sorry, wieder ein Checkpoint mit Briten und BER. Beide werden wir irgendwie nicht los. Großbritannien muss jetzt definitiv bei der Europawahl mitmachen, und pünktlich zum siebenten Jahrestag der BER-Nicht-Eröffnung (mehr dazu weiter unten) will sich das Berliner Parlament in die aktuellen Probleme auf der Baustelle einschalten.
Demnach soll der BER neben dem Aufsichtsrat einen weiteren Aufpasser erhalten, und zwar den Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Bislang hat der nur in der Vergangenheit herumgebohrt. Doch wegen der Bedenken, dass die Inbetriebnahme im Jahr 2020 immer noch auf sich warten lassen könnte wie ein Koffer zur Ferienzeit in Tegel, soll der Auftrag des Untersuchungsausschusses auf die Gegenwart ausgeweitet werden, meldet BER-Experte Thorsten Metzner. Darin seien sich die Oppositionsfraktionen von CDU und FDP auf der einen und die Koalitionäre von SPD, Linken und Grünen auf der anderen Seit weitgehend einig. Früher fertig wird das Unding von Schönefeld dadurch allerdings auch nicht.
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Deutschlands Sicherheit wird bekanntlich auch am Hindukusch verteidigt – die Berliner demnächst vielleicht im Libanon. Nächste Woche will Innensenator Andreas Geisel (SPD) in das Land mit der Zeder in der Flagge reisen. Thema des Besuchs dürfte unter anderem die Frage sein, ob die libanesischen Behörden bei der Bekämpfung der sogenannten Clan-Kriminalität behilflich sein könnten. Denn die arabischen Großfamilien, gegen deren gesetzesferne Mitglieder die Berliner Behörden seit einiger Zeit verstärkt vorgehen, stammen von dort. Geisel ist bald nach der Ankunft mit Geheimdienstchef Abbas Ibrahim zum Essen verabredet, tags darauf trifft er Innenministerin Raya Haffar El Hassan (die erste Frau übrigens auf diesem Posten).
Auch ein Gespräch im Haus des Premierministers über das Thema Flüchtlinge steht auf dem Programm (Libanon hat 1,1 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen – bei 4,3 Millionen Einwohnern). Beim Beiruter Bürgermeister will der Senator dann beim Essen noch ausloten, ob eine kommunale Partnerschaft möglich ist. Anderntags soll es nach Saida (Sidon) gehen, wo unter anderem ein Gespräch mit weiteren libanesischen Bürgermeistern geplant ist, die von deutschen Kommunen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützt werden.
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Wenn gelernte DDR-Bürger das Wort „Errungenschaften“ hören, dann klappen nicht wenige die Ohren zu oder denken schlimmstenfalls an den Staatsbürgerkunde-Unterricht in der Schule oder gar Gewerkschafts- und Parteiversammlungen. Da war immer von den „sozialistischen Errungenschaften“ die Rede, meist in Verbindung mit dem Verweis auf die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“. Na, jedenfalls scheint für die Verwaltung von Kultur- und Europasenator Klaus Lederer (Linke) fast 30 Jahre nach dem Mauerfall die Zeit gekommen, es mal wieder mit den Errungenschaften zu versuchen – wegen der „wiederkehrenden, vielfach negativen Einstellung zur EU bei den Bürgerinnen und Bürgern“, wie es in einem Schreiben von Europastaatssekretär Gerry Woop (ebenfalls Linke) heißt.
Alle Senatsverwaltungen erhielten mit Datum von 17. April Post aus dem Kultur- und Europaressort. Beigefügt war ein „Factsheet“, das laut Kleingedrucktem eben die „Errungenschaften der Europäischen Union (…) darstellen“ und laut Großgedrucktem die „Europakommunikation stärken“ und auch „gegenüber der Presse oder aus gegebenen Anlass gute Argumente für die EU-Mitgliedschaft“ liefern solle. Während sich DDR-Bürger früher ständig anhören mussten, wie sich Partei und Staat für sie ins Zeug legten, dreht sich die aktuelle, 58-seitige Faktensammlung um die Frage „Was tut die EU für mich?“ Sie solle „anhand von guten, lebensnahen Beispielen aufzeigen, welchen positiven Einfluss die EU“ auf den Alltag habe. Ein Aufruf, doch mal wieder eine Wandzeitung zum Thema fürs Büro zu basteln, war zum Glück nicht enthalten.
