Wie ein FDPler aus Berlin die Bundes-FDP fast dazu brachte, Drogen zu entkriminalisieren
Die Entscheidung war knapp, aber gegen seinen Antrag. Rogat, Chef der FDP Marzahn-Hellersdorf, sagt dennoch, die Debatte sei nicht am Ende. Von Nina Breher.
Liberal, scheißegal? Ein Antrag des FDP-Bezirksvorsitzenden von Marzahn-Hellersdorf, Roman-Francesco Rogat, hat am Wochenende auf dem Bundesparteitag der Liberalen für Aufruhr gesorgt. Verlangt wurde darin eine neue „Drogenpolitik in Anlehnung an das portugiesische Modell“ (wer mit nicht allzu großen Mengen erwischt wird, erhält keine Strafe, sondern Hilfsangebote). Überraschend stimmten die Liberalen mehrheitlich dafür. „Das war spannend“, sagt Rogat, der 2017 auch die „Hanfparade“ beehrte, dem Checkpoint. Eine liberale Drogenpolitik stünde doch „einer liberalen Partei gut zu Gesicht“. Dass der Antrag direkt wieder gestrichen wurde („knapp!“), nachdem sich die FDP-Spitze empörte, nimmt Rogat sportlich und reicht den Parteigurus die Friedenspfeife: „Teil der Debatte.“ Aber dass Vize Wolfgang Kubicki faktisch falsch behauptete, das portugiesische Modell bedeute „die vollständige Freigabe von Drogen“? „Teil der Debatte.“ Und die Debatte? „Noch nicht abgeschlossen.“ Na dann. Falls es Rogat dieses Jahr als Spitzenkandidat der FDP Ma-He ins Abgeordnetenhaus schafft, will er sich für mehr Suchtprävention in Schulen einsetzen. „Als FDPler stehe ich ja eigentlich für Freiheit. Aber sobald ich in eine Sucht verfalle, verliere ich die ja“, sagt der 31-Jährige. In diesem Sinne: Peace!