Arbeiterpaläste sollen in Millionärshände wechseln
Sie werden ja gern Arbeiterpaläste genannt, obwohl einst nicht wenige DDR-Funktionäre in die Häuser der Karl-Marx-Allee einzogen. Demnächst könnte hier sogar ein Millionär leben. Denn für 1,1 Millionen Euro steht eine 137-Quadratmeter-Wohnung zum Verkauf – ausgerechnet in einem der Häuser, die an die Deutsche Wohnen gehen sollen. „Der Wahnsinn beginnt schon“, twitterte Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). „Wohnungen aus den verkauften Blöcken werden auf dem Spekulationsmarkt weiterverkauft“. Die Deutsche Wohnen bestreitet aber, irgendetwas mit dem Millionendeal zu tun zu haben. Schmidts will dem Konzern ja die Häuser vor der Nase wegschnappen und kommunalisieren. Doch dafür sieht es nicht allzu gut aus. Finanzstaatssekretärin Margarethe Sudhof (SPD) schrieb ihm jetzt, dass er doch mal sagen soll, „wie der administrative Transaktionsaufwand bis 5. Januar 2019“ zu bewältigen sei (bis dahin läuft eine gesetzliche Frist). Wer schon mal einen Kredit beantragt hat, der ahnt in etwa, was Sudhof meint.