Sumpfkrebse in Berlin: Fangmaßnahmen eingestellt

Jahrelang wurde die invasive Art im Tiergarten und Britzer Garten abgefischt, EU-Vorgaben stoppten die Aktion vor zwei Jahren – der Bestand bleibt trotzdem stabil. Jetzt können nur noch Waschbären helfen. Von Lorenz Maroldt und Jessica Gummersbach.

Sumpfkrebse in Berlin: Fangmaßnahmen eingestellt
Foto: dpa-Zentralbild / dpa / Britta Pedersen

Invasion der Sumpfkrebse“, das klang vor ein paar Jahren eher wie ein Trashfilm aus dem Horrorgenre oder wie der Name einer Schülerpunkband als nach einer Nachricht für den Checkpoint. Aber dann haben wir uns schnell auch an diese „invasive Art“ gewöhnt und alljährlich die Fangquoten aus dem Tiergarten vermeldet – die Krabbler landeten als Delikatesse auf Berliner Esstischen.

Doch damit ist jetzt Schluss, wie sich inzwischen auch im Bezirksamt Mitte herumgesprochen hat (Drs. SA 0602/VI): Eine EU-Verordnung schreibt vor, dass invasive Arten sofort getötet werden müssen – der Krebs schmeckt aber nur, wenn er nach dem Fang noch einige Zeit in klarem Wasser lebt. Zudem hatten die Fangaktionen kaum einen Effekt – die Bestände blieben stabil. Wildtierexperte Derk Ehlert fasst die Krebslage für den Checkpoint so zusammen: „Denen geht’s ganz gut“ – und zwar längst nicht mehr nur im Tiergarten, sondern überall in Berlin. Gefahr droht ihnen jetzt nur noch von einer anderen invasiven Art: „Waschbären scheinen die Krebse sehr zu mögen“, sagt Ehlert – offenbar zum Fressen gern.