das ist mal wieder typisch Berlin – auch die Revolution vom 1. Mai 2019 wurde verschoben, und alle sind zufrieden:
1) Polizeipräsidentin Slowik, weil ihre Taktik aufging (Gefühl und Härte) und es weitgehend friedlich blieb,
2) Innensenator Geisel, weil (siehe 1),
3) die gemäßigte Linke, weil sie ihr Top-Thema Wohnen am Tag der Arbeit herausstellen konnte,
4) die radikale Linke, weil sie ihre unangemeldete Demo auf der Wunschroute durch die Rigaer Straße führen konnte.
5) die Pyrotechnikhersteller (die radikale Linke ist ein verlässlicher Kunde),
6) die Villenbesitzer in Grunewald, weil die Demonstranten dort nur mit Schaumstoffsteinen warfen (Motto: „Burn Bratwurst – not Porsches“),
7) der DGB, weil sich am Morgen der Regen verzog und die größten Kundgebungen die der Gewerkschaften waren („Europa. Jetzt aber richtig“),
8) die Kreuzberger, weil es beim Myfest nur Nackensteaks und keine Nackenschläge gab,
9) die journalistischen Einsatzkräfte vom Tagesspiegel, weil sie vor dem Morgengrauen nach Hause kamen (anders als Team Checkpoint und unsere Reporterin Helena Piontek, die gerade die BSR beim Saubermachen begleitet).
Insgesamt erinnerte das alles mehr an die Love Parade und das „Motte“-Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ (mehr zu Eierkuchen unter „Tweet des Tages“). Helena Piontek beobachtete sogar einen Demonstranten, der jedem Polizisten ein „Ich liebe dich“ zuhauchte – es kam nur leider nichts zurück (offenbar eine Einbahnstraße).
Auch Burkard Dregger setzte auf Deeskalation – statt Hoheitszeichen trug der CDU-Fraktionschef diesmal nur ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „Danke Polizei!“. Die ließ ihn aber trotzdem nicht über die Absperrung (Foto). Die radikale Linke bettelte dagegen mit einer Gelbwesten-Guillotine um etwas Aufmerksamkeit (für Neugierige: hier ist sie). Der Unterschied zum Pegida-Galgen ist rein äußerlich: Die einen tragen ihre Wut mit Pepitahütchen auf die Straße, die anderen mit Sturmhauben.
Und noch eine letzte Mai-Meldung: Bis kurz vor dem Myfest standen zwei „Tiny Houses“ auf dem Mariannenplatz – aufgestellt vom Verein „Little Homes“ und bewohnt von Obdachlosen. Das Bezirksamt ließ sie abreißen, die Bewohner leben wieder auf der Straße. Aber wie sind die mobilen Minihäuser (190 cm hoch, 120 cm breit und 320 cm lang) eigentlich rechtlich zu bewerten? Die Polizeidirektion 1 bat das Justiziariat der Behörde um eine Beurteilung, weil auch in Pankow und Reinickendorf solche Hütten stehen – hier Auszüge der internen Antwort vom 25.4.:
Die Tiny Houses unterfallen dem Wohnungsbegriff – „bei polizeilichen Durchsuchungen und Betretungen“ sind die gesetzlichen Voraussetzungen zu beachten, „insb. die richterliche Anordnung“. Allerdings können sich die Hütten „an verschiedenen Orten befinden (…), die aus praktischer Sicht nicht so einfach zu finden sind. Die Zustellung von Verwaltungsakten an eine ladungsfähige Adresse wird entsprechend nicht vereinfacht“. Und sogar noch mehr erschwert, wenn die gefundenen „Tiny Houses“ einfach abgerissen werden (wie hier zu sehen).
