Durchbruch bei Interkalationsverbindungen
Dass an der FU nicht nur an Nachtigallen gedacht wird, zeigt folgende sensationelle Eilmeldung aus Dahlem:
„Es gelang den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nachzuweisen, dass hochkristalliner Graphit mit wohldefinierter Schichtabfolge besonders geeignet ist, um in eine sogenannte Interkalationsverbindung überführt zu werden, bei der Moleküle und Ionen zwischen den Kohlenstoffschichten eingelagert werden. Dies gelingt besonders leicht, wenn die Graphenlagen zusätzlich partiell elektronisch oxidieren. Moleküldynamik-Simulationen zeigen, dass die Schichtfolge der Graphenlagen im Graphit zusammen mit deren elektronischer Oxidation die Reibung der Moleküle zwischen den Lagen drastisch vermindert. Umgekehrt bedeutet dies, dass eine hohe Reibung von Molekülen im Schichtmaterial deren Beweglichkeit einschränkt und deshalb Graphit nicht aktiviert werden kann. Die Aktivierung ermöglicht es Wassermolekülen im folgenden Schritt mit dem aktivierten Graphit zu reagieren. Dadurch werden Alkoholgruppen auf die Oberfläche von Graphen angebunden, wodurch es möglich wird, einzelne Lagen von Graphen abzulösen und in Wasser zu stabilisieren. Diese abgelösten polaren Graphen konnten schließlich auf Oberflächen übertragen und zu ungeladenem Graphen reduziert werden. In der Folge konnte das Team die Struktur des gewonnenen hochqualitativen Graphens mit atomarer Auflösung sichtbar machen.“
Abgelöste Pole, Alkoholgruppen, atomare Auflösung – klingt irgendwie verboten. Da bahnt sich ein neuer Fall für die Umweltverwaltung an.