Pankow behält den Titel „Berlins kaputteste Straße“

Sie gilt als unsanierbar und unkontrollierbar: Die Friedrich-Engels-Straße in Nordberlin. Wann weitergebaut wird? Sie können sich die Antwort wahrscheinlich denken. Von Lorenz Maroldt

Pankow behält den Titel „Berlins kaputteste Straße“
Foto: Christian Schroth/imago

Sie erinnern sich an die Meldung „Berlins kaputteste Straße“ (CP v. 14.12.19)? Für Neuberliner: Vor zwei Jahren berichtete die „Berliner Woche“ aus Pankow: „Der endgültige Ausbau der Friedrich-Engels-Straße verzögert sich weiter. Noch sei nicht absehbar, wann das dafür nötige Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden kann, sagt Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner. Damit ist auch zehn Jahre nach Beginn der Erneuerung der Straße kein Ende in Sicht.“

Das war am 17.8.2018. Ein Jahr später verkündete Kirchners Nachfolger Ingmar Streese: „Dem Bezirksamt Pankow von Berlin ist es gegenwärtig nicht möglich, einen Ausführungstermin für die Straßenneubaumaßnahme zu benennen.“ Hinweis: „Gegenwärtig“ hat in Berlin die gleiche Bedeutung wie „demnächst“ und ist vergleichbar mit dem spanischen „mañana“ (offiziell „morgen“, tatsächlich „demnächst“, „irgendwann“ oder „vielleicht“).

Stattdessen verhängte die Verwaltung Tempo 10, um weitere Schäden und Lärm zu vermeiden – nur hält sich natürlich niemand daran. Versuche, die Geschwindigkeit zu kontrollieren, scheiterten: Für die Messgeräte konnte die Polizei auf dem maroden Straßenrand keinen beweissicheren Stand finden – selbst in den Häusern wackeln die Wände, wenn ein Laster vorbeifährt (Q: „Mopo“).

Als einige Anwohner die Messungen selbst übernehmen wollten, wurden sie von der Polizeidirektion 1 vor „Selbstjustiz“ gewarnt: Die „Fertigung von Bild- und Videoaufnahmen“ durch Bürger stelle eine „rechtswidrige Datenerhebung“ dar. Bis zum Umbau müssen sie sich also gedulden (und hoffen, dass nicht mehr als die lockergerüttelten Badfliesen herunterfallen).

Jetzt hat SPD-MdA Torsten Hofer nochmal nachgefragt (DS 18/23723): „Wann ist mit dem Baubeginn zu rechnen? Wann ist mit der Baufertigstellung und der Inbetriebnahme der Straße zu rechnen?“ Die Antwort von Staatssekretär Streese (und jetzt alle im Chor): „Gegenwärtig kann hierzu keine belastbare Angabe gemacht werden.“