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Noch hingehen: How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions. Antje Majewski mit Agnieszka Brzeżańska & Ewa Ciepielewska, Carolina Caycedo, Paweł Freisler, Olivier Guesselé-Garai, Tamás Kaszás, Paulo Nazareth, Guarani-Kaiowa & Luciana de Oliveira, Issa Samb, Xu Tan, Hervé Yamguen (bis 12.5., Hamburger Bahnhof, Nähe HBF)
Zu den anderen Themen des Tages:
Gerade erst zerschlug die 63. Kammer des Landgerichts den Berliner Mietspiegel („untauglich“), jetzt setzt die 67. Kammer desselben Gerichts die Scherben in einem anderen Fall wieder zusammen: Die ortsübliche Miete sei damit stichhaltiger zu bestimmen als durch Gutachten, heißt es im Urteil. Und so geht’s wohl weiter: Mal verliert der Mieter, mal die Eigentümerin (hier: die „Deutsche Wohnen“) – sicher gewinnen nur die Anwälte. Es kommentiert CP-Gastautor Friedrich Hebbel: „Daß der Mensch, der doch die Wahrheit so flieht, den Spiegel erfunden hat, ist die größte historische Merkwürdigkeit.“
Spiegel können im Zusammenhang mit Wohnungen übrigens ziemlich gefährlich werden – habe ich selbst gerade erlebt. Bei 20 Grad und Sonnenschein riecht‘s plötzlich nach Kohleofen, erster Gedanke: Die Nachbarn drehen durch. Zweiter Gedanke: Die haben doch gar keinen. Dritter Gedanke: Warum kokelt denn da mein Fenster vor sich hin ... Na ja, Sie ahnen es schon: Die hochstehende Frühlingssonne hat im kleinen Spiegel auf dem Tisch den perfekten Winkel gefunden, um den Fensterrahmen wie mit einem Schneidbrenner zu durchtrennen. Bloß nicht dran denken: Was alles hätte passieren können (wenn z.B. da eine Gardine gehangen hätte).
Noch zwei Zahlen zum Thema Wohnen:
1) Eine Vergesellschaftung nach Artikel 15 GG (wie im Enteignungs-Volksbegehren gefordert) lehnt die Bundesregierung ab – zugleich laufen aber deutschlandweit 65 Enteignungsverfahren für den Bau von Autobahnen und Fernstraßen auf der Basis von Artikel 14 für den Bau von Autobahnen und Fernstraßen. (Q: Bundesregierung auf Anfrage des Grünen-MdB Sven Kindler).
2) Zum Stichtag 31.3. waren in den Bezirken nur 3200 Ferienwohnungen registriert – aber allein bei Arbnb wurden zur gleichen Zeit 13.824 Ferienwohnungen angeboten. Zu kontrollieren sind Verstöße kaum, oft werden keine Adressen angegeben. Der Senat fordert die Herausgabe von Daten, das Unternehmen lehnt ab. In einem Brief an Katrin Lompscher vom 29.4. weist Airbnb zudem darauf hin, dass nicht jedes Angebot eine Registriernummer braucht – und beruft sich dabei ausgerechnet auf Staatssekretär Sebastian Scheel. Die Lücke zeigt jedenfalls: Die Politik hat mit dem neuen Gesetz ein Problem nur beschrieben, nicht gelöst.
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Als eines der größten Energieunternehmen Europas möchten wir mit gutem Beispiel vorangehen und in unserer Wärme- und Stromerzeugung auf fossile Brennstoffe verzichten. Doch das allein reicht nicht. Deshalb werden wir dazu beitragen, dass auch andere Branchen ohne fossile Ressourcen auskommen können.
vattenfall.de/fossilfrei
Noch 25 Tage bis zur Europawahl, und die Vorbereitungen für das traditionelle Berliner Auszählungschaos laufen bestens: Tempelhof-Schöneberg führt das Dreiklassenwahlrecht ein – Briefwahlunterlagen werden hier mal einfach, mal doppelt und inzwischen sogar dreifach an eine Adresse verschickt. Mehrere Checkpoint-Leser haben jetzt die Qual der Wahl: Zwei Zettel vernichten (aber welche)? Oder alle drei zurückschicken? Überall das gleiche ankreuzen? Oder jeweils etwas anders? Der Bezirkswahlleiter kann leider nicht weiterhelfen, seit Anfang der Woche versendet er nur noch Abwesenheitsnotizen.
