Berlin startet in die Ferien

Ab Ende der Woche wird’s wieder schön in Berlin – schön leer. Mit Beginn der Sommerferien gibt sich die Stadt selbst in den Freibädern entspannter. Doch vor diesem Sommerloch erhitzt alljährlich die Debatte: Ist wirklich schon genug Sommer für die Ferien? Schließlich belegen Bayern und Baden-Württemberg wie immer die späten Termine im August und September – und ernten damit einen großen Vorteil: In vielen Urlaubsregionen am Mittelmeer oder am Atlantik beginnt dann schon die Nebensaison. Das ist deutlich günstiger – und dort ist es außerdem nicht mehr unerträglich heiß. Während Bergkönig Markus Söder (CSU) darauf beharrt, dass die späten Ferien „fest in der DNA der Bayern“ liegen, ist Berlins Schulverwaltung schon froh, dass die Hauptstadt nicht mehr im Juni in den Sommerurlaub starten muss (wir berichteten).

Auf die Nachfrage bei der Bildungsverwaltung, welche Ferien denn in der DNA Berlins liegen würden, verwies diese achselzuckend auf die Kultusministerkonferenz, welche allerdings die deutschen Ferientermine bis 2030 festgetackert hat. Dabei wäre eine Grundsatzdebatte über die richtigen Ferienzeiten durchaus angebracht: Warum etwa gibt es, vier Wochen nach den Weihnachtsferien, noch Winterferien, wenn es kaum noch Winter gibt in Deutschland? Warum braucht es zwei Wochen Osterferien, wenn das Wetter Ende März meistens mau ist – aber dafür bestehen die Pfingstferien Ende Mai auch im kommenden Jahr nur aus einem unterrichtsfreien Tag? Berlins Bildungsverwaltung ließ Anfragen dazu unbeantwortet. Dabei würde sich das Nachsitzen hier mal lohnen.