Schönheits-OPs boomen trotz Corona – oder gerade deswegen?
Während Berlins Friseure im Lockdown geschlossen haben, sind einige Praxen für Schönheitschirurgie geöffnet. Absurd. Der Checkpoint-Kommentar von Lorenz Maroldt
Zu den Absurditäten der Lockdown-Politik: Während den einen wie Barbarossa die Bärte durch den Tisch wachsen oder wie Rapunzel das Haupthaar als Aufzugseil dient, weil Barbiere und Friseure nicht an sie herandürfen, lassen sich andere lässig die Lippen aufpumpen oder die Hängehaut hinter den Ohren festtackern: „Schönheitsoperationen werden zum Corona-Trend“, verkündet das senatsoffizielle Portal berlin.de – und die Ku’damm-Praxis „Medicalthree“ jubelt, mit Kussmund verziert: „Wir haben wieder geöffnet!“. Kleiner Blick aufs Menü, durch das uns ein „Jan Rüdiger“ führt: Die „Fettwegspritze für die klassische Reiterhose“ ist „schon ab 399 Euro“ zu haben, die Eigenbluttherapie „Vampirlifting“ (klein) für 299 Euro. Gratis dazu gibt’s von „Dr. Anastasia“ und „Dr. Valentina“ ein genormtes „Super“-Implantat im Sprachzentrum, wie das Gästebuch offenbart (wo den Patientinnen bis auf den ersten Buchstaben auch gleich der Nachname weggelasert wurde):
Danijela K.: „Alles super...immer wieder gerne!“
Miriam K.: „Alles supi, wie immer!“
Jamie-Lee S.: „Alle waren super lieb!“
Sirin S.: „Sie machen ihre Arbeit wirklich super!“
Ewa B.: „Alles super verlaufen!“
Angelina S.: Alles super wie beim 1. Mal.“
Cemile K.: „Super süüsse Betreuung.“
Ornella E.: „Super happy mit dem Ergebnis.“
Katarzyna K.: „Es lief alles super.“
Alexandra J.: „Es war alles super.“
Manuela K.: „Wirklich super nettes Team.“
Sabine K.: „Eine super gute Beratung.“
Dalia M.: „Wie immer alles super.“
Übrigens: Wenn Sie „suuuper“ sagen, haben Sie auch ganz ohne Botox einen super Kussmund.
P.S.: Dieser kostenlose Tipp wurde Ihnen präsentiert vom Checkpoint-Beauty-Studio. Anmeldungen unter checkpoint@tagesspiegel.de (bitte Schönheitswunsch angeben).