Und was sagt der Landeswahlleiter dazu? Angeblich sind 173 Wahlscheine betroffen, „die am 16. April an einem bestimmten Drucker/Arbeitsplatz in Massendruck gedruckt worden sind“. Es habe „ein technisches Problem des Druckers gegeben in Kombination mit einer Verkettung unglücklicher Umstände (Papierstau etc.)“. Tja Pech, kann passieren (vor allem in Berlin). Dass die Betroffenen laut Wahlleiter informiert wurden, die davon aber nichts wissen, lässt auf eine längere Unglückskette schließen – Ende offen, Nachspielzeit möglich.
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Spannende Diskussionen beim Theatertreffen
Künstlerische Hintergründe, Märchen der Wirklichkeit und jede Menge rauchende Köpfe gibt es beim kostenlosen Diskursprogramm des Theatertreffens TT Kontext zu entdecken! In diesem Jahr geht es während des Festivalzeitraums 3. – 20. Mai um die Zukunft des (Stadt-)Theaters, die Auswirkungen der Wendezeit 1989/90 auf die Kunst und um Female Empowerment.
Nicht erst seit dem BER-Desaster wissen wir: Berlins zweiter Name lautet „Späti“ – der Kampf um die Kaufzeiten wird seit mindestens 70 Jahren geführt, wie folgende Tagesspiegel-Meldung aus dem Frühjahr 1949 zeigt:
„Am Mittwoch vormittag wurde ein Spandauer Geschäftsmann von der Polizei aufgefordert, seinen Laden während der Mittagszeit zu schließen. Der Geschäftsinhaber heftete ein Plakat an die Ladentür mit der Aufschrift: ‚Auf Anordnung der Polizei während der Mittagszeit geschlossen. Was sagt das Publikum dazu?‘ Ein Passant schrieb auf das Plakat, daß die Berliner die Bemühungen der Kaufleute unterstützen werden. Nach einer halben Stunde war das Plakat mit Unterschriften von Kunden bedeckt. Es wurde von der Polizei beschlagnahmt.“
Geschichten wie diese können auch in den öffentlichen Bibliotheken gelesen werden – außer sonntags. Der neue Bundesvorsitzende des Verbands will das Öffnungsverbot am siebten Tag der Woche jetzt kippen. Wo sonst außer an den stillen Leseorten könnte das gelingen, ohne das göttlich-gewerkschaftliche Ruhegebot zu verletzen?
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Berliner Schnuppen
Telegramm
Die AfD sorgt sich um die Ertüchtigung des Volkskörpers – in einer Art Auskunfts-Marathon befragte die Fraktion den Senat nach dessen Kenntnis über und den Einsatz für (und nur für): Rudern, Bogensport, Kampfsport, Kartenspielvereine, Kegeln, Hundesport, Drachenfliegen, Ballonfahren. Doch oh Schreck: „Der Senat führt keine Statistik über spezielle Vereine. Der (XY-)Sport wird nicht aktiv durch den Senat beworben.“
Gestern mal die grünen Punkte an der Bergmannstraße inspiziert – sind schon leicht verschmuddelt, wie auch die Parklets. Hier sieht‘s jetzt also nicht mehr aus wie in einer Gesamtschule der siebziger Jahre, sondern wie in einer zehn Jahre alten Gesamtschule aus den siebziger Jahren – pädagogischer Ehrgeiz erkennbar, Zustand: abgenutzt.
Im kuriosen Kampf ums Kreuzberger Billigfleisch in der „Markthalle Neun“ bezieht die Wirtschaftsverwaltung von Senatorin Ramona Pop klar Stellung (DS 18/18352): Die Kündigung von „Aldi“ durch die Betreiber passt zum Nutzungskonzept, das eine „schrittweise Ausphasung der Discounter“ vorsieht. Checkpoint-Prognose: Hier gibt’s noch ordentlich Beef.
