Probebetrieb am BER fertig – kleine Mängel bleiben

Nach knapp vier Monaten ist gestern der Probebetrieb am BER zu Ende gegangen. 9000 Freiwillige waren seit Juni im Einsatz, darunter CP-Slampions Nadine Voß und Ann-Kathrin Hipp (Video). Die Erfolgsquote: 82 Prozent. Beim Flughafen sind sie trotzdem zufrieden. „Die Prozesse laufen stabil“, sagte eine Sprecherin. So stabil, dass meine Kollegin Annette Kögel, die gestern unter den letzten Testenden war, prompt wegen zwei Minuten Verspätung ihren ersten Flug verpasste. Nachdem sie bereits 2012 am BER testen war, fielen ihr dieses Mal nur kleine Mängel auf: Zum Entziffern der Anzeigetafel brauche es eine Brille, Wickelkommoden in Männer-Toiletten seien unauffindbar und ins Parkhaus 7 habe das Taxi nur ohne Taxischild gepasst. Aber sonst sei der Flughafen bereit zum Abflug – zum Ärger von Klimaschützern, die den klimaneutralsten Airport der Welt gerne noch eine Weile als Baustelle gesehen hätten. Mehrere Bündnisse haben angekündigt, gegen die Inbetriebnahme zu protestieren. Die vielleicht grünste Art des Protests: bunte Drachen.

Und bevor am BER die Jubelstürme ausbrechen, verdrücken wir beim Tagesspiegel erst einmal ein paar sechseckige Tegel-Tränen. Den nahenden TXL-Abschied würdigen wir am Samstag auf acht Extraseiten. Darin Interviews mit Architekt Volkwin Marg und TXL-Aktivist Sebastian Czaja, ein verzweifelter Versuch, den Kofferberg von Tegel zu besteigen und eine Erinnerung an Promis im Proviz-Flair. Außerdem gibt’s viele Bilder zum Leben in der Lärmzone sowie die Tegel-Brille zum Ausschneiden! Wer da nicht zum Kiosk rennt, ist schon Abonnent – oder hat Jahrzehnte in der Einflugschneise gelebt.