heute gratulieren wir uns mit Berlin-typischer Verspätung von einem Tag erstmal nachträglich selbst zum Geburtstag – gestern ist der Checkpoint 11 geworden! Und das nehmen wir doch gerne zum Anlass, Ihnen herzlich für Ihre Treue zu danken und auch für die vielen Hinweise, Tipps und Fotos, die wir von Ihnen jeden Tag erhalten. Wir freuen uns immer über Post, auch wenn Ihnen mal etwas nicht gefällt (also wenn Sie was zu meckern haben), denn wir lernen gerne jeden Tag dazu. Unsere Adresse: checkpoint@tagesspiegel.de.
Die SPD kommt nicht zur Ruhe – jetzt knallt’s im Bezirksverband Mitte: Staatssekretär Max Landero warf beim Nominierungsparteitag innerparteilichen Gegenspielern vor, absichtlich schwache Direktkandidaten durchzudrücken, um einen Einzug von genehmen Abgeordneten über die Liste zu ermöglichen. Ein Erststimmenerfolg würde bei einem schwachen Zweitstimmenergebnis dazu führen, dass kein Listenkandidat aus Mitte ins Parlament einzieht. Landero hatte sein Direktmandat bei der Wiederholungswahl 2023 knapp an den CDU-Kandidaten Lucas Schaal verloren, aber im SPD-Vergleich der sieben Mitte-Wahlkreise das beste Ergebnis geholt. Jetzt zog er seine Kandidatur zurück.
Landero kündigte an, trotz der Umstände die jetzt als Direktkandidatin nominierte, nahezu unbekannte Nadine Riez zu unterstützen. Auf Platz 1 der Liste wählten die Delegierten den Abgeordneten Mathias Schulz – obwohl laut SPD-Beschluss beim Landesparteitag im Mai alle Listen von Frauen angeführt werden sollen. Landero hatte vergeblich appelliert: „Wenn es uns ernst ist mit Gleichstellung, wenn es uns ernst ist mit Yallah Feminismus, dann kann es nicht sein, dass ein Mann an der Spitze der Liste bleibt“ (Schulz hatte bei einer Demonstration ein Schild mit dem Spruch „Yallah Feminismus“ getragen). Von der Vorsitzenden der ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) in Mitte war zu alledem bisher nichts zu hören – vielleicht liegt es ja daran, dass sie im Abgeordnetenhaus Büroleiterin von Schulz ist.
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Schadenfroh blickt derweil die politische Konkurrenz auf die Machtkämpfe in der SPD – so hatte der frühere CDU-Abgeordnete und Justizsenator Michael Braun bereits am Wochenende nach dem Rückzug der Parteivorsitzenden Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini auf Facebook geschrieben:
„Im Namen aller Berliner CDUten bedanke ich mich bei Raed Saleh für seine Mauscheleien in fast allen Kreisverbänden der Berliner SPD. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Dank seiner Führungskompetenz und seiner Bereitschaft zu innerparteilichen Auseinandersetzungen hilft er uns, der CDU, wieder deutlich stärkste Partei in Berlin zu werden. Danke und nochmals Danke.“
Anders hörte sich an, was gestern einige Sozialdemokraten dem Checkpoint sagten: Sie sprachen von einem „verzweifelten Kampf gegen Saleh“ – und stellten sogar infrage, ob die SPD es mit der gegenwärtigen Aufstellung bis zum Wahltag schafft. Fortsetzung folgt – sicher schon morgen früh hier in Ihrem Checkpoint.
Zur Frage für Berlinkennen: Was haben die Grünen aus Friedrichshain-Kreuzberg mit denen aus Castrop-Rauxel gemeinsam? Richtig! Beide Verbände hatten Bundeskanzler Friedrich Merz für sein „Stadtbild“-Gerede hyperventilierend wegen Volksverhetzung angezeigt. Jetzt stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein (kein Anfangsverdacht) – und die Bezirksgrünen können sich wieder um den Kampf gegen den Zaun am Görlitzer Park kümmern …
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Vier Kontinente, ein verlängertes Wochenende voller neuer Sichtweisen: Die Transkontinentale bringt vom 4.-7.12. internationale Tanz- und Theaterarbeiten ins Humboldt Forum. Künstler*innen aus Afrika, Asien, Ozeanien und Südamerika bringen Stücke über Familie, Herkunft und Zusammenleben auf die Bühne. Unerwartete Perspektiven, starke Bilder. Hier ins Programm schauen und Tickets sichern.