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Premiere: Balanchine | Forsythe | Siegal
Das Staatsballett Berlin zeigt in der Staatsoper Unter den Linden Choreographien aus drei Epochen. George Balanchines „Theme and Variations“ wird begleitet von der Staatskappelle Berlin. „The Second Detail“, ein rasantes Stück aus den frühen 90ern, ist eine typische Arbeit von William Forsythe. Komplettiert wird der Abend durch „Oval“, eine Kreation von Richard Siegal mit Musik von Alva Noto.
Über den Bebauungsplan Ostkreuz will Stadträtin Birgit Monteiro „so umfassend und transparent wie möglich“ informieren, schreibt sie auf der gleichnamigen Website des Bezirks – und kündigt die Entscheidung der BVV für den 16. Mai an. Nun, da hätten wir eine Nachricht für die frühere Bürgermeisterin (alle anderen wissen‘s ja schon): Die Sache ist durch, der Plan beschlossen, am „Paul-und Paula-Ufer“ entsteht u.a.ein Riesenaquarium namens „Coral World“ – und dort schwimmen dann Immobilienhaie rum.
Frage an Berlin-Kenner: Was ist falsch an der Meldung „Pergamonmuseum erst in sechs Jahren fertig“? a) „erst“, b) „in sechs Jahren“, c) „fertig“ oder d) „alles“?
Das Heimatministerium hat bei der Budgetplanung für 2020 die Feier zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung vergessen – „Das Bedürfnis ist unvorgesehen“, lautet die offizielle Erklärung. Damit sichert sich Horst Seehofer seinen Platz im Deutschen Historischen Museum – in der noch zu gründenden Abteilung „Deutsch-Deutsche Bedürfnisanstalten im Wandel der Zeit“.
Der Mai beginnt mit einer Terminflaute in den Bürgerämtern – um 5 Uhr früh war der nächste Slot erst am 3. Juni zu haben. Dazu auch unsere heutige Aufgabe aus dem Kurs „Mathe lernen mit dem Checkpoint“: Laut § 17 BMG müssen sich Anton und Anna (und alle anderen auch) nach dem Bezug ihrer neuen Wohnung innerhalb von 14 Tagen anmelden – zu wie vielen Tagen Rechtsverstoß werden sie von der Berliner Verwaltung gezwungen? Antwort bitte an eine der unter „service.berlin.de“ angegebenen Mailadressen.
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Lachen, leben, lieben und laufen beim AVON Frauenlauf am 18. Mai: Über 17.000 Frauen und Mädchen laufen oder walken eine 5- oder 10-km-Runde. Ein Teil des Teilnahmebetrages wird Brustkrebs-Erkrankten gespendet. Zum Dank erhält jede Teilnehmerin ein Event-Shirt und einen AVON Präsentbeutel. Die Anmeldung ist auf www.avon-frauenlauf.de möglich.
In Spandau entdeckte die Polizei nach einem Tipp in einer Werkstatt 20 Bierkästen ... ach Quatsch: 20 Cannabispflanzen. Der Besitzer wurde festgenommen.
Dazu passt auch folgende Meldung: „Deutsche Gründer hoffen auf das große Cannabis-Geschäft“ – Brauereien gibt’s inzwischen ja genug.
Post von Horst Milde: Berlins Mister Marathon gratuliert zur Idee unseres Checkpoint-Experten-Lauftreffs morgen Abend mit Marathon-Heldin Uta Pippig und 10.000-Meter-Europameister Jan Fitschen (19 Uhr hier im Tagesspiegel am Askanischen Platz 3). Wenn Sie dabei sein wollen: Bitte kurz anmelden unter checkpoint@tagesspiegel.de – wird gut!
