Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Allerorten wird bekanntlich über alte weiße Männer gesprochen. Alte weiße Männer dies, alte weiße Männer das. Neulich traf ich zwei alte weiße Männer im Wald. Ich grunzte freundlich, sie nickten mürrisch. Der eine trug einen Sack über der Schulter, der andere eine in die Jahre gekommene Rute. Ob ich helfen könne, fragte ich. Nö, sie lägen gut in der Zeit. Allerdings, einen Rastplatz könnte ich vielleicht empfehlen. Den vom letzten Jahr habe eine Gruppe trinklustiger Jugendlicher mit lauter Boombox in Beschlag genommen, da komme man nicht zur Ruhe. Und sie hätten doch noch eine ganz beachtliche Strecke vor sich. Ich konnte einfach nicht widerstehen und fragte, wie es denn eigentlich so sei, in diesen Zeiten, als alter weißer Mann. Na ja, sagte der mit dem Sack über der Schulter, er sei ja schon in ganz verschiedenen Zeiten alter weißer Mann gewesen, es habe immer Aufs und Abs in puncto Image gegeben. Er sei ein Teil von jener Kraft, sagte der mit der Rute, die stets das Gute will und… da ließ plötzlich ein Raser auf der Waldstraße seinen Motor aufheulen. Schön, wenn man Vorsätze hat, dachte ich und bot an, ihnen einen Flecken ihrer Wahl zum Rasten frei zu wühlen. Ach nö, aber Danke, sagte der mit der Rute. Sie würden wohl besser einfach nach Beeskow durchwandern, in der Burg würden sie sowieso schon erwartet. Boomboxen für Jugendliche gebe es dieses Jahr keine, murrte der mit dem Sack. Hier, sagte er plötzlich zu mir, nimm diesen coolen Glitzer-Sticker als Zeichen unserer Dankbarkeit. Schon verrückt: Der sieht tagsüber so ähnlich aus, wie der sternenklare Nachthimmel. Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“