… oder auch um den Kampf gegen „Möblierte Wohnungen“ – solche können auf der Website der Partei gemeldet werden, mit Foto, Name und Anschrift des Vermieters. Laut Grünen-Stadtrat Florian Schmidt werden „inzwischen die meisten angebotenen Mietwohnungen befristet und möbliert vermietet“ – zu stark überhöhten Preisen. Das will der Bezirk untersagen. Wie viele solcher möblierten Wohnungen die landeseigene Berlinovo vermietet, wollte jetzt die FDP-Verordnete Marlene Heihsel von Schmidt wissen – der Stadtrat musste passen: „Dem Bezirk liegt keine Übersicht über den Immobilienbestand der Berlinovo vor.“ (Q: Drs. SA/548/VI)
Da helfen wir doch gerne nach: Derzeit vermietet die Berlinovo, eine Gesellschaft des Landes Berlin, insgesamt 11.000 Wohneinheiten möbliert und zeitlich befristet (Q: Finanzverwaltung) – zu Preisen weit über dem Mietspiegel. Und ein Blick auf die Website des Unternehmens zeigt auch Angebote im Kreuzberger Milieuschutzgebiet, z. B. in der Stresemannstraße: 28 qm für 924 Euro – macht 33 Euro pro qm.
Befürworter dieser Wohnform verweisen auf Studierende, Auszubildende oder auch temporär in Berlin Beschäftigte, für die eingerichtete Apartments vorteilhaft sind.
Gegner kritisieren, dass denjenigen, die dauerhaft in Berlin leben wollen, bezahlbarer Wohnraum entzogen wird.
Und was meinen Sie?

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So, hier gibt’s jetzt jede Menge Kohle! Aber anders, als Sie vielleicht denken – denn mit der Kälte kehrt der Geruch aus Rauch und Ruß zurück. Zwar müssen nur noch sehr wenige Berlinerinnen und Berliner mit Öfen heizen, aber viele wollen es wieder: Die Schornsteinfeger-Innung hat für den Checkpoint ausgerechnet, dass die Zahl der Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe seit 2021 um 6000 auf 154.000 gestiegen ist. Ein Antrieb: Angst vor Gas-Mangel, verfeuert wird oft auch Holz. Die landeseigenen Gesellschaften melden auf Nachfrage Restbestände im Promillebereich – bei der Degewo z. B. werden noch 20 Wohnungen mit Kohle beheizt, beim nächsten Mieterwechsel werden sie abgebaut. Und wie sieht’s bei Ihnen aus? Heizen Sie oder jemand, den Sie kennen, noch mit Kohle? Schreiben Sie uns gerne an checkpoint@tagesspiegel.de.
„Invasion der Sumpfkrebse“, das klang vor ein paar Jahren eher wie ein Trashfilm aus dem Horrorgenre oder wie der Name einer Schülerpunkband als nach einer Nachricht für den Checkpoint. Aber dann haben wir uns schnell auch an diese „invasive Art“ gewöhnt und alljährlich die Fangquoten aus dem Tiergarten vermeldet – die Krabbler landeten als Delikatesse auf Berliner Esstischen.
Doch damit ist jetzt Schluss, wie sich inzwischen auch im Bezirksamt Mitte herumgesprochen hat (Drs. SA 0602/VI): Eine EU-Verordnung schreibt vor, dass invasive Arten sofort getötet werden müssen – der Krebs schmeckt aber nur, wenn er nach dem Fang noch einige Zeit in klarem Wasser lebt. Zudem hatten die Fangaktionen kaum einen Effekt – die Bestände blieben stabil. Wildtierexperte Derk Ehlert fasst die Krebslage für den Checkpoint so zusammen: „Denen geht’s ganz gut“ – und zwar längst nicht mehr nur im Tiergarten, sondern überall in Berlin. Gefahr droht ihnen jetzt nur noch von einer anderen invasiven Art: „Waschbären scheinen die Krebse sehr zu mögen“, sagt Ehlert – offenbar zum Fressen gern.
