Berlin schläft nie, genauso wenig wie unsere Redaktion - hier die Neuigkeiten der Nacht:
+++ Der Schock des geplatzten Riesenaquariums im Radisson-Hotel in Berlin-Mitte sitzt tief. Zeugen erzählen horrorähnliche Geschichten. Alle 1500 Tiere sind bei dem Unglück gestorben. Die Ursachensuche dauert an.
+++ Tilo P. ist im Prozess nach der Serie rechtsextremer Straftaten in Neukölln teils freigesprochen worden. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft prüft nun, ob sie Berufung gegen den Teilfreispruch einlegt.
+++ 32 Menschen sind in Berlin in diesem Jahr bis Mitte Dezember bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren deutlich weniger als in den vergangenen Jahren und der niedrigste Stand seit Jahrzehnten.
Auf tagesspiegel.de halten wir Sie fortlaufend über alle Entwicklungen in und um Berlin auf dem Laufenden.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür. Und wenn die fünfte Kerze brennt, dann hast du... Nee, halt, Stopp! Soweit sind wir doch noch gar nicht! Am morgigen Sonntag ist nicht nur der vierte Advent, sondern auch Beginn des jüdische Lichterfestes Chanukka (zu dem an diesem Tag die erste Kerze angezündet wird).
Wir bieten zum Vorweihnachts-Wochenende nochmal eine bunt-gemischte Tüte. Los geht's hiermit: Eine Berliner Institution lädt zum rauschenden Geburtstagsfest! Seit 45 Jahren feiert im SchwuZ das queere Berlin. Zum Jubiläum gibt’s heute Abend ab 20 Uhr eine Tuntenshow und ab 23 Uhr ein „Staraufgebot am DJ-Pult”. Team Checkpoint gratuliert mit einer Podcastfolge „Berliner & Pfannkuchen” und widmet sich der Frage: „Ist Berlin wirklich Regenbogenhauptstadt?” Zu Gast ist Kultur- und Queerspiegel-Redakteurin Nadine Lange. Mit dabei sind außerdem Dragqueen Jurassica Parka, weiteren queeren Stimmen aus Berlin und die Lichtenberger Queer-Beauftragte Sabine Pöhl. Jetzt hier und überall, wo es Podcasts gibt.
Samstagmorgen – Wer das Wochenende mit Natur, weihnachtlicher Stimmung, leckerem Essen, Geschenke besorgen und Weihnachtsbaum-Beschaffung starten möchte, der ist am Samstagmorgen auf dem Adventsmarkt in der Domäne Dahlem genau richtig. An diesem vierten und letzten Adventswochenende können Sie ab 11 Uhr in ländlicher Atmosphäre Bio-Glühwein und Leckereien aus der eigenen ökologischen Gastronomie verköstigen. Anschließend kann man sich die liebevoll geschmückten Marktstände anschauen und vielleicht findet sich noch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk. Ab Mittag startet das Musikprogramm, zudem gibt es auch noch ein ausgiebiges Programm für Kinder wie z.B. eine Feuershow, Traktor fahren, basteln, Kutschfahrten und Ponyreiten. Und wer noch keine Tanne im Wohnzimmer stehen hat, kann hier auch noch einen Bio-Weihnachtsbaum kaufen. Zeitfensterkarten können hier gebucht werden, Eintritt 3,50/ 2 Euro, unter 12 Jahren ist der Eintritt frei, Königing-Luise-Straße 49, U-Bhf Dahlem-Dorf.
Samstagmittag – Schon als sich Joseph Beuys 1974 zur Eröffnung der Galerie Block in New York mit dem Koyoten „Little John“ in einen Raum sperren ließ, war sie für den Ton verantwortlich. Wenige Jahre später, 1981, eröffnete Ursula Block in der Berliner Schaperstraße die Galerie Gelbe Musik für Kunst mit Schallplatten und anderen Tonträgern. Mit dabei, wenn auch hinter den Kulissen, war wieder ein Kunstgeschichte-schreibender Hund: Luzzi, kurz für Revoluzzi, hat es in unzählige Fotoalben Avantgarde-begeisterter Reisender geschafft. 1989 ging Ursula Block unter dem Titel Broken Music erstmals auf Tour mit ihrer Sammlung von Schallplattenkunst. Eine Neuinterpretation dieser Wanderausstellung legt nun der Hamburger Bahnhof als Broken Music Vol. 2, mit Arbeiten von Björk, Christian Marclay, Yoko Ono, Andy Warhol und vielen anderen auf.
