Motorisierte Gewalt in Berlin: Aggressiver Autofahrer rammt Fahrradfahrer in Friedrichshain
Auf der Petersburger Straße kam es am Dienstag zu einer aggressiven Attacke eines Autofahrers. Ein Freenow-Fahrer fuhr absichtlich einen Fahrradfahrer an. Von Lorenz Maroldt und Thomas Lippold
Nichts beschreibt den folgenden Fall falscher als die Standardfloskel „Verkehrsunfall mit leicht verletzter Person“ (auch hier verwendet). Was tatsächlich geschah: Auf dem Fahrradstreifen Petersburger Straße rammte ein Amokfahrer mit seinem „Free Now“-Mercedes voller Absicht einen vor ihm fahrenden Radfahrer. Die Polizei registrierte beim Opfer „Schmerzen im Gesäß“, beim Fahrrad Totalschaden (hier zu sehen) und beim Täter „einiges an Aggressivität“. Klare Sache: So etwas ist kein Unfall, sondern ein Anschlag. Die Vorgeschichte kann das Verhalten des Autofahrers zum Teil erklären, aber nicht entschuldigen: Er hatte mitten auf dem Radweg angehalten, um einen Fahrgast aussteigen zu lassen. Der Radfahrer klopfte an das Seitenfenster, bekam eine pampige Antwort („Ist mir egal“), klappte im Vorbeifahren verärgert den linken Vorderspiegel des Autos um (was nicht gerade zur Entspannung der Situation beitrug) – und hörte Sekunden später hinter sich startquietschende Reifen. Peng. Die Polizei entzog dem Amokfahrer noch am Tatort den Führerschein, ermittelt wird jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung (§ 224 StGB) und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr (§ 315b StGB).