Widerstand ist zwecklos: Am Totensonntag ist die natürliche Barriere zwischen Herbst- und Weihnachtszeit gefallen, jetzt klingelingelingt es stadtweit, teils besinnlich, teils pompös –
am Humboldt-Forum wurde gestern ein 30 Meter langer Weihnachtsstollen angeschnitten. Derweil steht es im inoffiziellen Checkpoint-Christmas-Duell zwischen Franziska Giffey und Kai Wegner 5:4 – der amtierende Regierende Bürgermeister eröffnete gestern vier Weihnachtsmärkte (16 Uhr Rotes Rathaus, 17 Uhr Gendarmenmarkt, 18 Uhr Breitscheidplatz, 19.30 Uhr Schloss Charlottenburg), seine Vorgängerin hatte 2022 an einem Tag fünf geschafft. In der Nachspielzeit darf Wegner heute allerdings noch um 18 Uhr per Buzzer die Lichter am Ku’damm anknipsen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Gemeldet hatten wir’s schon mal – aber für den Fall, dass Sie’s vergessen haben (und damit Sie nicht hinterher sagen, wir hätten Sie nicht rechtzeitig gewarnt): Von Mitte Januar bis Mitte Mai wird die Tunneldecke am U-Bahnhof Nollendorfplatz saniert – die U1 pendelt dann zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße sowie Gleisdreieck und Warschauer Straße, die U3 von Krumme Lanke endet an der Spichernstraße und die U4 wird komplett eingestellt. Nur die oberirdische U2 fährt weiter – dann allerdings proppenvoll.
Vor einer Woche wurde die Meisterschale der Füchse aus der Geschäftsstelle gestohlen – aber die Diebe waren wohl nicht die Hellsten: „Das Ganze war ein Louvre-Einbruch von Schwachköpfen“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning dem Checkpoint. Eingeschmolzen sei die Schale „keine 5000 Euro“ wert. Die Suche könnte am Ende lukrativer als der Diebstahl werden: Hanning möchte einen Finderlohn von etwa 5000 Euro aussetzen ...
… und im Auktionshaus am Grunewald können Sie das Geld dann wieder ausgeben: Am 5. und 6. Dezember werden wertvolle Gemälde, Skulpturen und Möbel aus dem Nachlass von Otto Sander und Monika Hansen-Sander versteigert. Die Mutter von Meret und Ben Becker sammelte mit ihrem Mann jahrzehntelang Kunst – mehr als 900 Objekte stehen im Katalog.
Falls Sie noch schwanken, ob Sie mit „Yeah 26“ oder einer Groß-Demo ins neue Jahr starten wollen, hier eine dritte Option: In der Alten Försterei wird Silvester unter dem Motto „Eisern im Grünen – Zwischen Wald und Wuhle“ gefeiert. Die Tickets kosten 159 Euro, dafür gibt’s ein Buffet, Getränke und Pfannkuchen. Dresscode, dem Motto gemäß: „Schwarz, Grün, Gold“ (aber bitte bloß nicht im Trikot von Borussia Mönchengladbach auflaufen).
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Rot sollen die neuen Fanartikel der Feuerwehr sein: Via Ausschreibung wird ein Dienstleister gesucht, der unter anderem 500 Paar Socken, 600 Tassen („mit einem Henkel“), 300 Schals, 1500 Smartphonehalter und 250 Weihnachtskugeln liefert. Servicehinweis: Die Adresse des Weihnachtsmannes ist „Weihnachtspostfiliale, 16798 Himmelpfort“.
Apropos Geschenke: In der Vorweihnachtszeit können Berlinerinnen und Berliner wieder Wünsche von Kindern erfüllen, deren Eltern Grundsicherung beziehen. Eine Liste mit allen Wunschbaum-Standorten finden Sie hier.
Einen Wunsch hat auch der CDU-Abgeordnete Ariturel Hack (via schriftlicher Anfrage): „Wird der Fahrstuhl am U-Bahnhof Kaiserdamm noch pünktlich zum 150. Geburtstag der Prachtstraße im Jahre 2056 eröffnet werden können?“ Antwort: Die BVG baut dort seit drei Jahren, 2026 soll es weitergehen, 2028 könnte alles fertig sein – das hänge jedoch auch an der Autobahn GmbH. Und die muss parallel bekanntlich an anderer Stelle Brücken bauen.
Trommelwirbel: Das Instrument des Jahres 2026 ist das Akkordeon – das haben die Landesmusikräte am Montag verkündet. Der Checkpoint weiß das zwar aus guten Gründen schon etwas länger, hat es aber aus noch besseren Gründen vorher nicht verraten. Kleiner Hinweis: Es hat etwas mit dem Jahr der Amateurmusik 2026 zu tun. Singen Sie sich ein, stimmen Sie die Saiten, pusten Sie gut durch – bald gibt’s hier mehr dazu.
