Kiez-Hollywood-Finale
„Erzähl mal weiter“ – gemeinsam mit Berliner AutorInnen und Ihnen wollen wir während der Sommerferien Fortsetzungsgeschichten schaffen. Die vierte beendet heute Hatice Akyün (die vorherigen Parts lesen Sie hier).
Kiez-Hollywood
von Hatice Akyün, Eckart Brandtstaedter, Isabella Garcia Fuchs und Ümit Atak
„Ich lasse ihn ungern alleine... denn in unserer Wohnung gibt es Geister.“... „Eine Million Singles in dieser gottverdammten Stadt, und ich treffe ausgerechnet den einen, der beruflich was mit Hunden macht“, dachte sie und verdoppelte mit pochendem Herzen den amtlich vorgegebenen Sicherheitsabstand zu ihm. Auch wenn er ihr gefiel, jetzt, da sie ihn zum ersten Mal ohne Maske sah, ein Hundehalter ging gar nicht. Er bemerkte ihre Angst und versuchte sie zu beruhigen: „Der tut nichts, der will nur spielen.“ „Ja, das sagen sie alle und dann hängen die Dinger einem an der Backe“, antwortete sie. „Als Kind hat mich ein Dackel in die Wange gebissen. Hier, die Narbe habe ich immer noch“, und zeigte auf ihr Gesicht. „Seitdem habe ich Angst vor Hunden.“ „Das ist eine Narbe“, säuselte er fragend, „ich dachte, das wäre ein Grübchen.“ Jetzt pochte ihr Herz wieder, aber diesmal, weil seine Augen und sein Mund gleichzeitig lächelten. „Diese Geister“, fragte sie, „kann man die mal treffen?“ „Ja, aber nur, wenn du Henry streichelst.“ Sie beugte sich ängstlich herunter und ganz vorsichtig strich sie über sein raues Fell. Er lächelte und sagte: „Meine Mutter ist Französin. Sie hat mir beigebracht, wie eine echte Tarte Tatin gebacken wird.“
Hier geht es kommende Woche mit der nächsten Geschichte weiter – dann mit Team Checkpoint.