Streit ums Monbijoutheater

Die letzten Premieren im Monbijoutheater in Mitte hießen „Die Räuber“ und die „Die Mitschuldigen“. Seit gestern kommt noch „Was ihr wollt“ hinzu – allerdings nicht aufgeführt auf der Freilichtbühne vor malerischer Spreekulisse, sondern im nüchternen Saal der Bezirksverordnetenversammlung an der Karl-Marx-Allee. Hauptdarsteller waren der bisherige Theaterchef Christian Schulz und sein ehemaliger Partner, der Bühnenbildner David Regehr, die sich um das optisch wie wirtschaftlich attraktive Juwel streiten, sowie der Linken-Politiker Sven Diedrich, der mit beiden befreundet war. Jetzt unterstützt er nur noch Regehr, der für ihn mal eine Bürgschaft über 35.000 Euro übernommen hat (CP von gestern) und kämpft mittlerweile gegen die Kommerzialisierung öffentlichen Raums.

In der BVV verteilte Schulz, der dieses Jahr nicht mehr Theater machen sollte, einen Brief an die Kommunalpolitiker. In dem stellte er seine Sicht der Dinge dar, warb für sich als Theater-Profi und rieb Diedrich die Sache mit der Bürgschaft unter die Nase -  worauf der Linken-Politiker mit juristischen Schritten drohte. Unter diesem Eindruck beschloss die BVV schließlich einen CDU-Antrag, den Kulturbetrieb im Monbijoupark sicherzustellen. Aber erst, nachdem die Passage gestrichen wurde, Schulz den Laden bis auf Weiteres zu überlassen. Sieht ganz so aus, als folgte bald der nächste Akt.