Falls Sie sich wundern, warum Sie seit Wochen auf der Warschauer Brücke im Dunkeln tappen – hier die Erklärung von „Stromnetz Berlin“: Neun defekte Leuchten „konnten aufgrund von Extrem-Plakatierungen im Mastklappenbereich nicht kurzfristig entstört werden“. Checkpoint-Analyse: Handelt sich vermutlich um Heavy-Metal-Band-Reklame.
Hier noch ein Tipp: Falls gegen Sie ein Haftbefehl wegen Diebstahls vorliegt, Ihre Aufenthaltsberechtigung abgelaufen ist und Sie untergetaucht sind, sollten Sie Ihr Feuerzeug, wenn es aussieht wie eine Handgranate, nicht am BER im Rucksack aufs Band der Security legen. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den 28-Jährigen, der das gerade getestet hat und dem jetzt in einer Brandenburger Justizvollzugsanstalt der Kopf raucht.
Hurra, wir sind schon wieder in der New York Times – diesmal allerdings nicht mit einer Eloge aufs Techno-Clubleben, sondern mit einem Abgesang aufs Western-Club-Leben („One Final Hoedown“). Anlass: Die anstehende Schließung der „Old Texas Town“ in Spandau – den Autoren fiel dort Bemerkenswertes auf: „The cowboys and cowgirls were all speaking German and eating bockwurst – and all the guns were props.“ Mit anderen Worten: „Blaue Bohnen für ein Halleluja“ gibt’s hier nicht.
Zitat
„Es würde sich lohnen, eine Reduzierung von Abfalleimern vorzunehmen.“
Bürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) über Wege zur Müllreduzierung in Friedrichshain-Kreuzberg. (Q: Interview im Tagesspiegel, 5/23)
„Die Anzahl der städtischen Mülleimer sollte erheblich erhöht werden.“
Stadträtin Annika Gerold (Grüne) über Wege zur Müllreduzierung in Friedrichshain-Kreuzberg. (Q: Drs. SA/546/VI, 11/25, Anfrage Marlene Heihsel)
Stadtleben
Verlosung – Cleveland Grand Opera, 1934. Alles ist bereit für das Opernereignis des Jahrhunderts: Elena Firenzi, die weltberühmte Sopranistin, soll „Carmen“ singen. Doch die Diva kommt zu spät, zerstritten – und völlig derangiert. Was nun? Absagen? Undenkbar! Denn: „Carmen darf nicht platzen!“ Also springt Jo, die unscheinbare Assistentin, ein. Als dann auch noch ein eitler Tenor und ein eifersüchtiger Verlobter auftauchen, ist das Chaos perfekt. Für die weibliche Neuauflage von „Otello darf nicht platzen“ in der Komödie am Kurfürstendamm im Ernst-Reuter-Saal am 28.11. um 19.30 Uhr verlosen wir 3x2 Tickets. Eichborndamm 213, U-Bhf. Rathaus Reinickendorf
Trinken – Den Weinhändler Vinotopia gibt es bereits seit 2020; zum fünfjährigen Jubiläum eröffnet er nun jedoch neu in der Ohlauer Straße. Die Qualität der Weine und des Services bleibt selbstverständlich erhalten. Wer Vinotopia besucht, kann Naturweine verkosten, eine fachkundige Beratung erhalten, passende Geschenkideen finden und ganz nebenbei noch einiges über Wein lernen. Regelmäßig finden zudem Veranstaltungen statt, bei denen interessierte Gäste Weine und vor allem ihre Winzerinnen und Winzer kennenlernen können. Di–Do 13–20 Uhr, Fr 13–21 Uhr, Sa 12–21 Uhr, Ohlauer Straße 2, U-Bhf. Görlitzer Bahnhof
Noch hingehen – Nur noch bis Ende November bringt das Amateurtheater Musical Theater Society (MTS) die rührende Broadway Geschichte Kinky Boots auf die Bühne. Ein Schuhhersteller kurz vor der Pleite entdeckt Dragqueens als neue Zielgruppe und kann so sein Unternehmen vor dem Konkurs retten. Bei der MTS dürfen alle mitmachen, die für Musicals brennen. Tickets und die letzten Termine finden Sie auf der Website des Theaters. Müllerstraße 151, U-Bhf. Leopoldplatz
Berlinbesuch – Im Rahmen des Ausstellungsprojekts zum Grundgesetz „WIR“, das die 19 Grundrechte in künstlerische Positionen übersetzt, sprechen Guillaume Bruère, Annette Kelm und Via Lewandowsky heute um 18 Uhr über ihre Arbeiten und darüber, was sie verbindet oder voneinander unterscheidet. Sie geben Einblicke in ihre jeweiligen Arbeitsweisen und künstlerischen Ansätze. Moderiert wird das Gespräch von Kuratorin Kristina Volke. Weitere Informationen finden Sie hier. Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Luisenstraße 30, U-Bhf. Bundestag
Grübelstoff – Kennen Sie diesen Menschenschlag, den man Hobby-Ornithologen nennt und dem der Winter gar nicht früh genug kommen kann? Sobald es friert und schneit, hängen sie Meisenknödel und anderes Futter auf Balkon oder Terrasse – und können endlich wieder Vögel aus nächster Nähe beobachten.