Mal abgesehen von dem Agitprop-Wortgeklingel ist dann aber zugegebenermaßen durchaus interessant, wo in Berlin über all „EU“ drinsteckt: Von Erasmus-Programmen über die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, der Modernisierung der Bibliotheken, Tram-Erweiterungen, Wohnungsbau – bis hin zur Anlage für Wasserbüffel in Tegel (dafür gab’s 47.000 Brüssel-Euro). Ob es übrigens eine Ochsentour ist, Europasenator zu sein, darüber ist mehr im Gespräch von Tagesspiegel-Kollegin Sabine Beikler mit Klaus Lederer zu erfahren.
Berliner Schnuppen
Telegramm
CDU-Umstürzler Kai Wegner zettelt beim Personal für den neuen Landesvorstand offenbar keine Revolution an. Nachdem Generalsekretär Stefan Evers im Amt bleiben soll, will er auch die Vize-Vorsitzende aus der Monika-Grütters-Zeit halten: Cerstin Richter-Kotowski. Die 47-Jährige ist Bezirksbürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf. Wer sie noch nicht kennt: In einer Bezirksbroschüre ist sie gut 50 Mal abgebildet (hat mal die „B.Z:“ nachgezählt).
Der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck, laut eigener Homepage „Mit vollem Einsatz für Neukölln“, hat einen neuen Teilzeitjob. Der 34-Jährige ist seit kurzem „Senior Berater“ in der Beratungsfirma des Polit-Senioren Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust (64), vor allem bekannt als Ole von Beust, früherer Erster Bürgermeister Hamburgs – und CDU-Politiker. Es werde jedenfalls „keine Überschneidung zwischen beruflicher und politischer Tätigkeit geben“, versichert Langenbrinck.
Für den früheren Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner soll in der Senatskanzlei eine Stabsstelle eingerichtet werden. Laut Senatssprecherin Claudia Sünder würden die Verträge gerade geschrieben. Der allseits anerkannte Experte war während seiner schweren Krankheit in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden und hat sich jetzt als gesund zurückgemeldet (CP von gestern).
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Vermutlich fehlt nur noch ein Tipp im „Lonely Planet“, dass die Dinger doch noch ein Hit werden: die Parklets in der Kreuzberger Bergmannstraße. Aber erst einmal werden sie zum Verhängnis für den grünen Baustadtrat Florian Schmidt, weil der den Test mit den Sitzbuchten im Verkehrsstrom nicht beenden will. Deswegen kassiert er wohl heute Abend eine Missbilligung der Bezirksverordneten. Eine Mehrheit hatte ihn wegen zahlreicher Beschwerden aufgefordert, die Teile abzubauen. Motto: „Parklet it be“.
„In zehn Schritten zur Mieterhöhung“ – so steht‘s in der Anzeige zu einer Info-Veranstaltung des Lichtenrader Grundeigentümervereins. Gastredner ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak, der über die Wohnungspolitik der Groko sprechen soll. Tagesspiegel-Kollegin Sigrid Kneist hat für ihn vorsichtshalber schon ein paar Sätze aus seinen früheren Veröffentlichungen zusammengestellt. Und die klingen so gar nicht nach Mieterhöhung.
Seit fast einem Jahr gibt es das Mobilitätsgesetz - aber wie mobil war Berlin mit der Umsetzung? CP-Kollegin Laura Hofmann hat es exemplarisch im Bezirk Mitte überprüft – nachzulesen im heute erscheinenden „Leute“-Newsletter.
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Verpassen Sie nicht das Ausstellungshighlight „Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance“ – zu sehen noch bis 30. Juni in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. RBB Abendschau meint: „Eine Ausstellung, die ihresgleichen sucht“. Infos, Tickets, Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die Ausstellung unter www.mantegnabellini.de
Sehr mobil können demnächst Bahnpassagiere auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg sein. Laut Wirtschaftsmagazin „Capital“ sollen ab Ende 2020 die ICEs alle halbe Stunde rollen (Bahnwitze an dieser Stelle bitte selbstständig einfügen).
Weniger mobil dürften dagegen Fans von Eletro-Tretrollern künftig sein. Bundesautominister Andreas Scheuer (CSU) will Trottoirs doch nicht zu Tretoirs machen. Allerdings werden nun wohl Radwege zu Rollerbahnen.
