Chancen von Ralph Brinkhaus
Nach dem Beben in der Unionsfraktion und der Abwahl von Chef Volker Kauder hier noch mal ein Blick in die Blätter (überregional) zu den Chancen des Herausforderers Ralph Brinkhausvor der Stunde X: „Dilettantischer Aufstand“, „Befremdlich“, „Obskur“, „Es spricht wenig dafür“, „Daraus wird nichts“, „Denkbar schlechtester Zeitpunkt“, „Praktisch keine Erfolgschance“, „Kaum Chancen“, „Chancenlos“, „Scheitert nach menschlichem Ermessen“, „Höchstens 30 Prozent“, und: „Kauder wird sich retten können“, „Kauder kann mit einem guten Ergebnis rechnen.“ Vielleicht hatten das ja auch einige derjenigen geglaubt, die für Brinkhaus statt Kauder stimmten – nicht, weil sie den Wechsel wollten, sondern „um ein Zeichen zu setzen“.
Zu den erfolgreicheren Seismographen zählten Johannes Leithäuser (FAZ), Robert Birnbaum (Tagesspiegel) und Robin Alexander (Welt), der auch als erster über die Kandidatur von Ralph Brinkhaus berichtet hatte. Dass Brinkhaus etwas sauer auf Alexander ist, liegt aber vor allem daran, dass der Reporter über einen „meckernden Ziegenbock“ auf seinem Schreibtisch schrieb – der neue Fraktionschef hat als Fan des 1. FC Köln und Mitglied der „Koalition Rut-Wiess“ im Bundestag (Checkpoint-Lesern bekannt) natürlich einen Geißbock auf dem Schreibtisch, und zwar DEN Geißbock: Hennes, das FC-Maskottchen, ein Porzellangeschenk von Vereinspräsident Werner Spinner.