Kiekste
„Kaum schneit es mal, ist der Fernsehturm schon im Schnee versunken“, schreibt uns Leserin Katjana Charbonnier zu ihrer Aufnahme. Schicken auch Sie Ihre schönsten oder kuriosesten Berlin-Fotos an checkpoint@tagesspiegel.de. Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Alexandrinenstraße (Kreuzberg): Die Straße ist für ca. zwei Wochen in beiden Richtungen zwischen Gitschiner Straße und Neuenburger Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Märkische Allee/Landsberger Allee (Marzahn): Zusätzlich zu den bisherigen Einschränkungen ist nun auch die Überfahrt von der Märkischen Allee (Richtung stadtauswärts) auf die Landsberger Allee stadteinwärts voraussichtlich bis Ende März 2026 gesperrt.
Prellerweg (Schöneberg): An der Kreuzung Grazer Damm/Munsterdamm sind in der Zeit von 8 bis 17 Uhr sind Richtung Tempelhof zwei Fahrstreifen gesperrt. Zusätzlich steht auf dem Grazer Damm Richtung Munsterdamm nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Nahverkehr – S1: In der Nacht von 22 bis 1.30 Uhr fährt zwischen Schöneberg und Anhalter Bahnhof ein Pendelzug im 20-Minutentakt.
S47: Von 16 Uhr bis 27.11.2025, 1.30 Uhr ist die Linie eingestellt. Zwischen Spindlersfeld und Schöneweide fahren Busse als Ersatz.
Demonstration – Für heute sind 19 Demos angemeldet (Stand 24.11., 14 Uhr), u.a. „Kundgebung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen (...)“: 2.000 Menschen, „Bündnis 25.11.“, Platz des 18. März (15.30-18.30 Uhr)
„25. November: International Day for the Elimination of Gender-based Violence – No Surrender – Keep the Flame Burning“: 500 Demonstrierende, ab Schlesisches Tor über Skalitzer Straße, Wiener Straße, Reichenberger Straße, Pannierstraße, Sonnenallee (ZK) bis Hermannplatz (17-23 Uhr)
„Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gehen wir gemeinsam auf die Straße. Gegen Gewalt, Unterdrückung und Ungerechtigkeit (...)“: 2.000 Personen, „keine*mehr“, ab Anton-Wilhelm-Amo-Straße 37 über Jerusalemer Straße, Axel-Springer-Straße, Oranienstraße, Moritzplatz bis Oranienplatz (17-23.59 Uhr)
„Your War – Our Blood. Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen, Lesben, inter, nichtbinären, trans und agender Personen“: 100 Menschen, „Netzwerk gegen Femizide Berlin“, ab Bremer Straße/Birkenstraße (Friedensstatue) über Stromstraße, Föhrestraße bis Martha-Ndumbe-Platz (17.30-20 Uhr)
„Trauermarsch für die durch Femizide gestorbenen Frauen. Kunstauktion in Assoziation mit der Genezarethkirche“: 500 Teilnehmende, ab Hermannplatz über Hermannstraße, Herrfurthstraße bis Herrfurthplatz (Genezarethkirche) (19-20 Uhr)
Gericht – Weil er als Mitglied einer Bande an Betrugstaten falscher Bankmitarbeiter oder falscher Polizisten beteiligt gewesen sein soll, kommt ein 27-Jähriger auf die Anklagebank. Ihm werden elf Taten zwischen März und Juli 2023 zur Last gelegt. Er soll ältere Menschen telefonisch kontaktiert haben. So seien Betroffene aufgefordert worden, angebliches Falschgeld an die Bank zurückzuzahlen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A736).
