Nur das Durcheinander an den Schulen ist perfekt

Im Elternbrief verspricht eine Zehlendorfer Schule „Organisation“ trotz Lockdown – und legt damit eigentlich dar, was derzeit schief läuft. Von Lorenz Maroldt.

Nur das Durcheinander an den Schulen ist perfekt
Foto: Annette Riedl/dpa

Einen erschütternden Beitrag zum Stillstand der Dinge erstellte gestern die Schulleiterin des Werner-von-Siemens-Gymnasiums per dreiseitigem Verfahrensbrief an das Kollegium und die Eltern (ohne Abi kaum zu verstehen, und mit erst recht nicht). Fazit: Das verwendete Wort „Schulorganisation“ ist dort ein Euphemismus der Extraklasse. Im 12. Jahrgang entscheiden Schüler- und LehrerInnen per Mehrheitsabstimmung über Präsenzunterricht, dann gibt’s aber „Einschränkungen beim saLzH“ (schulisch angeleiteten Lernen zu Hause), weil die Lehrkräfte ja „erst noch den Heimweg bewältigen müssen“. Der „Wandertag“ wird vorverlegt auf den 9.2. und umfunktioniert zu einem Zeugnisabholungsevent. Weitere Hinweise:

Da der Senat die Kolleginnen und Kollegen noch nicht mit Dienstgeräten ausgestattet hat, kann es keine Verpflichtung zur Nutzung von privater Technik geben.“

Bezogen auf die Arbeit mit der Technik in der Schule ist weiterhin anzumerken, dass insbesondere die aktuelle Internet-Anbindung der Schule, die das Bezirksamt bislang nicht in besserer Ausstattung genehmigt hat, ebenfalls zu erheblichen Einschränkungen beiträgt.“

Wie jeder Unterrichtsinhalt und jede Unterrichtsform im regulären Unterricht ist auch das Durchführen einer Videokonferenz eine Entscheidung jedes einzelnen Kollegen und jeder einzelnen Kollegin.“

Es kommentiert Ilja Richter: „Licht aus – Spott an.“