20 Jahre Zaun in Mitte: Die Kostenbilanz

Weiter geht’s mit Neuigkeiten zum ewigen Bauzaun in der Charlottenstraße. Berlinkenner wissen: Seit mehr als zwanzig Jahren stehen die Absperrungen an der längst sanierten Staatsbibliothek, selbst die Protestschilder („Der BER war schneller fertig“) haben inzwischen Museumswert. Der Zaun steht noch, weil der Gehweg erneuert werden soll (Baustart laut Verkehrsverwaltung voraussichtlich im 3. Quartal, Kosten rund zwei Millionen Euro). Für die Absperrungen ist seit Mitte 2023 nicht mehr der Bund zuständig, sondern der Bezirk.

Zuletzt versuchten wir, die Gesamtkosten zu ermitteln (Checkpoint vom 18. November). Das war kniffliger als gedacht. Das Ergebnis ist umso spannender: Von 2005 bis 2023 zahlte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung für die Zäune rund um die Staatsbibliothek rund 46.600 Euro. Seit Mitte 2023, als der Bezirk die Verantwortung und die Kosten nur für die Seite Dorotheenstraße übernahm, wurden schon 25.600 Euro fällig.

Wie kann das denn sein? Auf Checkpoint-Nachfrage erklärt das Bezirksamt, es habe seit 2005 „erhebliche Preissteigerungen“ gegeben. Die Beträge seien außerdem „weder vom Leistungsumfang, noch von der Kalkulation her vergleichbar“. Tja, immerhin heißt der aktuelle Anbieter der Absperrung „Bauzaun-Discount“. In jedem Fall wäre es aber günstiger, die Bauzäune zu kaufen: Ein Zaun-Element („Profi SP10-04Ö Standard mit Haken und Ösen vollfeuerverzinkt“, 3,50 Meter lang) kostet aktuell auf bauzaun-discount.de (!) nur 76 Euro. Gesamtkosten für 250 Meter: rund 5.470 Euro. Amortisiert sich schon vor Baubeginn. Und da wären sogar alle Latten am Zaun.