Politiker hänge alte Wahlplakate ab

Wir kommen zu unserem Wettbewerb „Ausdauerwahlkämpfer des Jahres“: Der gleich mit mehreren Langzeitplakaten ins Rennen gegangene SPD-MdB Klaus Mindrup versucht seine Konkurrenten durch Täuschungsmanöver zu irritieren: Nach dem Checkpoint-Startschuss Anfang der Woche holte er am Dienstag zunächst sein Plakat von einer Laterne in Karow (Erklärung dazu hier), gestern nahm er das Plakat in Buch ab. Doch nach Meldung unseres Streckenpostens versucht er sich derzeit mit einem dritten Wettbewerbsplakatin der Metzer Straße / Ecke Prenzlauer durchzumogeln.

Etwas halbherzig mischt dagegen die CDU mit: Am Pastor-Niemöller-Platz (Pankow) hängt noch ein Teilplakat mit der Aufschrift „Für ein Deutschland, in dem wir“ – ja, was eigentlich gleich noch mal? „… auch mal halbe Sachen machen können“? Durchaus Außenseiterchancen hat dagegen Fritz Felgentreu (SPD), der die vergangenen sechs Monate in Höhe der Hermannstraße 25 Wetter, Wind und Winter trotzte. Ebenfalls noch im Rennen: Gottfried Ludewig von der CDU (inzwischen Abteilungsleiter bei Jens Spahn im Gesundheitsministerium), der in der Scharnweberstraße rumhängt, sowie Ordnungsfan Georg Pazderski (AfD) - der Oberst a.D. hält tapfer seine letzte Stellung in der Pistoriusstraße (sein Ebenbild gleich daneben, lange ein treuer Kamerad, ist gerade gefallen).

Disqualifizieren mussten wir leider Sebastian Czaja, dessen Plakat am Eichborndamm nachweislich für die Abgeordnetenhauswahl 2016 produziert wurde (hier geht es um die BTW 17) und außerdem so neu aussieht, dass es kaum zwei Winter an derselben Laterne überlebt haben kann. Ein offenkundiger Manipulationsversuch also (von wem auch immer). Es ist hier wie beim Berlin-Marathon: Wer erst am Ernst-Reuter-Platz aus der U-Bahn springt, kann sich nicht schon am Brandenburger Tor für seine Ausdauer feiern lassen.

In einer Mail an den Checkpoint begründet Czaja die lange Haltbarkeit seines Plakats politisch: „Der Slogan ‚Die Sicherheit muss besser organisiert sein als das Verbrechen‘ ist so aktuell wie eh und je. Jedenfalls hat sich seit der Abgeordnetenhauswahl 2016 in Sachen Sicherheit nicht viel getan.“ Übrigens: Einen Kandidaten der Partei „Freie Wähler“ hat das BA Treptow-Köpenick vorzeitig aus dem Rennen genommen: Robert Soyka musste bereits im vergangenen November eine Geldbuße inkl. Gebühren in Höhe von 133,50für ein hängen gebliebenes Plakat zahlen (AZ TiefGrün Ord 45-04.08-133/17). Er hatte sich wohl offenbar nicht so gut versteckt wie die Kollegen von der Konkurrenz.