und die Johns Hopkins University. Na dann: Peace… und herzlichen Glückwunsch.
Bis gestern wurden laut RKI in Berlin 150.018 Impfdosen verabreicht (davon 107.465 Erstimpfungen). Das bedeutet eine Impfquote von 3% (Bundesdurchschnitt 2,6%). Alle 226.985 Berliner:innen in der Altersgruppe 80+ wurden zum Impfen eingeladen. Noch vor zehn Tagen hatten sich davon erst 99.395 einen Termin geben lassen (43,78%), nur 27.691 hatten einen Termin wahrgenommen (12,19%). Die Sache nimmt also doch langsam Fahrt auf.
Was unabhängig von den Zahlen immer wieder beim Checkpoint ankommt: Viel Lob für die Organisation und die Freundlichkeitder HelferInnen. Pars pro toto aus einer Mail: „Für Berliner Verhältnisse geradezu unglaublich gut.“
Wer trotz Lockdown in die Gastronomie wechseln will – es sind einige Übernahme-Angebote auf dem Markt:
In Neukölln ist eine Bar mit Kamin und Backsteinwänden für 89.000 Euro zu haben.
Im Europacenter wird das Restaurant „Allegro“ neben den Stachelschweinen frei (VB).
Im U-Bhf Alexanderplatz gibt der Mini-McDonalds auf (Miete 4100 Euro).
Und nach mehr als 100 Jahren schließt am 1. Mai der berühmte Gastro-Bedarf „Rüffer“. Darauf einen Schluck „Mountain Hay“ aus dem To-go-Verkauf von Günter Windhorst, dessen Bar in der Dorotheenstraße hoffentlich nicht auch noch auf der Corona-Ausverkaufsliste landet.
Das Wort „Migrantenquote“ klingt irgendwie weniger gut als die Absicht, die dahintersteckt – und beide zusammen sind jetzt gemeinsam mit Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke) an der verfassungsrechtlichen Wirklichkeit, der SPD und Innensenator Andreas Geisel gescheitert. Der Kompromiss: eine verbindliche Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund in der Verwaltung.
45 „unabsichtliche Schussabgaben“ innerhalb von zwei Jahren zählte die Polizei in den eigenen Reihen (Q: Anfrage MdA Fresdorf) – bloß gut, dass die neue Raumschießanlage in der Cecilienstraße „modernste Schießkinotechnik für die Aus- und Fortbildung“ enthält. Vielleicht läuft da ja auch schon der neue Bond („Keine Zeit zu sterben“).
Und hier noch eine gute Nachricht für Hertha-Fans: Die Niederlagen werden knapper. Drei Tore Unterschied gegen Bremen, zwei Tore Unterschied in Frankfurt, ein Tor Unterschied gegen Bayern – wenn das so weitergeht, gewinnt Hertha am 3. April bei Union mit 6:0.
Wochniks Wochenende
Die besten Berlin-Tipps für drinnen, draußen und drumherum.
48h Berlin
Samstagmorgen – Sophie Kindermann sammelt Träume. Seit einer Weile befragt die Künstlerin ihre Mitmenschen zu Träumen, das heißt: zu tatsächlich im Schlaf geträumten Träumen, nicht Wunschfantasien, obwohl das eine mit dem anderen schon mal wechselwirken kann. Man kennt es ja, eben steht man noch im Wohnzimmer, dann geht man durch die Tür und reitet plötzlich, als wäre es das Selbstverständlichste, Wellen auf einem Surfbrett in der Karibik und irgendwie ist jetzt auch die eine Jugendfreundin dabei, die wie ein Delphin nebenher schwimmt. Normal, nach dem Aufwachen hat man es gleich wieder vergessen. An manche Träume erinnert man sich aber über Jahre, und eben diesen Erzählungen hat Kindermann in der Schaufensterinstallation „und ähm dann…“ am Metropolenhaus, Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 7/8 (U-Bhf Kochstraße), etwas Wirklichkeit geschenkt. Kunst oder Kitsch? Lebensnaher Einstieg in die Viele-Welten-Theorie oder ultimative postfaktische Wirklichkeitsflucht?
