Berliner Grüne wollen weniger Noten verteilen wegen starkem Lehrermangel

Wenn die Findungsphase an der Hausspitze irgendwann erledigt sein sollte, gäbe es auch inhaltlich einiges für die Bildungssenatorin zu tun. Fast jeder zehnte Brandenburger Lehrer kommt aus Berlin – 2000 haben ihren Wohnsitz hier. Brandenburg verbeamtet seit 2004. Seit 2012 hat Berlin fast 5000 Lehrkräfte durch Kündigungen verloren, häufigster Grund: die fehlende Verbeamtung. Ist das etwa ein Muster? In diesem Schuljahr sind 650 Lehrerstellen nicht besetzt, im kommenden Jahr werden es 1000 sein. Schulplätze gibt es auch nicht genug.

Die Grünen fordern in einem Strategiepapier, das dem Checkpoint vorliegt, Lehrer häufiger durch externe Fachkräfte zu ersetzen. Die Notenpflicht soll zur Belegpflicht werden, wenn keine gelernte Lehrkraft die Stunden übernehmen kann. Mehr Projekttage an außerschulischen Einrichtungen sollen helfen, das vorhandene Personal durch weniger Klassenarbeiten entlastet werden. Ein Runder Tisch mit Experten ist notwendig, fordert der schulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Louis Krüger. Die Sportpolitikerin Klara Schedlich sagte dem Checkpoint: „Die Sportvereine einzubinden und den Sportunterricht durchführen zu lassen, bewirkt eine Öffnung der Schulen. Die Benotung fällt dann weg – das ist eh längst überfällig!“ Keine Lehrer? Keine Noten. Waldorfschulwitze erspare ich uns.