Samstagabend – Selbstgespräche gelten im Allgemeinen als Zeichen wunderlicher Verschrobenheit, obwohl doch längst erwiesen ist, dass das laute(!) Zwiegespräch mit sich selbst, die Spaltung der eigenen Person in Sprecher:in und Zuhörer:in, eine ausgesprochen gesunde Methode der Selbstreflexion darstellt. Das weiß auch Autor und Regisseur Michael Ruf, der eben den Monolog zu seinem Markenzeichen erhoben hat: Nach den Asyl-Monologen, NSU-Monologen und Mittelmeer-Monologen kommen nun die Klima-Monologe. Dokumentarisches, also auf tagelangem Interviewmaterial beruhendes Theater über Menschen aus aller Welt und ihre alltäglichen Berührungspunkte mit der Klimakrise. 19.30 Uhr im Heimathafen.
Sonntagmorgen – ist man in der Badewanne noch der eigene Kapitän. Wenn die letzte Schaumblase platzt und der feuchtfröhliche Entspannungsmoment verebbt, nehmen bekannte Schauspieler:innen das Steuerrad in die Hand und bringen Berichte von Retter:innen und Geretteten sowie Auszüge einer Dokumentation von Rechtsbrüchen auf dem Mittelmeer im deutschen Theater zu Gehör. Die Lesung „Tatort Mittelmeer“ beginnt um 11 Uhr. Pianist Aeham Ahmad, der 2015 den „Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte“ erhielt, komplettiert die literarische Zusammenkunft musikalisch. Gleichzeitig können Sie unkompliziert Gutes tun: Die zivile Seenotrettungsorganisation SOS Humanity sammelt im Rahmen der Co-Produktion Spenden für die lebensrettenden Einsätze des Rettungsschiffs „Humanity 1“.
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Wohin, wenn man Liebeskummer hat? Was tun, wenn die Eltern kommen? Wie eine unvergessliche Nacht verbringen? Oder Abenteuer in Brandenburg erleben? Die Redaktion von Mit Vergnügen stellt in ihrem Berlin-Guide die schönsten Orte in Berlin und Umgebung vor. Auf über 300 Seiten gibt es Tipps für jede Lebenslage.
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Sonntag(nach)-mittag – Sie kennen Familien, die aus der Ukraine geflohen sind? Dann ist diese Veranstaltung für Kinder eine schöne Empfehlung: Die Performance „Refugee Cats“ hat die Kuratorin und Regisseurin Motyka Anna in einem Workshop mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Basis für die Inszenierung war das Theaterstück „Refugee Cats“ von Maryna Smilyanets und Lyudmyla Tymoshenko. In dem Stück fliehen vier Katzen aus dem bekriegten Land. Die Geschichte geht gut aus: Die Samtpfoten schaffen es, sich in Sicherheit wieder zu vereinen. Ein versöhnliches Narrativ, das Trost spendet, wenn die Zeichen auf Hoffnungslosigkeit stehen. Die Performance dauert 75 Minuten, geeignet für Kinder ab zehn Jahren – und findet in ukrainischer Sprache statt. Am Sonntag im Acud Theater (Veteranenstraße 21, U-Bhf Rosenthaler Platz), ab 16 Uhr, nach Anmeldung kostenfrei.
Sonntagabend – Unruhe, Nervosität, Melancholie – deutliche Symptome des Sonntagabend-Blues: Die Trauer darüber, dass das Wochenende vorbei ist, dass der Montagmorgen unerbittlich näher rückt. Dagegen hilft, dem Schrecken ins Gesicht zu lachen. Besonders herzhaft können Sie das ab 18 Uhr im Mad Monkey Room in der Danziger Straße 1 in Prenzlauer Berg. Auf dem Plan steht „030 Comedy – Live Stand Up Comedy Show“. Junge Berliner Comedy-Talente teilen sich die Bühne mit echten Stars der Szene. Wer genau auftritt, sieht man erst, wenn Gastgeber Daniel Luis zum Begrüßungsapplaus bittet. Ein wichtiger Hinweis für alle, die ihr Privatleben nur ungern auf der Bühne seziert sehen wollen: Setzen Sie sich um Himmels willen nicht in die vorderste Reihe.