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Digitalisierung und Fachkräftemangel stellen das Handwerk vor große Herausforderungen. Berufliche Weiterbildung wird immer wichtiger. Wir diskutieren, welche Maßnahmen wirklich helfen, um das Handwerk attraktiver zu machen. Hilft eine stärkere Tarifbindung um die Einkommen im Handwerk zu verbessern? Wie kann man leichter zum Meisterbrief kommen? Fachgespräch am 15. Mai 2019
Schon mal vormerken: Der 8. Mai ist im nächsten Jahr ein gesetzlicher Feiertag in Berlin. Nein, nicht, weil der nagelneue Frauenfeiertag 2020 auf einen Sonntag fällt und ein Ausgleich her musste, sondern weil sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal jährt. „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung“ – sagte 1985 Richard von Weizsäcker. Nächstes Jahr ist übrigens auch der fünfte Todestag des früheren Bundespräsidenten und Regierenden Bürgermeisters. Es wäre also höchste Eisenbahn, sich mal Gedanken über eine Straße oder einen Platz für „Richie“ (Kabarettist Wolfgang Neuss über den CDU-Politiker) zu machen.
Sein Buch „Pankow – Chronik eines Stadtbezirks“ war zu DDR-Zeiten ein wohlbehüteter Schatz. Denn nur ganz wenige Exemplare wurden 1971 von Rudolf Dörriers Werk gedruckt. Jetzt stellt sich heraus, dass der – vor und nach der Wende – hochverehrte Ortschronist bei der SS war; eine Schule, die seinen Namen trägt, will sich nun umbenennen.
Mit dem neuen Stadion will‘s bei Hertha BSC nicht so recht klappen, aber dafür vielleicht mit dem neuen Trainer. Jetzt ist Ante Covic als Nachfolger Pal Dardais im Gespräch (laut „B.Z.“). Bislang ist er Coach der U-23-Herthaner.
„Über sieben Brücken musst du geh'n, sieben dunkle Jahre übersteh'n“, sangen einst Karat. Sieben Jahre Warteschleife sind es bei den Unternehmern, die seit der Absage am 8. Mai 2012 der Eröffnung des BER harren (es sollte damals eigentlich knapp drei Wochen später losgehen). Eine der Betroffenen ist die Modedesignerin Evelyn Brandt, deren Laden vor sieben Jahren schon voll eingerichtet war. Ein Schaden in Höhe von 400.000 Euro sei ihr durch die Absage entstanden; erst im vorigen Jahr wurde die Sache mit einem gerichtlichen Vergleich geregelt.
Wer die bedröppelten Gesichter von Klaus Wowereit, Matthias Platzeck und Flughafen-Chef Rainer Schwarz nochmal sehen möchte – unter diesem Link ist der legendäre Tag dokumentiert.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Könnte der RBB nicht statt der Blitzer Fahrscheinkontrollen in den Öffies melden?“
CP-Leserin Jenny Wagner zur Meldung von gestern, dass Radio Eins keine Raserkontrollen mehr verrät.
Tweet des Tages
Die Nachbarn waren so nett, noch schnell ein dringend erwartetes Päckchen für mich anzunehmen, bevor sie für zwei Wochen in Urlaub gefahren sind.
Stadtleben
Essen & Trinken – Für enge Abendkleider oder gut sitzende Hosen ist das Essen im georgischen Restaurant Genazvale in Wilmersdorf nichts. Die Landesspezialität Khachapuri, überbackenes Käsebrot, gibt es mit „Sulguni“ (noch mehr Käse), Hackfleisch vom Lamm, Rind, Schwein, oder mit Ei. Ansonsten gibt es unter sehr viel anderem viel Fleisch und Fisch, für die Vegetarier auch Champignons am Spieß. Die Weinkarte ist ebenso fast überfordernd lang. Wer einen richtig georgischen Abend verbringen möchte, trinkt etwas aus der Rubrik „Wein aus Qvevri“ – das sind Tongefäße, die im Boden vergraben werden und in denen der Traubensaft über Monate zu Wein reift. Erfunden in Georgien vor langer Zeit und seit 2013 Teil des immateriellen Weltkulturerbes der Menschheit. Dazu empfiehlt sich dann am besten Borjomi – ein georgisches Mineralwasser mit ganz speziellem, etwas salzigem Geschmack. Anfangs gewöhnungsbedürftig will man nach der ersten Flasche nie wieder normales fades Mineralwasser trinken. Mo-So 15-0 Uhr, Hohenzollerndamm 33, U-Bhf Fehrbelliner Platz
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Laufen kann jeder. Schwimmen kann auch (fast) jeder. Am 7. Juli wird beim SwimRun Rheinsberg je nach Strecke bis zu acht Mal zwischen den Disziplinen gewechselt. Eine herrliche Kulisse wartet über 11,5 oder 23 km auf erlebnis-hungrige Teilnehmer aus ganz Deutschland.