Universität – Zum 30. Todestag des koreanisch-deutschen Komponisten und Hochschullehrers Isang Yun organisiert die Freie Universität ein Konzert unter der Überschrift „Reaktion – Aufbruch“. Los geht es heute um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Gebäude Bundesallee, Bundesallee 1-12, U-Bhf. Spichernstraße
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Matthias Freihof (64), Schauspieler, begann seine Bühnenkarriere am Maxim-Gorki-Theater / Frank Hill (68), Komponist und Gitarrist, leitete u.a. die internationalen Festivals für Kammermusik und Gitarre im Konzerthaus Berlin / Patricia Kelly (56), irisch-US-amerikanische Sängerin, Musikerin und Songwriterin / Connie Palmen (70), niederländische Schriftstellerin („Du sagst es“) / Rosa von Praunheim (83), Filmregisseur und Autor, er war mit seinem Dokumentarfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1971) ein Wegbereiter der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der BRD, Grimme-Preis für „Die Jungs vom Bahnhof Zoo“ der 2011 bei der Berlinale uraufgeführt wurde / „Liebe Ulrike, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Ich spendiere eine Plauderstunde mit dir aus alten Zeiten, mit Lästern und netten Episoden. Dieter“ / „Dr. Manfred Zindler (90), Das Team der Siemensstadt-Apotheke wünscht ihrem Chef weiterhin allerbeste Gesundheit und ein langes Leben!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Prof. Dr. Dr. Klaus Hüfner, * 22. Januar 1939, verstorben am 8. November 2025 / Sigrid Lehrecke (geb. Hitzigrath), * 1. Oktober 1925, verstorben am 11. November 2025 / Prof. Gernot Nalbach, * 27. Oktober 1942, verstorben am 7. November 2025 / Dr. Thomas Funk, * 26. März 1959, verstorben am 7. November 2025 / Christa Heinrich, * 11. August 1951, verstorben am 9. November 2025 / Helmut Ruppel, * 18. April 1940, verstorben am 9. November 2025 / René Meyrat, * 8. Mai 1944, verstorben am 27. Oktober 2025 / Dr. Rüdiger-Rolf Salloch-Vogel, * 5. November 1939, verstorben am 8. November 2025 / Carsten Schulz, * 28. Dezember 1963, verstorben am 23. November 2025
Stolperstein – Fritz Cohn (*1920 in Berlin) war das einzige Kind des Kaufmann-Ehepaars Hermann und Helene Cohn. Bereits 1933 wurde ihm durch das „Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen“ die Möglichkeit genommen, einen höheren Bildungszweig zu besuchen. Am 17. November 1941 wurden er und seine Eltern gemeinsam vom Bahnhof Grunewald in das Ghetto Kaunas (Kowno) im heutigen Litauen deportiert. Kurz nach ihrer Ankunft am 25. November 1941 wurde Fritz Cohn erschossen; er war zu diesem Zeitpunkt 21 Jahre alt. Heute erinnert ein Stolperstein in der Stargarder Straße 38/38a in Prenzlauer Berg an ihn.
Encore
Wenn Sie wissen, wer Frau Gretel, Aymen & Amo und Melo Nsuka sind, wurden Sie wahrscheinlich nach 2000 geboren. Auf dem roten Teppich vor dem Kraftwerk an der Köpenicker Straße wären Sie jedenfalls einigermaßen verwirrt: Dort trifft sich heute die deutsche Elite der „Creatorinnen und Creatoren“ bei den TikTok Awards 2025. Gute Chancen haben auch die Musikerinnen Nina Chuba, Ikkimel und Zartmann. Kennen Sie auch nicht? Na, die nächste kennen Sie garantiert: Da auch Werbekampagnen ausgezeichnet werden, hat die BVG in der Kategorie „Greatest Creative“ Chancen auf den Preis für Marken, „die mit außergewöhnlicher Kreativität auf TikTok überzeugt haben“. Jetzt nur noch auf der Straße überzeugen, das wär’s!
Absolut überzeugt haben heute Christoph Papenhausen (Recherche und Texte), Tobias Langley-Hunt (Stadtleben) und Clara Kreuzberg (Produktion). Preiswürdig waren auch die Hinweise von Margarethe Gallersdörfer, Hans-Herrmann Kotte und Jörn Hsselmann. In der Kategorie „Checkpoint“ treten hier morgen dann Anke Myrrhe und Sönke Matschurek an.
Bis dahin,