Ein Päckchen Berlin – Noch 7 Tage bis Weihnachten! So langsam schrumpft der Countdown und das sogenannte Fest der Besinnlichkeit rückt immer näher. Wer sich auf diese Stimmung einstellen, es sich zu Hause gemütlich machen will, aber der Langeweile entfliehen möchte und zum Beispiel kreativ werden will, für diejenigen haben wir hinter unserem heutigen Türchen die perfekte Beschäftigung versteckt. Diese Möglichkeit gibt Ihnen das „KPM Berlin Erlebnisbox – Malerei Edition“, mit dem Sie in Ihren eigenen vier Wänden zur Porzellanmaler:innen werden können. Sie können zwei Frühstücksteller der Klassiker-Kollektion URBINO nach Ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen gestalten. Alles was benötigt wird inklusive Anleitung, finden Sie in der zusammengestellten DIY-Box. Wir wünschen viel Spaß beim Pinsel schwingen! Schreiben Sie uns eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit einer Adresse, an die wir im Falle eines Gewinns die feine Fracht versenden dürfen.
Bild: Naomi Fearn
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Allerorten wird bekanntlich über alte weiße Männer gesprochen. Alte weiße Männer dies, alte weiße Männer das. Neulich traf ich zwei alte weiße Männer im Wald. Ich grunzte freundlich, sie nickten mürrisch. Der eine trug einen Sack über der Schulter, der andere eine in die Jahre gekommene Rute. Ob ich helfen könne, fragte ich. Nö, sie lägen gut in der Zeit. Allerdings, einen Rastplatz könnte ich vielleicht empfehlen. Den vom letzten Jahr habe eine Gruppe trinklustiger Jugendlicher mit lauter Boombox in Beschlag genommen, da komme man nicht zur Ruhe. Und sie hätten doch noch eine ganz beachtliche Strecke vor sich. Ich konnte einfach nicht widerstehen und fragte, wie es denn eigentlich so sei, in diesen Zeiten, als alter weißer Mann. Na ja, sagte der mit dem Sack über der Schulter, er sei ja schon in ganz verschiedenen Zeiten alter weißer Mann gewesen, es habe immer Aufs und Abs in puncto Image gegeben. Er sei ein Teil von jener Kraft, sagte der mit der Rute, die stets das Gute will und… da ließ plötzlich ein Raser auf der Waldstraße seinen Motor aufheulen. Schön, wenn man Vorsätze hat, dachte ich und bot an, ihnen einen Flecken ihrer Wahl zum Rasten frei zu wühlen. Ach nö, aber Danke, sagte der mit der Rute. Sie würden wohl besser einfach nach Beeskow durchwandern, in der Burg würden sie sowieso schon erwartet. Boomboxen für Jugendliche gebe es dieses Jahr keine, murrte der mit dem Sack. Hier, sagte er plötzlich zu mir, nimm diesen coolen Glitzer-Sticker als Zeichen unserer Dankbarkeit. Schon verrückt: Der sieht tagsüber so ähnlich aus, wie der sternenklare Nachthimmel. Ich empfehle mich, mit freundlichen Grunzen.“
Leseempfehlungen
Ob Touri, Zugezogene oder waschechter Berlin, jede und jeder in Berlin kennt „Mustafa’s Gemüsekebab“ am Mehringdamm in Kreuzberg. Bekannt ist der Dönerladen vor allem wegen seiner unendlichen langen Schlangen und natürlich wegen des leckeren Angebots. Joana Nietfeld (T+) hat sich eine Stunde und 21 Minuten angestellt und die Menschen gefragt, warum sie sich das antun.
Suzanna Randall könnte die erste deutsche Frau im Weltall werden, sie ist Astrophysikerin und macht eine Ausbildung zur Astronautin. Wovon sie als kleines Kind geträumt hat und was sie von Weltraumtourismus à la Musk, Branson und Bezos hält erzählt im Interview (T+) Katrin Groth und Tim Winter.
In unserer Serie „Von Herzen“ (T+) berichtet Miray Caliskan dieses Mal von Franziska Bleis, die seit dem 15. März 2022 einen zweiten Geburtstag feiert. Nach 67 Tagen auf der Hochdringlichkeitsliste bekam die Berlinerin ein neues Herz. Wie es ist, den Herzschlag eines fremden Menschen in sich zu tragen.
Wochenrätsel
Wochenrätsel – Gewonnen! Welcher Berliner Politker war letzte Woche für unseren Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ als Checkpoint-Außenreporter unterwegs? Das war bestimmt…
a) …Kai Wegner.
b) …Sebastian Czaja.
c) …Raed Saleh.
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist im Vorteil!
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
Jetzt mitmachenNach einem weihnachtlichen Checkpoint-Abend hat Ihnen Lionel Kreglinger (Frühproduktion) diesen Newsletter schön zusammengepackt. Am Montag weckt Sie hier an dieser Stelle Lorenz Maroldt, bis dahin wünschen wir Ihnen ein schönes Wochenende!
