"Entweder Maaßen geht – oder wir"

Der Bezirksverordnete Kevin Kühnert aus Tempelhof Schöneberg hat als Juso-Chef und SPD-Vorstandsmitglied die eigene Parteispitze zum Jagen getragen – der mühsam angerührte Großkoalitionskitt war noch nicht wieder trocken, da blies er zum Halali: Entweder Maaßen geht – oder wir. Nach „No-Groko“ lautet der neue Schlachtruf offenbar Gro-k.o. Heute geht’s in die nächste Runde, als Siegprämie winkt der SPD eine Sofortrente in ihrem Sehnsuchtsort Oppositionien.

Oder AfD-Berater Maaßen, der zur Tarnung den Titel Verfassungsschutzpräsident trägt, wirft doch noch das Handtuch (an das sich Innenminister Seehofer klammert) – für einen ehrenvollen Abschied ist es aber längst zu spät. In Berlin kann das nicht überraschen: Schon 2012 stoppte der Akademische Senat der FU die Ernennung Maaßens zum Honorarprofessor – als Referatsleiter war er maßgeblich daran beteiligt, dass der in Bremen geborene Murat Kurnaz zunächst nicht aus dem US-Folterlager Guantanamo nach Deutschland zurückkehren konnte. Kurnaz stellte sich als unschuldig heraus – und Maaßen als für ein Ehrenamt ungeeignet. (Andrea Beyerlein hatte darüber am 19.7.2012 in der „Berliner Zeitung“ geschrieben, zu ihrem Text geht es hier.)