Die Anmeldung ist bis zum 26. Juni auf www.swimrun-rheinsberg.de möglich.
Geschenk – Es ist furchtbar lustig, das Buch „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse. Furchtbar, weil es das Klein-Klein der EU-Alltagskämpfe und Befindlichkeiten in Brüssel schildert, und lustig genau aus demselben Grund. Kurz vor der Europawahl am 26. Mai sicher keine schlechte Lektüre, allein schon, weil neben der vielschichtigen Handlung auch noch ein bisschen die Geschichte und Funktionsweise der Union erklärt wird. Da macht es auch nichts, dass es im Buch mehr um die Kommission und nicht so sehr um das Parlament geht. Persönlicher Lieblingscharakter, neben dem Schwein, das Brüssel unsicher macht: der dauerrauchende und resigniert-humorvolle Bohumil aus der Generaldirektion für Kultur. Suhrkamp-Verlag, 2017, ab 12 Euro
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Ihr nächster Urlaub – nur einen Klick entfernt!
Mit der exklusiven Reiseauktion des Tagesspiegels können Sie noch bis 12. Mai Ihre nächste Reise ersteigern. Ob Karibik-Kreuzfahrt, Ayurveda-Kur in Indien, alpine Wellnesswoche, Kulturtrip oder Panoramabahnreise – über 200 Reisen warten auf Sie und das bereits ab 1 Euro. Bieten Sie jetzt mit!
Last-Minute-Tickets – Lass ma’ über Demokratie reden. Das Deutsche Historische Museum in Mitte hat bis September vier Veranstaltungen unter der Überschrift „Demokratische Dialoge“ organisiert. Los geht’s heute um 18.30 Uhr. Der türkische Journalist Can Dündar und Nora Markard, Vorsitzende der Gesellschaft für Freiheitsrechte und Professorin an der Uni Hamburg, sprechen über Grundrechte, wer sie bedroht, wer sie schützt und wodurch sie in Frage gestellt werden. Moderation gibt es keine, aber Demokratie soll ja angeblich den Frieden fördern. Der Eintritt ist frei. Wer sich vorher schon mit dem Thema auseinandersetzen will: Die Ausstellung „Weimar: Vom Wesen und Wert der Demokratie“ (noch bis zum 22. September) ist ab 17.30 Uhr kostenfrei geöffnet. Unter den Linden 2, S/ U-Bhf Friedrichstraße.
Noch hingehen – Der Mensch ist Teil seiner Umwelt. Er unterhält sich aber nur mit anderen Menschen und vielleicht gelegentlich mal mit dem Haustier. In welcher Beziehung steht der Mensch dann zum ganzen drum herum? „How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions” - klingt wie ein Buch von Haruki Murakami, ist aber eine nur noch kurze Zeit laufende Ausstellung im Hamburger Bahnhof, die sich mit der Interaktion zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen beschäftigt. Noch bis 12. Mai sind die Fotos, Videos, Skulpturen, Gedichte und Gemälde zu sehen. Invalidenstraße 50-51, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa-So 11-18 Uhr, Eintritt 14/ erm. 7 Euro, S/ U-Bhf Berlin Hauptbahnhof
Verlosung – Mocky hat sein Album an einem einzigen Tag in einem Fußballstadion aufgenommen, Kinga Glyk ist eine der ersten Jazz-Sensationen aus dem Internet und Madison McFerrin mischt Soul mit A Cappella (US-Musiker Questlove nennt ihren Stil „soulappella“). Sie treten alle auf dem XJazz-Festival auf, dass von 8. bis 12. Mai stattfindet. Die Idee: klassischen Jazz verbinden mit Elektro, Funk, Hip-Hop und anderen Stilrichtungen. Wir verlosen jeweils 2x2 Karten für die Auftritte von Mocky (9. Mai, 19.30 Uhr, Lido, U-Bhf Schlesisches Tor), Kinga Glyk (11. Mai, 18.30 Uhr, Lido) und Madison McFerrin (11. Mai, 19 Uhr, Bi Nuu, U-Bhf Schlesisches Tor). Bis 12 Uhr hier mitmachen.
