HWR Berlin: Streit um Ausrichtung der Hochschule entbrannt
An anderer Stelle in der Stadt wird dagegen diskutiert, ob man wirtschaftsfreundlich nicht übertreiben kann. Gemeint ist nicht die CDU-Bundeszentrale, wo mit Friedrich Merz der Aufsichtsratschef von Blackrock Deutschland die Aktienmehrheit übernehmen will, sondern die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR). Dort zoffen sich Profs (10 im Ruhestand, 16 aktive) mit dem Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften. Ihr Vorwurf: Otto von Campenhausen wolle die HWR auf konservativen und wirtschaftsliberalen Kurs trimmen, aus ihr eine Management-Schule machen. Fest machen das die Kritiker (die Minderheit unter den Professoren) am Lehrplan und an Stellenbesetzungen. Und überhaupt: Die Mehrheit „regiere seit ein paar Jahren durch“. Campenhausen weist alle Vorwürfe zurück: Berufungen seien nicht nach Parteipolitik, sondern nach Leistung erfolgt, und der Stoff sei moderat umgestaltet worden – auf Wunsch der Studentenschaft.