Gebühren für Feriencamps: Berliner Sportvereine sollen Geld an Bezirke abgeben
Bei der Ausrichtung eines Feriencamps sollen künftig zehn Prozent der Einnahmen an die Berliner Bezirke abgegeben werden. Es werden höhere Elternbeiträge und mehr Bürokratie befürchtet. Auch weitere Kritik wird laut. Von Sönke Matschurek.
Weniger geistreich ist die Idee, dass nun offenbar Sportvereine Haushaltslücken füllen sollen. Wer ein Feriencamp ausrichtet, muss dafür ab sofort zehn Prozent der Einnahmen an den Bezirk abgeben. Ein grobes Foul, findet Kamyar Niroumand. „Viele Eltern sind berufstätig und verlassen sich darauf, dass ihre Kinder in den Ferien sinnvoll betreut sind“, sagte der Präsident von Hertha 03 Zehlendorf dem Checkpoint.
Eltern befürchten höhere Beiträge, Vereine mehr Bürokratie. „Während Millionen für die Olympiabewerbung diskutiert werden, sollen gemeinnützige Vereine nun Abgaben zahlen, wenn sie Ferienangebote für Kinder organisieren“, sagt Niroumand. „Diese Prioritätensetzung ist schwer verständlich.“
Und die Sportverwaltung? Verteidigt die Maßnahme: Wenn jemand auf landeseigenen Sportflächen Gewinn mache, sei „das Land Berlin – bei dem die gesamten Lasten für die Verwaltung und Unterhaltung liegen – hieran in angemessenem Umfang zu beteiligen“, teilte die Verwaltung mit. Das Nutzungsentgelt sei rechnerisch „einfach zu handhaben“ und verhältnismäßig. Na, dann ist ja alles gut.