wir melden uns aus der Weltstadt des Niveaus, guter Humor ist vor allem in Wahlkampfzeiten weit verbreitet, wahlweise unterlegt mit inhaltsleeren Slogans oder unhaltbaren Versprechen (gerne beidem).
Die Grünen haben sich offenbar vorgenommen, richtig was zu lernen aus dem Erfolg ihrer Schwesterpartei in Baden-Württemberg – so harmonisch wie im Ländle soll es hier bitte nicht zugehen (warum auch am Erfolg orientieren? Kommentar im Video hier). Auf einer eigens eingerichteten Website machen sie sich lieber über das Wahlvideo lustig, mit dem die CDU jüngst angekündigte, was „Berlin wird…“ (Checkpoint vom 11.03).
„Berlin wird grau“ witzeln die Grünen im CDU-Design, die CDU wollte das lieber nicht kommentieren. Auf Plakaten in der ganzen Stadt hängt bereits der Slogan „Tschau, Grau!“ – vielleicht aber auch nur geniale Werbung fürs berühmte Grauflächenamt in Mitte (Checkpoint 2014 ff.). Die Grünen selbst wollen „Politik ändern, Berlin bleiben“, was ähnlich einfallsreich ist wie das „Wieder Berlin“ der SPD (die bekanntlich seit 37 Jahren mindestens mitregiert). Die Linke grübelt noch, ob ihr was Besseres einfällt.
Wir halten fest für den Moment: Berlin bleibt Berlin in allen Farbschattierungen – und der Wahlkampf wird hoffentlich noch etwas geistreicher.
Weniger geistreich ist die Idee, dass nun offenbar Sportvereine Haushaltslücken füllen sollen. Wer ein Feriencamp ausrichtet, muss dafür ab sofort zehn Prozent der Einnahmen an den Bezirk abgeben. Ein grobes Foul, findet Kamyar Niroumand.