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Nach Auffassung des Senats kann ein genereller ‚Irrglaube‘ in der Charité nicht festgestellt werden.“
Aus der Antwort von Staatssekretär Steffen Krach in der Serie „Schweigen ist Gold“ (Staffel 1, Folge XII) des Abgeordneten Marcel Lunte Luthe über den Umgang mit Patientendaten.
Tweet des Tages
Crêpes sind auch nur Pfannkuchen, die ihren Bachelor in Marketing gemacht haben.
Antwort d. Red.:
Stadtleben
Essen & Trinken – Bei japanischer Küche denkt man nicht mehr nur an Sushi. Im Namen der Ramen-Suppe wurden in den letzten Jahren zig neue Restaurants in Berlin eröffnet, und auch Gyoza-Teigtaschen sind keine Unbekannten mehr. Diesen kulinarischen Japan-Hype vereint das Chotto in der Kollwitzstraße 84 gekonnt durch eine vielseitige Karte: Natürlich gibt‘s Ramen (optional vegan und glutenfrei – [hier Witz über Prenzlauer Berg einfügen]), simple und frische Bento-Boxen für alle, die ein ordentliches Hauptgericht wollen, und Unentschlossene bestellen am besten Izakaya. Das sind japanische Tapas, etwa Edamame, und allerlei Gegrilltes und Frittiertes. Wer unbedingt will, bekommt natürlich auch Sushi. Und um ganz im Narrativ zu bleiben, muss noch Tiger Bier und Sake her! U-Bhf Senefelderplatz, Tägl. 12-23 Uhr
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Liebe Checkpoint-Leser, begeben Sie sich „Auf Fontanes Fährte“! Die neue 6-teilige Serie führt Sie zu Fontanes Lieblingsorten in Brandenburg und zeigt Ihnen die schönsten Routen durchs Land. Lesen Sie jetzt 4 Wochen den Tagesspiegel. Sie sparen 35 %, verpassen keine Folge und erhalten einen Gutschein im Wert von bis zu 60 €. Jetzt entdecken.
Geschenk für Kinder und Eltern zugleich: Das Deutsche Historische Museum hat „Auf den Spuren von Harry Potter“ die Welt von Hogwarts in seinen Hallen aufleben lassen und damit gleichzeitig ein Geburtstagsparadies für junge Potter-Fans geschaffen. Natürlich kommt der Lerneffekt Unter den Linden 2 (S-Bhf Hackescher Markt) nicht zu kurz: Das Geburtstagskind samt Gästen lernt etwa mittelalterliche Schrift zum Zaubersprüche schreiben und wie das Kleid der Fetten Dame funktioniert – bis alles im Zauberduell endet. Vorteil für die Eltern: Die Geburtstagsfeier ist schnell organisiert (Kosten 90 Euro pauschal) und das Erlebnis ist nicht so schnell vergessen! Maximal 10 Teilnehmer, von 10-15 Jahren
Karten sichern – An der Schaubühne und am Maxim Gorki startet heute der Vorverkauf für Juni. Erstere hat am 8. Juni die Premiere von Philipp Rosts „Grand Hotel“, das er selbst als „Projekt der Polyrealisten“ bezeichnet, im Repertoire. Mit „Prometheus“ startet am 20. Juni Bastian Reibers erste Regiearbeit an der Schaubühne, bei der er auch auf der Bühne zu sehen sein wird und den griechischen Gott als Revolutionär und Anarchisten inszeniert. Karten gibt’s je ab 7 Euro. Am Gorki ist das Programm, wie berichtet, aufgrund Bühnenarbeiten eingeschränkt. Dennoch wird das Studio Я bespielt und bietet etwa der letzten Vorstellung von „You are not the Hero of this Story“ (7. Juni, Karten kosten 16 Euro) eine Bühne.
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Die Online-Jobbörse für alle, die in Öffis ihre Zeitung nicht auseinander kriegen.
