Vor Mitgliedervotum über Schwarz-Rot: SPD-Staatsekretärin wehrt sich gegen Beschimpfungen von Partei-„Freunden“

Eine „faire Diskussionskultur“ wünscht sich Lilian Tschan. Die Staatssekretärin war zuvor auf Twitter wegen ihrer Pro-Haltung zu Schwarz-Rot beschimpft worden. Von Lorenz Maroldt

Vor Mitgliedervotum über Schwarz-Rot: SPD-Staatsekretärin wehrt sich gegen Beschimpfungen von Partei-„Freunden“
Dicke Bretter müssen noch hinsichtlich einer "fairen Diskussionskultur" bei der SPD gebohrt werden. Foto: Imago/fossiphoto

Bei der SPD rappelt's weiter in der Kiste wegen der Mitgliederbefragung zur schwarz-roten Koalition (CP v. 11./12.4) – gestern sah sich Lilian Tschan, Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, zu folgender Erklärung veranlasst (via Twitter):

Angesichts der Kommentarlage zwei Klarstellungen: 1. Es handelt sich um meine Meinung als SPD-Mitglied, mit meinem Job hat das nichts zu tun. 2. Werbe ich für eine faire Diskussionskultur, Beschimpfungen als ‚Lügnerin‘ oder gar ‚besch***** Rassistin‘ gehören sicher nicht dazu!“

Zuvor hatte sie bekannt gegeben: „Ja! Ich halte es mit Franz Müntefering: ‚Opposition ist Mist‘!“. Mit anderen Worten: Sie stimmt für die Koalition mit der CDU.

In der „Kommentarlage“ fanden sich allerdings auch einige Hinweise darauf, dass die Alternative zu Schwarz-Rot nicht zwangsläufig Opposition bedeutet – Rot-Grün-Rot hätte bekanntlich ebenfalls eine Mehrheit (wenn auch wohl nicht mehr mit Franziska Giffey an der Spitze).