Samstagmittag – Einer der größten Lockdown-Sammeltrends dürfte das Sammeln von Rezepten sein. Ebenfalls wachsender Beliebtheit erfreuen sich die polnischen Teigtaschen Pierogi, die es in Berlin mittlerweile in jedem kosmopolitisch wohlsortierten Bezirk per Lieferdienst gibt. Wer sich selbst einmal kochend an ihnen versuchen möchte, hat um 16 Uhr Gelegenheit. Das Warschauer Team von Eat Polska bietet regelmäßig Online-Pierogi-Kochkurse, bei denen nebenbei noch eine ganze Menge polnischer Esskultur mitvermittelt wird. ~19 Euro, wechselkursabhängig
Samstagabend – Selten hat der Traum vom Sammeln schwerer wiegende Ausmaße angenommen als im kalifornischen Goldrausch im 19. Jahrhundert. Die Entdeckung eines Goldnuggets in der Privatkolonie des Schweizers Johann August Sutter nördlich von San Francisco veranlasste zehntausende Träumer und Sammler zur Reise eben dahin. Was romantisch klingt – und in der Literatur auch gerne verklärt wird – hatte das Ende der indigenen Kultur zur Folge und den Beginn von Ausbeutung und Kahlschlag im Namen des Freiheitsbegriffs eines vollkommen entfesselten Marktes. Regisseur und Autor Alexander Eisenach fragt in seinem Stück Der Kaiser von Kalifornien nach dem darin angelegten Zusammenhang von Aufbruch und Abschied, Hoffnung und Not, sowie der Aktualität dieser Geschichte. Volksbühne digital, ab 19 Uhr für 24 Stunden verfügbar, Tickets 8/5 Euro
Sonntagmorgen – Kilometersammeln war noch nie leichter: Netzquellen behaupten, dass unsere Finger im Schnitt etwa 15 Kilometer im Jahr über Bildschirme scrollen, Computermäuse gar um die 70 Kilometer zurücklegen. Auch wenn sich die Quellen mit Belegen zurückhalten, ist zu erwarten, dass die tatsächlichen Werte dieses Jahr ansteigen – und zwar nicht nur wegen des Lockdowns. Die Stadt-Touren von Art:Berlin sollen in den nächsten Tagen online gehen. Dabei soll ein gesprächsfreudiger Guide mit Live-Kamera durch die Sehenswürdigkeiten wandern, Bild und Ton per Konferenzschaltung zu den Tourteilnehmer:innen nach Hause streamen. Wann genau das Angebot online geht, ist noch nicht klar. Bis dahin erfreuen sich Kunstaffine an Googles Arts and Culture oder dem virtuellen Bode Museum. Um Muskelkater vorzubeugen, denken Sie bitte an Finger-Dehnübungen vor der Bildschirmwanderung.
Sonntagmittag – Richtig gut im Sammeln sind übrigens Museen. Und das für Naturkunde veranstaltet von 14 bis 16 Uhr einen digitalen Kaffeeklatsch, bei dem Spiegelneuronen gesammelt werden. Das sind die Nervenzellen, die dafür zuständig sind, dass wir etwa Schmerz empfinden, wenn wir anderen bei schmerzhaften Tätigkeiten zuschauen. Mit anderen Worten: Es geht um Mitgefühl, Empathie, die neuronale Seite des Kleisters, der die Welt zusammenhält. Und selbstverständlich um Kaffee. Und Klatsch.
Sonntagabend – Wer an diesem Wochenende seine Eingangstür von innen anstarrt und sich wehmütig daran erinnert, wie es war, Besuch zu empfangen, muss nicht verzagen. Mit Gregory Caers' Pythonparfum und Pralinen aus Pirgendwo schickt uns das Theater an der Parkaue gleich ein ganzes Ensemble kuriosester Persönlichkeiten ins Haus, die ganze Welten im Gepäck mitbringen. Per Livestream, versteht sich. Wer über einen Beamer verfügt, richte dessen Linse einfach auf besagte Eingangstür und stürze sich ins Geschehen. Kurios, kostenlos und kindertauglich ist das Ganze auch noch, sowie das ganze Wochenende über bis Sonntag um 24 Uhr verfügbar.
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. In diesen Zeiten bleibt er jedoch lieber im heimischen Bau und kocht, aus Gründen der Selbsterhaltung, feine vegetarische Gerichte.
