Briefwahlchaos in Tempelhof-Schöneberg

Noch 25 Tage bis zur Europawahl, und die Vorbereitungen für das traditionelle Berliner Auszählungschaos laufen bestens: Tempelhof-Schöneberg führt das Dreiklassenwahlrecht ein – Briefwahlunterlagen werden hier mal einfach, mal doppelt und inzwischen sogar dreifach an eine Adresse verschickt. Mehrere Checkpoint-Leser haben jetzt die Qual der Wahl: Zwei Zettel vernichten (aber welche)? Oder alle drei zurückschicken? Überall das gleiche ankreuzen? Oder jeweils etwas anders? Der Bezirkswahlleiter kann leider nicht weiterhelfen, seit Anfang der Woche versendet er nur noch Abwesenheitsnotizen.

Und was sagt der Landeswahlleiter dazu? Angeblich sind 173 Wahlscheine betroffen, „die am 16. April an einem bestimmten Drucker/Arbeitsplatz in Massendruck gedruckt worden sind“. Es habe „ein technisches Problem des Druckers gegeben in Kombination mit einer Verkettung unglücklicher Umstände (Papierstau etc.)“. Tja Pech, kann passieren (vor allem in Berlin). Dass die Betroffenen laut Wahlleiter informiert wurden, die davon aber nichts wissen, lässt auf eine längere Unglückskette schließen – Ende offen, Nachspielzeit möglich.