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Melanie Berger einen wunderbaren Mittwoch.
Prominent verraten
Ein Nachmittag am Strandbad Müggelsee ist mindestens genauso erholsam wie ein Kurztrip an die Ostsee, findet unser gesuchte Berliner der Woche. Ruhe und Idylle sind eine getroste Abwechslung zu seinem Beruf, wo es auf Interaktion, Witz und Sprachgefühl ankommt.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie. Alle bisherigen Fotos und Hinweise finden Sie hier.
Berlin heute
Verkehr – Auf der A10, Südlicher Berliner Ring, stehen in Fahrtrichtung Autobahndreieck Potsdam zwischen der Raststätte Michendorf-Nord und kurz nach der Eisenbahnüberführung Bahnhof Seddin von 8 Uhr bis 18 Uhr nur zwei Spuren zur Verfügung. Auf der A100 ist der Tunnel in Britz, Neukölln, von 21-5 Uhr Richtung Wedding gesperrt. Der Verkehr wird über die Anschlussstelle Späthstraße (A113) zur Anschlussstelle Gradestraße umgeleitet. Die Ausfahrt Grenzallee von der A113 kommend wird im Laufe des heutigen Tages bis Ende Mai gesperrt. In Hellersdorf ist die Landsberger Chaussee zwischen Teupitzer Straße und Stendaler Straße bis Ende Juni auf einen Fahrstreifen verengt. In der Naumburger Straße, Neukölln, zwischen Grenzallee und Lahnstraße regelt bis Anfang Juli einen Baustellenampel den Verkehr. In Friedrichshain muss ab 18 Uhr rund um die Mercedes-Benz-Arena mit mehr Verkehr gerechnet werden, ebenso in Prenzlauer Berg im Bereich Schönhauser Allee, Gleimstraße und Eberswalder Straße.
Demonstration – Anlässlich des 8. Mai finden mehrere Kundgebungen in Berlin statt. „Tag der Befreiung, nie wieder Krieg und Faschismus – Ein Tag des Gedenkens und des Mahnens“ in Pankow ist eine davon. Angemeldet von Die Linke Berlin wollen hier von 10 bis 20 Uhr 100 Menschen in der Wildbergstraße 30 nahe des S-Bhf Buch, vor dem dortigen Sowjetischen Ehrenmal, dem Kriegsende gedenken. Vor dem Sowjetischen Ehrendenkmal im Treptower Park hält der Bund der Antifaschisten Treptow e.V. eine „Kundgebung zum Tag der Befreiung vom Faschismus mit ca. 200 Teilnehmern ab (18-19 Uhr). Und am Wismarplatz in Friedrichshain findet unter dem Motto „Tag der Befreiung“ eine Kundgebung der Deutschen Kommunistischen Partei Berlin von 17 bis 22 Uhr statt, erwartet werden 200 Menschen. In Moabit demonstrieren 30 Menschen gegen „Polizeigewalt“ zwischen 8 und 18 Uhr vor dem Landgericht in der Turmstraße 91. Von 11-12 Uhr findet an der Rosenfelder Straße, Ecke Alt-Friedrichsfelde in Lichtenberg die Kundgebung „Ehrung für den verstorbenen Nikolai Bersarin“ mit ca. 30 Personen statt. „Temporäre Spielstraße Gudvanger Straße endlich umsetzen“ fordern ca. 300 Teilnehmer ebendort (15-17 Uhr).
Gericht – Für einen Sprengstoffanschlag auf ein Lokal in Kreuzberg kommen zwei 20- und 21-Jährige auf die Anklagebank. Sie sollen ein Loch in ein Fenster geschlagen und eine entsicherte Handgranate in die Bar geworfen haben. Es sei hoher Sachschaden entstanden. Menschen wurden nicht verletzt (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 700).
Preisverleihung – Gerd Nowakowski, langjähriger leitender Redakteur beim Tagesspiegel und seit Kurzem im Ruhestand, ist am Dienstag geehrt worden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin hat ihn auf seinem Jahresempfang für sein zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Seit vielen Jahren organisiert der Tagesspiegel unter der Leitung von Gerd Nowakowski zusammen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband die „Gemeinsame Sache – Berliner Freiwilligentage“ (dieses Jahr vom 13. bis 22. September).