Karten gewinnen für „Saturday Five“ im Maschinenhaus der Kulturbrauerei. Die ist bereits seit 15 Jahren die feste Spielstätte des Improtheaters Paternoster, womit am Samstag aus doppeltem Anlass in die Knaackstraße 97 (U-Bhf Eberswalder Straße) geladen wird: Nicht nur feiert das Ensemble sein Spielstätten-Jubiläum, es hat obendrein eine neue Impro-Show konzipiert. Bei „Saturday Five“, künftig an jedem ersten Samstag im Monat, führen die Schauspieler fünf verschiedene Szenen auf, aus denen das Publikum Stück für Stück die beste Performance auswählen darf. In jeder neuen Runde nimmt das Ensemble Modifizierungsvorschläge aus dem Publikum entgegen. Für das neue Impro-Format am Samstag verlosen wir 2x2 Karten (bis 12 Uhr).
Noch hingehen in die Deutsche Kinemathek (Potsdamer Straße 2, S/U-Bhf Potsdamer Platz), wo bis Sonntag noch „Zwischen den Filmen“, eine Fotogeschichte der Berlinale aus der Sicht der Pressefotografen Mario Mach, Heinz Köster und Joachim Diederichs, gezeigt wird. Der Eintritt kostet 8 Euro, donnerstags von 16-20 Uhr ist der Eintritt frei. Mo, Mi & Fr-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
Das Stadtleben zu Donnerstag von: Maria Kotsev
Prominent verraten
Gegen das System? Man kennt unseren gesuchten Berliner vielleicht am besten aus einem Werbespot: In dem spielt er einen Vater, der zumindest gegen Spießer ist – seine kleine Tochter jedoch möchte einer werden.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie. Alle bisherigen Fotos und Hinweise finden Sie hier.
Berlin heute
Verkehr – In Friedrichshain gibt’s auf der Kreuzung Danziger Straße / Landsberger Allee / Petersburger Straße in allen Richtungen nur eine Spur, Linksabbiegen ist generell nicht möglich. Ebenso auf der Seestraße in Wedding in Richtung Gesundbrunnen in Höhe Oudenarder Straße (bis Mitte Mai). In der Reinickendorfer Straße ist es der linke Fahrstreifen, der bis Freitagmorgen (4 Uhr) in Höhe S-Bahnhof Wedding in beiden Richtungen gesperrt ist. Und weil in der Max-Schmeling-Halle die BR Volleys gegen den VFB Friedrichshafen spielen, kommt es ab ca. 18 Uhr im Bereich Schönhauser Allee, Gleimstraße und Eberswalder Straße (Prenzlauer Berg) zu Staus.
Demonstration – Gegen „Rechten Terror in Berlin“ demonstrieren von 8-10 Uhr rund 15 Personen vor dem LKA-Gebäude am Tempelhofer Damm 12. Am Pariser Platz ruft DiEM25 rund 200 Menschen auf, um von 12-15 Uhr „Gegen die Auslieferung Julian Assanges und seine Haftbedingungen“ zu protestieren. Anlässlich des Internationalen Tags der Arbeitslosen ziehen etwa 500 Leute vom Senefelderplatz zur Schönhauser Allee (13-18 Uhr) und sind dabei „Gegen den Zwang zur Lohnarbeit, für ein bedingungsloses Grundeinkommen“. Und unter dem Motto „Entfristungspaket 2019 – Protest für mehr unbefristete Beschäftigung anlässlich der Hochschulpaktverhandlungen“ steht ver.di mit rund 200 Teilnehmern vor dem Bundesministerium für Bildung und Forschung am Kapelle-Ufer 1.
Gericht – 223 Taten werden einem 27-Jährigen vorgeworfen, der mit fremden Daten Bankkonten eröffnet haben soll. Er soll mehr als 78.000 Euro ergaunert haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 129). Außerdem beginnt gegen einen 22-Jährigen, der in einem Streit um Cannabisgeruch und Lärm vor einem Wohnhaus auf einen 42 Jahre alten Mann eingestochen haben soll, der Prozess wegen versuchten Mordes (12.30 Uhr, Saal 217). Und nach dem tödlichen Messerangriff auf seinen 39-jährigen Betreuer nach einer Hilfekonferenz kommt ein 30-Jähriger auf die Anklagebank. Er gilt als psychisch krank (9.30 Uhr, Saal 537).
