Tödlicher Angriff im Saarland: Berliner Gerichtsvollzieher sind erschüttert

Der tödliche Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im Saarland erschüttert auch Berlin: OGV-Chef Graetz warnt vor steigender Gewalt. Viele Übergriffe würden aber nie gemeldet. Von Sönke Matschurek.

Tödlicher Angriff im Saarland: Berliner Gerichtsvollzieher sind erschüttert
Credit: dpa / Thorsten Kremers

Der tödliche Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im Saarland wirkt bis nach Berlin: „Wir sind schockiert und trauern mit den Angehörigen“, sagte Martin Graetz, Landesvorsitzender der Obergerichtsvollzieher, dem Checkpoint. „Das nehmen die Kollegen die nächsten Tage mit in ihre Arbeit – vor allem, wenn eine Zwangsräumung ansteht.“

Seit 2019 können und sollen im Intranet „sicherheitsrelevante Meldungen unverzüglich erstattet werden“, teilt die Justizverwaltung mit – 2024 wurde allerdings lediglich ein Vorfall gemeldet, auch in den Vorjahren waren es nie mehr als zwei. OGV-Landeschef Graetz sagt dazu: „Verbale Gewalt, Anspucken, Bedrohungen und leichte Übergriffe werden den Dienstvorgesetzten nicht immer mitgeteilt“, und: „Uns wird oft der Eindruck vermittelt, das gehöre zum Job.“
Immerhin: Nachdem Anfang 2024 auf eine Gerichtsvollzieherin geschossen wurde, erhalten die 222 Mitarbeiter jetzt Schutzwesten (die sie bislang selbst zahlen mussten). Am Donnerstag begutachten Graetz und Kollegen verschiedene Modelle und treffen eine Wahl.