Universität – Vergänglichkeit. Das Wort verheißt ein Ende, bringt irgendwie Ungewissheit. Was kommt denn nachdem etwas vergangen ist? Oder kann es auch etwas vorwärtsgerichtetes sein? Die Schriftsteller Madeleine Thien und Rawi Hage, in diesem Semester Gastprofessoren am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der FU, sprechen heute über „Vergänglichkeit als literarische Antwort“. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Seminarzentrum, Raum L 116, Otto-von-Simson-Straße 26, U-Bhf Dahlem-Dorf
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Wolfgang Engler (67), ehem. Direktor der Schauspielschule Ernst Busch / Erika Franke (65), Militärärztin, Offizierin und die erste Frau, die in der Bundeswehr den Dienstgrad des Zwei-Sterne-Generals erreicht hat / Matti Geschonneck (67), Regisseur / Colja Löffler (30), Handballspieler bei den Füchsen / Norbert Nigbur (71), ehem. Fußballspieler bei Hertha / Joachim von Vietinghoff (78), Filmproduzent / Nachträglich: Magnus Harth, „weltbestes Kind und Goalkeeper Nr. 1 - Happy Birthday zum 10. Geburtstag! Alles Liebe Mama, Papa, Amma und Tata“ und Susanne Olbertz, „von Elke & Christian“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Matthias Kaller, * 25. Dezember 1955 / Prof. Dr. Ralf Raimund Vandenhouten,* 18. Dezember 1965, Professor an der Technischen Hochschule Wildau für das Fachgebiet Telematik, sowie Vizepräsident der Hochschule / Axel Wendt, * 1941, „Er war in der Welt unterwegs, verdiente, trank und rauchte viel“, ein Nachruf von Jacob Manthey
Stolperstein – Gisela Springer (Jhg 1872) lebte in der Bayreuther Straße 42 in Schöneberg, sie war Pianistin und Klavierlehrerin. Im Oktober 1941 wurde sie mit dem ersten Deportationszug vom Bahnhof Grunewald ins Ghetto von Lodz gebracht. Nach fast sieben Monaten dort kam sie ins Vernichtungslager Chelmno, wo sie am 8. Mai 1942, heute vor 77 Jahren, von den Nazis ermordet wurde. Am heutigen Mittwoch werden elf neue Stolpersteine in Schöneberg verlegt. Vier in der Nürnberger Straße 66 für Johannes Heinrich undHildegard Braun, Gertrud Friedmann-Braun und Gerhard Braun. Zwei in der Nollendorfstraße 25 für Eugen und Ruth Frieda Keller. Zwei in der Freisinger Straße 17 für Ernst und Elisabeth Neumann und drei in der Barbarossastraße 56 für Frieda, Alexander und Ellen Prinz.
Im Tagesspiegel
Sie fährt hin, wenn jemand randaliert, sich umbringen will, andere bedroht. Ines Gögelein leitet in Neukölln den sozialpsychiatrischen Dienst – und schaut täglich in den Abgrund. Lesen Sie das Porträt von Werner van Bebber heute auf Seite 3 im Tagesspiegel oder im E-Paper.
Encore
Der Chef eines kleinen Landes, das eingangs schon Thema war, hat ja mal gesagt, dass die Mauer noch in 50 oder 100 Jahren stehen wird. Das war im Januar 1989; knapp zehn Monate später stürzten beide. Vielleicht sollte sich heutzutage eine Chefperson im Fall eines Baugerüsts auf der Stößenseebrücke (Heerstraße nach Spandau) auch zu solch einer Aussage hinreißen lassen – damit es mal wegkommt. Denn das Gerüst (war schon mal vor längerem Thema im CP) hat mittlerweile mehr als ein Drittel Berliner-Mauer-Standzeit hinter sich. Wie Tagesspiegel-Kollege André Görke in seinem „Leute“-Newsletter aus Spandau schreibt, machte 2008 ein Verleiher wohl das Geschäft seines Lebens, als er die Absperrung wegen eines durchgerosteten Geländers montieren durfte. Die Standzeit von Berliner Verkehrssenatoren – und senatorinnen ist dabei eindeutig kürzer: Mit Regine Günther (parteilos, für Grüne) hat die Nummer vier das Gerüst geerbt.
Hoffentlich sind Sie für den heutigen Tag gut gerüstet. Morgen ist Robert Ide an dieser Stelle Ihre Nummer eins
Bis bald,