Deutschlands Sicherheit wird bekanntlich auch am Hindukusch verteidigt – die Berliner demnächst vielleicht im Libanon. Nächste Woche will Innensenator Andreas Geisel (SPD) in das Land mit der Zeder in der Flagge reisen. Thema des Besuchs dürfte unter anderem die Frage sein, ob die libanesischen Behörden bei der Bekämpfung der sogenannten Clan-Kriminalität behilflich sein könnten. Denn die arabischen Großfamilien, gegen deren gesetzesferne Mitglieder die Berliner Behörden seit einiger Zeit verstärkt vorgehen, stammen von dort. Geisel ist bald nach der Ankunft mit Geheimdienstchef Abbas Ibrahim zum Essen verabredet, tags darauf trifft er Innenministerin Raya Haffar El Hassan (die erste Frau übrigens auf diesem Posten).

Auch ein Gespräch im Haus des Premierministers über das Thema Flüchtlinge steht auf dem Programm (Libanon hat 1,1 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen – bei 4,3 Millionen Einwohnern). Beim Beiruter Bürgermeister will der Senator dann beim Essen noch ausloten, ob eine kommunale Partnerschaft möglich ist. Anderntags soll es nach Saida (Sidon) gehen, wo unter anderem ein Gespräch mit weiteren libanesischen Bürgermeistern geplant ist, die von deutschen Kommunen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützt werden.