„Ich möchte heute über die Grenzen des guten Geschmacks reden. Chantal, die Sau von Nebenan, und ich nehmen seit geraumer Zeit gerne zusammen Schlammbäder in der Natur. Das pflegt, strafft die Haut und balsamiert das Gemüt, das in meinem Fall, wie Sie wissen, ein zartes ist. Das taten wir auch letzten Sonntag, fanden ein nicht ganz zugefrorenes Fleckchen nassen Schneeregenmatsches und machten es uns gemütlich. Leicht bis gar nicht bekleidet, versteht sich. Prompt fand sich eine gaffende Menge zweibeiniger Schaulustiger ein. Ich muss doch bitten. Wer den Wald besucht, sollte nicht nur festes Schuhwerk mitbringen, sondern unbedingt auch Manieren, wo kommen wir denn sonst hin? Unterirdisch finde ich das. Apropos: Unterirdisch ist auch das Gemüse der Saison, Wurzelgemüse nämlich, aus meinem eigenen Garten. Heute gibt es Suppe aus Schwarzwurzel, dem Spargel des Winters. Mit Zitrone, Kartoffeln und Ingwer. Und mit frittierten Rote-Beete-Chips, hier das Rezept. Entfernt erinnert ihr Anblick an Schneematsch, ich werde sie daher auch Chantal anbieten. Zur Besänftigung. Und, um guten Geschmack zu beweisen. Vielleicht werden wir sogar ein wenig darin wühlen.“
Leseempfehlungen
Wer genau ist man eigentlich, wenn man nicht man selbst ist? Sich selbst gefunden hat der Autor Mati Shemoelof in Berlin, und was das genau bedeutet, hat Marie Steffens (Abo) mit ihm geklärt.
Davon, wer die Menschen wirklich sind, können Taxifahrer:innen berichten, die mitunter schon mal als Nottherapeut:innen herhalten müssen, Menschen in Extremsituationen erleben und zurzeit ums Überleben kämpfen. André Dér-Hörmeyer (Abo) sprach mit einem.
Erzählungen aus einer anderen Zeit haben Sebastian Goddemeier und Ulf Lippitz (Abo) festgehalten: Bill Kaulitz ist zusammen mit seinem Zwillingsbruder Tom das Gesicht der einstigen Teenie-Band Tokio Hotel. Gerade erscheint seine Biografie „Career Suicide: Meine ersten dreißig Jahre“
Zukunftsmusik: Corinna Cerruti (Abo) erzählt von den autonomen Flugdrohnen, die zwischen Berlins medizinischen Labors und OP-Sälen lebenswichtige Proben transportieren.
Wochenrätsel
Wie will die Senatsverwaltung für Verkehr künftig verhindern, dass Leihfahrräder und E-Scooter die Bürgersteige zuparken?
a) durch farbliche Markierungen auf dem Boden
b) durch Voreinstellungen in der App, die das Abstellen in bestimmten Bereichen unmöglich machen
c) durch ein Verbot von Leihfahrrädern und E-Scootern
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
Jetzt mitmachenEncore
Dass Punk nun aber endgültig tot ist, wird seit 1976 nahezu täglich behauptet – nur dem Ex-Schöneberger Iggy Pop hat das offenbar nie jemand gesagt. Und so machte er einfach immer weiter. Neuester Coup: ein Werbefilm für einen bayerischen Spülenhersteller, inszeniert wie ein Märchen im Wald. Iggy auf einer Art Thron, umgeben von einem Fischotter, einem Luchs und einem Habichtskauz, die – wie er selbst – unter Artenschutz stehen. Gereizt hat ihn an dem Auftritt (hier zu sehen) vermutlich vor allem der Name der Firma: Schock.
Ich wünsche Ihnen einen harmonischen Start ins Wochenende mit jeder Menge Lust for Live, auch wenn sie wegen Corona und Kälte kein Passenger sind und Night Clubbing nicht drin ist. Hauptsache, sie werden nicht Bored, die Funtime kommt schon noch zurück. Jede Menge Raw Power hat heute Thomas Lippold in die Recherche gesteckt, und Florenz Gilly, stets Living on the Edge of the Night, hat das ganze Blah, Bla, Blah Brick by Brick mit Success auf den Weg zu Ihnen gebracht. Wir sehen uns hier Montagfrüh wieder, auch wenn der Checkpoint das Einzige ist, was dann noch aus dem Berliner Schnee ragt. Bis dahin,