Wasserbetriebe gegen Angriffe schlecht geschützt
Wie selbstverständlich verschwindet auch in Berlin verbrauchtes Wasser irgendwo seuchensicher in der Kanalisation. Doch darauf können wir uns nicht länger verlassen: Das Unternehmen „Alpha Strike Labs“ stellte bei einer Analyse gravierende Sicherheitsmängel bei den Berliner Wasserbetrieben fest. In dem als vertraulich eingestuften 82-seitigen Bericht werden mehr als 30 Schwachstellen benannt, das Fazit: „Wir bewerten den IT-Sicherheitszustand der Berliner Wasserbetriebe als mangelhaft und die aktuelle Gefährdungslage als hoch.“ Bei einem Hackerangriff droht demnach „ein mehrwöchiger Zusammenbruch der Abwasserentsorgung“. Die formal zuständige Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin Ramona Pop (in dieser Funktion auch BWB-Aufsichtsratsvorsitzende) äußerte sich nur knapp über den seit April vorliegenden Report: Die Mitglieder des Aufsichtsrats seien über die Ergebnisse und die „unternehmensseitig abgeleiteten Maßnahmen“ informiert worden, ließ sie unserem Kollegen Frank Jansen ausrichten. Dessen Aufmacher auf der heutigen Tagesspiegel-Seite 1 endet berlintypisch: „Auf die Frage, wer für die Mängel verantwortlich ist, gab es keine Antwort.“ Logo. So etwas wie Verantwortlichkeit wird in Berlin auch ganz ohne Hackerangriff traditionell in eine trübe Brühe abgeleitet.