Universität – Zum Auftakt der Open Lecture Series „Bauen für die Wissenschaft“ der HU spricht Prof. Matthias Sauerbruch ab 18 Uhr zum Thema „Was ist Wissenschaftsarchitektur“ an der Technischen Universität. Anschließend diskutiert er mit Dr. Hans-Dieter Nägelke vom Architekturmuseum TU Berlin. Der Eintritt ist frei. Straße des 17. Juni, U-Bhf Ernst-Reuter-Platz, Hörsaal A151
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Thomas Billhardt (82), Fotograf und Publizist / Florian Dörstelmann (52), für die SPD im AGH / Alec Empire (47), Musikproduzent, Komponist und DJ / Joachim „Jochen“ Esser (68), Journalist und ehem. für die Grünen im AGH (1999-2016) / Michael Gspurning (38), ehem. Fußballspieler und Torwarttrainer bei Union / Christel Hirschfeld, „Toi toi toi und alles Gute für die Zukunft von Hella + little“/ Dilek Kilic, „mit lieben Grüßen von Nina, Lis und Gerd“ / Fabian Lustenberger (31), Mittelfeldspieler bei Hertha / Manfred Maurenbrecher (69), Liedermacher und Autor / „Für Christian Pagel alles Gute zum Geburtstag“ / Tilman Rammstedt (44), Schriftsteller / Marie-Luise Schramm (35), Schauspielerin und Synchronsprecherin / Fanny Zeller (18), „Alles Liebe, alles Gute von Deinem alten Freund Sigi" / Steffen Ziesche (47), ehem. deutscher Eishockeyspieler, Co-Trainer der Eisbären / nachträglich: Dirk Beinhold (51) „so schön, dass es dich gibt!“ / Ines Fasting, „Beste Chefin der Welt“ / Bernhard Hinkes (56), „Superlehrer aus Dülmen“ / Nele Lieberknecht (18), „Gruß von Emilia“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Peter Howe, * 12. Juni 1938 / Helene Koch, * 20. Mai 1921 / Erich Riedler, * 10. März 1944 / Anselm Siemetzki, * 15. April 1934 / Dieter Zergänge, * 6. Mai 1941
Stolperstein – Heute vor 130 Jahren geboren, am 26. September 1942 nach Raasiku bei Reval deportiert und zu unbekanntem Zeitpunkt dort ermordet: Marta Schwarz lebte vor ihrer Deportation in der Belziger Straße 39 in Schöneberg.
Im Tagesspiegel
Über keinen Kandidaten spricht das Land mehr als über Joe Biden und Pete Buttigieg. Der eine wäre der älteste, der andere der jüngste US-Präsident aller Zeiten. Beide Demokraten haben die Stärke, Trump zu schlagen – und eine Schwachstelle. Lesen Sie die Reportage von Juliane Schäuble aus Washington und Pittsburgh heute auf Seite 3 im Tagesspiegel oder im E-Paper.
Encore
Zum Schluss noch zwei Meldungen aus dem Ressort „Tierisches Berlin“:
1) Im Tegeler Fließ grasen wieder Wasserbüffel.
2) Im Schlossgarten Charlottenburg grasen jetzt gehörnte Gotlandschafe.
Falls demnächst in der Bergmannstraße statt grünen Punkten (siehe oben) Rollrasen gegen rollende Raser eingesetzt wird, müssen wir uns also immerhin ums Mähen offenbar keine Sorgen machen.
So, das war’s für heute. Lassen Sie sich keine Hörner aufsetzen, und machen Sie mit dem Berliner Gras, was Sie wollen – morgen früh geht’s hier weiter, ganz nüchtern (na ja: fast).